«Fortnite» bringt Android-Nutzer in heikle Situation

dj

13.8.2018

Fortnite ist endlich auch auf Android-Handys gelandet. Doch ein «epischer Sieg» ist das für Android gar nicht – im Gegenteil.
Epic Games

Spiel-Hit Fortnite ist nun auch auf Android-Smartphones verfügbar. Doch Aufgepasst bei der Installation: Mit einer umstrittenen Entscheidung gefährdet Hersteller Epic Games die Sicherheit der Android-Nutzer.

++ Update am 14.8. ++: Wir haben «Fortnite» bereits heruntergeladen und zeigen in unserem Installations-Guide, wie Nutzer von Android-Handys das Spiel sicher auf ihrem Smartphone installieren können. ++

Nach PlayStation 4, Xbox One, Nintendo Switch, Windows, macOS und iOS fehlte Spiele-Sensation Fortnite eigentlich nur noch eine Plattform um wirklich überall vertreten zu sein: Android. Und auch dort kann nun auf den «epischen Sieg» hoffen.

Im Rahmen des Samsung-Unpacked-Events in New York hat Hersteller Epic Games die Verfügbarkeit seines Spiels zunächst für aktuelle Smartphones der Koreaner bekannt gegeben. Inzwischen können sich aber aller Besitzer eines kompatiblen Android-Handys für die Beta-Phase anmelden. Dabei gibt es allerdings einiges zu beachten.

Warten ist angesagt

Zum einen landen Besitzer eines Nicht-Samsung-Geräts zunächst auf einer Warteliste. Wie lange sie dort verbleiben müssen, ist derzeit noch unklar. Der Spielspass kann jedenfalls nicht wie auf den anderen Plattformen sofort beginnen.

Man bekommt allerdings unmittelbar per E-Mail einen Link zu einer Seite, auf der man Fortnite schon mal vorab installieren kann. Und damit sind wir beim zweiten Problem: Fortnite gibt es nicht im Google Play Store, stattdessen muss man nach dem Herunterladen in den Android-Einstellungen die App-Installation aus unbekannten Quellen gestatten.

Will man Fortnite auf Android installieren, müssen erstmal ein paar Sicherheitsfunktionen ausser Kraft gesetzt werden.
dj

Epic will mehr Geld — und gefährdet damit Nutzer

Der einzige Grund dafür ist, dass Epic Games nichts von seinen massiven Fortnite-Einnahmen an Google, das in der Regel 30% des Umsatzes einer App mitnimmt, weitergeben möchte. Diese Profitgier, das muss klar gesagt werden, sorgt dafür, dass der Komfort und vor allem die Sicherheit der Spieler leidet. Fortnite erinnert zwar die Nutzer nach der Installation, die Installations-Privilegen wieder zu deaktivieren aber selbst in dem extrem unwahrscheinlichen Fall, dass dem alle Spieler nachkommen, könnte es sich hier um einen Dammbruch bei der Android-Sicherheit handeln.

Denn ist Epic Games mit dieser Art des Vertriebs seiner App erfolgreich, wird dies zweifellos Nachahmer finden. Nutzer werden so konditioniert, dass das Zulassen der Installation von Apps aus unbekannten Quellen nichts ungewöhnliches ist. Dies wird es Malware-Anbietern erleichtern, ihre Apps nichtsahnenden Nutzern unterzujubeln.

Weitere Einschränkungen

Messen kann man sich auf der mobilen Fortnite-Version nur mit Spielern, die ebenfalls Android oder iOS nutzen; das so genannte «Crossplay» gegen Fortnite-Gamer auf Computer und Konsolen ist nicht möglich. Aufgrund der langsameren Reaktionszeit auf Smartphones wären Android-Nutzer aber hier wohl eh nur Kanonenfutter.

Wohl aus Fairness-Gründen wird auch die Nutzung von externen Controllern, Maus und Tastatur verboten. Wer damit erwischt wird, fliegt raus. Die Steuerung ist auschliesslich über den Touchscreen möglich.

Das neue Samsung Galaxy S9 in Bildern.

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