Grenzkontrollen an allen Schweizer Landesgrenzen ab Mitternacht – Italien: 2'000 Mediziner infiziert

Agenturen/red

16.3.2020 - 20:30

Der Bundesrat hat den Notstand für die Schweiz erklärt. Ab Mitternacht müssen alle Geschäfte und Lokale geschlossen werden — Lebensmittelläden und Gesundheitseinrichtungen bleiben offen. An allen Schweizer Landesgrenzen wird ab Mitternacht wieder kontrolliert.

Die Ereignisse der letzten Stunden in Kürze

  • Die Europäische Union wird nach Angaben von Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron ab Dienstagmittag ihre gesamten Aussengrenzen schliessen.
  • Der Bundesrat hat den Notstand für die Schweiz erklärt. Ab Mitternacht müssen alle Geschäfte und Lokale geschlossen werden. Ab Mitternacht sind öffentliche und private Veranstaltungen verboten. An allen Schweizer Landesgrenzen wird wegen des Coronavirus ab Mitternacht wieder kontrolliert.
  • Acht Kantone haben das öffentliche Leben inzwischen stark eingeschränkt. In Waadt, Genf, Graubünden, Neuenburg, Jura, Basel-Landschaft, Tessin und Wallis dürfen nur noch essenzielle Geschäfte öffnen. 
  • In der Schweiz steigt die Zahl der infizierten Fälle rasant. In Basel-Stadt gab es drei neue Todesfälle, in Zürich den ersten. Auch der Kanton Bern verzeichnet den ersten Todesfall.
  • Wer anderen helfen will, kann sich die App «Five up» des Roten Kreuzes herunterladen oder sie im Netz organisieren.

22.10 Uhr: Wir beenden unsere Ticker-Berichterstattung

22 Uhr: Ferien mit Hotelplan Suisse nach wie vor möglich

Hotelplan Suisse hat sich trotz des heutigen Bundesratsentscheids entschieden, das Reiseprogramm nicht auszusetzen. Reisen in Länder, die noch keine Einreisesperre für Schweizer erteilt haben, sind demnach bis auf Weiteres möglich.

21.45 Uhr: Trump ruft Amerikaner zum Verzicht auf Reisen auf

US-Präsident Donald Trump ruft alle Amerikaner dazu auf, im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus in den kommenden 15 Tagen auf nicht notwendige Reisen zu verzichten.

Als Teil der neuen verschärften Richtlinien fordere er ausserdem dazu auf, auf Besuche von Bars und Restaurants zu verzichten und Ansammlungen von mehr als zehn Menschen zu vermeiden, sagte Trump am Montag bei einer Pressekonferenz im Weissen Haus. Wo immer es möglich sei, sollten Kinder zu Hause unterrichtet werden.



21.30 Uhr: Aktien New York: Wieder Panikreaktionen — Dow verliert 13 Prozent

Die Angst vor den Folgen der Coronavirus-Krise hat den US-Aktienmärkten am Montag die schlimmsten Verluste seit dem «schwarzen Montag» im Jahr 1987 eingebrockt. Der Dow Jones Industrial schloss mit einem Verlust von fast 3'000 Punkten oder 12,93 Prozent bei 20'188,52 Zählern. Damit endete der US-Leitindex auf dem tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Am Freitag war der Dow noch um gut neun Prozent gestiegen, hatte damit auf Wochensicht aber immer noch einen Verlust von mehr als zehn Prozent verbucht.

20.45 Uhr: Frankreich verhängt Ausgangssperre

Im Kampf gegen die Verbreitung des Coronavirus schränkt Frankreich die Bewegungsfreiheit seiner Bürger stark ein. Die Menschen dürfen ihre Häuser nur noch verlassen, um einzukaufen oder zum Arzt oder zur Arbeit zu gehen, sagte Staatschef Emmanuel Macron am Montagabend in einer TV-Ansprache. «Wir sind im Krieg», sagte er.

20.35 Uhr: EU schliesst ihre Aussengrenzen ab Dienstagmittag

Die Europäische Union wird nach Angaben von Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron ab Dienstagmittag ihre gesamten Aussengrenzen schliessen.

Diese Massnahme solle für 30 Tage gelten, sagte der Präsident am Montagabend in einer Fernsehansprache. «Alle Reisen zwischen nicht-europäischen Ländern und der Europäischen Union werden für 30 Tage ausgesetzt.»

20 Uhr: Russland schliesst Grenzen

Russland schliesst wegen der Coronaviruskrise seine Grenzen für Ausländer. Dies gelte von diesem Mittwoch an bis zum 1. Mai, teilte Regierungschef Michail Mischustin am Montagabend in Moskau mit. Mit diesem Schritt solle die Gesundheit russischer Staatsbürger geschützt und eine Ausbreitung der Krankheit eingedämmt werden.



19.55 Uhr: St. Galler Regierung will Kindertagesstätten offen halten

Die St. Galler Regierung will die Kindertagesstätten offen halten und die Corona-Hotline ausbauen. Sie begrüsst die verschärften Massnahmen des Bundesrats.

Die Regierung will die Verordnung des Bundesrats noch genau prüfen. Sie werde aber keine zusätzlichen Verschärfungen beschliessen, heisst es in einer ersten Stellungnahme vom Montagabend.

19.15 Uhr: Brüssel will Einreisebeschränkung in die EU

Im Kampf gegen die Coronakrise hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen weit reichende Einreisebeschränkungen in die Europäische Union für zunächst 30 Tage vorgeschlagen.

