Federer federführend bei Turnier-Absagen wegen Coronavirus

SB10

19.3.2020 - 11:00

Roger Federer nimmt seine Verantwortung auch in schwierigen Zeiten wahr.
Bild: Getty

ATP-Vorstandsmitglied Mark Knowles sagt, Roger Federer sei nach dem Ausbruch des Coronavirus ein treibender Faktor gewesen, um die richtigen Massnahmen zu ergreifen.

Federer ist nach einer Knieoperation in der Reha-Phase, doch der 20-fache Grand-Slam-Champion übernimmt in der Coronavirus-Krisenzeit dennoch wieder das Zepter. Zusammen mit seinen beiden grossen Rivalen übernimmt der 38-Jährige das Kommando in dieser hektischen Zeit.

«Roger, Rafa und Novak bekommen nicht genug Anerkennung für diese Sache. Dass diese Jungs so engagiert sind, ist meiner Meinung nach für uns alle ein unglaubliches Glück. Drei der grössten Spieler der Geschichte, aber sie sind bei jeder Entscheidung dabei», so Mark Knowles gegenüber «Tennis Channel».  

Die einstige Weltnummer 1 im Doppel schwärmt vom Schweizer: «Man könnte meinen, Roger habe sich nach der Knieoperation gesagt: ‹Ich werde mich für eine Weile von der Tour zurückziehen›. Aber er war einer der Ersten, die sich gemeldet haben, um sicherzustellen, dass die Dinge vorankommen und wir entsprechend entscheiden.»



Positive und negative Auswirkungen im Tennis

Im Gegensatz zu anderen Sportarten hat der Tenniszirkus früh seinen Alltag gestoppt. Inzwischen haben die Spielervereinigungen ATP und WTA gemeinsam eine Turnierpause bis zum 7. Juni beschlossen. Die Weltranglisten werden während der Dauer des Unterbruchs eingefroren, was dem verletzten Federer sportlich zugute kommt.

Vierzig Prozent seiner Punkte (2680 von 6630) hätte er durch seine unfreiwillige Pause verloren. Auch ein Fall aus den Top 10 wäre für die aktuelle Weltnummer 4 möglich gewesen. Falls die Tour tatsächlich Anfang Juni wieder aufgenommen wird, könnte Federer bereits wieder auf dem Platz stehen. Seine Rückkehr ist – zumindest auf dem Papier – für die Rasensaison geplant.

Nicht ganz so glücklich dürfte Knowles mit den Organisatoren der French Open sein. Der französische Tennisverband FFT verschob das Turnier auf die zwei Wochen vom 20. September bis 4. Oktober. Als Grand-Slam-Turnier ist es aber dem ITF unterstellt. Der Alleingang sorgt für mächtig Stunk unter den Spielern und anderen Funktionären. Betroffen ist auch der von Roger Federer und seiner Managementagentur «Team8» ins Leben gerufene Laver Cup, der nun im Herbst mit den French Open interferiert. In einem ersten Statement wollten die Organisatoren des Laver Cup 2020 nicht einknicken und den Event wie geplant durchführen.



Dass die Pandemie kein Spass ist, merken auch die Spieler. Bernard Tomic hat sich in Selbstquarantäne begeben und könnte der erste offizielle Fall im Tenniszirkus sein. Er habe alle Symptone so der Australier, dessen Testresultat noch aussteht.  

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