«Die Alpenreise»: Michael Weinmann stiehlt «Berggeis» Dahinden die Show

von Lukas Rüttimann

25.7.2018

Zwar bleibt er im Gegensatz zu seiner Kollegin Sabine Dahinden meist am Boden. Dennoch ist Michael Weinmann der bisherige Gewinner der «Alpenreise».

Wenn die Fernsehnation an «Schweiz aktuell» denkt, kommt ihr Sabine Dahinden in den Sinn. Nicht erst seit ihrem emotionalen Video-Appell im Vorfeld der «No Billag»-Initiative gilt die Urnerin als SRF-Frau, die sich mit Leib und Seele für ihren Job einsetzt.

Wenig überraschend stand die Moderatorin auch im Vorfeld des neuen Sommerprojekts von «Schweiz aktuell» im Scheinwerferlicht. Die «Alpenreise», begibt sich auf Spurensuche der ersten Schweizer Pauschaltouristen aus dem Jahr 1863 – selbstverständlich mit Sendungs-Aushängeschild Sabine Dahinden als Zugpferd (lesen Sie hier auch das «Bluewin»-Interview).

Allerdings nicht allein: Auch Michael Weinmann ist mit von der Partie. Wobei man sich von dessen Moderationen aus dem Tal weniger versprach als von der anspruchsvollen Bergtour, die Dahinden mit drei Zuschauern und zwei Bergführern in Angriff nahm (mehr darüber lesen Sie hier).

Kritische Fragen im Tal

Wie man sich doch täuschen kann. Nach der ersten Hälfte der noch bis Ende Monat dauernden Serie darf man sagen: Hobbypilot Weinmann – der Zürcher besitzt die Pilotenlizenz – ist bislang der Überflieger der «Alpenreise». Mit seinen munteren Moderationen gehört der 37-jährige eindeutig zu den Gewinnern des SRF-Projekts.

Egal, ob er mit einem Historiker in Chamonix oder mit einem Weinbauern im Wallis spricht – stets versteht es der Moderator, nicht nur Allgemeinplätze abzuholen, sondern auch kritisch zu hinterfragen. Etwa im kriselnden Kurort Leukerbad VS, wo Weinmann wissen wollte, ob die Ferienwohnungen denn noch heutigem Standard entsprechen würden.

Auch in Fruttigen BE zog der immer topmotiviert wirkende Weinmann das Publikum in seinen Bann. Seine Ausführungen zum Tagebuch von Jemima Morrell, die ihre Erfahrungen für den britischen Reiseveranstalter Thomas Cook festhielt, waren erneut spannend. Das Gespräch mit Theo Lauber dagegen fast schon sinnbildlich: Hoch über dem Tal sinnierte er über die Herausforderungen beim Hängebrückenbauen.

Sabine Dahinden

Eine Berggeis im Team

Seiner Moderationskollegin Dahinden hat Weinmann bislang jedenfalls fast ein wenig die Show gestohlen. Allerdings mit gutem Grund: Die Urnerin, die sich im Vorfeld der Sendung als echte «Berggeiss» bezeichnet hat, stellt sich in dieser Sommerserie für einmal voll und ganz in den Dienst der Sendung. Respektive – den Dienst der Seilschaft.

Denn weil die Tour über imposante Gletscher, schroffe Felswände und atemberaubende Gipfel durchaus anspruchsvoll ist, steht die Selbstinszenierung für einmal an zweiter Stelle. Viel wichtiger ist es, heil und harmonisch mit der Gruppe am Ziel anzukommen.

Dahinden am Anschlag

Eine «echte Herausforderung» sei das, schnaufte Dahinden denn auch am Ende ihrer ersten Woche ins Mikrofon. Und es sollte für sie noch schlimmer kommen: Diese Woche musste die SRF-Frau bei der Hochtour auf die «Wyssi Frou» von Kandersteg BE zur Blümlisalphütte ihre Überforderung eingestehen. Im dichten Nebel fiel Dahinden immer weiter zurück, Bergführer Peter Kimmig musste ihr gar den Rucksack abnehmen.

Es wurde deshalb entschieden, den Risikoaufstieg zur «Wyssen Frou» bleiben zu lassen. Da durfte dann auch die sichtbar erleichterte Sabine Dahinden wieder so richtig strahlen – während sich Michael Weinmann auf der Hängebrücke in luftiger Höhe locker und charmant von den «Schweiz aktuell»-Zuschauern verabschieden konnte.

Das «Schweiz aktuell»-Sommerprojekt «Die Alpenreise» läuft noch bis am  Freitag, 3. August, jeweils um 19 Uhr auf SRF 1. Mit Swisscom TV Replay können Sie die Sendungen bis zu sieben Tage nach der Ausstrahlung anschauen.

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