Wird heute über eine Penalty-Revolution im Fussball entschieden?

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6.11.2018

Aktuelles Beispiel: ManUtd-Star Paul Pogba scheitert mit seinem Penalty an Everton-Goalie Jordan Pickford, doch verwandelt den Nachschuss. Dies wäre mit der neuen Regel nicht mehr möglich.
Bild: Getty

Gemäss der englischen Zeitung «Telegraph» diskutieren die Regelhüter des Weltfussballs heute Dienstag über mögliche Änderungen im Spiel. Eine Revolution könnte es bei Elfmetern geben.

Demnach planen die Verantwortlichen des International Football Association Board (IFAB), dass bei Penaltys künftig keine Nachschüsse mehr erlaubt sein sollen. Stattdessen müsse das Spiel bei einem verschossenen Elfer mit Abstoss fortgesetzt werden. Damit soll erstens verhindert werden, dass die anderen Spieler (zu früh) in den Strafraum rennen und es dann im Sechzehner zu Zweikämpfen und Fouls kommt.

Möglich ist auch, dass bald eine klarere Regel in Sachen Handspiel ausgelegt wird. In Absatz 12 des FIFA-Regelbuchs steht, dass «ein Handspiel vorliegt, wenn ein Spieler den Ball mit seiner Hand oder seinem Arm absichtlich berührt.» Die «Absicht» könnte künftig nicht mehr entscheidend sein, sondern die Position der Arme. So soll Handspiel gepfiffen werden, wenn eine unnatürliche Bewegung des Spielers vorliege. Wenn der Ball den Arm über Schulterhöhe trifft, wäre das immer der Fall. Unter Schulterhöhe wird Handspiel gepfiffen, wenn der Arm vom Körper weiter abgespreizt ist als die Uhrzeiger-Stellungen vier Uhr oder acht Uhr. Zweifelhaft, ob diese Regelauslegung wirklich klarer wäre.

Wird die Handspiel-Regel endlich klarer ausgelegt?
Bild: Keystone

Zudem soll das Zeitspiel bei den Regelhütern zur Debatte stehen. Bei Auswechslungen könnten oder müssten die Spieler in Zukunft das Spielfeld sofort an der nächstgelegenen Aussenlinie verlassen, so die Idee der Regelhüter. Damit sollen taktische Wechsel in der Nachspielzeit reduziert werden. 

Das IFAB-Gremium mit Hauptsitz in Zürich besteht aus acht Mitgliedern – vier FIFA-Mitglieder und je ein Vertreter der Verbände aus England, Nordirland, Schottland und Wales. Eine Regeländerung beschlossen wird heute noch nicht. Erst am 22. November entscheidet sich, ob im März auf der IFAB-Generalversammlung über eine Änderung im Regelwerk abgestimmt wird. Mindestens sechs der acht Gremium-Stimmen wären dann nötig.

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