Darüber habe sie die Chefs der G7-Länder am Montag in einer Videokonferenz zu den Auswirkungen der Coronavirus-Ausbreitung informiert, sagte von der Leyen.



19 Uhr: Erster Coronavirus-Todesfall im Kanton Bern

Der Kanton Bern verzeichnet den ersten Coronavirus-Todesfall. Dies gab der Berner Regierungspräsident Christoph Ammann am frühen Montagabend bekannt. Im Kanton Bern sind bis am Montag 123 Personen positiv auf den Coronavirus getestet worden, in 8 Fällen steht die Bestätigung noch aus. 5 Personen befinden sich in Intensivpflege. 

18.40 Uhr: Luzerner Kantonsspital wechselt auf Notfallbetrieb

Das Coronavirus zwingt das Luzerner Kantonsspital zum Notfallbetrieb: Nicht dringliche Eingriffe werden verschoben, die Zahl der Operationssäle reduziert, die der Intensivplätze erhöht.



18.35 Uhr: Weltweite Aktienmärkte bleiben im Bann der Coronakrise

Das Coronavirus hat die Börsen weltweit weiterhin fest im Griff: Nach den deutlichen Kursverlusten in den vergangenen Wochen, rutschten die Aktienmärkte am Montag weiter ab. Die News zu der rasanten Ausbreitung des Coronavirus, zu Geschäfts- und Grenzschliessungen oder zu dem in vielen Ländern ausgerufenen Notstand sind Gift für die Börse und schlagen die Anleger in die Flucht.

18.15 Uhr: Notbetreuung: Zentralschweizer Schüler blieben mehrheitlich daheim

Die Notbetreuungsangebote an Zentralschweizer Schulen sind am ersten Tag, an dem die Schulen in der ganzen Schweiz geschlossen blieben, von einem Ansturm verschont geblieben. Nur wenige Kinder mussten sie in Anspruch nehmen. Dies dürfte sich im Laufe der Woche ändern.



18.10 Uhr: Mehr als 2'200 Personen in der Schweiz positiv auf Coronavirus getestet

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Personen in der Schweiz nimmt weiter zu. Am Montagabend lagen dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) mehr als 2'200 positive Testresultate vor, 1'680 davon waren bestätigt. 14 Personen starben an Covid-19.

Alle Zahlen werden weiter zunehmen, wie Daniel Koch, Leiter Übertragbare Krankheiten im BAG, am Montagabend vor den Medien sagte. Betroffen seien nun alle Kantone der Schweiz und das Fürstentum Liechtenstein. «Wir brauchen mehr Massnahmen, um die Zahlen nicht weiter ins Unendliche steigen zu lassen.»

18 Uhr: Schweizer öV-Angebot wird reduziert

Die SBB schreibt in einer Mitteilung, dass Schweizer Transportunternehmen auf Anordnung von SBB und PostAuto und in Abstimmung mit dem Bundesamt für Verkehr das Angebot «vorausschauend und geordnet» schrittweise reduziert.

Mit den am Montag kommunizierten Massnahmen des Bundesrats zur Eindämmung des Coronavirus werde das gesellschaftliche Leben in der Schweiz weiter eingeschränkt. Vor diesem Hintergrund und weil mit Personalausfällen zu rechnen ist, sei eine Reduzierung angebracht.

Die Fahrplananpassung erfolgt ab Donnerstag, 19. März 2020, Schritt für Schritt und gilt bis auf Weiteres. Eine so tiefgreifende Fahrplananpassung innert weniger Tage habe es bisher noch nie gegeben. Die Grundversorgung ist gewährleistet, es wird jedoch zu Ausfällen, Verspätungen und Anschlussbrüchen kommen, so die SBB weiter. Die Transportunternehmen bitten die Reisenden, vor jeder Fahrt den Online-Fahrplan zu konsultieren.

Die Züge des Fernverkehrs verkehren ab Donnerstag schrittweise generell im Stunden- statt im Halbstundentakt. Die ersten und letzten Takt-Verbindungen sind nicht von Einschränkungen betroffen, da diese wichtig sind im Zusammenhang mit Schichtarbeiten und für die Erschliessung der Schweiz und ihrer Regionen. Nächtliche Zusatzverbindungen an den Wochenenden fallen ersatzlos aus.

Das öV-Angebot zwischen der Schweiz und ihren Nachbarländern wird stark reduziert. Züge des internationalen Fernverkehrs fahren noch bis an die Grenzbahnhöfe.

Die Züge und Busse des Regionalverkehrs verkehren dort, wo heute der Viertelstundentakt gilt, neu im Halbstundentakt, und dort, wo heute der Halbstundentakt gilt, neu im Stundentakt.

Zusätzliche S-Bahnen in der Hauptverkehrszeit (6 bis 9 sowie 16 bis 19 Uhr) sowie das Nachtangebot am Wochenende fallen aus. Der grenzüberschreitende Busverkehr (Fernbusse) wird eingestellt.

17.55 Uhr: Erster Zentralschweizer Coronavirus-Infizierter ist wieder gesund

Die erste Person aus der Zentralschweiz, die mit dem Coronavirus infiziert worden war, ist ausgeheilt und «absolut gesund». Der 21-Jährige hatte während der gesamten Krankheit lediglich leichte Symptome.

Dies teilte die Zuger Gesundheitsdirektion am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. Zu einer allfälligen Immunität könne zum jetzigen Zeitpunkt keine medizinisch belegte Aussage gemacht werden.



