Internationaler Tag des Kaffees: Interessantes von Arabica bis Zichorie

1.10.2018 - 08:12, Kerstin Degen

Kaffee ist nicht nur ein Muntermacher am Morgen, der Cappuccino, die Schale oder der Espresso sind für viele eine Gelegenheit, sich für einen Moment eine Auszeit zu nehmen.
Bild: iStock

Die Schweiz ist ein Land der Kaffeetrinker, mit rund 7,7 Kilogramm Rohkaffee pro Kopf landen wir in der internationalen Statistik auf dem 5. Platz. Woran das liegen könnte, und weitere interessante Fakten liefern wir Ihnen pünktlich zum Internationalen Tag des Kaffees am 1. Oktober.

A wie Arabica: Coffea Arabica wächst als Strauch oder Baum und ist die wirtschaftlich bedeutendste Kaffeepflanze. Arabica gilt als die edelste Bohne, weich im Geschmack mit einem deutlich geringeren Koffeingehalt als die Robusta-Bohne.

B wie Brasilien: Rund 29% des Kaffee-Imports der Schweiz stammen aus Brasilien. Damit ist das südamerikanische Land der bedeutendste Garant für unseren täglichen Kaffeegenuss.

C wie Café Crème:  Der Café Crème ist eine schweizerische Erfindung und bis heute das populärste Kaffeegetränk der Schweiz. Damit gemeint ist eine grosse Tasse Kaffee, die mit einer kleinen Portion flüssigem Rahm serviert wird.

D wie Durchschnittspreise: Der Durchschnittspreis für eine Tasse Café Crème liegt in der Schweiz bei 4,24 Franken. Wobei die Preise in den Städten deutlich höher liegen, als in ländlichen Regionen.

E wie Exkremente: Aus dem halbverdauten Kot des Fleckenmusangs wird der teuerste Kaffee der Welt gebraut. Kopi Luwak nennt sich die vermeintliche Delikatesse, die umgangssprachlich auch als Katzenkaffee bekannt ist und bis zu 10'000 Euro pro Kilogramm kosten kann.

F wie Frühstück: Wichtiger noch als Zopf, Gipfeli oder Birchermüesli ist den Eidgenossen ein cremiger Latte Macchiatto, eine Schale oder ein Capuccino für einen erfolgreichen Start in den Tag. 

G wie Gesundheit: Ob Kaffee gesund oder ungesund ist, bei diesem Thema scheiden sich die Geister. Wie bei allen Genussmitteln ist die Dosis entscheidend. Man kann davon ausgehen, dass 15 Tassen Kaffee pro Tag ungesund sind, 2–5 Tassen täglich hingegen können durchaus eine positive Wirkung auf den Körper haben.

Die Finnen trinken viel Kaffee - und zählen regelmässig zu den Nationen mit der zufriedensten Wohnbevölkerung. Was schliessen wir daraus? 
Bild: Getty Images

H wie Hafermilch: Milchkaffee trotz Laktoseintoleranz? Milchalternativen auf Hafer-, Mandel-, Reis- , Soja- oder Hanfbasis sind immer weiter verbreitet.

I wie Instantkaffee: Wer hat's erfunden? Eben nicht, zwar legte das Schweizer Unternehmen Nestlé im Jahr 1938 den Grundstein für die industrielle Herstellung des löslichen Kaffeepulvers. Das Patent wurde aber bereits 1881 vom Franzosen Alphonse Allais eingereicht. Noch heute ist Nescafé mit einem Markenwert von 14,8 Mrd. Franken die wertvollste Marke der Schweiz.

J wie Juustoleipä: Auch Quietschkäste nennt man den traditionellen Juustoleipä aus Finnland. Serviert wird er gerne in Würfel oder Scheiben geschnitten und mit heissem Kaffee übergossen. Nach einiger Zeit schmilzt der Käse und kann herausgelöffelt werden. Den Finnen schmeckt's.

K wie Koffein: Ein Espresso schlägt mit 133 mg Koffein pro 100 ml zu Buche. Zum Vergleich: die gleiche Menge Schwarztee enthält 20 mg Koffein, Coca-Cola noch 10 mg und ein Energy Drink rund 32 mg Koffein. Zwischen 15 und 40 Minuten dauert es, bis das Koffein im Körper wirkt.

Das Schäumchen auf dem Kaffee ist schon lange nicht mehr genug. Ein Barista, der etwas auf sich hält, verwandelt den Capuccino in ein kleines Kunstwerk.
Bild: iStock

L wie Latte Art: ... nennt man die kreative Gestaltung der Milchschaumoberfläche von Kaffeegetränken. Blümchen, Kätzchen oder ein Herz, der künstlerischen Ader des Barista sind keine Grenzen gesetzt. 

M wie Muckefuck: Als Muckefuck oder Blümchenkaffee bezeichnen unsere nördlichen Nachbarn kaffeeähnliche Getränke, die nicht aus Kaffeebohnen hergestellt werden. Hergestellt werden diese koffeinfreien Varianten aus geröstetem Roggen, Zichorienwurzeln oder Gerste (Malzkaffee).

