Trump in Georgia nur noch 665 Stimmen vorn – Hotspot Philadelphia

Agenturen/red

3.11.2020 - 21:55

Bei der Präsidentschaftswahl steht noch immer kein eindeutiger Sieger fest. Obwohl wichtige Ergebnisse in den einzelnen Teilstaaten noch ausstehen und der demokratische Kandidat Joe Biden vorn liegt, erklärt sich Präsident Donald Trump – erneut – bereits zum Sieger.

Das Wichtigste in Kürze

  • In mehreren Staaten werden noch Stimmen ausgezählt. In einigen Staaten ist das Rennen eng. Biden führt in Nevada und Arizona, während Trumps Vorsprung in Georgia und Pennsylvania schmilzt.
  • Trump schlägt am Donnerstagabend bei einem Auftritt im Weissen Haus mit Betrugsvorwürfen und Lügen um sich, die Beobachter der US-Politik fassungslos zurücklassen.
  • Die Republikaner haben bereits einige Klagen eingereicht. Ein gerichtliches Nachspiel ist sicher.
  • Weil Briefwahlzettel und urbane Zentren zu den Demokraten tendieren und jene die Stimmen sind, die nun noch ausgezählt werden, können die Republikaner kaum auf Besserung hoffen.

Dieser Ticker wird nicht mehr aktualisiert. Die Entwicklungen ab dem frühen Freitagmorgen Schweizer Zeit finden sich im neuen Live-Ticker zu den US-Präsidentenwahlen.

23.26 Uhr: Arizona-Auszählung erst am Wochenende durch?

Die Auszählung der Stimmen im südwestlichen Teilstaat Arizona könnte sich noch bis zum Wochenende hinziehen. Derzeit müssten noch rund 450’000 Stimmen ausgezählt werden, sagte die für die Durchführung der Wahl zuständige Staatssekretärin Katie Hobbs am Donnerstag im Gespräch mit dem Nachrichtensender CNN.

Die meisten Stimmen, rund 300’000, stehen demnach noch im Bezirk Maricopa aus, der die Hauptstadt Phoenix einschliesst. Dort seien am Mittwoch rund 140’000 Stimmen ausgezählt worden, der nächste Stand der Auszählung werde am Donnerstagabend (03.00 Uhr MEZ Freitag) bekannt gegeben werden, sagte sie weiter. Die nächste Aktualisierung komme dann am Freitagabend. «Bis zum Wochenende» sollten die «meisten Bezirke» mit der Auszählung durch sein, sagte Hobbs.

Der TV-Sender Fox News und die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) hatten in Arizona schon in den Stunden nach der Wahl den Demokraten Joe Biden zum Gewinner erklärt. Andere Medien wie CNN und die «New York Times» halten das Rennen aber für zu knapp, um schon eine verbindliche Aussage zu treffen. Biden liegt nach dem aktuellen Auszählungsstand etwa zwei Prozentpunkte vor Präsident Trump.

23 Uhr: John Bolton: Es gibt keinen Hinweis auf Wahlbetrug

Der frühere Nationale Sicherheitsberater John Bolton hat seinen Ex-Chef Donald Trump dafür kritisiert, dass er auf einen Stopp der Stimmenauszählung bei der Präsidentenwahl dringt. Es gebe keinen Hinweis auf Wahlbetrug, wie US-Präsident Trump dies behaupte, sagte Bolton am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung «Maybrit Illner». Was der US-Präsident mache, sei «unverantwortlich» und «beispiellos». Bolton sagte weiter, es gebe viele Republikaner, denen es unangenehm sei zu sehen, dass Trump es nicht gelinge, sein eigenes Interesse vom Interesse des Landes zu trennen. Bolton, einst enger Vertrauter von Trump, war im September 2019 vom US-Präsident als Sicherheitsberater wegen Meinungsverschiedenheiten geschasst worden.

22.25 Uhr: Biden ruft Amerikaner zu Ruhe auf

Joe Biden ruft das Volk zu Ruhe auf, während die Auszählung weitergeht. «Jeder Wahlzettel muss gezählt werden», sagte der demokratische Präsidentschaftskandidat um 16.20 Uhr (Ortszeit) bei einem sehr kurzen Auftritt vor TV-Kameras in seiner Heimatstadt Wilmington (Delaware). «Die Wähler wählen den Präsidenten von Amerika, niemand anders.» Biden wiederholte zudem seine Nachricht vom Mittwoch: Er habe keine Zweifel daran, dass er und Kamala Harris nach Ende der Auszählung zu den Siegern erklärt würden.