17.45 Uhr: Kantonaler Führungsstab in Obwalden – Schulen bis nach Ostern zu

Angesichts der Entwicklung der Coronavirus-Pandemie hat der Obwaldner Regierungsrat den Kantonalen Führungsstab (KFS) am Montag offiziell eingesetzt. Zudem verlängerte er das Verbot des Präsenzunterrichts bis zum Ende der Osterferien am 26. April.



17.35 Uhr: WHO-Appell – testen, testen, testen

Im Kampf gegen das Coronavirus müssen die Staaten nach Überzeugung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Zahl der Tests deutlich erhöhen. «Wir haben eine einfache Botschaft: testen, testen, testen», sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag in Genf. «Man kann ein Feuer nicht mit verbundenen Augen bekämpfen.»



Es sei gut, dass in vielen Ländern inzwischen viel mehr Massnahmen ergriffen worden seien, die soziale Distanz der Menschen untereinander zu erhöhen, sagte der WHO-Chef weiter. Um die Verbreitung des Coronavirus wirksam einzudämmen, sei es aber nötig, auch viel mehr zu testen und anschliessend Infizierte und Kontaktpersonen wirksam zu isolieren. Erkrankte seien nach Abklingen der Symptome noch rund zwei Wochen infektiös.

Die WHO habe deshalb in letzter Zeit insgesamt 1,5 Millionen Tests an 120 Länder geschickt. Es sei auch wichtig, dass alle Betreuungspersonen gerade in häuslicher Umgebung die Vorsichtsmassnahmen strikt beachteten. Dazu gehöre Händewaschen. Der WHO-Chef zeigte sich besorgt, was passieren könne, wenn weniger entwickelte Länder von der Pandemie mit voller Wucht erfasst würden.

17.08 Uhr: Virus breitet sich nun auch in Süditalien aus

Die Coronavirus-Pandemie versetzt verstärkt den armen Süden Italiens in Alarmzustand. Bisher liegt der Schwerpunkt der Ansteckungswelle zwar weiter in der Lombardei und anderen Gebieten im Norden. Doch seit Anfang der Woche stehen mehrere Gemeinden im Süden unter voller Quarantäne, weil sich dort die Fälle häuften, wie Nachrichtenagenturen schrieben.

Zu- und Ausfahrtsperren gebe es etwa in Orten der Provinz Avellino östlich von Neapel in der Region Kampanien. In ganz Kampanien zählten die Behörden bis Sonntag gut 330 Infizierte, in der Lombardei sind es mehr als 13'000. Für Sizilien ganz im Süden erliessen die Behörden Reiseverbote. Flugzeuge dürfen fast nicht mehr landen und starten, Züge und Fähren wurden auf ein Minimum reduziert. 

Die Krankenversorgung im armen Süden gilt als deutlich schlechter als im wirtschaftsstarken Norden. Ein Ausbruch der COVID-19-Krankheit wie im Norden könnte dort noch gravierendere Auswirkungen haben als etwa rund um Bergamo, wo die Hospitäler am Limit sind.

16:32 Uhr: Über 2'000 angesteckte Mediziner in Italien

Die italienischen Sanitäter zahlen einen hohen Preis für ihren unermüdlichen Einsatz im Kampf gegen die Coronavirus-Epidemie. Mehr als 2'000 Ärzte, Krankenpfleger und andere Sanitäter haben sich seit Beginn der Krise infiziert, berichtete Carlo Palermo, Sprecher des Ärzteverbands Anaao-Assomed, laut der italienischen Nachrichtenagentur ANSA.

Coronavirus: die Leere im Sperrgebiet

16:25 Uhr: Von der Leyen will Einreisen in EU aussetzen

Im Kampf gegen das Coronavirus will EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Einreisen in die EU aussetzen. Dies solle für alle nicht absolut notwendigen Reisen und zunächst für 30 Tage gelten, sagte von der Leyen in Brüssel.

16:10 Uhr: Bundesrat setzt Information auf 17 Uhr an

Nun ist klar, wann der Bundesrat über die Ergebnisse seiner Krisensitzung informieren wird: Die Landesregierung tritt um 17 Uhr in Bern vor die Medien. Auch «Bluewin» wird die Medienkonferenz live übertragen.

Vier Mitglieder der Landesregierung werden vor die Medien treten: Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga (SP), Justizministerin Karin Keller Sutter (FDP), Verteidigungsministerin Viola Amherd (CVP) sowie Innenminister Alain Berset (SP).

15:32 Uhr: Waadt zieht nach mit Schliessung der Geschäfte

Die Waadt hat als achter Kanton den Notstand wegen der Coronavirus-Pandemie ausgerufen. Ab Dienstag um 6 Uhr bleiben alle Restaurants, Bars und Geschäfte geschlossen. Ausgenommen sind auch hier die Lebensmittelläden, Apotheken und andere für die Grundversorgung wichtige Läden.

Verboten sind in der Waadt ab Dienstag 6 Uhr auch alle öffentlichen Versammlungen. Die privaten Treffen sind auf zehn Menschen limitiert, wie die Waadtländer Regierung bekannt gibt. Die jüngsten Massnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie gelten bis zum 30. April.

15:30 Uhr: Keine Fahrprüfungen in Luzern

Im Kanton Luzern ist es nicht mehr möglich, seine Fahrprüfung abzulegen. Das teilt das Strassenverkehrsamt auf seiner Website mit. Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) sei sich der Problematik bewusst, die eine solche Massnahme mit sich bringen wird, sagt Sprecher Thomas Rohrbach.

Für jene Personen, welche «befristete» Führerausweise besitzen und nun wegen geschlossenen Institutionen Prüfungen nicht ablegen oder obligatorische Kurse nicht absolvieren können, suche das ASTRA nach Lösungen.

