Trotz Corona-Krise – die «Bluewin»-Lesenden lassen sich nicht unterkriegen

Bruno Bötschi

27.3.2020 - 13:50

Kein Clubbing während Corona? – Mit einem Balkon (eigentlich) kein Problem

Kein Clubbing während Corona? – Mit einem Balkon (eigentlich) kein Problem

Zusammen tanzen geht nicht mehr, seit der Ausbruch des Coronavirus zwei Meter Abstand zwischen Personen nötig macht. Doch mit ein wenig Kreativität lässt sich trotzdem noch feiern, wie einige Berner zeigen.

23.03.2020

Jede Krise hat auch ihr Gutes und sorgt für Kreativität. Was tun, wenn man wegen dem Coronavirus das Haus nicht mehr verlassen darf? Die «Bluewin»-Lesenden haben viele Ideen. Wir stellen sie vor.

Vor wenigen Tagen startete unsere Redaktion einen Aufruf und fragte Sie, liebe «Bluewin»-Leserinnen und -Leser: Was machen Sie daheim, wenn wegen der Corona-Krise die meisten Läden geschlossen sind und man möglichst wenig nach draussen gehen soll?

Unser Aufruf löste eine grosse Welle von Reaktionen aus, viele «Bluewin»-Lesende schickten Texte, Videos und Bilder.

Wir versprachen die besten Ideen, die erfrischendsten Videos, die überraschensten Tipps zu publizieren – und hier sind sie also:

Idee für Küche, Wohnzimmer und Garten

Simona Magaldi übermittelte per E-Mail diese Idee: «Eine Kollegin und ich haben uns folgendes Spiel überlegt: Bevor ich mit dem Kochen beginne, stelle ich alle Zutaten, die ich für mein Gericht benötige, schön ordentlich hin und mache ein Foto davon. Dieses sende ich dann meiner Kollegin und sie muss raten, was ich kochen werde.»

Der Tipp von Frau Schwendener: «Dem Grosi telefonieren und ihr täglich eine Geschichte vorlesen.»

Wer sieht das Eichhörnchen?

Wer sieht das Eichhörnchen?

Diese «Bluewin»-Leserin wohnt direkt am Waldrand und freut sich über Besuch aus dem Wald.

22.03.2020

Schön kreativ: Diese Leserin hat sich ein Osterchörbli aus Zeitungen gebastelt. Sie schreibt dazu: «Aktuell noned mit Osterinhalt, aber scho gli.»
Bild: zVg

Angelika Bauer hat einen ganzen Strauss voller Ideen: «Ich male Landschaften, schreibe Gedichte und zudem an meinem Buch weiter, welches ich vor einiger Zeit begonnen habe. Was ich auch sehr mag: Handgeschriebene Brief an Familienangehörige, Freunde und Bekannte, um die Sehnsüchte, Einsamkeit und den Verzicht auf Nähe zu bewältigen. Und ich werde wahrscheinlich die Wände in meinem Bastelatelier neu streichen.»

Und noch ein weiterer Tipp von Frau Bauer: «Bewegung und Sport ist auch in kleinen Räumen möglich. Wer keine Hanteln besitzt, der füllt zwei Plastikflaschen mit Wasser. Ich finde, wir müssen versuchen, das Beste aus dieser heiklen Situation zu machen. Resignation und Pessimismus sind fehl am Platz. Nur mit eiserner Disziplin und Toleranz ist es möglich, diesen hinterhältigen Feind Corona zu besiegen!»

Eine Familie bedankt sich beim Pflegerpersonal für dessen unermütlichen Einsatz. 
Bild: zVg
Corona und Töne

Corona und Töne

Statt Trübsal zu blasen, setzt sich Leser Dani aus Aesch BL an seinen Synthesizer und komponiert Musik.

26.03.2020

Liselotte Hecker-Keller aus Ernetschiwil schreibt: «Meine Nachbarn – beide über 80 –, und ich (69) treffen uns bei schönen Wetter auf unseren Balkonen und tauschen uns aus. Reden darüber wie es uns geht, was wir so gemacht haben. Für mich ist das wichtig und wunderschön. Mein Mann ist Deutscher und weilt zurzeit in Augsburg. Ich bin Schweizerin und bin deshalb in der Schweiz geblieben. Es ist eine schwierige Situation. Ich habe keine Ahnung, wann wir uns wieder sehen können.»

