US-Wahl im Minutentakt

Joe Biden gewinnt Präsidentenwahl – Trump verweigert ihm die Anerkennung

Agenturen/red

7.11.2020

Joe Biden compte désormais un millier de voix d'avance sur Donald Trump en Géorgie, selon CNN.
Nun ist es so weit: Joe Biden ist als nächster US-Präsident gewählt!
Bild: Keystone/AP/Paul Sancya

Der nächste Präsident der USA heisst Joe Biden. Der 77-jährige Demokrat hat sich im Bundesstaat Pennsylvania den Sieg und damit die nötige Mehrheit an Wahlleuten geholt. Die 56-jährige Kamala Harris wird erste Vizepräsidentin. Donald Trump will die Niederlage nicht eingestehen. Damit stehen den Vereinigten Staaten weitere schwierige Wochen bevor.

1.55 Uhr: Wir beenden den Live-Ticker zu den US-Wahlen

1.50 Uhr: Warten auf Bidens Ansprache an die Nation

Joe Biden will sich in Wilmington in seinem Heimatstaat Delaware erstmals als gewählter Präsident der USA an die Nation wenden. Die Ansprache – gemeinsam mit der gewählten Vizepräsidentin Kamala Harris – soll demnächst beginnen, siehe separater Artikel hier:



1.43 Uhr: Stars feiern Wahlsieg von Biden und Harris

Mit Jubel, Freudentränen, Dankbarkeit und Erleichterung haben zahlreiche Stars in den USA auf den Sieg von Joe Biden und Kamala Harris bei der US-Präsidentschaftswahl reagiert. «Also das ist jetzt eine ‹Party in the USA›», schrieb Sängerin Miley Cyrus, die auch ein gleichnamiges Lied veröffentlicht hat, beim Kurznachrichtendienst Twitter. «Glückwunsch, Joe Biden und Kamala Harris und unser geliebtes Land!», schrieb die Schauspielerin Barbra Streisand. «Ehrlichkeit und Integrität haben gewonnen.»

1.12 Uhr: Wolkenkratzer leuchten in in Rot, Weiss und Blau

Zahlreiche Hochhäuser in New York haben nach der Verkündung des US-Wahlergebnisses ihre Spitzen in den Farben der amerikanischen Flagge leuchten lassen. Die Spitze des Empire State Buildings leuchtete in der Nacht zum Sonntag in Rot, Weiss und Blau. Das sei aus Anlass des Wahlsieges von Joe Biden und Kamala Harris, wie die Betreiber mitteilten. Zahlreiche andere Wolkenkratzer wie das Bank of America-Hochhaus und der Bloomberg Tower in Manhattan schlossen sich an.

23.44 Uhr: NZZ: «Biden ist kein Ideologe»

Die «Neue Zürcher Zeitung» kommentiert am Samstagabend die US-Wahlen wie folgt:

«Biden ist zuzutrauen, das Vertrauen wiederherzustellen. Seine politische Prägung erfuhr er im Senat, in dem Konsensfähigkeit und überparteiliche Zusammenarbeit bis vor einigen Jahren als selbstverständlich galten. Zudem ist er ein Pragmatiker und kein Ideologe. Es wird ihm zwar kaum gelingen, die in den letzten Jahren aufgerissenen Gräben zuzuschütten. Aber vielleicht vermag er immerhin wieder eine Gesprächsbasis zu schaffen, ohne die ein Heilungsprozess aussichtslos ist. Denn diese Wahl hat in erschreckender Weise deutlich gemacht, dass die Anhänger der beiden politischen Lager geografisch, kulturell und medial in Parallelwelten leben, die kaum noch Überschneidungen aufweisen. (...) Trump war angetreten, um die bestehende Ordnung aufzubrechen. Das hat er getan, in seiner Partei, in den USA und weltweit. Die Trümmerhaufen zu beseitigen, wird viele Jahre in Anspruch nehmen, wenn es denn überhaupt gelingt. Biden hat akute Krisen zu bewältigen und muss gleichzeitig die Behebung des Schadens angehen, den Trump dem Ansehen der USA und ihrer Institutionen zugefügt hat.»

21.33 Uhr: Biden will Corona-Expertenrat einsetzen

Der frisch gewählte US-Präsident Joe Biden will US-Medienberichten zufolge schon am Montag einen Expertenrat zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie vorstellen. Die Einrichtung des Gremiums noch vor der Bekanntgabe der Personalwahl für erste Kabinettsposten unterstreiche, welche Bedeutung Biden dem Kampf gegen die Pandemie einzuräumen plane, berichtete die Nachrichtenseite Axios. Dem Sender CNN zufolge soll es sich um ein zwölfköpfiges beratendes Expertengremium handeln.

Der amtierende Präsident Donald Trump wird noch bis zur geplanten Amtseinführung Bidens am 20. Januar weiter regieren. Biden hatte jedoch schon vor der Wahl vom Dienstag erklärt, dass er sich im Falle eines Wahlsiegs umgehend mit Gouverneuren und Bürgermeistern kurzschliessen würde, um den Kampf gegen die Pandemie voranzutreiben.

21.10 Uhr: Biden gewinnt auch Nevada

Der neu gewählte Präsident Joe Biden hat Auswertungen von Medien zufolge auch im wichtigen Bundesstaat Nevada gesiegt. Damit sichert er sich die Stimmen sechs weiterer Wahlleute und verbessert nochmal seine Position im absehbaren juristischen Kampf gegen den bisherigen Amtsinhaber Donald Trump um das Wahlergebnis.

Auch in Arizona (11 Wahlleute) und Georgia (16) liegt Biden vorn. In diesen beiden Staaten hat vor vier Jahren Donald Trump gewonnen. Sollten sich auch diese Siege bestätigen, käme Biden auf 306 Wahlleute. Notwendig für einen Sieg sind 270. Aktuell hat Biden 279.

20 Uhr: Biden-Ansprache um 2 Uhr früh MEZ erwartet

Joe Biden will sich nach seinem Sieg bei der Präsidentenwahl in den USA an die Nation wenden. Die Ansprache mit der gewählten US-Vizepräsidentin Kamala Harris finde am Samstagabend um 22 Uhr Ortszeit (Sonntag 2.00 Uhr Schweizer Zeit) statt, berichteten mehrere US-Medien, darunter der Sender CNN, unter Berufung auf Bidens Wahlkampfteam. Geplant sei auch ein Feuerwerk und eine Lichtshow.

19.55 Uhr: Trumps Kommentar voller Unwahrheiten

Donald Trump war auf dem Golfplatz, als Joe Biden zum Wahlsieger ausgerufen wurde. In seinem ersten Kommentar tischt er weiterhin Unwahrheiten über die Auszählung der Stimmen auf und weigert sich, seine Niederlage einzugestehen. «Wir alle wissen, warum Joe Biden sich voreilig fälschlicherweise als Sieger ausgibt und warum seine Medienverbündeten so sehr versuchen ihm zu helfen: Sie wollen nicht, dass die Wahrheit ans Licht kommt. Die einfache Tatsache ist, dass diese Wahl noch lange nicht vorbei ist.»

Joe Biden sei «nicht als Sieger irgendeines Bundesstaates» bestätigt. Ab Montag werde Trumps Wahlkampfteam beginnen, den Fall vor Gericht zu verfolgen, «um sicherzustellen, dass die Wahlgesetze vollständig eingehalten werden und der rechtmässige Gewinner bestimmt wird.»

19.21: Sommaruga gratuliert Biden und Harris

Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga hat dem neu gewählten US-Präsidenten Joe Biden und dessen Vizepräsidentin Kamala Harris auf Twitter gratuliert. Die Wahl sei ein starkes Signal.

Die Schweiz sei überzeugt, dass sie mit der neuen Administration die «ausgezeichneten» Beziehungen zu den USA weiterführen und ausbauen könne, twitterte Sommaruga.

Ihr Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) teilte zudem mit, dass Sommaruga Joe Biden einen Gratulations-Brief geschickt habe. Darin zeige sie sich auch erfreut darüber, dass Kamala Harris die erste Vizepräsidentin der USA in der Geschichte sein werde. Sommaruga sei überzeugt, dass die Kooperation auf multilateraler Ebene etwa in der Friedensförderung, bei den Menschenrechten oder beim Klimaschutz ausgebaut werden könne.

19.05 Uhr: TV-Kommentator weint nach Biden-Sieg

Nach vier Jahren US-Präsidentschaft von Donald Trump hat die Erleichterung über die Nachricht des Wahlsieges von Joe Biden einen politischen Kommentator des Senders CNN, Van Jones, zu Tränen gerührt. Wenige Minuten nach der entscheidenden Nachricht war Jones live auf Sendung, als er zu schluchzen begann und unter Tränen hervorstiess, wie erleichtert er darüber sei. «Das ist eine grosse Sache für uns, nur um etwas Frieden finden zu können und die Chance auf einen Neustart zu haben», sagte der schwarze TV-Kommentator unter anderem. Die Nachricht sei eine Genugtuung für viele, die gelitten hätten. «Das ist ein guter Tag für unser Land.»

18.30 Uhr: «Wir haben es geschafft, Joe»

«Wir haben es geschafft, Joe! Du wirst der nächste Präsident der USA.» So gratuliert die designierte US-Vizepräsidentin Kamala Harris in ihrem ersten Telefon dem frisch gewählten US-Präsidenten Joe Biden. Das kurze Video mit der Szene hat sie auf Twitter geteilt.

