«Ich glaube, ich bin der Beste»

sda

11.7.2021 - 21:18

Wieder ein grosses Ziel erreicht: Zum sechsten Mal küsst Novak Djokovic den Siegerpokal in Wimbledon
Wieder ein grosses Ziel erreicht: Zum sechsten Mal küsst Novak Djokovic den Siegerpokal in Wimbledon
Getty Images

Novak Djokovic schreibt Geschichte – und ist sich dessen absolut bewusst. Das sagt er auch an der Medienkonferenz in Wimbledon nach seinem 20. Grand-Slam-Titel.

sda

11.7.2021 - 21:18

Novak Djokovic, in den ersten zwei Games machten Sie drei Doppelfehler. Können Sie etwas über Ihre Nerven beim Beginn des Finals sagen?

«Ich fühlte mich definitiv etwas nervöser als normal. Als der erste Satz durch war, fühlte ich vor allem Erleichterung. Natürlich war es nicht toll, dass ich ihn verlor, aber ich wollte ihn einfach hinter mich bringen und danach freier schwingen, so spielen wie ich das will. Das begann dann gleich im zweiten Satz, ich ging schnell 4:0 in Führung. Natürlich gab es auch dann noch enge Games. Gegen Berrettini mit seinem Aufschlag auf Rasen zu spielen, ist eine Herausforderung, aber wenn ich mal im Ballwechsel drin bin, habe ich sicher die bessere Chance. Ab dem Beginn des zweiten Satzes, fühlte ich, dass ich den Match unter Kontrolle habe. Zum Teil spielte ich zu defensiv, aber es stand ja auch viel Geschichte auf dem Spiel.»

Sie sprachen an, wie sehr Sie durch Roger Federer und Rafael Nadal ein besserer Spieler geworden seien. Wo haben Sie sich in den letzten rund zehn Jahren am meisten verbessert?

«Überall. Aber wenn ich eine Errungenschaft herauspicken müsste, ist es wohl, die Fähigkeit, mit Druck umzugehen. Je mehr wichtige Matches du spielst, desto mehr Erfahrung und Selbstvertrauen erhältst du. Das hängt alles zusammen. Ich würde sagen, ich bin heute der kompletteste Spieler, der ich je war.»

Sehen Sie sich als grössten Spieler der Profiära?

«Ich glaube, ich bin der Beste, denn sonst könnte ich nicht so zuversichtlich über den Gewinn von Grand Slams und das Schreiben von Geschichte sprechen. Aber ob ich der Beste aller Zeiten bin? Diese Debatte überlasse ich anderen. Ich habe schon immer gesagt, dass die verschiedenen Ären schwer zu vergleichen sind.»

Gab es einen Moment, in dem Sie realisierten, dass Sie den Rekord von Federer erreichen könnten?

«Ich begann wohl so vor zwei, drei Jahren darüber nachzudenken, dass ich versuchen könnte, den Grand-Slam-Rekord (20 Titel) oder die meisten Wochen als Nummer 1 zu schlagen. Vorher schien das doch ausser Reichweite. Ich glaubte immer daran, dass ich mein bestes Tennis bei den Grand Slams spielen könnte. Ich habe ein sehr komplettes Spiel und habe überall eine Chance.»

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11.07.2021

sda