Rohrbach sagt: «Das ASTRA ist mit Hochdruck daran, Lösungen zu erarbeiten, damit niemand hier Nachteile etwa in Form von verfallenen Ausweisen erfährt. Sprich: Niemand soll wegen der aktuellen Situation den Ausweis verlieren.» 

15:20 Uhr: Über eine Stunde Wartezeit auf Migros-Onlineshop

Auf dem Migros-Onlineshop Le Shop wollen zwischenzeitlich so viele Menschen einkaufen, dass die Wartezeit auf über eine Stunde angestiegen ist. Zudem heisst es auf der Website, dass alle Heimlieferungen bis am 31. März ausgebucht sind.

Screenshot leshop.ch

15:15 Uhr: EU-Grenzregime soll Binnenmarkt retten – Sondergipfel am Dienstag

Die EU möchte mit neuen Massnahmen an Aussen- und Binnengrenzen den in der Coronakrise massiv gestörten Binnenmarkt retten. Die Massnahmen würden «in den nächsten Stunden» angekündigt, hiess es am Montag aus Paris. Zuvor hatte EU-Ratspräsident Charles Michel einen EU-Video-Sondergipfel für Dienstag angekündigt.

14:40 Uhr: New Yorker Börse taucht erneut

Zu Handelsbeginn ist die Börse in New York erneut abgestürzt. Der S&P-500-Index stand kurz nach Handelsbeginn über 11 Prozent im Minus. Der Handel ist darum erneut für eine Viertelstunde ausgesetzt worden. Dieser Schritt ist auch in den letzten Tagen schon erfolgt. Er soll dazu dienen, dass Panikverkäufe nicht überhandnehmen.

14:05 Uhr: Forderung nach schweizweiten Richtlinien

Die Swiss Retail Federation fordert den Bundesrat zu schweizweit harmonisierten Massnahmen im Umgang mit dem Coronavirus auf, schreibt der Verband in einer Medienmitteilung. «Verschiedene Kantone beschliessen fast im Stundentakt weitergehende Massnahmen, als der Bund verfügt hat.» Für den Detailhandel, mit Tausenden Filialen verteilt über alle Kantone, drohe dadurch zunehmend ein Chaos. Um einen reibungslosen Ablauf der Landesversorgung zu gewährleisten, gelte es, schnell schweizweit harmonisierte Regelungen zu erlassen.

Die Coronavirus-Krise: Eine Chronologie

14:00 Uhr: Rote-Kreuz-App soll Hilfe koordinieren

In der aktuellen Ausnahmesituation wollen viele Menschen anderen helfen. Damit dies einigermassen koordiniert zu und her geht, soll nun eine Freiwilligen-App vom Schweizerischen Roten Kreuz (SRK) und der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft (SGG) verbreitet werden. Die App heisst «Five up» und soll landesweit freiwilliges Engagement einfach und kostenlos verbreiten. Es gibt dort geschlossene Gruppen, wodurch man direkt sieht, wo es noch Hilfe braucht und wo sich bereits Personen gemeldet haben.

13:36 Uhr: Drei weitere Todesfälle in Basel-Stadt

Im Kanton Basel-Stadt sind drei weitere Menschen am Coronavirus verstorben. Damit erhöht sich die Zahl der Todesfälle im Stadtkanton auf vier.

Bei den am Montag neu vermeldeten Menschen, die an den Folgen einer Covid-19-Infektion verstorben sind, handelt es sich um zwei Männer und eine Frau, wie das Gesundheitsdepartement Basel-Stadt mitteilte. Sie seien alle über 70 Jahre alt und hätten an Vorerkrankungen gelitten. Hospitalisiert waren sie im Universitätsspital Basel.

13:33 Uhr: Über 100 Fälle im Kanton Bern

Die Zahl der Coronavirus-Erkrankungen nimmt auch im Kanton Bern weiter zu. 104 bestätigte Fälle sind den Behörden mittlerweile bekannt, wie der Kanton am Montag auf seiner Website mitteilte. Dazu kommen sieben wahrscheinliche Fälle. Am Freitagabend waren es noch 67 bestätigte Coronavirus-Erkrankungen.

13:25 Uhr: Videokonferenz zwischen EU-Ministern und Schweiz

Die EU-Innen- und Gesundheitsminister haben am Montag erstmals eine gemeinsame Videokonferenz zur Corona-Krise abgehalten. Die Schweiz war auch dabei, wie ein EU-Kommissionssprecher der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bestätigte.

Zusammen mit der EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides und Innenkommissarin Ylva Johansson wolle man sich auf die Verfügbarkeit von persönlicher Schutzausrüstung und das Grenzmanagement konzentrieren, twitterte der EU-Katastrophenschutzkommissar Janez Lenarcic am Montag.

Lenarcic führte bei der Videokonferenz den Vorsitz. Die Mitgliedsstaaten sollen dadurch unterstützt werden, der «bestmöglichen EU-weiten Antwort» auf die Krise zu verfolgen.

12:55 Uhr: Terrormiliz IS warnt Anhänger 

Die Sorge vor einer Ausbreitung des Coronavirus hat nun auch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) erfasst. In der jüngsten Ausgabe ihrer Wochenschrift «Al-Naba» geben die Extremisten auf der letzten Seite Tipps, wie Anhänger sich vor dem Virus Sars-CoV-2 schützen können. «Wascht die Hände» und «bedeckt den Mund beim Gähnen und Niesen», heisst in einer Übersicht, die mit lilafarbenen Viren illustriert ist.

