Entzündete Augen – bei manchen Menschen ein Alarmzeichen

dpa

19.5.2020 - 00:00

Nicht reiben! Das gilt bei einer Bindehautentzündung vor allem für Menschen mit Neurodermitis. 
Source: Christin Klose, dpa

Wenn die Augen jucken, rot sind und tränen, besteht grundsätzlich kein Grund zur Sorge. Menschen mit Neurodermitis sollten diese Symptome aber unbedingt ernst nehmen und sich augenärztlich beraten lassen. 

Neurodermititker sollten eine Bindehautentzündung nicht auf die leichte Schulter nehmen und umgehend einen Augenarzt aufsuchen. Denn bei ihnen besteht ein erhöhtes Risiko für Komplikationen. Betroffen sind auch viele Kleinkinder, erklärt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG).

Unbehandelt kann die Krankheit die Hornhaut und damit letztlich das Sehvermögen schädigen. Wichtig ist, erste Anzeichen der sogenannten atopischen Keratokonjunktivitis (AKK) zu erkennen.

Zunächst äussert sie sich wie eine normale Bindehautentzündung: Die Augen sind gerötet, jucken und tränen, die Lider sind geschwollen und man hat ein Fremdkörpergefühl im Auge.

Heuschnupfen als Trigger

Bei einer AKK sind die Symptome aber meist sehr heftig und die Lidkante ist oft verdickt, das untere Augenlid schuppt sich oder ist faltig. Trotz Pflege bessert sich der Zustand nicht. Pollen können die Krankheit verstärken oder sogar auslösen.



Reiben sich vor allem Kinder durch das Jucken viel die Augen, erhöht sich die Gefahr, dass die Hornhaut geschädigt wird. Bei schweren Verläufen können Geschwüre entstehen oder Blutgefässe einwachsen. Schlimmstenfalls wird die Hornhaut so getrübt, dass der Betroffene erblindet.

Der Augenarzt untersucht, um was für eine Art Bindehautentzündung es sich handelt. Bei einer AKK muss der Lidrand täglich vorsichtig mit feuchten Wattepads oder -stäbchen gereinigt werden, danach wird eine Wärmemaske aufgelegt.

Gele oder Tränenersatzmittel helfen gegen Trockenheit und Juckreiz. Auch Augentropfen kann der Arzt verschreiben. Kontaktlinsen sollten während einer Bindehautentzündung generell nicht getragen werden.

Die Coronavirus-Krise: Eine Chronologie

Zurück zur Startseite