«Das ist unglaublich»: Hier flippt Trump aus, weil ein Reporter nach Jeffrey Epstein fragt
Bei einer Pressekonferenz wagt es ein Reporter, zu fragen, was mit der Klienten-Liste des Pädophilen Jeffrey Epstein ist. Donald Trump findet das gar nicht lustig. Seine Justizministerin erklärt sich dennoch.
10.07.2025
Aus dem Grab heraus droht Jeffrey Epstein, Donald Trump in die Tiefe zu ziehen: In rechten wie in linken Medien wird gefragt, wer die Klienten des Pädophilen waren. Auch die Maga-Gemeinde und Elon Musk sind empört.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Die US-Behörden sagen, es gibt keine Liste der Klienten von Jeffrey Epstein und dass der Pädophile Suizid begangen hat.
- Der Bruder des Verstorbenen sagt, Jeffrey Epstein habe sich auf eine Anhörung zu seiner Freilassung auf Kaution gefreut. Er geht von einem Mord aus, der vertuscht werden soll.
- CNN-Moderator Jake Tapper sagt, die US-Öffentlichkeit werde hinters Licht geführt.
- Auch in der Maga-Gemeinde rumort es: Leute wie Laura Loomer, Alex Jones, Joe Rogan, Mike Lindell und Marjorie Taylor Greene kritisieren den Vorgang und vor allem Justizministerin Pam Bondi.
- Elon Musk beschuldigt Donald Trump nicht mehr direkt, äussert sich aber eindeutig zum Fall.
Das Thema Jeffrey Epstein droht für Donald Trump ein grösseres Problem zu werden: Auch viele seiner Anhänger*innen trauen den Ergebnissen nicht, die das FBI und das Justizministerium in der Causa veröffentlicht haben.
Wie dünn die Nerven des US-Präsidenten sind, zeigt sich am 8. Juli bei einer Pressekonferenz im Weissen Haus: Trump flippt aus, als ein Reporter ihn auf den verstorbenen Pädophilen anspricht – siehe obiges Video.
Seine Justizministerin versucht, offene Fragen zu klären, doch ihre Antworten sind für das Gros der Zuhörerschaft nicht befriedigend: Wettbüros sehen bereits steigende Chancen, dass die 59-Jährige ihr Amt nicht volle vier Jahre ausfüllen wird.
Die Trump-Administration bekommt in der Sache Gegenwind auf vielen Ebenen. So hat sich zum Beispiel Jeffrey Epsteins Bruder Mark dazu geäussert, dass das FBI die Selbstmord-These bestätigt hat: «Als Kash Patel mit dieser Aussage herauskam, habe ich darüber gelacht, weil sie so dumm war».
Bruder: Epstein hatte sich auf die Kautionsanhörung gefreut
Weiter sagt der 70-Jährige dem rechten Sender «News Nation», sein Bruder habe sich damals auf eine Anhörung gefreut, nach der er womöglich gegen Kaution hätte freikommen können. Auch die Ergebnisse der Autopsie seien widersprüchlich gewesen. Die fehlende Minute auf dem Überwachungsvideo des Gefängnisses machen ihn zudem stutzig.
«Jedes Mal, wenn sie etwas sagen oder tun, um die Tatsache zu unterdrücken, dass er höchstwahrscheinlich ermordet wurde, treten sie noch weiter ins Fettnäpfchen», sagt Mark Epstein dem Moderator Chris Cuomo. Der bekundet, die Sache sei noch nicht zu Ende.
Ähnlich tönt es am linken Medienufer: «Das geht nicht einfach vorüber», sagt CNN-Kopf Jake Tapper und wird deutlich: «Die Öffentlichkeit – Sie – werden hier für dumm verkauft.»
Trumps Ausraster bei der Pressekonferenz kann der 56-Jährige nicht verstehen: «Herr Präsident, der Grund, warum die Leute über diesen Mann reden, ist, dass Leute, die auf höchster Ebene in Ihrer Regierung arbeiten, seit Jahren über diesen Mann reden und darüber, dass die Liste, die Epstein-Liste, veröffentlicht werden muss.»
«Was geht hier wirklich ab?»
Er frage sich, «was hier wirklich abgeht»: Selbst wenn es die Epstein-Liste nicht existiere, gebe es doch genügend Akten, die freigegeben werden könnten. «Es gibt einen Schatz von Informationen, doch das Weisse Haus lehnt ab, sie zu teilen», so Tapper. «Informationen, die sehr wohl auf jene mächtigen Leute hinweisen könnten, die Jeffrey Epstein Opfer benutzt haben könnten.»
Es gebe Tausende Seiten von Akten, die zwar zum Teil veröffentlicht wurden, aber stark geschwärzt seien. Auch die Aussagen der Opfer könnten publiziert werden, ohne sie kenntlich zu machen. Tapper beruft sich auf die Recherchen der Investigativ-Journalistin Julie Brown, die für den «Miami Herald» seit Jahren Epsteins Fall nachgeht.
Nicht nur Journalisten und Epsteins Familie sind skeptisch: Auch die Maga-Gemeinde regt die Sache auf. «Das Justizministerium und das FBI müssen sich mehr erklären», kritisiert die Republikanerin Marjorie Taylor Greene.
Pam Bondi «hat schon immer gelogen»
Und weiter: «Das ist der berühmteste Pädophile der modernen Geschichte, und die Leute werden auf keinen Fall ein Memo akzeptieren, das geschrieben wurde und in dem steht, dass es keine Kundenliste gibt.» Die Maga-Influencerin Laura Loomer nimmt Bondi aufs Korn: «Sie hat schon immer gelogen.» Sie fordert den Rücktritt der Ministerin.
Der rechte Radiostar Alex Jones drückt sich wegen des Epstein-Falles sogar ein Tränchen aus dem Auge und sagt, er müsse kotzen, weil er «Integrität» habe: «Ich will wirklich einfach nur, dass die Trump-Administration Erfolg hat und dieses Land rettet und so viel Gutes tut, und dann machen sie sowas.»
Für einen, der früher noch zur Maga-Gemeinde gezählt, doch vom Glauben an Donald Trump abgefallen ist, ist die Causa ein gefundenes Fressen: Elon Musk postet auf seiner Plattform X zwar nicht mehr, dass Donald Trump in jenen Epstein-Akten steht, aber sein X-Feed spricht für sich.
Musk schiesst gegen das Weisse Haus
Musk repostet etwa die Aussage: «Bondi erklärt, dass sie die Epstein-Akten freigibt. Dann bitten sie einige Pädophile, es nicht zu tun.» Oder die Aussage: «Die Trump-Administration sagt, dass Hunderte von minderjährigen Mädchen vergewaltigt wurden – und wir werden keine einzige Person strafrechtlich verfolgen, die es getan hat.»
Der reichste Mann der Welt selbst fragt, wie die Leute dem US-Präsidenten vertrauen sollen, wenn er die Akten nicht herausrückt. Er postet ein Video, in dem er beim rechten Podcaster Joe Rogan zu Gast ist: Dort warb Musk, die Öffentlichkeit werde zu Recht «frustriert sein», wenn es keine weiteren Verhaftungen in dem Fall gibt.
Epsteins Vertraute Ghislaine Maxwell sei im Gefängnis, weil sie junge Mädchen vermittelt habe: «Wer sind die Klienten?», fragt Musk.
Rogan wundert sich, dass die Namen bis jetzt nicht ermittelt worden sind. «Die Beweise sind da. Es gibt viele Videos. Als Epsteins Heim durchsucht worden ist, wird es einen Berg von Beweisen gegeben haben. Wo sind diese Beweise?»