Zuvor hat sie ebenfalls auf Twitter den Bewohnerinnen und Bewohnern der USA versprochen, sich mit Joe Biden in den Dienst des Landes stellen zu wollen. «Bei dieser Wahl geht es um so viel mehr als um Joe Biden und mich. Es geht um die Seele Amerikas und unsere Bereitschaft, dafür zu kämpfen», schreibt Harris auf Twitter. «Wir haben eine Menge Arbeit vor uns. Lasst uns anfangen.» Noch nie zuvor war eine Nicht-Weisse und Frau in den USA im Amt des Vizepräsidenten.

18.08 Uhr: «Ich werde ein Präsident aller Amerikaner sein»

Der designierte US-Präsident Joe Biden hat sich mit einem Tweet an die Öffentlichkeit gemeldet: «Amerika, ich bin stolz, dass Ihr mich gewählt habt, um unser grossartiges Land anzuführen» schreibt er. Und sendet auch gleich schon eine Nachricht der Versöhnung aus: «Ich werde ein Präsident aller Amerikaner sein – egal, ob Du für mich gestimmt hast oder nicht.»

18 Uhr: Jubel auf den Strassen New Yorks

Sekunden, nachdem mehrere US-Medien den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden zum Sieger der Wahl in den USA erklärt haben, ist in den Strassen New Yorks Jubel ausgebrochen. Zahlreiche Menschen klatschten, schrien und jubelten minutenlang, auf den Strassen oder aus den Fenstern ihrer Wohnung. Viele Autofahrer betätigten pausenlos ihre Hupen.

Ein lokaler Ableger des US-Fernsehsenders NBC verbreite auf Twitter ein Video, das den Moment zeigt, in dem Menschen in einem Park in New York die Nachricht erfahren – und zu jubeln beginnen.

Die Millionenmetropole an der US-Ostküste gilt als überwiegend liberal und demokratisch, Joe Biden hat dort ersten Ergebnissen zufolge den überwiegenden Teil der Stimmen geholt. Die Metropole ist aber auch die Geburtsstadt vom noch amtierenden US-Präsidenten Donald Trump.

17.55 Uhr: Trump will Niederlage nicht anerkennen

US-Präsident Donald Trump will einen Sieg seines demokratischen Herausforderers Joe Biden bei der Wahl in den USA nicht anerkennen. «Die einfache Tatsache ist, dass diese Wahl noch lange nicht vorbei ist», teilte Trump mit.

17.30 Uhr: Biden ist gewählt!

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat nach Erhebungen und Prognosen von US-Medien die Wahl in den USA gewonnen. Das berichten die Nachrichtenagentur AP und mehrere US-Sender übereinstimmend. Der republikanische Amtsinhaber Donald Trump hat in mehreren Bundesstaaten juristische Schritte gegen die Ergebnisse oder die weitere Auszählung abgegebener Stimmen eingeleitet.

Es wird deshalb erwartet, dass Trump seine Niederlage zunächst nicht einräumt. Er stellt sich als Opfer systematischen Wahlbetrugs dar, ohne stichhaltige Beweise für seine Behauptungen vorzulegen. Wegen der Corona-Pandemie hatten Millionen Amerikaner per Brief abgestimmt, weshalb sich die Auszählung der Stimmen hingezogen hatte.

17.02 Uhr: Nach seiner Twitter-Stunde geht Trump Golfen

Inmitten des Wahlkrimis um das Weisse Haus hat US-Präsident Donald Trump den Samstag für einen Ausflug zum Golfspielen genutzt. Der Präsident liess sich bei strahlendem Sonnenschein zu seinem Trump National Golf Club in Sterling vor den Toren der Hauptstadt Washington fahren. Der passionierte Hobby-Golfer verliess damit zum ersten Mal seit dem Wahl-Dienstag das Weisse Haus.

16.22 Uhr: Kräfteverhältnis im US-Senat wird erst im Januar entschieden

Mit zunehmender Ungeduld verfolgen die Amerikaner die Auszählung der Stimmen zur Präsidentschaftswahl. Noch länger wird es dauern, bis das genaue und extrem wichtige Kräfteverhältnis im Senat klar wird - und zwar Monate.

Die Entscheidung über die genauen Mehrheitsverhältnisse im US-Senat und damit möglicherweise auch darüber, wer die Kongresskammer kontrolliert, wird erst in zwei Monaten fallen. In den Wahlen um beide Senatssitze aus dem Staat Georgia ist eine Stichwahl am 5. Januar nötig, wie nach einer langen Auszählung in der Nacht zum Samstag klar wurde. Bei einem Stand von 48 zu 48 Sitzen für jede der beiden Parteien gab es auch in zwei weiteren Senatsrennen noch keinen Sieger, in North Carolina und Alaska. Dort hatten die republikanischen Amtsinhaber aber die Nase vorn.

16.19 Uhr: US-Wahlhelfer wird nach falschen Betrugsvorwürfen bedroht

Bei der Präsidentenwahl in den USA muss sich ein Wahlhelfer im Bundesstaat Georgia verstecken, nachdem Internet-Nutzer ein vielfach geteiltes Video fälschlicherweise so interpretierten, dass er einen Stimmzettel wegwirft. Der Mann erhielt nach Angaben der Wahlleitung zahlreiche Drohungen. Dabei habe er lediglich eine Liste mit Anweisungen weggeworfen, die Wähler oft in den Umschlag steckten, sagte der Wahlleiter in Fulton County, Richard Barron, am Freitagabend (Ortszeit). «Er ist jetzt untergetaucht, weil er bedroht wurde. Ich finde das beschämend.»

15.58 Uhr: Auszählung geht weiter

Als erster US-Bundesstaat hat Pennsylvania heute die Auszählung wieder aufgenommen. In dem Staat im Nordosten kamen laut Datenanbieter Edison Research rund 13’500 weitere Stimmzettel hinzu. Grund dafür ist das Wahlrecht. Im Gegensatz zu anderen Bundesstaaten konnten Wähler in Pennsylvania ihre Briefwahlstimmen noch bis gestern 23 Uhr (17 Uhr Ortszeit) abgeben.

15.49 Uhr: Twitter versteckt Trump-Tweets hinter Warnhinweisen

Die Nachrichtenplattform Twitter hat erneut den Zugang zu mehreren Botschaften von US-Präsident Donald Trump wegen unbelegter Behauptungen über Betrug bei der US-Wahl eingeschränkt. Vier Tweets wurden am Samstag hinter Warnhinweisen versteckt. In den Hinweisen hiess es: «Einige oder alle der Inhalte, die in diesem Tweet geteilt werden, sind umstritten und möglicherweise irreführend in Bezug auf die Beteiligung an einer Wahl oder einem anderen staatsbürgerlichen Prozess».

15.27 Uhr: Auslandamerikaner demonstrieren in Zürich

Die Vereinigung der im Ausland lebenden Anhänger der US-amerikanischen Democratic Party hat am Samstag in Zürich eine Kundgebung durchgeführt. Die Teilnehmenden forderten, dass bei den US-Präsidentschaftswahlen alle legal abgegebene Stimmen mitgezählt werden.

Hintergrund war die Forderung des amtierenden Präsidenten, Donald Trump, die Stimmenauszählung zu stoppen. Die brieflich abgegebenen stimmen fielen zuletzt stark zugunsten seines Herausforderers Joe Biden aus.

Auf dem Lindenhof in Zürich fordern Auslandamerikaner am Samstag eine vollständige Stimmenauszählung.
Bild: Keystone/Alexandra Wey

15.05 Uhr: Weiterhin gespanntes Warten auf die Entscheidung

Das Wahldrama in den USA zieht sich immer weiter in die Länge. Auch mehr als 72 Stunden nach Schliessung der letzten Wahllokale war am Samstag noch nicht endgültig sicher, wer künftig als Präsident im Weissen Haus sitzen wird. Fast alles deutet darauf hin, dass der demokratische Herausforderer Joe Biden (77) gewonnen hat. Allerdings ist weiterhin auch denkbar, dass Donald Trump (74) vier weitere Jahre im Amt bleiben könnte. Das Warten entwickelte sich zunehmend zur Geduldsprobe - für die USA mit ihren fast 330 Millionen Einwohnern, aber auch für den Rest der Welt.

14.45 Uhr: Trump startet mit Twitter-Orgie in den Tag

Nach mehrstündiger Pause startet Donald Trump mit einer Tweet-Salve in den neuen Tag. Er wiederholt jedoch nur seine bereits bekannten Anschuldigungen, dass die Wahl verschoben sei und sein Team illegalerweise keine Erlaubnis bekommen habe, den Urnengang ordnungsgemäss zu beobachten. Ausserdem zweifelt er weiterhin den Verlust seines Stimmen-Vorsprungs in einigen Bundesstaaten an. Vor allem Pennsylvania hat er dabei im Visier. Belege für seine Behauptungen liefert Donald Trump weiterhin nicht.

14.06 Uhr: Trump zweifelt an seinen Anwälten

Donald Trump ist offenbar nicht mit der Arbeit seiner Anwälte zufrieden, so der «Spiegel». Laut CNN hat ein Insider berichtet, dass der Präsident gefragt habe, warum sein Team nicht in der Lage sei, mehr zu erreichen. Das scheint laut CNN darauf hinzudeuten, dass er nicht glaubt, dass seine Anwälte der Aufgabe gewachsen seien. Ein Anwalt des Trump-Teams sagte laut CNN: «Wir spielen mit bis zum Abpfiff.»

