Fünf Tipps für umweltschonende Winterferien

Res Witschi

20.12.2019 - 14:49

Umweltverträgliche Winterferien sind nicht selbstverständlich, aber möglich. Das Bewusstsein und die Nachfrage steigen – und mit Ihnen das Angebot.

Dass Wintertourismus die Umwelt vor Probleme stellt, ist kein Geheimnis. Berge, die im Sommer ungenutzt bleiben, werden im Winter planiert, beschneit und befahren.

Blechlawinen stehen stundenlang im Stau, Schneekanonen fressen Unmengen an Strom und grosse Teile der Berglandschaft werden kontinuierlich verbaut, um Winterwanderer und Skifahrer glücklich zu machen.

Das können Sie tun, um Ihren ökologisch nachhaltigen Lebensstil auch in den Winterferien beizubehalten:

1. Das Skigebiet

Als Kunde ist es gar nicht so schwierig, die nachhaltigen Angebote von den anderen zu unterscheiden. Wintersportorte, die ständig expandieren und mit 250 Pistenkilometern werben, sind kaum ökologisch nachhaltig unterwegs. Was bringen einem hunderte Kilometer Piste, wenn man am Ende des Tages vielleicht 20 Kilometer benötigt?

Orte wie Arosa, Les Diablerets, Disentis und Interlaken fördern den sanften Winterurlaub. Diese vier sind in die sogenannten Alpine Pearls aufgenommen worden: Feriensorte, die sanften Tourismus fördern.

Oftmals sind es Orte, die nicht unbedingt für Wintersport bekannt sind, die eine ökologische Form des Tourismus anbieten. Um zu erkennen, ob ein Wintersportort autofrei oder sonst umweltfreundlich ist, gibt es Labels, auf die man achten kann. Das Label etwa GaST kennzeichnet die Mitglieder der «Gemeinschaft autofreier Schweizer Tourismusorte».

2. Die Unterkunft

Viele Wintersportfans erkundigen sich bereits detailliert über Anreisemöglichkeiten und Nachhaltigkeitsbestrebungen des Hotels. Der Druck auf uneinsichtige Anbieter steigt stetig. Gebiete, die sich sowieso um Nachhaltigkeit, Ökologie und Klimaschutz bemühen, schreiben sich diese Begriffe gross auf die Fahne. Sie weisen ihr Engagement selbstverständlich aus und tun sich in Gemeinschaften und Verbänden zusammen.

Im Kanton Graubünden beispielsweise sind umweltfreundliche Unterkünfte mit dem Label Ibex Fairstay versehen. Das EU Ecolabel zeichnet europaweit anerkannte ökologisch denkende und handelnde Betriebe aus der Hotellerie und Parahotellerie aus.

3. Die Anreise

Den grössten Posten der Umweltbelastung machen nicht etwa Skilifte oder die umstrittenen Schneekanonen aus. Der hauptsächliche Umweltsünder ist das Privatauto. Wer 300 Kilometer mit dem Auto zurücklegt, produziert rund 45 Kilogramm CO2.

Die gleiche Strecke mit dem Zug bringt im Vergleich nur etwa 12 Kilogramm CO2 mit sich. Würden die gut 15 Millionen Wintertouristen alle mit dem Zug statt mit dem Auto anreisen, kann man sich ausrechnen, was das für die Umwelt bedeutete.

4. Die Macht des Kunden nutzen

Wie in vielen anderen Bereichen steuert auch beim Wintersport die Nachfrage das Angebot. Entscheiden Sie sich also bewusst für ein nachhaltiges Angebot und erzählen Sie Ihren Freunden davon. Der Kunde verlangt, der Anbieter passt sich allmählich an.

Nebst Bio-Hotels und autofreien Dörfern können die Skilift-, Bahn- und Pistenbetreiber selbst viel für eine ökologische Bewirtschaftung tun. Skilifte und Schneekanonen benötigen Unmengen an Energie. Aber es geht auch anders.

So seien hier als Beispiele der Skilift Tenna genannt, der zu 100 Prozent mit eigenem Solarstrom angetrieben wird. Oder die Schneeerzeuger der Firma Bächler aus Emmenbrücke. Ist der richtige Druck vorhanden, brauchen sie überhaupt keinen Strom mehr.

5. Die Abwesenheit zu Hause clever nutzen

Ein Teil der Energie, die während der Skiferien beim Wintersport verbraucht wird, kann mit den richtigen Vorkehrungen zu Hause kompensiert werden. Auch bei Kurzaufenthalten gilt: Heizung runterdrehen und alle elektronischen Geräte ausschalten. Der Standby-Modus ist ein heimtückischer Stromfresser.

Die Swisscom Home App kann Sie beim Handling Ihrer elektronischen Geräte unterstützen. So lässt sich etwa der Standby-Modus verschiedener Geräte per Knopfdruck ausschalten und bei Abwesenheiten können Sie Anrufe auf Ihr Festnetz einfach aufs Handy umleiten.

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Res Witschi ist Leiter Corporate Responsibility bei Swisscom und Experte für Energie- und Umweltmanagement
Bild: Swisscom
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