Dechen Shak-Dagsay: «Wir sehen immer noch weniger Freunde als sonst»

Von Bruno Bötschi

7.11.2021

«Ich würde befehlen, dass ab sofort niemand mehr jemanden etwas befehlen darf»: Dechen Shak-Dagsay.
Bild: Markus Vögeli

Welchen Gegenstand brauchen Sie am Wochenende am meisten? Was steht jeden Samstag auf Ihrem Einkaufszettel? Heute stellen wir unsere Fragen Sängerin Dechen Shak-Dagsay.

Von Bruno Bötschi

7.11.2021

Jeden Sonntag stellt blue News einem Menschen aus Kultur, Sport, Wirtschaft und Politik 22 Fragen, um zu erfahren, was sie oder er am Wochenende tut oder lässt – und was der schönste Moment in den vergangenen sieben Tagen war.

Heutiger Gast ist Sängerin Dechen Shak-Dagsay.

Seit sie für den «Little Buddha», ein Film von Bernardo Bertolucci aus dem Jahr 1993, ein Lied gesungen hat und vom Dalai Lama gesegnet wurde, bezaubert die schweizerisch-tibetische Sängerin, die seit ihrer Kindheit in der Schweiz lebt, Millionen mit der Kraft ihrer Klänge. Dieser Tage ist ihr neues Album «Emaho – The Story Of Arya Tara» erschienen.

1. Dechen Shak-Dagsay, was bedeutet Wochenende für Sie – in einem Wort?

Familienzeit.

2. Was war der schönste Moment in den vergangenen Wochen?

Mein neues Doppel-Album «Emaho – The Story Of Arya Tara» ist dieser Tage erschienen. Es ist traumhaft schön geworden. Ich freue mich auf die Reaktionen des Publikums.

3. Wenn Sie Macht hätten, zu befehlen, was Ihnen heute richtig scheint, würden Sie es befehlen gegen den Widerspruch der Mehrheit?

Ich würde befehlen, dass ab sofort niemand mehr jemanden etwas befehlen darf.

4. Was steht jeden Samstag auf Ihrem Einkaufszettel?

Feiner Zopf für das Sonntagsfrühstück.

5. Bei welcher Modedesignerin, bei welchem Modedesigner lassen Sie Ihr Geld?

Das letzte Mal vor vier Jahren bei Andrea Hinnen in Zürich für ein wunderschönes Kleid, das ich vermutlich die nächsten zehn Jahre noch tragen kann, weil es zeitlos ist und perfekt sitzt.



6. Mit wem würden Sie gern einmal zu Abend essen? Die Person darf auch bereits tot sein.

Mit dem 6. Dalai Lama, der im 17. Jahrhundert in Tibet gelebt hat. Seine Liebesgedichte werden heute noch von den Tibetern, aber auch von vielen Chinesen gelesen. Er war ein höchst verwirklichter Mensch. Er liebte es ab und zu von seinem Potala Palast in Lhasa hinunter in die Stadt zu gehen und guten Reiswein und die Gesellschaft schöner Frauen zu geniessen. Ich habe ihm das Lied «I won’t go far» auf meinem letzten Album «Day Tomorrow» gewidmet.

7. Wer ist der beste James-Bond-Darsteller? Und warum?

Pierce Brosnan. Er hat nicht nur super gespielt, sondern scheint auch ein feiner Mensch zu sein.

8. Welche TV-Serie schauen Sie gerade?

Im Moment leider keine, da kaum Zeit vorhanden. Wegen den Abgabeterminen für mein neues Album und mein Buch «Mantras», das in einer überarbeiteten Version im Dezember beim Cameo Verlag erscheint, war ich in letzter Zeit zu beschäftigt.

9. Welches Konzert haben Sie zuletzt besucht?

Ein Konzert von der Band Mirabai Ceiba.

10. Bei welchem Song lassen Sie sofort alles stehen und liegen und stürmen die Tanzfläche?

«Ob-La-Di, Ob-La-Da» von Beatles. Ja, ich bin ein Beatles-Kind.

Dechen Shak-Dagsay ist eine schweizerisch-tibetische Sängerin, die seit ihrer Kindheit in der Schweiz lebt und mit ihrer Musik die buddhistische Weisheitslehre ihrer Kultur vermittelt.
Bild: Markus Vögeli

11. Wie lange bleiben Sie am Sonntag im Bett, nachdem Sie aufgewacht sind?

Vielleicht zehn Minuten oder so lange es Spass macht.

12. Frühstück im Bett – ja oder nein?

Ab und zu sehr gerne, aber nur wenn ich bedient werde … :)

13. Wann sind Sie zuletzt in ein Gotteshaus gegangen?

Vor einigen Monaten im Klösterlichen Tibet-Institut in Rikon ZH. Ich bin sehr verbunden mit den dortigen Mönchen.

14. Welchen Gegenstand brauchen Sie am Wochenende am meisten?

Kuchenblech.

15. Gibt es ein Ritual, das Sie jeden Sonntag pflegen?

Ich backe eine Wähe oder einen Kuchen oder röste einen feinen tibetischen Reis. Dazu serviere ich den berühmten tibetischen Buttertee.

16. Freiburger Fondue Moitié-Moitié oder Tessiner Risotto?

Ich liebe Freiburger Fondue Moitié-Moitié über alles.



17. Das beste Fortbewegungsmittel, das Sie je besessen haben?

Als ich 13 Jahre alt war, erhielt ich ein Minivelo und konnte dann auch wie die anderen Schüler mit dem Velo zur Schule fahren. Das fand ich super.

18. Locarno oder Lugano?

Locarno, weil wir dort sicher das Konzert nachholen werden, das wir wegen der Corona-Pandemie absagen mussten.

19. Wenn Sie das Wort Romandie hören: Woran denken Sie?

Natürlich an die klangvolle charmante französische Sprache und dann natürlich auch an das Tibet Museum in Gruyère. Das Museum zeigt Kunstgegenstände aus dem Himalaya-Gebiet. Dabei spielt im Hintergrund meine Musik. Das bedeutet mir viel und ehrt mich.

20. Was tun Sie am Wochenende zu wenig?

Coronabedingt sehen wir immer noch weniger Freunde als sonst, was sehr schade ist.

21. Welches hartnäckige Gerücht über Sie ist schlichtweg nicht wahr?

Von Gerüchten halte ich nicht viel, und kenne auch keine über mich – zum Glück. Es gibt aber eine falsche Vorstellung, woher die Melodien meiner Musik stammen. Viele Menschen meinen, es handle sich um uralte Musikstücke meiner alten Heimat Tibet. Richtig ist, dass im Gegensatz zu den uralten Texten der Mantras, die meisten Melodien eine Symbiose von Neukompositionen von meinem Produzenten und Komponisten Helge van Dyk und mir sind. Es ist mir wichtig, dass die uralte Weisheitslehre Tibets anhand einer zeitgenössischen wunderschönen Musik zu den Menschen getragen wird.

22. Ihr Lieblingswitz?

Ich bin so schlecht im Witze erzählen. Ich höre sie lieber, wenn meine Freunde sie erzählen und ich mich krumm lachen kann.

Dechen Shak-Dagsay füllte den Fragebogen schriftlich aus.


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