11.22 Uhr: Iran hofft bei Biden-Wahlsieg auf Rückkehr der USA zum Atomdeal

Der Iran hofft, dass die USA im Fall eines Wahlsiegs des Demokraten Joe Biden zum Wiener Atomabkommen zurückkehren und die geltenden Sanktionen aufheben. «Inschallah (so Gott will) wird eine neue Regierung in den USA zu ihren internationalen Verpflichtungen zurückkehren», sagte Präsident Hassan Ruhani am Samstag. Die Sanktionen der vergangenen drei Jahre sollten dann umgehend aufgehoben werden, so der Präsident im iranischen Staatsfernsehen.

10.45 Uhr: Biden vs. Trump: Hollywood jubelt schon

Viele US-Promis haben sich für Joe Biden ins Zeug gelegt. Noch werden die Stimmen ausgezählt, doch schon jubelt Hollywood über den Vorsprung des Demokraten. Für Donald Trump gibt es harsche Worte.

US-Sänger John Legend feiert mit einem berühmten Song, Schauspielerin Eva Longoria vergiesst Freudentränen und Bestseller-Autor T.C. Boyle hält den Champagner bereit: auch ohne einen ausgerufenen Sieger in der US-Präsidentschaftswahl fiebern Hollywood-Stars und Künstler einem Machtwechsel im Weissen Haus entgegen.

Dass Donald Trumps demokratischer Herausforderer Joe Biden in der laufenden Auszählung in entscheidenden Bundesstaaten vorne lag, reichte nach tagelanger Anspannung schon für Jubel und Dankesbotschaften aus dem eher linkslastigen Hollywood, verbunden mit scharfen Worten gegen Noch-Präsident Trump.

10.06 Uhr: USA warten weiter auf Entscheidung

In den USA gibt es auch drei Tage nach Schliessung der letzten Wahllokale keine endgültige Entscheidung über den künftigen Präsidenten. Vieles deutet aber darauf hin, dass Präsident Donald Trump nach vier Jahren das Weisse Haus räumen muss. Der demokratische Herausforderer Joe Biden lag am Samstag in vier von fünf umkämpften Bundesstaaten in Führung. Im besonders umkämpften Staat Georgia konnte er seinen Vorsprung etwas ausbauen. Angesichts des sich abzeichnenden Sieges rief Biden seine Landsleute zu Geschlossenheit auf. «Wir mögen Gegner sein, aber wir sind keine Feinde», sagte er.

9.08 Uhr: Biden baut seinen Vorsprung in Georgia weiter aus

Im wichtigen Bundesstaat Georgia ist der Vorsprung von Joe Biden im Rennen um das Weisse Haus noch ein Stück grösser geworden. Zum Stand 9.00 Uhr MEZ am Samstag lag der Demokrat um 7248 Stimmen vor Amtsinhaber Donald Trump, wie der TV-Sender CNN unter Berufung auf Zahlen der Wahlbehörde berichtete. Es war ein deutlicher Zuwachs im Vergleich zu den 4430 Stimmen Vorsprung wenige Stunden zuvor.

Angesichts des engen Rennens ist in Georgia eine Neuauszählung sehr wahrscheinlich. Der wachsende Abstand ist für Biden ein gutes Zeichen, dass er auch danach noch vorn liegen kann.

Biden hatte in Georgia einen Vorsprung Trumps von zeitweise rund 300’000 Stimmen aufgeholt. Wenn der Demokrat in dem Bundesstaat gewinnt, kann Trump nicht mehr die für einen Sieg nötige Marke von 270 Wahlleuten erreichen.

8.53 Uhr: «Trump wird noch einiges Geschirr zerschlagen»

Donald Trump will gegen die Wahlresultate in verschiedenen Bundesstaaten klagen. Was kann er mit dieser Strategie erreichen? Dazu erklärt Claudia Brühwiler, USA-Expertin von der Universität St. Gallen im Gespräch mit dem «TagesAnzeiger»: «Er stört das Getriebe und sorgt für Verzögerungen und Unruhe. Damit will er seine Anhänger bei der Stange halten.»

Mit «haltlosen Vorwürfen» komme der Präsident aber nicht weit. Er könne nicht einfach zum Supreme Court durchmarschieren: «Das Oberste US-Gericht nimmt nur Klagen an, die von der Ebene des Bundesstaates weitergezogen werden.»

Brühwiler rechnet damit, dass auch nach Bekanntgabe eines Wahlsiegers – der nach aktuellem Stand der Dinge Joe Biden heissen dürfte – keine Ruhe einkehren wird: «Wir werden noch einiges an Hickhack erleben, weil wir es mit einem schlechten Verlierer zu tun haben.»

«Trump hat immer noch allerlei Macht, um einen möglichst grossen Scherbenhaufen zu hinterlassen, sei es mittels sogenannter Executive Orders, Dekreten des Präsidenten, oder seines Rechts, Personen zu begnadigen», sagt Brühwiler. Verhalte sich Trump wie bei seinem Auftritt in der Nacht auf Freitag, «dann wird er noch einiges Geschirr im Weissen Haus zerschlagen».

7.41 Uhr: Was geht in Trump vor?

Auch wenn noch keine Entscheidung gefallen ist: Für Donald Trump sieht es nach aktuellem Stand nicht gut aus. Was geht im Präsidenten wohl vor? Auf CNN wurde diese Frage Anthony Scaramucci gestellt, der für kurze Zeit als Pressesprecher für Trump tätig war, dem Präsidenten heute aber kritisch gegenübersteht. Trump habe verloren und werde definitiv ein «schlechter Verlierer» sein, ist sich Scaramucci sicher. Er sei sich nicht gewohnt, Niederlagen einräumen zu müssen. Sorge bereite ihm, dass Trump nihilistisch handeln könnte – im Sinne: «Wenn ich untergehe, reisse ich alle anderen mit mir.»

Als er Trumps Pressekonferenz Dienstagnacht (Ortszeit) gesehen habe, habe er sich gedacht: «Komm schon, du hast verloren. Räume das ein und erfinde nicht solche Sachen» – gemeint waren Trumps unbelegte Vorwürfe von Wahlbetrug.

Gibt es überhaupt jemand in Trumps Umfeld, der ihm im Falle einer Niederlage mit der unschönen Wahrheit konfrontieren könnte? Natürlich, sagt Scaramucci: Tochter Ivanka, aber auch Trumps langjährige Verbündete Kellyanne Conway könnten ihm immer die Wahrheit sagen. «Ob er auch zuhört, ist eine andere Frage.»

7.27 Uhr: Trump-Nichte: «Danke, Präsident Biden»

Mary L. Trump, die Nichte des amtierenden US-Präsidenten, liegt mit ihrem berühmten Onkel bekanntlich über Kreuz. Auf Twitter reagierte sie nun auf Joe Bidens Ansprache – und machte klar, dass sie den Demokraten bereits als Wahlsieger sieht: «Danke, Präsident Biden», schrieb die Psychologin knapp. In einem weiteren Tweet forderte Mary L. Trump, dass Biden offiziell als Wahlsieger ausgerufen werden sollte: «Es ist Zeit.» Die tagelange Hängepartie bezeichnete sie als «absurd – und zunehmend gefährlich».

5.46 Uhr: Trumps Stabschef positiv auf Coronavirus getestet

Der Stabschef des Weissen Hauses, Mark Meadows, hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Zwei ranghohe Regierungsvertreter bestätigten am Freitag, dass Meadows positiv getestet worden sei. Donald Trumps Stabschef war im Wahlkampfendspurt mit dem Präsidenten im Land unterwegs gewesen. Öffentlich wurde Meadows zuletzt in der Nacht zum Mittwoch ohne Maske gesehen, als Trump fälschlicherweise den Wahlsieg für sich beanspruchte, obwohl die Stimmenauszählung noch läuft. Als der Präsident selbst vor mehr als einem Monat an Covid-19 erkrankte, gehörte Meadows zu den engsten Vertrauten seiner Entourage. Doch wurde der Stabschef täglich getestet und behielt sein Arbeitspensum bei.

In den Vereinigten Staaten sind am Freitag über 125’000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden, mehr als an jedem anderen Tag seit Ausbruch der Pandemie. 

5.10 Uhr: Joe Biden spricht zum amerikanischen Volk

Ein siegessicherer Joe Biden richtete sich um 22.50 Uhr Ortszeit (4.50 Uhr MEZ) in einer kurzen Rede im Chase Center in seiner Heimatstadt Wilmington (Delaware)  an das amerikanische Volk. Er erklärte sich trotz seines Vorsprungs nicht zum Sieger der Wahl, aber sagte: «Wir werden dieses Rennen gewinnen – und wir werden es mit einer eindeutigen Mehrheit gewinnen.» Er liege in den drei wichtigen Staaten Pennsylvania, Arizona und Nevada vor Präsident Donald Trump und sei auf dem besten Weg, mehr als 300 Elektorenstimmen zu bekommen. 270 Wahlleute-Stimmen sind nötig um die Wahl zu gewinnen. Biden betonte, dass mehr als 74 Millionen Wähler ihre Stimme für ihn abgegeben hätten, ein neuer Rekord. Die Wähler hätten ihm mit ihren Stimmen einen Handlungsauftrag in Sachen Coronavirus, Wirtschaft, Klimawandel und systemischen Rassismus gegeben haben, so Biden.