Der kurze Fernsehauftritt war eine neuerliche Reaktion Bidens auf die von Präsident Donald Trump angestossene Debatte, ob noch Wahlzettel ausgezählt werden sollen oder nicht. Während die Auszählung in den entscheidenden Staaten andauert, demonstrieren Trump- und Biden-Anhänger in einigen Städten.

22 Uhr: Richter in Michigan und Georgia weisen Klagen ab

Eine Richterin im US-Bundesstaat Michigan hat Medienberichten zufolge eine Klage von Präsident Donald Trumps Wahlkampfteam gegen die Stimmauszählung abgewiesen. Die Beschwerde über angeblichen Betrug beruhe nur auf Hörensagen, zudem sei die Auszählung bereits abgeschlossen, erklärte Richterin Cynthia Stephens demnach am Donnerstag. Das berichteten unter anderem die «New York Times» und die Lokalzeitung «Detroit Free Press» unter Berufung auf die Anhörung. Eine schriftliche Erklärung der Richterin solle erst in den kommenden Tagen folgen, hiess es.

Die Richterin lehnte auch das Ansinnen von Trumps Team ab, die Videoaufnahmen von Wahlurnen zu bekommen, die für die Abgabe von Briefwahlstimmen aufgestellt worden waren. Dafür gebe es keine rechtliche Grundlage, sagte die Richterin. Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden konnte sich den Staat Michigan mit einem Vorsprung von rund 150 000 Stimmen sichern.

Auch im Bundesstaat Georgia wies ein Richter Medienberichten zufolge eine von Trump angestrengte Klage als grundlos zurück. Trumps Wahlkampfteam hatte geklagt, weil angeblich 53 zu spät per Post eingetroffene Stimmzettel berücksichtigt worden seien. In Georgia zeichnet sich ein extrem knappes Wahlergebnis ab. Trumps Wahlkampfteam hat seit der Wahl am Dienstag bereits in mehreren Bundesstaaten Klagen angestrengt.

21.55 Uhr: Im Westen nichts Neues

Die Lage in den Bundesstaaten hat sich in der letzten Dreiviertelstunde nicht verändert. Beim «popular vote» liegt übrigens Biden mit 3,8 Millionen Stimmen vorn. Der Demokrat besucht gerade ein Meeting in Delaware und tritt später womöglich noch vor die Presse.

Donald Trump ist seit seiner bizarren Sieges-Pressekonferenz abgetaucht und tritt seither nur via Twitter in Erscheinung. Zuletzt retweetete er seinen Sohn Eric mit einem Zeugenaufruf.

21.15 Uhr: Update Georgia

In Georgia führt Trump mit knapp 13'000 Stimmen – und gut 47'000 Wahlzettel werden noch gezählt, teilt der Wahlleiter Gabriel Sterling mit. Briefwahlzettel, die am Dienstag abgeschickt wurden, werden aber noch bis morgen akzeptiert.

Viele Stimmen kommen jetzt aus den Grossräumen von Atlanta und Savannah, wo Biden stark ist. Wenn es ganz, ganz eng wird, könnten 8000 Wahlzettel den Ausschlag geben, die Armeeangehörige im Ausland noch bis nächste Woche einsenden können.

Es geht hier um 16 Wahlleute, die Biden auf 269 Stimmen im Electoral Collgege hochschrauben würde. 270 Wahlleute bedeuten den Sieg.

21 Uhr: Warum ist Pennsylvania so wichtig?

Joe Biden hat 253 Wahlleute sicher, 270 reichen für die Präsidentschaft – und Pennsylvania stellt 20 Wahlleute. Sprich: Nevada kann so lange zählen, wie es will – das Rennen wäre gelaufen.

Weil Pennsylvania erst am Wahltag mit der Stimmenauszählung beginnen konnte und auch Briefwahlzettel gültig sind, die an jenem Tag eingeworfen worden sind, dauert die Auszählung an. Ein grosszügiger Vorsprung Trumps schmilzt dahin, je mehr Briefe gewertet werden.

