Räikkönen schockt mit Alkohol-Beichte: «Ich will die Hölle nicht noch einmal erleben»

bam/dpa

24.8.2018

Kimi Räikkönen hatte 2012 mit einem Alkohol-Problem zu kämpfen. Heute kämpft er um einen neuen Ferrari-Vertrag.
Bild: Getty Images

Kein aktueller Formel-1-Pilot hat so oft in Spa gewonnen wie Kimi Räikkönen. Die Aussichten für ein weiteres Ferrari-Jahr stehen deswegen gut. Aber der Finne macht auch mit einer düsteren Alkohol-Beichte auf sich Aufmerksam.

Für einen Rundgang auf seiner Paradestrecke ist Kimi Räikkönen schlicht zu lauffaul. «In all den Jahren habe ich hier genau einmal eine Pistenbegehung gemacht. Danach fand ich: Danke vielmals, sieben Kilometer sind mir zu viel», sagte der Ferrari-Teamkollege von Sebastian Vettel vor dem Formel-1-Klassiker auf der längsten Strecke der Saison in Spa-Francorchamps.

Auch ohne Inspektionsrunde macht dem viermaligen Spa-Sieger auf dem Ardennen-Kurs keiner etwas vor. Mit seinem 100. Podiumsplatz in der Königsklasse könnte der Finne am Sonntag weitere Argumente für einen neuen Ferrari-Vertrag sammeln. Am Freitag gelang ihm im Training schon mal die Tagesbestzeit vor WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton im Mercedes.

Die Weiterbeschäftigung des Grand-Prix-Veteranen scheint ohnehin nur noch Formsache. Spätestens beim Heimspiel in Monza in der kommenden Woche könnte die Scuderia Vollzug melden. Mit starken Leistungen in dieser Saison hat Räikkönen, der im Oktober 39 wird, die Zweifler verstummen lassen. Als WM-Dritter liegt er nur 43 Punkte hinter Vettel, der den wortkargen Mann aus Espoo gern an seiner Seite behalten würde. «Ich kenne Kimi sehr gut, wir haben den gleichen Ansatz», sagte der Deutsche unlängst.

«Ich war 16 Tage in Folge betrunken»

Räikkönen lässt sich wegen des Vertrags nicht aus der Ruhe bringen. Man kennt den Finnen nicht anders, aber man lernt ihn in seiner Biografie von einer anderen Seite kennen. Seit kurzem ist der Bestseller auf finnisch und schwedisch zu haben und enthüllt den echten Kimi Räikkönen. Mit einer Alkoholbeichte schockt er beispielsweise den Formel-1-Zirkus: «2012 war ich einmal 16 Tage in Folge betrunken. Das war kurz vor dem GP Spanien – und ich wurde im Lotus Dritter.» Der Alkohol begleitete ihn eine lange Zeit. Er hatte sich stets die Heimadresse notiert, damit er mit dem Taxi nach Hause findet. «Es hat meiner Karriere nicht geschadet. Ich habe eben immer auch noch für alle andern getrunken.»

Das ist nun vorbei, wie Räikkönen berichtet. Seit seiner Heirat mit Minttu und seinen beiden Kindern ist der 38-Jährige ein anderer Mensch. «Ich sagte Minttu gleich beim ersten Mal. Sollten wir zusammenkommen, ist auch Schluss mit Lügen und Seitensprüngen. Ich will die Hölle nicht noch einmal erleben und auch nicht die Angst, die Lügen auslöst!» 

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