Zugleich warb Biden – mit seiner Vize-Kandidatin Kamala Harris an seiner Seite – um Eintracht im politisch zutiefst gespaltenen Land. Die Parteien mögen zwar Gegner sein, seien aber keine Feinde, sagte er. «Lasst uns den Zorn und die Dämonisierung hinter uns lassen.» Die Aufgabe der Politik sei nicht «erbarmungsloser Krieg», sondern die Lösung von Problemen, sagte Biden weiter.

3.39 Uhr: Trump holt in Arizona weiter auf

In Arizona ist Joe Bidens Vorsprung auf unter 30’000 Stimmen zurückgegangen. Etwa 235’000 Stimmen stehen noch zur Auszählung an, das dürfte sich bis zum Wochenende hinziehen. Zuletzt hatte Trump nur langsam seinen Rückstand aufgeholt.

2.49 Uhr: Bidens Vorsprung wächst auch in Pennsylvania

Joe Biden baut seine Führung auch im umkämpften Pennsylvania aus. Der Präsidentschaftskandidat hatte dort am Freitagabend (Ortszeit) einen Vorsprung von mehr als 19’500 Stimmen oder rund 0,29 Prozentpunkten vor Amtsinhaber Donald Trump. Abgegeben wurden mehr als 6,5 Millionen Stimmen. Bei einem Abstand von weniger als 0,5 Prozentpunkten zwischen den zwei Kandidaten schreiben Pennsylvanias Gesetze eine Nachzählung vor.

Aus der Website des für das Wahlprozedere im Staat zuständigen Ministers ging hervor, dass noch 102’541 weitere Briefwahlstimmen gezählt werden müssen – darunter viele aus Allegheny County, ein als Demokraten-Hochburg geltender Bezirk, in dem die Grossstadt Pittsburgh liegt. Auf eine Erfassung warten auch Wahlzettel aus Philadelphia County, das ebenfalls traditionell überwiegend demokratisch wählt.

Zudem gibt es womöglich Zehntausende provisorische Stimmzettel, die noch ausgewertet werden könnten. Diese stammen von Urnengängern, bei denen Zweifel an ihrem Wahlrecht bestehen. Diese können ihre Stimmen dennoch provisorisch abgeben – wenn die Fragezeichen von Beamten ausgeräumt werden können, zählen die Stimmen.

2.44 Uhr: Biden-Ansprache?

Wie die «New York Times» berichtet, könnte Joe Biden eine Rede an die Nation halten, auch wenn heute noch kein Sieger der Wahl verkündet wird. Obwohl Biden kurz vor dem Sieg steht, ist in den nächsten Stunden nicht mit einer Entscheidung in Pennsylvania zu rechnen. Ursprünglich hiess es, der Demokrat und seine Vizekandidatin Kamala Harris würden um 20 Uhr Ortszeit (2 Uhr MEZ) eine Ansprache halten. Offenbar war das Biden-Harrris-Team davon ausgegangen, dass bis dahin ein Sieger feststehen würde.

2.41 Uhr: Spät eingegangene Stimmzettel separat zählen

In seiner ersten Entscheidung nach der Präsidentenwahl hat das Oberste Gericht der USA verfügt, dass in Pennsylvania die nach Schliessung der Wahllokale eingetroffenen Stimmzettel getrennt aufbewahrt und ausgezählt werden müssen. Das macht es einfacher, sie nicht bei der endgültigen Auszählung zu berücksichtigen, wenn sie für ungültig erklärt werden sollten. Der Richter Samuel Alito traf die Eilentscheidung am Freitag auf Antrag der Republikaner. Die Behörden hatten die Stimmzettel allerdings bereits getrennt gesammelt.

In dem Streit geht es um per Post verschickte Stimmzettel, die binnen drei Tagen nach dem Wahltag am 3. November eintreffen. In Pennsylvania sollen sie noch berücksichtigt werden.

Die Republikaner zogen bereits ein drittes Mal vor Gericht dagegen. Vor der Wahl war das Oberste Gericht der USA nicht dagegen eingeschritten. Drei konservative Richter – darunter auch Alito – zeigten sich zugleich aber offen dafür, die Frage nach dem Wahltag noch einmal zu behandeln. Ein Haken ist, dass die Verlängerung von dem Obersten Gericht des Bundesstaates beschlossen wurde. Konservative Rechtsexperten brachten deshalb bereits das Argument vor, dass sich die Richter in Pennsylvania in das Verfahren zur Wahlgestaltung eingemischt hätten, was ihnen nicht zustehe.

2.27 Uhr: Spenden für Prozesse – und Wahlkampfschulden

Donald Trump ruft seine Anhänger zu Spenden für Rechtsstreitigkeiten bei der Wahl auf, will mit den Geldern aber auch Wahlkampfschulden abbezahlen – das geht allerdings erst aus dem Kleingedruckten seiner Spendenaufrufe hervor. Angesichts der drohenden Niederlage des Republikaners gegen seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden verschickt sein Wahlkampfteam Mails an Unterstützer, in denen mit wachsendem Druck um Geld gebeten wird.

So heisst es in einer dieser Mails vom Freitag: «Bislang hast Du alle unsere E-Mails ignoriert, in denen Du gebeten wurdest, gemeinsam mit uns die Wahl zu verteidigen.» Man solle bitte «sofort» dazu beitragen und spenden. Beim Klick auf einen Link in der Mail wird der Nutzer auf eine Website geleitet, auf der es heisst: «Die Demokraten werden versuchen, diese Wahl zu stehlen! Bitte spende jetzt jeden Betrag, um die Integrität unserer Wahl zu verteidigen.»

Auf der Seite werden Spenden zwischen 5 Dollar (4,21 Euro) und 2800 Dollar vorgeschlagen oder aber ein frei wählbarer Betrag. Wer nach unten scrollt, findet dort im Kleingedruckten die Information, dass 60 Prozent der Beiträge auf ein Konto fliessen, mit dem Wahlkampfschulden abbezahlt werden. Zunächst hatte das «Wall Street Journal» berichtet. Trump hat bei der Wahl Betrug bemängelt, wofür es bislang keine Belege gibt. Er hat angekündigt, vor Gericht zu ziehen.

1.35 Uhr: Biden baut Führung in Nevada leicht aus

Auch in Nevada hat Demokrat Joe Biden seinen Vorsprung vor Präsident Donald Trump leicht vergrössert. Am Freitagnachmittag (Ortszeit) hatte der Herausforderer mit 22’657 Stimmen die Nase vorn. Der Stimmenzuwachs für Biden kam aus Clark County, das als Hochburg der Demokraten gilt. Der Bezirk umfasst die Casino-Metropole Las Vegas und drei Viertel von Nevadas Bevölkerung von rund drei Millionen Einwohnern. Die Stimmenauszählung in dem Staat – wie auch in mehreren anderen wahlentscheidenden Battleground States – ging weiter.

Die frischen Auszähldaten aus Nevada fussten unter anderem auf 63’000 Briefwahlstimmen, mit deren Erfassung Mitarbeiter der Wahlbehörde am Freitagmorgen (Ortszeit) begannen, wie der zuständige Beamte in Clark County, Joe Gloria, mitteilte. Er gehe davon aus, dass der Grossteil der Stimmen bis Sonntag ausgewertet sei. 60’000 weitere Wahlzettel würden später bearbeitet, ergänzte Gloria.

0 Uhr: Trump warnt Biden vor Beanspruchung des Wahlsiegs

Sich selbst hat er bereits vor Tagen – fälschlicherweise – zum Sieger der US-Wahl erklärt, aber Donald Trump warnt nun seinen in Führung liegenden Kontrahenten Joe Biden davor, sich als Sieger der Abstimmung auszurufen. «Joe Biden sollte das Amt des Präsidenten nicht zu Unrecht beanspruchen. Ich könnte diese Behauptung auch machen. Gerichtsverfahren beginnen gerade erst!», twitterte der Präsident am Freitagnachmittag (Ortszeit).

23.42 Uhr: Biden mit grösserem Vorsprung in Georgia

Im wichtigen Bundesstaat Georgia ist der Vorsprung des demokratischen Kandidaten Joe Biden im Rennen ums Weisse Haus grösser geworden. Zum Stand nach 23.00 Uhr MEZ lag Biden um 4235 Stimmen vor Amtsinhaber Donald Trump, wie aus Zahlen der Wahlbehörde hervorging. Es war ein Sprung – zuvor hatte er 1533 Stimmen Vorsprung.

Biden hatte in Georgia einen Vorsprung Trumps von zeitweise rund 300’000 Stimmen aufgeholt. Wenn der Demokrat in dem Bundesstaat gewinnt, kann Trump nicht mehr die für einen Sieg nötige Marke von 270 Wahlleuten erreichen. In Pennsylvania, das Biden mit 20 Wahlleuten direkt den Sieg bringen kann, lag Biden zuletzt mit rund 14’500 Stimmen vorn. Sein Vorsprung in Nevada stieg auf über 20’100 Stimmen und in Arizona lag er 39’400 Stimmen vor Trump.