Auch von Reisen in vom Coronavirus betroffene Länder rät die IS-Miliz, die sonst zu Anschlägen in Europa und den USA aufruft, ab: «Gesunde Menschen sollten das Land der Epidemie nicht betreten, und Infizierte sollten es nicht verlassen.» Europa, das von dem Virus sehr stark betroffen ist, wird dabei allerdings nicht wörtlich genannt.

Ärzte behandeln einen Coronavirus-Patienten im Kantonsspital La Carita in Locarno. (Archiv)
Bild: Keystone

12:25 Uhr: Erster Toter in Zürich

Im Kanton Zürich ist ein erster Corona-Patient an den Folgen der Infektion gestorben. Es handelt sich um einen 88-jährigen Mann mit Vorerkrankungen. Er starb am Sonntag in einem Pflegezentrum der Stadt Zürich, wie die Gesundheitsdirektion mitteilt.

12:20 Uhr: Nur 16 Neuinfektionen in China in 24 Stunden

Die Zahl der bestätigten Infektionsfälle in China lag nach Angaben der nationalen Gesundheitskommission vom Montag zuletzt bei 80'860. Die Zahl der Infektionen stieg demnach innerhalb von 24 Stunden um 16, zwölf der Betroffenen waren aus dem Ausland eingereist. Ausserdem wurden 14 weitere Todesfälle gemeldet, ihre Zahl stieg damit offiziell auf 3'213.

67'749 Patienten seien genesen und aus dem Krankenhaus entlassen worden, erklärte die Kommission. Wer aus dem Ausland kommend in Peking eintrifft, wird seit heute für 14 Tage auf eigene Kosten in gesonderten Einrichtungen unter Quarantäne gestellt. Zuvor konnten sich Menschen ohne Symptome in häusliche Quarantäne begeben.

12 Uhr: Notlage auch im Wallis

Auch der Walliser Staatsrat hat eine Notlage ausgerrufen: «Alle gastronomischen Einrichtungen werden ab heute um 18:30 Uhr für die Öffentlichkeit geschlossen, ebenso wie Geschäfte, Läden und Märkte, mit Ausnahme derer, die Lebensmittel oder Güter für den Grundbedarf verkaufen», meldet SRF.

11:45 Uhr: Fünf Kantone rufen Armee zu Hilfe

Rund 300 Angehörige des Spitalbataillons 5 der Armee rücken wegen der Coronavirus-Pandemie am Montag für Hilfseinsätze in den Kantonen ein.  Am Montagvormittag lagen Anfragen der Kantone Tessin, Graubünden, der beiden Basel und Thurgau vor, so Armeesprecher Daniel Reist. Die Gesuche würden nun bearbeitet. Die Lage ändere sich von Minute zu Minute.

Die Armeeangehörigen des Spitalbataillons 5 rücken am Montag in die Innerschweiz ein und werden dann gemäss den angemeldeten Bedürfnissen auf die Einsatzorte verteilt, wie Reist sagte. Damit die Armeeangehörigen Hilfe leisten könnten, brauche es Anfragen der Kantone.

Nach Angaben von Reist arbeiten rund zehn Prozent der mit dem Spitalbataillon 5 eingerückten Armeeangehörigen selbst in Einrichtungen des Gesundheitswesens. Die Armeeführung habe verfügt, dass sie einrücken und bei der Ausbildung helfen müssten, dann aber auf Gesuch ihrer Arbeitgeber nach Hause zurückkehren könnten.

Die Schweizer Armee verfügt über insgesamt vier Spitalbataillone. Ob nach dem Spitalbataillon 5 noch weitere aufgeboten werden, war laut Reist am Vormittag noch offen. Bereits im Einsatz ist die Armee wegen der Coronavirus-Pandemie mit gut zwei Dutzend Personen im Tessin.

11:40 Uhr: Swiss hofft auf Staatshilfe

Die Fluggesellschaft Swiss leidet unter der Corona-Krise: «Wenn sich die Situation so weiterentwickelt, brauchen alle Airlines staatliche Unterstützung», sagte Swiss-Chef Thomas Klühr im «SonntagsBlick». Entsprechende Gespräche mit dem Bundesrat fänden in den nächsten Tagen statt.

Erst einmal gehe es um administrative Erleichterungen bei Kurzarbeit. Aber wenn die Anzahl der Länder, die die Airline nicht mehr anfliegen könne, weiter steige, bräuchte die Swiss die finanzielle Unterstützung der Schweiz, um die Situation zu überbrücken. Auch Swiss-Mutter Lufthansa zieht staatliche Hilfen in Betracht: Die deutsche Regierung berät am Mittag über die Krise und mögliche Hilfen der öffentlichen Hand.

11:30 Uhr: Auch Genf ordnet weitgehende Schliessungen an

Der Kanton Genf hat im Kampf gegen die Coronavirus-Epidemie die Notlage ausgerufen. Wie die Kantonsregierung mitteilte, müssen Restaurants und Geschäfte ab 18 Uhr schliessen. Ausgenommen sind Geschäfte, die der Grundversorgung dienen.

11:25 Uhr: Update Infektionen

Wie sieht es mit den Infektionen weltweit aus? Diese Website der John Hopkins University in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland gibt Auskunft.

11:20 Uhr: SNB nimmt Milliarden in die Hand

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) dürfte sich zuletzt erneut mit Devisenmarktinterventionen gegen den stärker werdenden Franken gestemmt haben. Darauf deuten die Sichtguthaben hin, über welche die SNB wöchentlich Rechenschaft ablegt.