Anonym wurde dieser Tipp übermittelt: «Wir richten unsere neue Wohnung ein und spielen regelmässig Monopoly, Eile mit Weile und Scrabble zusammen.»

Ebenfalls anonym wurde folgender Beitrag per E-Mail geschickt: «Ich empfehle, die Bibel zu lesen und sich einmal Gedanken über unser Leben zu machen.»

Hilfsbereit: Dieser Lehrling geht in der Freizeit für Menschen einkaufen, die nicht mehr mobil sind –  oder weil sie zur Risikogruppe gehören und ihre Wohnung nicht mehr verlassen dürfen.
Bild: zVg
Das Schwemmholz-Karussell

Das Schwemmholz-Karussell

Tanz der Emmenmonster: Leser Klimpis hat sich ein Karussell aus Schwemmholz gebaut.

26.03.2020

Auch «Bluewin»-Leserin Greta Dsouza aus Unterseen BE hat keine Lust auf Trübsal blasen. Sie schreibt: «Ich nutze die Zeit für kreative Fotoshootings im Garten.»
Bild: zVg

Margrit Klauz aus dem aargauischen Dottikon hat folgenden Tipp: «An alle Familien, die zurzeit schlauerweise auf Spielplatz und Picknick im Wald verzichten: Rüstet euch und eure Kinder doch mit einem Kehrichtsack aus und geht entlang eurem Spazierweg Abfall einsammeln. Aber unbedingt vorher Petflasche mit Seifenwasser abfüllen, damit ihr unterwegs die Hände waschen könnt.

Würde mich freuen, wenn meine Idee irgendwo umgesetzt wird, in den nächsten Tag und Wochen. Ich bin 62, also noch nicht Risikogruppe, aber ich halte mich trotzdem strikt an die angeordneten Massnahmen des Bundesrates. Habe deshalb auch meine Putzfrau beurlaubt und putze selber. Die Raumpflegerin erhält ihren Lohn aber trotzdem von mir, denn sie ist darauf angewiesen.»

Den Garten auf Vordermann bringen

Den Garten auf Vordermann bringen

Ein Tipp für alle Gartenbesitzer: Was gibt es Schöneres als einen gesunden und kräftigen grünen Rasen, eine blitzblanke Terrasse und perfekte Gartenmöbel, die den Nachbarn vor Neid erblassen lassen.

26.03.2020

Klein, aber oho: Leser Hosp aus Wilen bei Wil hat ein neues Hobby gefunden. Er baut sich ein Haus.
Bild: zVg
Weil Leserin M.K. nicht mehr in die Handarbeitsgruppe im Altersheim gehen kann, strickt sie jetzt halt allein daheim. Sie schreibt, dass sie jeweils gleichzeitig drei bis vier verschiedene Teile produziert, damit es ihr nie langweilig wird.
Bild: zVg

Und zum Schluss noch eine Aufmunterung, übermittelt von Laszlo Molnar aus dem Sihltal: «Meine lieben Mitmenschen – kein Grund zum Verzagen! Wie sagte doch Erich Kästner: ‹Sei traurig, wenn du traurig bist, und steh nicht stets vor deiner Seele Posten! Den Kopf, der dir ans Herz gewachsen ist, wird's schon nicht kosten.›

Es ist medizinisch bewiesen: Eine positive Lebenseinstellung stärkt das Immunsystem. Ich bin 77 Jahre alt und habe kürzlich, nach 31 Jahren Partnerschaft, meine Frau verloren. Und dennoch, oft mit einem ‹Gingg is Füdli›, freue ich mich auf jeden Tag, auf das Gezwitscher der Vögel, auf den wärmenden Sonnenschein, auf meine tiefsinnigen Bücher, auf meinen selbstauferlegten, strukturierten Tagesablauf.

Wie haben es doch unsere Vorvorderen formuliert? Stultitiam mundi deridens, propriam que sustinens, vitam ducit quieras (auf Deutsch: Die Torheit der Welt auslachen, die eigene erdulden, das Leben steuert die Ausgeglichenheit).

Ach, meine lieben Mitmenschen, macht euch keine grossen Sorgen: Es kommt, wie es eingerichtet ist. Und noch ein Buchtipp von mir: Das letzte Ufer.»

Schon gewusst? Weitere schöne Beiträge von unseren Leserinnen und Lesern aus der Bluewin Foto Challenge finden Sie hier.

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