23.30 Uhr: Chaos im Weissen Haus

CNN berichtet unter Berufung auf einen Berater von Präsident Donald Trump, dass im Weissen Haus «Chaos» herrsche. Trump und Berater wie sein Anwalt Rudy Giuliani suchen dem Bericht zufolge nach einer «brauchbaren Behauptung», dass ein Wahlbetrug im Gange sei. Der Präsident weigere sich, eine Niederlage als mögliche Realität anzuerkennen.

Es wird vermutet, dass Trump vor Bidens geplanter Ansprache heute Abend (Ortszeit) vor die Kameras treten dürfte.

22.57 Uhr: Behörde weist Manipulationsvorwürfe zurück

Die für die Sicherheit der Wahl zuständige Behörde hat Fälschungsvorwürfe zurückgewiesen – ohne dabei zu erwähnen, dass die Vorwürfe in weiten Teilen von Präsident Donald Trump kommen. Die lokalen Wahlbüros verfügten über Aufklärungsmöglichkeiten, die es «extrem schwierig» machten, Wahlbetrug mit gefälschten Stimmzetteln zu begehen, erklärte die Behörde für Cybersicherheit und Infrastruktur-Sicherheit (Cisa) am Freitag in einer Mitteilung.

Bislang operierte Cisa weitgehend im Hintergrund, ist daher vielen im Land kaum ein Begriff, obwohl ihr bei der Wahl eine Schlüsselrolle zukommt. Die Behörde erklärte, sie trete Gerüchten entgegen, wonach sie oder das Ministerium Stimmzettel mit Sicherheitsmerkmalen gedruckt habe und diese nun überprüfe, um Betrug zu verhindern. Das sei Aufgabe der Behörden in den einzelnen Staaten. Cisa ruft wegen der Pandemie und der gestiegenen Bedeutung der Briefwahl seit Wochen zu Geduld bei der Stimmauszählung auf.

22.25 Uhr: Republikaner stellen Antrag zur Briefwahl am Supreme Court

Die Republikaner in Pennsylvania haben beim obersten US-Gericht per Eilantrag die separate Aufbewahrung von nach dem Wahltag eingegangenen Briefwahlstimmen beantragt. Zuvor hatte der Demokrat Joe Biden Amtsinhaber Donald Trump bei der Auszählung in dem US-Staat am Freitag überholt. Der Antrag der Republikaner ist Teil einer juristischen Strategie mit dem Ziel, die Auszählung nach dem Wahltag eingetroffener Briefwahlstimmen zu verhindern.

In Pennsylvania ist die Frist für den Eingang von Briefwahlstimmen der Freitag – anders als in anderen US-Staaten, in denen der Wahltag als Stichtag gilt. Vor der Wahl hatte der Supreme Court es abgelehnt, diese Regelung zu kippen. Doch mehrere konservativ eingestellte Richter hatten sich offen dafür gezeigt, das Thema nach der Wahl noch einmal aufzugreifen.

21.40 Uhr: Biden liegt in entscheidenden Staaten vorn

In Pennsylvania liegt Biden am Freitagnachmittag (Ortszeit) gut 13'600 Stimmen vor Amtsinhaber Donald Trump. Rund 100'000 Stimmen stehen noch aus. Allerdings hat Biden seine Position konstant verbessern können und den Vorsprung auf Trump laufend ausgebaut. 

In Nevada hat Biden seinen Vorsprung auf gut 20'100 Stimmen nahezu verdoppelt. Hier gehen Wahlkommentatoren nicht davon aus, dass sich durch noch ausstehende Stimmen etwas an dieser Mehrheit ändern wird – weil diese vor allem aus dem demokratenstarken Las Vegas stammen.

In Georgia liegt Biden um rund 1600 Stimmen vor Trump. Experten erwarten, dass die noch ausstehenden Stimmen diesen Vorsprung vergrössern. Rund 8200 Briefwahlstimmen sind noch nicht gesichtet. Aufgrund des knappen Vorsprungs von Biden scheint eine Nachzählung unausweichlich. 

In Arizona ist Bidens Vorsprung leicht zurückgegangen – auf knapp 41'000 Stimmen. Etwa 220’000 Stimmen stehen noch zur Auszählung an.

21.30 Uhr: So sieht ein ehrenvoller Abschied aus, Herr Trump

Auf Twitter hat der ehemalige dänische Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen Präsident Trump einen ehrenvollen Abschied aus dem Weissen Haus empfohlen. Rasmussen schrieb am Freitag an Trump gerichtet: «Nur ein kleiner Rat... So ist die richtige Art, ein Amt nach einer Wahlniederlage ehrenvoll zu verlassen.»

Dazu veröffentlichte Rasmussen, der der rechtsliberalen Partei Venstre angehört, ein Foto, das ihn beim Verlassen des Parlaments in Kopenhagen zeigt, nachdem er die Amtsgeschäfte 2019 an seine Nachfolgerin Mette Frederiksen übergeben hatte. 

21.10 Uhr: Update aus Georgia – Biden führt knapp 

An einer Medienkonferenz in Atlanta wird über den neusten Stand der Auszählung in Georgia informiert. Im Bundesstaat mit 16 Wahlleuten sind mittlerweile über 98 Prozent der Stimmen ausgezählt. An einer Nachzählung führt dort ziemlich sicher kein Weg vorbei, zu knapp ist der Vorsprung von Biden auf Trump. Aktuell beträgt er 1603 Stimmen. In Georgia kann die ganze Sache als noch dauern. 

20.45 Uhr: Wieso sind alle Augen auf Pennsylvania gerichtet?

Im Bundesstaat Pennsylvania zieht sich die Auszählung der Stimmen hin. Alleine in der Stadt Philadelphia müssen noch 40'000 Wahlzettel gesichtet werden. Weil Pennsylvania erst am Wahltag mit der Stimmenauszählung beginnen konnte und auch Briefwahlzettel gültig sind, die an jenem Tag eingeworfen worden sind, dauert die Auszählung an.

Anders als andere Medien rechnet CNN Arizona mit elf Wahlleuten noch nicht den Demokraten zu. Demnach liegt Joe Biden bei insgesamt 253 Wahlleuten. 270 reichen für die Präsidentschaft – und Pennsylvania stellt 20 Wahlleute. Sprich: Gewinnt Biden hier, wäre das Rennen ganz sicher gelaufen.

20 Uhr: Trump spricht weiter von «illegalen Stimmen»

US-Präsident Donald Trump hat am Freitag erneut den Vorwurf erhoben, nach der Präsidentschaftswahl vom Dienstag würden «illegale Stimmen» gezählt. Es gehe um die Integrität des gesamten Wahlprozesses. Der Präsident kündigte erneut an, alle rechtlichen Mitteln nutzen zu wollen.

An das amerikanische Volk gerichtet fügte er hinzu: «Ich werde niemals aufgeben, für euch und unsere Nation zu kämpfen.» Seit der Wahlnacht hat Trump mehrfach behauptet, es gebe Wahlbetrug – ohne Beweise dafür zu nennen. Am Freitag hatte bereits der Leiter der Rechtsabteilung in Trumps Wahlkampfteam, Matt Morgan, erklärt: «Diese Wahl ist nicht vorbei.» 

19.30 Uhr: Rund 13'000 Stimmen Vorsprung für Biden in Pennsylvania

Der Bürgermeister von Philadelphia, Jim Kenney, hat die Vorwürfe des Wahlbetrugs von US-Präsident Donald Trump entschieden zurückgewiesen. «Wie wir erwartet haben, haben die Wähler und Einwohner von Philadelphia dafür gesorgt, dass unsere Stadt als Beispiel dafür herausragt, wie man eine Wahl korrekt durchführt», sagte Kenney am Freitag an einer Pressekonferenz. 

Philadelphia ist die grösste Stadt im Bundesstaat Pennsylvania, der den Ausgang der Wahl entscheiden könnte. Das Rennen im Bundesstaat ist eng, noch immer ist eine erhebliche Anzahl an Stimmen in Pennsylvania nicht ausgezählt. Momentan beträgt der Vorsprung von Biden rund 13'000 Stimmen. 

19 Uhr: Biden plant Ansprache am Freitagabend

Wie CNN berichtet, plant Joe Biden eine Rede für Freitagabend Ortszeit. Laut dem Sender wird gemunkelt, dass es sich dabei um eine Siegesrede handeln könnte – sofern das Rennen in einigen Stunden entschieden ist. Vor Biden soll sich auch seine Vizekandidatin Kamala Harris äussern. Ein Sprecher von Bidens Wahlkampfteam hat diese Meldung gegenüber der Deutschen Presse-Agentur bestätigt. Biden hat sich seit der Wahl bereits drei Mal an das amerikanische Volk gewendet und zu Geduld angesichts der laufenden Auszählung aufgerufen.

18.10 Uhr: Biden verdoppelt Vorsprung in Nevada 

Joe Biden kann seinen Vorsprung im Bundesstaat Nevada ausbauen. Dieser verdoppelt sich und beträgt neu rund 22'000 Stimmen. In Nevada sind über 90 Prozent der Stimmen ausgezählt. 