Konkret stiegen die Sichtguthaben letzte Woche um 4,5 Milliarden auf 603,0 Milliarden Franken. Dies war der stärkste Anstieg seit März 2017. Sie nahmen somit in den letzten vier Wochen um knapp 13 Milliarden zu. In den vier Wochen davor waren sie erst um gut 4 Milliarden angestiegen.

Die Entwicklung der Sichtguthaben gilt als Indiz dafür, ob die SNB am Devisenmarkt interveniert, um den Franken zu schwächen. Die Zentralbank kauft Fremdwährungen und schreibt den Banken den entsprechenden Franken-Betrag auf deren SNB-Konten gut.

11:15 Uhr: Zentralschweizer Infizierter wieder gesund

Die erste Person aus der Zentralschweiz, die mit dem Coronavirus infiziert worden war, ist ausgeheilt und «absolut gesund». Der 21-Jährige hatte während der gesamten Krankheit lediglich leichte Symptome.

Der Kanton Zug meldete den ersten nachgewiesenen Corona-Fall der Zentralschweiz am 3. März. Der im Kanton Zug wohnhafte Mann hatte sich an einem privaten Anlass im Kanton Zürich angesteckt. Er wurde in einem Zürcher Spital isoliert.

Die Zentralschweiz verzeichnet derzeit 52 offiziell bestätigte Fälle. 19 Personen wurden bislang im Kanton Luzern positiv auf den Coronavirus getestet, 13 im Kanton Zug. Der Kanton Schwyz meldete neun Fälle, Nidwalden acht , Uri zwei und Obwalden einen.

11 Uhr: Bundesrat informiert

Der Bundesrat wird nach 15 Uhr über den aktuellen Stand der Dinge informieren, wie die Staatskanzlei heute mitgeteilt hat.

10:55 Uhr: Momentaufnahmen aus Zürich

Bilder aus dem Migros Brunau in Zürich, der zu den grösseren Läden der Kette gehört.

Bild: Bluewin

10:25 Uhr: Krisengipfel von Bundesrat und Kantonen

Der Bundesrat und die Kantonsregierungen werden sich heute um 12 Uhr zum Krisengipfel in Bern treffen, um weitere Massnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus zu beschliessen. Das berichten die Zeitungen von CH Media. Auch Armeechef Thomas Süssli soll bei dem Gipfel dabei sein.

Zur Diskussion stehe bei der Krisensitzung auch ein sogenannter Lockdown für die gesamte Schweiz. Baselland hatte gestern als erster Deutschschweizer Kanton zu dieser Massnahme gegriffen: Restaurants, Bars und fast alle Geschäfte geschlossen. Weiterhin geöffnet sein dürfen nur noch Lebensmittelgeschäfte, Apotheken, Danken, die Post und Tankstellen.

10:15 Uhr: Keine Führerscheinprüfungen in Luzern

Im Kanton Luzern werden «ab sofort keine praktischen Führerscheinprüfungen mehr» abgenommen, wie das Strassenverkehrsamt auf seiner Homepage mitteilt. Man bitte um Verständnis und informiere, «sobald wir wieder zum Alltag zurückkehren können.»

09:45 Uhr: Stadtberner Verwaltung konzentriert sich auf vitale Funktionen

Die Berner Stadtverwaltung konzentriert sich ab sofort auf ihre vitalen Funktionen, also auf die unverzichtbaren Aufgaben. Das hat die Stadtregierung beschlossen, wie sie am Montag mitteilte. Die Verwaltung arbeitet demnach jetzt nach den Vorgaben der Pandemieplanung.

Mit dem Entscheid soll sichergestellt werden, dass die unverzichtbaren Dienstleistungen der Stadtverwaltung längerfristig aufrechterhalten werden können. Dazu gehören etwa die Versorgung mit Wasser und Strom, die Kehrichtentsorgung, das Rettungswesen sowie die öffentliche Sicherheit.

09:40 Uhr: In Zürich läuft Notfallbetreuung an Schulen

Seit Montagmorgen um sechs Uhr wird in Zürich kein Unterricht mehr erteilt. Die Eltern erhielten über das Wochenende und am Montag Informationen über die Notfallbetreuung. Diese wird mindestens bis zum Start der Frühlingsferien am Donnerstag, 9. April, angeboten.

Die Notfallbetreuung richtet sich in erster Linie an Eltern, welche «vitale Leistungen» für die Gesellschaft sicherstellen und ihre Kinder nicht selbst betreuen können. Dazu zählen Berufstätige in den Sektoren Gesundheitswesen, Sanität, Polizei, Feuerwehr, Wasser- oder Stromversorgung.

Verkäuferinnen und Verkäufer im Detailhandel sind auf dieser Liste jedoch nicht aufgeführt. Wie Mediensprecher Marc Caprez auf Anfrage sagte, handelt es sich bei den Berufstätigen um Personen in öffentlichen Betrieben. Für begründete Einzelfälle seien dann die Schulleitungen zuständig.

09:35 Uhr: Jair Bolsonaro hält Sport-Absagen für «Hysterie»

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat Absagen im Sport wegen der Coronavirus-Pandemie als «Hysterie» bezeichnet. «Wenn Sie Fussball und andere Dinge verbieten, geraten Sie in Hysterie. Dieses und jenes zu verbieten, wird die Ausbreitung nicht eindämmen», sagte der Staatschef bei CNN Brasil und betonte: «Wir müssen handeln, das Virus kann zu einem ernsten Problem werden. Aber die Wirtschaft muss funktionieren, denn wir dürfen keine Welle der Arbeitslosigkeit haben.» Der südamerikanische Verband Conmebol hatte zuletzt die anstehenden Spiele der Copa Libertadores verschoben. Auch die Partien der WM-Qualifikation in Südamerika, die für den 26., 27. und 31. März terminiert waren, sind abgesagt.

