«DSDS-Finale»: Crazy Geheimbotschaften?

Von Gion Mathias Cavelty

5.4.2020 - 14:00

«Wer nutzt ‹Deutschland sucht den Superstar› für was genau aus?», fragt sich TV-Experte Gion Mathias Cavelty nägelkauend.

Wer der grosse Sieger der 17. Staffel von «DSDS» ist? Xavier Naidoo, zweifellos. In den letzten Folgen war er als Juror gar nicht mehr dabei, trotzdem lag sein Schatten bis zum gestrigen Finale über der ganzen Sendung.

Wir erinnern uns: Naidoo wurde von RTL gefeuert, weil im Internet von ihm fabrizierte Videos mit unsäglichen Verschwörungstheorien aufgetaucht waren. Eine der harmloseren lautete, dass hinter der Klimaschutzbewegung «Fridays for Future» der Teufel persönlich stecke, weil F der sechste Buchstabe des Alphabets ist und drei Fs folglich für 666 stünden – die Zahl des Tiers aus der Apokalypse.



Vor wenigen Tagen hat er sich in sozialen Medien erneut zu Wort gemeldet, dieses Mal mit Gefasel über Anti-Aging-Produkte für die «Elite der Menschheit», bestehend aus ... nein, das will niemand wissen.

Seine Auftritte als Juror bei «DSDS» deklarierte Naidoo als geplante «PR-Aktion» für sein neues, «patriotisches» Album; er sei halt ein «Vollprofi», der sich «die Reichweite von RTL» zunutze gemacht habe.

Silbereisen mysteriös

Tja. Und so sass ich dann gestern Abend vor dem Fernseher und konnte mich ab dem ganzen Geträller gar nicht so richtig freuen, denn Naidoo hatte alles verdorben.

Als ich das Gesicht von Dieter Bohlen sah, fragte ich mich: Hat er so glatte, knuffige Bäckchen, weil er sich vor der Sendung mit Anti-Aging-Salbe aus ... Hilfe!

Und Florian Silbereisen (der Naidoo als Juror ersetzt hatte) – steckten seine Beurteilungen der einzelnen Performances nicht voller unterschwelligen Botschaften? Was hatte zum Beispiel folgendes, an Kandidatin Paulina adressiertes (und vom Smartphone abgelesenes – siehe Beweisfoto in der obigen Bildstrecke) Statement TATSÄCHLICH zu bedeuten: «Schlager ist einfach nicht so einfach, wie alle denken»?

Sollte das bloss heissen, dass Schlager einfach nicht so einfach ist, wie alle denken? Oder sollte es ETWAS GANZ ANDERES heissen? Was sollte die (auf den ersten Blick unfassbar doofe) rote «Glücks-Unterhose», die Silbereisen in der zweiten Liveshow auf die Bühne geworfen hatte, WIRKLICH symbolisieren? Wollte auch Florian Silbereisen DSDS für sinistre Zwecke ausnutzen? Wollte er womöglich Werbung für seine am 5. Juni erscheinende CD mit dem Titel ... nein, ich wage es gar nicht zu denken!

Viel zu viel «Oh-oh-oh-oh-oh-oh»

Der Höhepunkt der Show: der Finalsong, natürlich komponiert von Dieter Bohlen. Die Komposition trug den Titel «Eine Nacht» und wurde nacheinander vorgetragen von den zwei verbliebenen Kandidaten Chiara D'Amico (18, Schülerin aus Frankfurt) und Ramon Roselly (26, geborener Ramon Kaselowsky, Gebäudereiniger aus Zschernitz in Sachsen) – Paulina Wagner und Joshua Tappe waren in den Runden davor ausgeschieden.

Ich habe mir das Lied ganz genau angehört. Aufgepasst! Neun Mal kommt darin «Oh-oh-oh-oh» vor und drei Mal «Oh-oh-oh-oh-oh-oh» (siehe Beweisfoto in der Bildstrecke). Also «Oh-oh-oh-oh-oh-oh»/«Oh-oh-oh-oh-oh-oh»/«Oh-oh-oh-oh-oh-oh». Das sind drei Mal sechs «ohs». Drei Mal sechs = 3 x 6 = 666. Oha.

«Und auf einmal merk' ich / Alles macht jetzt Sinn» – mit diesen Worten endet «Eine Nacht».

Alles macht jetzt Sinn. (Also, für mich nicht wirklich.)

(PS: Gewonnen hat das Finale von DSDS übrigens – wenig überraschend – Ramon Roselly, aber interessiert das WIRKLICH jemanden?)

Auf dem offiziellen Siegerbild freut sich Ramon Roselly ordnungsgemäss über seinen Triumph bei «DSDS 2020».
Stefan Gregorowius/dpa

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