17.45 Uhr: Biden Sprecher über Trump «Eindringling» aus dem Weissen Haus eskortieren

Das Wahlkampfteam von Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat im Falle eines Sieges die erzwungene Entfernung von Amtsinhaber Donald Trump aus dem Weissen Haus ins Spiel gebracht. «Die Regierung der Vereinigten Staaten ist durchaus in der Lage, Eindringlinge aus dem Weissen Haus zu eskortieren», sagte Sprecher Andrew Bates übereinstimmenden Medienberichten zufolge. Bates reagierte damit auf Befürchtungen, dass Trump eine drohende Wahlniederlage nicht eingestehen könnte. Biden selbst hatte sich bereits vor Wochen ähnlich geäussert.

17.30 Uhr: In Georgia droht eine Neuauszählung

In Georgia rechnen die zuständigen Behörden mit einer Neuauszählung. Sowohl Trump als auch Biden können dies beantragen, wenn ihre Ergebnisse höchstens 0,5 Prozentpunkte auseinander liegen. Das ist in Georgia derzeit der Fall – es müssen allerdings noch wenige Tausend Wahlzettel ausgezählt werden.

17 Uhr: Zahlen-Updates

In Georgia führt Biden mit 1500 Stimmen – rund 4000 Wahlzettel sind noch nicht gezählt. Da es derart eng ist, könnten 8800 Im Ausland lebende Amerikaner und Armeeangehörige noch ins Gewicht fallen, deren Briefwahlzettel erst eintreffen.

In Arizona wurde ein grosser Bezirk ausgezählt: Insgesamt hat Trump hier einige Tausend Stimmen zugelegt. Biden hat einen Vorsprung von noch 40'000 Stimmen. Gut 200'000 Wahlzettel müssen noch gesichtet werden.

In Pennsylvania hat Biden sein Plus auf rund 6800 Stimmen ausgebaut. Hier werden demnächst neue Zahlen erwartet.

16.35 Uhr: Republikaner, die Trump nicht glauben

Nicht alle Republikaner stimmen Donald Trump zu: Der populäre Politiker Chris Christie forderte den Präsidenten auf, Beweise für einen Betrug vorzulegen – oder seine aufpeitschende Rhetorik zu unterlassen.

Senator Mitt Romney aus Utah ergänze nach einem Treffen im Weissen Haus, dass die Auszählung nicht gestoppt werden dürfe. «Alle Stimmen zu zählen ist das Herz der Demokratie», betonte Romney.

Es gebe schlicht keine ihm bekannten Belege für Korruption oder Betrug im Zusammenhang mit der Wahl, sagte selbst Pat Toomey, der republikanische Senator aus dem umstrittenen Bundesstaat Pennsylvania. 

16.25 Uhr: Trumps Anwälte weiter optimistisch

Das Wahlkampfteam von US-Präsident Donald Trump hat sich am Freitag weiter optimistisch gezeigt. Nachdem Herausforderer Joe Biden in vier noch offenen Bundesstaaten in Führung lag, erklärte der Leiter der Rechtsabteilung von Trumps Team, Matt Morgan: «Diese Wahl ist nicht vorbei.»

Die Prognosen von Wahlsiegen Bidens in Pennsylvania, Georgia, Nevada und Arizona beruhten auf Ergebnissen, die noch lange nicht vollständig seien. «Sobald die Wahl abgeschlossen ist, wird Präsident Trump wiedergewählt sein», so Morgan.

In Pennsylvania habe es «viele Unregelmässigkeiten» gegeben, hiess es in einer schriftlichen Erklärung. So sei Freiwilligen des Trump-Teams der Zugang zur Auszählung verwehrt worden. Kathy Boockvar, die Staatssekretärin von Pennsylvania, hatte dagegen bekundet, Vertreter beider Kandidaten und Parteien seien für die Auszählung registriert worden und dabei anwesend.

In Georgia werde es eine Neuauszählung der Stimmen geben, kündigte Morgan an. «Wir sind zuversichtlich, dass wir Stimmzettel finden, die ordnungswidrig gesammelt wurden.» In Nevada seien Tausende von Briefwahlstimmen ordnungswidrig abgegeben worden.

15.50 Uhr: Update Georgia

In Georgia standen vor einer Stunde noch knapp 8200 Wahlzettel zur Zählung aus. Biden hat hier nur einen Vorsprung von 1000 Stimmen. Wenn Biden hier gewinnt, kommt er auf 269 Wahlleute – und Trump müsste alle anderen Staaten gewinnen, die noch ausstehen, um im Amt zu bleiben.

15.30 Uhr: Gefährliche Rhetorik

Donald Trump Jr. steht in der Kritik, weil er via Twitter seinen Vater zum «totalen Krieg» wegen angeblichen Wahlbetrugs aufgefordert hat. Wohin so was führen kann, musste Trumps Ex-Berater Steve Bannon gerade erfahren: Der Rechtsaussen wurde von Twitter und YouTube verbannt, weil er zu Gewalt gegen den Direktor das FBI und den Immunologen Anthony Fauci aufgerufen hatte.

15.10 Uhr: Warum das Rennen nun gelaufen sein sollte 

Beim jüngsten Stimmen-Paket aus Philadelphia (siehe 14.50 Uhr) haben satte 87 Prozent für Biden gestimmt. 20'000 weitere Stimmen aus der Stadt und 110'000 weitere aus Pittsburgh sowie Briefwahlzettel folgen noch.

Es ist kaum denkbar, dass diese mehrheitlich für Trump ausfallen könnten. Damit hätte Biden mehr als die erforderlichen 270 Wahlleute im Electoral College sicher – egal, was anderswo noch passiert.

14.52 Uhr: Biden dreht Pennsylvania

Es ist passiert: Philadelphia hat Joe Biden in Pennsylvania in Führung gebracht. Er liegt mit 5500 Stimmen vorn. Allein aus Philadelphia folgen noch 20'000 Wahlzettel, die den Vorsprung ausbauen dürften. Insgesamt fehlen noch 130'000 Wahlzettel.

14.50 Uhr: Warum Biden vor einem Sieg steht

Wenn Pennsylvania mit seinen 20 Wahlleuten an Joe Biden geht, kann Trump nicht mehr gewinnen. In wenigen Minuten wird ein weiteres Paket gezählter Stimmen aus Phildadelphia erwartet, einer Demokraten-Hochburg. Und in Nevada stammen 90 Prozent der fehlenden Stimmen aus Clark County, für die dasselbe gilt. Es sieht schlecht aus für Donald Trump.

14.40 Uhr: Dollar schwächelt

Der Dollar gibt am Freitag nach und ist zur Schweizer Währung bis auf 0,8994 Franken gesunken. Das ist der tiefste Stand seit Januar 2015, als die Schweizerische Nationalbank den Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken aufgehoben hatte.

Händler sprechen von einer ausgeprägten Dollarschwäche. Die in unsicheren Zeiten gesuchte US-Währung gebe wegen der zunehmend höheren Wahrscheinlichkeit eines Siegs des Demokraten Joe Biden in der US-Präsidentschaftswahl nach.

Allerdings droht weiterhin dann Ungemach, da Präsident Donald Trump sich in mehreren Staaten juristisch zur Wehr setzt. Letztlich könnte über den Wahlausgang das oberste Gericht, der Supreme Court, entscheiden.

Der Dollar, der am Vormittag noch deutlich über 0,90 notiert hatte, bröckelte im Verlauf zunehmend ab . Auch gegenüber dem Euro büsste der Dollar an Wert ein, aktuell kostet er 1,1871.

14.30 Uhr: Republikaner stärken Trump den Rücken

Die führenden Köpfe von Trumps Partei haben sich bisher in der Öffentlichkeit erst zurückhaltend zu den Geschehnissen und den Wahlbetrugs-Vorwürfen des Präsidenten geäussert. «Wo sind die Republikaner?», schimpfte Trumps Sohn Eric auf Twitter und rief die führenden Leute der Partei auf: «Zeigt mehr Rückgrat, kämpft gegen diesen Betrug!»

Nun wurde dieser Ruf offenbar erhört: Ebenfalls auf Twitter teilte die Republikanische Partei einen Spendenaufruf des Präsidenten, mit dem er Geld für die angestrebten Klagen in verschiedenen Bundesstaaten sammelt. «Präsident Trump braucht IHREN Einsatz, um die Integrität unserer Wahlen zu VERTEIDIGEN», heisst es dazu.

14.15 Uhr: Trump erntet Kritik aus den eigenen Reihen

Chris Christie, der republikanische Gouverneur von New Jersey, hat wenig Verständnis für die Wahlbetrug-Anschuldigungen des Präsidenten: Das sei, als würde man eine Anklage erheben, ohne einen Beweis vorzulegen, sagte Christie auf dem Sender ABC News. Das sei umso schwerwiegender, als dass Trumps Anschuldigungen «alles unterminieren, woran wir in unserem System glauben». Es sei zwar das Recht des Präsidenten, solche Vorwürfe zu erheben, so Christie – «aber zeig uns den Beweis». 

14.04 Uhr: Pennsylvania zählt weiter

In Pennsylvania soll es bald neue Informationen zum Stand der Auszählung geben. Laut CNN soll es vor allem um die Grossstadt Philadelphia gehen. In Pennsylvania führt Donald Trump aktuell noch, doch sein Vorsprung ist hier ebenfalls geschrumpft: Die Stimmen aus Philadelphia könnten den Ausschlag geben. Laut einer Übersicht des Senders sind rund 95 Prozent der Stimmen ausgezählt. Es geht um die Stimmen von 20 Wahlleuten. 