Bolsonaros Kommunikationssekretär Fábio Wajngarten, der bei einer Reise in die Vereinigten Staaten auch US-Präsident Donald Trump getroffen hatte, war positiv auf das Coronavirus getestet worden. Daraufhin machte Bolsonaro ebenfalls einen Test, von dem er sagte, dass er negativ gewesen sei.

09:30 Uhr: Handlungsdruck auf Bundesrat steigt

Auf Twitter fordern aufgebrachte Personen Bundesratssprecher André Simonazzi auf, die Landesregierung solle «endlich handeln». 

Auch die Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli sieht den Bundesrat in der Pflicht. «Es ist wichtig, dass der Bund endlich Verantwortung übernimmt», sagt sie gegenüber Tele Züri.

Ähnlich klingt es auch von Bundesparlamentariern: «Der Bundesrat muss umgehend gesamtschweizerisch Massnahmen treffen, wie das mehrere andere Kantone bereits beschlossen haben», sagt SVP-Präsident Albert Rösti dem «Blick». Das findet auch Grünen-Nationalrätin Greta Gysin (TI): «In der ganzen Schweiz sind strengere Massnahmen nötig – besser früher als später. Und koordiniert, sonst verwirrt das.»

09:15 Uhr: British-Airways-Mutter streicht 75 Prozent der Flüge

Die British-Airways-Mutter IAG streicht ihr Flugangebot wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in den kommenden Monaten kräftig zusammen. Im April und Mai werde die Kapazität im Vergleich zum Vorjahreszeitraum voraussichtlich um mindestens 75 Prozent gekürzt, teilte die International Airlines Group (IAG) mit ihren Fluggesellschaften British Airways, Iberia, Vueling, Aer Lingus und Level am Montag mit.

09:10 Uhr: Keine Bussen für Zürcher Bars und Restaurants

Mit der Begrenzung auf 50 Personen in Bars und Restaurants hat es am Wochenende in Zürich keine Probleme gegeben. Die Betreiber hätten sich grundsätzlich daran gehalten, heisst es bei der Stadtpolizei. Viele Lokale hätten ohnehin gleich geschlossen.

Vor allem Jüngere würden die Sache offenbar aber noch nicht ganz ernst nehmen, sagte ein Sprecher der Stadtpolizei auf Anfrage. Es habe vereinzelt noch Orte gegeben, an denen sich dreissig, vierzig Leute versammelt hätten. Allerdings seien die Leute im Freien herumgestanden. Dies sei bis jetzt nicht verboten.

09:05 Uhr: Deutschland beginnt mit Grenzkontrollen

Deutschland hat an den Grenzen nach Österreich, die Schweiz, Frankreich, Luxemburg und Dänemark am Montagmorgen um 8.00 Uhr mit den geplanten Kontrollen begonnen. Dadurch soll eine rasante Ausbreitung des Virus verhindert und die Zahl der Infizierten und Toten kleingehalten werden. Reisende ohne triftigen Grund dürfen daher nicht mehr nach Deutschland einreisen, wie ein Sprecher der deutschen Bundespolizei mitteilte. Der Warenverkehr und Berufspendler seien davon aber nicht betroffen.

09:00 Uhr: Macht der Bundesrat heute das ganze Land dicht?

Der Bundesrat hat das öffentliche Leben in der Schweiz wie nie zuvor in Friedenszeiten eingeschränkt, heute könnte er noch schärfere Massnahmen verordnen. Dies, nachdem die Landesregierung gestern Abend zu einer Sondersitzung zusammengekommen war. Es wird erwartet, dass der Bundesrat seine weiterführenden Massnahmen noch heute kommuniziert. 

8:45 Uhr: Wie sich Schweizer Spitäler gegen drohenden Kollaps wappnen

Unter Hochdruck sind auch die hiesigen Spitäler. Nicht dringende Operationen sollen aufgeschoben, Verlegungen in die Reha prioritär behandelt werden. Die Behörden haben die Spitäler angewiesen, laufend ihre Intensivpflegeplätze zu melden. Das berichtet die «Aargauer Zeitung». 

So arbeiten die fünf Universitätskliniken in ihrer Planung mit verschiedenen Szenarien. Einige ihrer Massnahmen: Verzicht auf Weiterbildungen, um die Präsenzzeit der Angestellten zu erhöhen. Einige der Spitäler beten die Angestellten, auf geplante Ferien zu verzichten (am Unispital Lausanne gilt der Ferienstopp bis mindestens Ende April). Aktuell könnte der Betrieb aufrecht erhalten werden.

In den Planungen der Kliniken spielen teilweise auch Medizinstudenten im letzten Studienjahr eine Rolle – oder pensionierte Ärzte und Pflegefachkräfte. Sie alle könnten helfen, würde sich die Lage ändern.

07:50 Uhr: Flughafen Zürich verschiebt Generalversammlung

Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus verschiebt der Flughafen Zürich seine Generalversammlung, die am 16. April hätte stattfinden sollen. Das berichtet «SRF». Ein neues Datum wurde demnach noch nicht festgelegt. Die Entscheidung sei nicht leichtfertig getroffen worden, man sei aber seinerseits zum Schluss gekommen, dass die ordnungsgemässe Durchführung der Versammlung nicht wie geplant garantiert werden könne, schreibt der Sender.