N wie Norden: Nirgends ist der Kaffeekonsum so hoch wie in Schweden, Finnland und Norwegen. Ganze 12,2 Kilogramm pro Kopf konsumieren die Finnen. Liegt es an der Dunkelheit oder der Kälte? 

O wie Odeur: Kaffeesatz gegen Gerüche ist ein bewährtes Hausmittel, ob im Kühlschrank oder im Kleiderschrank. Ein Schälchen Kaffeesatz über Nacht soll selbst müffelnde Turnschuhe neutralisieren.

P wie pH-Wert: Der pH-Wert zeigt an, wie sauer oder alkalisch das Wasser ist. Ein optimaler pH-Wert von 7 hat einen hohen Einfluss auf den Geschmack einer frisch gebrauten Tasse Kaffee. 7 bedeutet, dass der pH-Wert des Wassers neutral ist. Ist der pH-Wert kleiner, kann der Kaffee als saurer empfunden werden.

Q wie Qualität: Kaffee ist nicht gleich Kaffee. Sorte, Herkunft, Anbau, Pflege und Ernte, Verarbeitung, sowie Röstung und Mahlung entscheiden über die Qualitätsmerkmale des fertigen Produktes.

R wie Robusta: Mit etwa 40% der Welt-Kaffee-Ernte ist Robusta nach Arabica-Kaffee die zweitwichtigste Sorte. Ihr Geschmack ist erdig bis holzig und wird vor allem für den Espresso geschätzt.

S wie Sensorik-Lizenz: An der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) lässt sich eine Sensorik-Lizenz Kaffee erwerben. Teilnehmer werden unter anderem in der sensorischen Wahrnehmung im Gaumen und in der Nase geschult, sie lernen, Kaffee objektiv zu beschreiben und zu beurteilen.

T wie Türkischer Kaffee: Der türkische Kaffee, auch Mokka genannt, ist die älteste bekannte Art der Kaffeezubereitung. Wichtig ist dabei, dass das Kaffeepulver hauchfein gemahlen ist. Gebrüht wird er traditionell in einer Kupfer- oder Messingkanne, die Ibrik genannt wird. Ein gut zubereiteter Türkischer Kaffee zeichnet sich durch seinen dicken Kaffeeschaum, seine homogene Konsistenz und das Fehlen von Kaffeepartikeln aus.

U wie Umweltschutz: In Zeiten von Vollautomaten, Coffee-to-go, Aluminiumkapseln, Dünger und Pestiziden macht es Sinn, sich einmal Gedanken über die Ökobilanz seines persönlichen Kaffeekonsums zu machen. Eine Kanne nachhaltigen Fairtrade-Kaffees, nach der Filtermethode produziert, könnte eine mögliche Alternative darstellen. 

V wie Veredelung: Als Veredelung bezeichnet man bei Kaffee alle Verarbeitungsschritte von der Ernte bis zum fertigen Produkt. Entscheidend für die Qualität ist beispielsweise ob von Hand oder maschinell geerntet wird oder wie lange die Kaffeebohnen geröstet werden.

W wie Wundermittel: Ein Espresso mit einem Schuss Zitrone soll die heftigsten Kopfschmerzen vertreiben. Probieren Sie's aus!

X wie XXL: Tall, Grande, Venti - regelmässige Besucher einer bekannten amerikanischen Kaffeehauskette kennen diese Begriffe. Sie beschreiben die Tassen- resp. Bechergrösse unseres georderten Lieblingsgetränks. Bei uns eher unbekannt ist hingegen der Trenta. «The bigger, the better» so die weit verbreitete Annahme in den USA, und deshalb kann man hier seinen Iced Coffee oder Cold Brew in der Grösse XXL bestellen, ganze 890 ml fasst ein Trenta, eine Portion, die bei uns nur im Kaffeekännchen auf den Tisch kommt.

Y wie Yauco Selecto: Der Yauco Selecto-Kaffee wird im Hochland von Puerto Rico angebaut und gehört zu den teuersten Kaffeesorten der Welt. Über 200 Euro kostet ein Kilo bester Qualität. Der Yauco Selecto hat eine feine Säure und schmeckt weich und würzig.

Z wie Zichorie: Die Zichorie stammt aus der Gattung der Korbblütler, das hübsche blaue Blümchen säumt viele Wegränder in Europa und Afrika. Die Zichorienwurzel wird seit 1690 zur Herstellung von Kaffeeersatz verwendet und dient noch heute als koffeinfreie Alternative.


Buchtipp: «Barista-Know-how», 192 Seiten, Riva Verlag, ISBN 978-3-7423-0741-5, ca. 24 Fr.

Geschmack, Koffein und Kalorien: Das steckt wirklich in Frappuccino und Co.
Zurück zur Startseite

Weitere Artikel