12.08 Uhr: Was passiert, wenn Biden in Georgia gewinnt?

Im Rennen um das Weisse Haus hat Herausforderer Joe Biden nach einer langen Aufholjagd die Führung in Georgia übernommen. Für den Wahlausgang könnte dies entscheidend sein – und zu einer äusserst kuriosen Situation führen, bei der am Ende gar der Kongress darüber entscheidet, wer nächster US-Präsident wird. Wieso, lesen Sie hier.

10.33 Uhr: Biden überholt Trump in Georgia

In Georgia liegt Joe Biden nach den jüngsten Zahlen nun vor Donald Trump. Nach dem aktuellen Stand der Auszählung liegt der demokratische Präsidentschaftskandidat dort nun 917 Stimmen vor dem republikanischen Amtsinhaber. Gewinnt Biden in dem Bundesstaat, fehlt ihm nur noch eine einzige Elektorenstimme, um die Wahl ins Weisse Haus zu gewinnen. Trump umgekehrt könnte sich so die Wahl nicht mehr sichern.

10 Uhr: Secret Service verstärkt den Schutz von Biden

Der Secret Service entsendet einem Medienbericht zufolge zusätzliche Mitarbeiter zum Schutz des US-Präsidentschaftskandidaten Joe Biden in den Bundesstaat Delaware. Biden werde sich mindestens noch einen weiteren Tag in der Stadt Wilmington aufhalten und möglicherweise bereits am Freitag eine grosse Rede halten, berichtet die «Washington Post» unter Berufung auf zwei ungenannte Quellen. Dies habe Bidens Wahlkampfteam der Behörde mitgeteilt.

Dem Bericht zufolge sind bereits Dutzende Mitarbeiter des Secret Service im Kongresszentrum Chase Center im Einsatz, wo sich Biden mit seinem Team einquartiert hat. Die zusätzlichen Agenten sollten voraussichtlich ab Freitag die Sicherheitsvorkehrungen dort verstärken. Die Anzahl der in Wilmington abgestellten Mitarbeiter entspricht demnach aber nicht dem Schutz, der einem designierten Präsidenten zusteht. Eine Sprecherin des Secret Service erklärte, man werde sich nicht öffentlich zu den Sicherheitsvorkehrungen äussern.

9.10 Uhr: Hotspot Philadelphia

In Pennsylvania, wo Trump einst 600'000 Stimmen Vorsprung hatte, liegt der Präsident nur noch mit gut 18'200 Stimmen in Front. Etwa vier Prozent der Wahlzettel müssen noch gezählt werden. Sie kommen aus den urbanen Zentren Pittsburgh und Philadelphia, wo Biden bisher um die 80 Prozent der Stimmen einsacken konnte. Die Stimmung in dem Bundesstaat ist angespannt, nachdem Bewaffnete in einem Humvee-Armeejeep in Philadelphia das Auszählen beenden wollten.

8.34 Uhr: Trump in Georgia nur noch 665 Stimmen vorn

In Georgia sind inzwischen mehr als 99 Prozent der Stimmen ausgezählt und Donald Trump führt hier nur noch mit einem hauchdünnen Vorsprung von rund 1'200 Stimmen. Etwa 14'000 Stimmen müssen noch ausgezählt werden. Darunter befinden sich auch Counties, die stark demokratisch geprägt sind. Laut der «New York Times» haben die Republikaner in Georgia bereits mehrere Klagen angekündigt, um Stimmen für ungültig erklären zu lassen. Update 8:45 Uhr: Es sind nur noch 665 Stimmen.

8.10 Uhr: Bewaffnete nahe Auszählung festgenommen

Die Polizei in Philadelphia hat in der Nähe des Kongresszentrums, wo Stimmen der US-Präsidentenwahl ausgezählt werden, zwei Männer mit Waffen in ihrem Fahrzeug festgenommen. Die Behörden äusserten sich zunächst nicht zu den Hintergründen. Der Lokalsender WPVI berichtete in der Nacht zum Freitag (Ortszeit), die Polizei habe einen Hinweis bekommen, wonach ein Angriff auf das Kongresszentrum geplant worden sein könnte. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie einer der Männer abgeführt wurde.

In Philadelphia sind die Regeln zum Mitführen von Waffen etwas strenger als im Rest des Bundesstaates Pennsylvania – dafür ist eine Erlaubnis erforderlich. Der Sender Fox News berichtete, die Bundespolizei FBI habe die Ermittlungen übernommen.

7.32 Uhr: Weitere Wahlzettel in Pennsylvania entdeckt

In Pennsylvania hat die US-Postbehörde angeblich weitere 1'700 Wahlzettel entdeckt, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Die Stimmzettel seien demnach beim gezielten Suchen in mehreren Postzentren gefunden worden und seien nun zur Auswertung an die zuständigen Wahlbehörden weitergegeben worden.

Die Deadline in Pennsylvania für eingehende Briefwahlstimmen endet laut Reuters erst am Freitagabend (Ortszeit). Eine Auszählung entsprechender Stimmen dürfte also noch dauern. In Pennsylvania hatte Joe Biden beständig aufgeholt. Laut Fox News soll der Demokrat dort derzeit nur noch knapp 20'000 Stimmen hinter Trump liegen.

6.10 Uhr: Pence bekräftigt Loyalität zu Trump

US-Vizepräsident Mike Pence hat Donald Trump während der laufenden Stimmenauszählung nach der US-Wahl seines Rückhalts versichert. Er stehe an der Seite des Präsidenten, schrieb Pence am Donnerstagabend (Ortszeit) auf Twitter, kurz nachdem Trump eine Pressekonferenz im Weissen Haus beendet hatte. Zugleich schrieb er: «Wir müssen jede legale Stimme zählen.» «Legal» schrieb er in Grossbuchstaben. Trumps Chancen auf eine Wiederwahl sind im weiterhin offenen Rennen um das Weisse Haus zuletzt stark geschrumpft. Der Republikaner sieht sich dennoch weiter als legitimer Sieger der Wahl, bei der er von dem Demokraten Joe Biden herausgefordert wurde.

5.57 Uhr: Trumps Vorsprung in Georgia schrumpft weiter

In Georgia wird es extrem knapp: Laut Daten der Nachrichtenagentur AP betrug Trumps Vorsprung zu Biden lediglich 1'775 Stimmen, diese Zahl meldeten auch die «New York Times» und CNN. CNN berichtete, mindestens drei Bezirke hätten die Auszählung am Abend unterbrochen. Dazu gehörten demnach Cobb County, ein Vorort von Atlanta, Taylor County und Gwinnett County. Der Secretary of State von Georgia, Brad Raffensperger, wird laut CNN in der Nacht keine weitere Aktualisierung der Zahlen veröffentlichen.

Trump muss Georgia gewinnen. Insgesamt sind seine Chancen für eine Wiederwahl geringer als die für Bidens Wahl.

Auch in Pennsylvania waren Hunderttausende Stimmen noch nicht ausgezählt. Trumps Vorsprung schrumpfte dort bis zum späten Donnerstagabend (Ortszeit) laut AP auf etwas mehr als 24’000 Stimmen.

5.05 Uhr: Biden kommt dem Sieg näher

In Pennsylvania und Georgia holt Biden immer weiter den anfänglichen Vorsprung von Trump auf, während dort die per Post eingegangenen Stimmzettel ausgezählt werden. In Georgia liegt Biden zum Stand 5:00 Uhr MEZ noch knapp 1'800 Stimmen hinter Trump zurück, in Pennsylvania sind es noch gut 26’000. Pennsylvania allein könnte Biden ins Weisse Haus bringen. Der Bundesstaat stellt 20 Wahlleute, während man für einen Sieg bei der Wahl 270 Wahlleute hinter sich vereinen muss. Georgia bringt 16 Wahlleute.

Ob ein Erfolg dort für Bidens Sieg reicht, hängt noch von der weiteren Entwicklung in Arizona ab. Der Bundesstaat mit elf Wahlleuten wird von der Nachrichtenagentur AP und dem Sender Fox News nach deren Berechnungen bereits Biden zugeschlagen. Biden käme damit auf 264 Stimmen von Wahlleuten – und jeder weitere Bundesstaat würde ihn über die Schwelle heben. Zugleich holt Trump in Arizona zuletzt auf. Zum Stand 5:00 Uhr MEZ liegt Biden noch gut 46’700 Stimmen vor Trump. AP und Fox News behalten ihre Prognose aufrecht.

4.15 Uhr: Facebook verbietet «Stop the Steal»-Gruppe

Facebook hat eine grosse Gruppe verboten, deren Mitglieder nach der Wahl zu einem Auszählungsstopp aufgerufen haben. «Stop the Steal» («Stoppt den Diebstahl») ist einer der Aufrufe von Präsident Donald Trump, der ohne Grundlage behauptet, die Demokraten würden ihm die Wahl «stehlen». Die Gruppe hatte mehr als 350’000 Mitglieder, bevor Facebook sie entfernte, es war jedoch nur eine von mehreren Gruppen. Facebook teilte mit, das Netzwerk werde weiterhin nach Aktivitäten Ausschau halten, die gegen die Regeln verstiessen. Eine Kopie der Gruppe mit gleichem Namen entstand schnell, am Donnerstagnachmittag hatte sie beinahe 13’000 Mitglieder.