07:30 Uhr: Aktienmarkt vor tiefrotem Wochenstart

Am Schweizer Aktienmarkt zeichnet sich ein weiterer tiefroter Wochenstart ab. Laut dem vorbörslichen Kurs der IG Bank dürfte der Leitindex SMI bei rund 8'155 Punkten und damit 2,5 Prozent unter dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag eröffnen. Damit würde er sein bisheriges Jahrestief von 8'169 Zählern nochmals unterschreiten.

07:10 Uhr: Japanische Notenbank lockert Geldpolitik weiter 

Die japanische Notenbank hat angesichts der wirtschaftlichen Folgen durch die Corona-Krise ihre Geldpolitik weiter gelockert. So fährt sie unter anderem die Ankäufe börsennotierter Fonds, sogenannter ETFs, und anderer riskanter Anlagen hoch, wie die Bank of Japan (BOJ) am Montag bekannt gab.

05:14 Uhr: United Airlines halbiert Saläre der Chefs

Die amerikanische Fluggesellschaft United Airlines teilt mit, dass sie im März rund 1,5 Milliarden Dollar weniger Umsatz erzielen werde als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Die Situation dürfte sich infolge des Virus bis in die Sommerreisezeit noch verschlimmern. United senkt daher die Gehälter von Führungskräften im April und Mai um 50 Prozent. Auch die Flugkapazität werde um rund 50 Prozent reduziert.

05:01 Uhr: Staaten in Südamerika schliessen Grenzen

Auch in Lateinamerika haben einige Länder in der Coronavirus-Krise drastische Massnahmen ergriffen. Die Präsidenten Argentiniens, Perus, Panamas und von Honduras verkündeten in jeweils eigenen Ansprachen die Schliessung ihrer Grenzen.

04:03 Uhr: Musikevent sorgt in Japan für neue Infektionen

Japans Gesundheitsministerium identifiziert 15 neue Herde an Coronavirus-Infektionen im ganzen Land. Die grösste Ansammlung befände sich laut Angaben des Ministeriums vom Montag in der Gegend von Osaka, mit mehr als 50 betroffenen Personen. Die Ansteckung sei bei einer Musikveranstaltung erfolgt.

03:48 Uhr: Chinas Industrie schrumpft rasant

Infolge des Ausbruchs des Coronavirus schrumpft die chinesische Industrie mit dem schnellsten Tempo seit 30 Jahren. Die Industrieproduktion sank im Zeitraum Januar-Februar um 13,5 Prozent. Sie zeigte damit den stärksten Rückgang seit Beginn der Aufzeichnungen der Nachrichtenagentur Reuters im Jahr 1990.

03:15 Uhr: Nur wenige neue Coronavirus-Fälle in China

Die Zahl der neuen Coronavirus-Infektionen bleibt in China laut offizieller Zahlen auf niedrigem Niveau. Jedoch steigt die Sorge vor Erkrankten, die aus dem Ausland einreisen. Landesweit gab es 14 weitere Todesfälle und 16 neue Infektionen. Dabei handelte es sich in zwölf Fällen um Personen, die nach ihrer Einreise nach China diagnostiziert und somit in der offiziellen Statistik als «importierte Fälle» geführt werden.

02:29 Uhr: Tui unterbricht Grossteil des Reisebetriebs

Der Tourismuskonzern Tui unterbricht wegen der Corona-Pandemie den überwiegenden Teil des Reisegeschäfts. Man habe beschlossen, «den grössten Teil aller Reiseaktivitäten, einschliesslich Pauschalreisen, Kreuzfahrten und den Hotelbetrieb, bis auf Weiteres auszusetzen».

Am Flughafen Zürich herrscht gähnende Leere. Eine Frau mit Reisekoffer schützt sich dennoch mit einer Gesichtsmaske vor dem unsichtbaren Virus.
Keystone

00:41 Uhr: Trump will Panikkäufe in den USA stoppen

US-Präsident Donald Trump hat die Amerikaner aufgerufen, Panikkäufe wegen der Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen. «Sie müssen nicht so viel kaufen. Nur keine Hektik, entspannen Sie sich einfach», so seine Worte an die US-Bürger. Seine Gesprächspartner hätten ihm zugesagt, die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Sie würden ihre Läden während der Krise offenhalten.

00:05 Uhr: Bundesrat berät weiteres Vorgehen

Die Coronavirus-Welle bricht über die Schweiz herein. Mit rund 800 Neuinfektionen gab der Bund am Sonntag einen sprunghaften Anstieg der Zahl der Fälle bekannt. Die Frühjahrssession der eidgenössischen Räte wird wegen der Coronavirus-Pandemie abgebrochen. Dies meldeten die Parlamentsdienste am Sonntag. Am Montag hätte die dritte und letzte Woche der Frühjahrssession beginnen sollen. Es handle sich um einen Abbruch der Session, nicht um eine Unterbrechung, wie Ständeratspräsident Hans Stöckli (SP/BE) auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte.

Der Bundesrat hielt am Sonntagabend eine ausserordentliche Sitzung ab, wie Bundesratssprecher André Simonazzi per Twitter mitteilte. Es ging darum, die Wirkung der am Freitag getroffenen Massnahmen zu analysieren. Der Bundesrat habe Bilanz gezogen über die Situation in den Kantonen und Nachbarländern und das weitere Vorgehen im Kampf gegen die Epidemie diskutiert. Der Bundesrat prüfe die Situation laufend und werde in Kürze eine weitere Sitzung zum Thema abhalten.

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