Kasper kritisiert den «Tages-Anzeiger» – die Zeitung reagiert mit Audio-Dateien

9.2.2019 - 11:06, DPA / wer

Der in die Kritik geratene FIS-Präsident Gian Franco Kasper wehrt sich. 
Bile: Keystone

Im Streit um die angeblich falsche Wiedergabe von Zitaten des FIS-Präsidenten Gian Franco Kasper veröffentlich der «Tages-Anzeiger» die fraglichen Passagen des Interviews als Audio-Datei.

«In einem Interview mit dem TV-Sender ARD sagt der FIS-Präsident, er sei ungenau zitiert worden. Das stimmt nicht», schreibt der «Tages-Anzeiger» in einem in der Nacht zum Samstag veröffentlichten Beitrag. Dort belegt die Zeitung die fraglichen Zitate des Präsidenten des Skiweltverbands, die für viel Kritik gesorgt hatten.



Kasper hatte der Zeitung in der ARD unterstellt, ihn falsch zitiert zu haben. In einem zuvor veröffentlichten Grusswort zur Ski-WM hatte er sich noch für Missverständnisse entschuldigt und hatte die Verantwortung dafür übernommen. In der ARD sagte er am Freitag: «Wir müssen schon den Tatsachen ins Auge schauen und wir müssen schauen, was ich wirklich gesagt habe – nicht, was nachher rausgekommen ist.»



Die kritisierte Aussage, aus dem geschäftlichen Blickwinkel wolle er mit sportlichen Grossereignissen wie Olympischen Spielen lieber in Diktaturen gehen und sich nicht mit Umweltschützern herumstreiten, habe er so «selbstverständlich nicht» gesagt, behauptete das 75 Jahre alte Ehrenmitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).



Kasper beklagte in der ARD zudem die Feststellung, er leugne die Klimaerwärmung. «Das habe ich sowieso nicht gesagt. Ich glaube nicht an die Klimaerwärmung, aber ich glaube den Fakten die uns einfach ganz klar zeigen, dass wir im Moment eine Erwärmung haben», sagt er. «Aber ich wehre mich dagegen vorauszusagen, das heisst, dass in zehn Jahren kein Schnee mehr existiert. Das können wir nicht entscheiden, das ist Spekulation», meinte er und sprach davon, dass eine «Klimakrise» nicht zu bezweifeln sei.

Der «Tages-Anzeiger» hält an der Wiedergabe der Aussagen fest

Der «Tages-Anzeiger» reagiert auf die Unterstellungen, nicht korrekt zitiert zu haben:

Wir halten an unserer Darstellung fest. Wortwörtlich verlief der Abschnitt dieses Gesprächs so. ­Tamedia-Journalisten: «Man (im internationalen Olympischen Komitee, Red) ist sehr gut im Ausblenden, im Verdrängen.» Antwort Kasper: «Schauen Sie, das ist der Nachteil der Diktatur. Aber es ist schon schön, in Diktaturen solche Anlässe haben zu dürfen, das läuft einfach. Also ich persönlich, vom Geschäft her, würde sagen: Wir gehen nur noch in Diktaturen, anstatt mich herumzustreiten mit Umweltschützern und was auch immer.»

Die Audio-Ausschnitte und den Bericht des «Tages-Anzeigers» finden Sie hier.


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