Am Donnerstag entfernte Facebook ebenfalls das Schlagwort #stopthesteal. Twitter blockierte einen Account des früheren Trump-Beraters Steve Bannon, der zur Enthauptung des Top-Virologen Anthony Fauci und des FBI-Direktors Chris Wray aufgerufen hatte.

3 Uhr: Scharfe Kritik von Republikanern nach Trump-Auftritt

US-Präsident Donald Trump hat sich nach seiner Pressekonferenz (auf der er keine Fragen beantwortete) scharfe Kritik von Mitgliedern seiner Partei eingehandelt. «Es gibt keine Rechtfertigung für die Äusserungen des Präsidenten heute Abend, die unseren demokratischen Prozess untergraben», twitterte der republikanische Gouverneur von Maryland, Larry Hogan, am Donnerstagabend (Ortszeit). «Amerika zählt die Stimmen und wir müssen die Ergebnisse respektieren, wie wir es immer getan haben. Keine Wahl oder Person ist wichtiger als unsere Demokratie», fuhr Hogan fort. In einem Interview mit dem Sender PBS warf er Trump und dessen Lager vor, mit Warnungen vor der Briefwahl den Boden für das jetzige Vorgehen – das Anzweifeln der Ergebnisse – bereitet zu haben. Hogan ist der Vorsitzende der Nationalen Vereinigung der Gouverneure.

Der Kongressabgeordnete Adam Kinzinger forderte, für Betrugsvorwürfe Beweise vorzulegen und sie vor Gericht zu präsentieren. «Hören Sie auf, entlarvte Falschinformationen zu verbreiten ... Das wird langsam verrückt», schrieb er auf Twitter.

2.36 Uhr: Sender brechen Übertragung von Trump-Auftritt ab

Die Sender ABC, CBS und NBC haben die Übertragung einer Pressekonferenz von US-Präsident Donald Trump im Weissen Haus vorzeitig abgebrochen. Nachdem Trump mehrere Minuten lang, ohne Beweise zu liefern, von Manipulationen bei der Wahl und der Auszählung gesprochen hatte, gingen die Sender wieder zu ihrem regulären Programm über – mit scharfer Kritik an Trumps Äusserungen. CNN und Fox News zeigten die gesamte Pressekonferenz. CNN-Moderator Anderson Cooper sagte danach aber, Trump verhalte sich wie eine «fette Schildkröte, die in der heissen Sonne auf dem Rücken liegt und mit den Beinen rudert, weil sie realisiert, dass ihre Zeit vorbei ist».

«Wir müssen jetzt unterbrechen, weil der Präsident eine Reihe falscher Behauptungen gemacht hat», sagte Lester Holt von NBC. Es gebe keine Beweise für Wahlbetrug. Brian Williams von MSNBC sagte: «Jetzt sind wir wieder einmal in der ungewöhnlichen Position, den Präsidenten der Vereinigten Staaten nicht nur zu unterbrechen, sondern den Präsidenten der Vereinigten Staaten zu korrigieren. Es gab keine illegalen Stimmen, von denen wir wissen. Es gab keinen Trump-Sieg, von dem wir wissen.» Jonathan Karl von ABC sagte, Trump sei offenbar frustriert über den langwierigen Auszählungsprozess.

1.06 Uhr: Trump erklärt sich zum Sieger – Betrugsvorwürfe

Bei seinem ersten Auftritt seit der Wahlnacht wiederholte US-Präsident Donald Trump Lügen und unbelegte Behauptungen, es drohe ein massiver Wahlbetrug. Der Amtsinhaber las von einem Zettel eine lange Litanei an Vorwürfen über angeblichen Wahlbetrug ab, die bislang allesamt unbelegt sind. «Wenn Sie die legalen Stimmen zählen, gewinne ich», behauptete Trump angesichts der drohenden Wahlniederlage um 0:40 Uhr im Weissen Haus. Zähle man die «illegalen Stimmen» und jene, die zu spät eingetroffen seien, dann habe er verloren. Tatsache ist: In mehreren Staaten gelten auch Wahlzettel, die nach dem Wahltag eintreffen. Dennoch hielt Trump in seinem knapp 20 Minuten dauernden Monolog an seinem Vorwurf fest, dass ein massiver Wahlbetrug stattfinde und behauptete, er habe trotz «historischer Wahlbeeinflussung von big media, big money, and big tech» gegen Biden gewonnen.

Trump kündigte an, sich massiv vor Gericht gegen eine Niederlage bei der Präsidentenwahl zu wehren: «Es wird eine Menge Klagen geben. Wir können nicht zulassen, dass eine Wahl auf diese Weise gestohlen wird.» Trumps Team hat bereits in einigen Bundesstaaten Klagen gegen die Stimmauszählung eingereicht. In Michigan und Georgia wurden die Beschwerden aber bereits abgewiesen.

0.47 Uhr: Ergebnis in Pennsylvania für Freitag angekündigt

Die Behörden in Pennsylvania erwarten für diesen Freitag das Ergebnis der Präsidentschaftswahl in diesem US-Staat. Dann werde der grösste Teil der Stimmen ausgezählt sein, sagte Staatssekretärin Kathy Boockvar am Donnerstag (Ortszeit) auf einer Pressekonferenz in Harrisburg. Sie begründete die lange Auszählungsdauer mit der hohen Zahl von Briefwahlstimmen und dem voraussichtlich sehr knappen Ausgang.

In der Nacht zum Freitag (MEZ) standen noch über 300’000 Briefwahlstimmen aus. Amtsinhaber Donald Trump führte nur noch mit etwa 63’000 Stimmen vor seinem Herausforderer Joe Biden.

Wegen des höheren Anteils von Anhängern der Demokratischen Partei unter den Briefwählern ist es möglich, dass Biden in der weiteren Auszählung Trump noch überholt. Bei 20 zu vergebenden Wahlleuten würde dies bedeuten, dass Biden die erforderliche Mehrheit von 270 Wahlleuten erreicht und damit zum Nachfolger Trumps werden kann. Die meisten der noch ausstehenden Stimmen kommen nach Angaben der Staatssekretärin aus städtischen Gebieten, vor allem aus dem Grossraum der Millionenstadt Philadelphia und der Stadt Pittsburgh.

0.35 Uhr: Greta Thunbergs Twitter-Revanche gegen Trump

Klimaaktivistin Greta Thunberg hat die mögliche Wahlschlappe von US-Präsident Donald Trump für eine späte Revanche auf dessen Lieblingsmedium Twitter genutzt. Als Reaktion auf einen Tweet Trumps, in dem der Präsident das Ende der Stimmenauszählung in den USA forderte, schrieb Thunberg: «So lächerlich. Donald muss an seinem Problem mit Aggressionsbewältigung und dann mit einem Freund in einen guten alten Film gehen! Entspann dich, Donald, entspann dich!» Einen identischen Tweet hatte Trump im vergangenen Dezember über Greta Thunberg geschrieben. Anlass war, dass das «Time»-Magazin Thunberg damals zur «Person des Jahres» ernannt hatte.

Der Republikaner Trump hatte sich in der Vergangenheit mehrfach skeptisch dazu geäussert, ob es den Klimawandel überhaupt gibt und falls ja, ob er vom Menschen verursacht ist. Die USA sind einer der grössten Verursacher von Treibhausgasen.

0.15 Uhr: Trump-Sohn: Vater sollte «totalen Krieg» erklären

Präsidentensohn Donald Trump Jr. hat seinen Vater aufgerufen, einen «totalen Krieg» rund um die Wahl zu eröffnen. Donald Trump müsse «all den Betrug und Schummeleien offenlegen», twitterte Trump Jr. am Donnerstag. Dazu gehörten die Stimmen von Wählern, die tot seien oder nicht mehr im jeweiligen Bundesstaat lebten, behauptete Trumps Sohn. «Es ist an der Zeit, dieses Schlamassel zu bereinigen und nicht mehr wie eine Bananenrepublik auszusehen.»

Bisher wurden keine nennenswerten Fälle von Wahlbetrug in den USA bekannt. Trump hatte schon seit Monaten ohne Beleg behauptet, bei Briefwahl sei die Betrugsgefahr höher und weigerte sich, eine friedliche Machtübergabe zu garantieren.

0.07 Uhr: Trump hält in Kürze eine Ansprache

Donald Trump will um 0:30 Uhr im Weissen Haus eine Ansprache halten. Der US-Präsident trat zuletzt in der Wahlnacht am Dienstag vor die Kameras. Seine Chancen auf die Wiederwahl schrumpfen zunehmend – in den Bundesstaaten Georgia und Pennsylvania schmilzt aktuell der anfängliche Vorsprung Trumps, je mehr per Post eingegangene Stimmzettel ausgewertet werden.

Auch wenn Biden Präsident werden sollte, werden bei den Demokraten Köpfe rollen.

Es gab aber auch Proteste von der anderen politischen Seite – in New York City und Seattle etwa gingen Tausende Menschen auf die Strasse, um die Auszählung aller abgegebenen Stimmen zu fordern. An sie gerichtet machte Biden ein Versprechen: Die Auszählung werde überall fortgesetzt, betonte er am Mittwoch. «Niemand wird uns unsere Demokratie wegnehmen – nicht jetzt, niemals.»

Was bisher geschah

Der Ticker mit den Entwicklungen bis Donnerstagabend findet sich hier.

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