Das Trump-Team hat bereits mehrere Klagen in Pennsylvania eingereicht. Nach der Wahlschlacht steht hier ein Kampf vor Gericht an, wenn Biden gewinnen sollte. Trump liegt rund 100'000 Stimmen vorn, geschätzt 500'000 Wahlzettel müssen noch ausgewertet werden.

20.50 Uhr: Nevada lässt sich Zeit

Die USA und die Welt, die auf das Ergebnis der Präsidentenwahl im «Battleground-Staat» Nevada warten, müssen sich in Geduld üben. Ein Urkundenbeamter des größten Landkreises Clark County, Joe Gloria, teilte am Donnerstag mit, es könne noch bis Samstag dauern, bis alle Briefwahlstimmen ausgezählt seien.

«Unser Ziel in Clark County ist nicht, schnell zu zählen», sagte er auf einer Pressekonferenz. «Wir wollen sicher sein, dass wir akkurat sind.» Gloria sagte weiter, der Fakt, dass Nevadas sechs Wahlleutestimmen den Ausgang der Präsidentenwahl entscheiden könnten, sei auch ein Grund, die Auszählung nicht zu überstürzen. Rechtlich möglich sei sogar, dass sie bis zum 12. November gehe.

In dem Kreis seien mindestens 63'262 Stimmen noch auszuzählen, darunter 34'743, die direkt am Wahltag abgegeben worden seien, und 4208 Briefwahlstimmen. Aber es gingen immer noch Briefwahlstimmen mit Poststempel 3. November ein, die auch noch gezählt werden müssten. Wie viele das seien, könne er nicht sagen: «Ich kann nicht vorhersagen, was über die US-Post kommt.»

20.30 Uhr: Der Twitter-Präsident

20 Uhr: Popular Vote und Nevada

72,1 und 68,4 Millionen – das sind die «popular votes» für Joe Biden und Donald Trump bisher. Ein Zahlen-Update aus Nevada: Hier werden noch knapp 150'000 Stimmen ausgezählt. Biden hat nach wie vor 12'000 Stimmen Vorsprung, knapp 90 Prozent der Stimmen sind ausgezählt.

19.30 Uhr: Wo Demokraten versagen und was Trump schafft

Demokraten alles dufte und Trump bloss Troll? So einfach ist diese Wahl – huch! – natürlich nicht. Auch wenn Biden Präsident werden sollte, hat Donald Trump ein Rennen geliefert, dass viel knapper ausfällt, als von vielen erwartet worden ist. So gesehen muss man sein Abschneiden als Plus verbuchen – und seine Anwälte werden versuchen, dass es bei nicht bei einem Achtungserfolg bleibt.

Ein ganz dickes Minus bekommen die Demokraten, weil sie im Kampf um den Senat spektakulär versagt haben. Derzeit steht es nach Sitzen 48 zu 48, aber die grossen Schlachten wurden bereits geschlagen – und verloren. So hat Bidens Partei viel Geld in die Hand genommen, um die bekannten Republikanergrössen Lindsay Graham und Mitch McConnell zu schlagen. Vergebens. Was die Demokraten der Wahlkampf ihrer Gegenkandidaten gekostet hat? 100 und 70 Millionen Dollar. Zusammen 170 Millionen.

Einhundertsiebzig. Millionen. Dollar.

Für nichts.

170 Millionen? Lindsay Graham (links) und Mitch MConnell gefällt das!
Bild: Keystone

Auch wenn Biden Präsident werden sollte, werden bei den Demokraten Köpfe rollen.

19.15 Uhr: Georgia On My Mind

News aus Georgia: In gut einer Stunde hat Trump dort 50'000 Stimmen Vorsprung eingebüsst und liegt nur gut 12'000 vor Biden. Etwa 50'000 Stimmen müssen noch gezählt werden. Es sind Stimmen aus den urbanen Zentren Savannah und der Hauptstadt Atlanta.

19 Uhr: Update Donald Trump

Der Präsident hat sich ins Weisse Haus zurückgezogen, gewährt uns aber via Twitter Einblick in Herz wie Galle – und gab vor einer Stunde auch nochmal einen Ausblick auf das Kommende:

«Alle zuletzt von Biden eingenommene Staaten werden von uns juristisch wegen Wahlbetrugs und Betrugs bei einer Bundeswahl belangt. Es gibt jede Menge Beweise – schaut nur in die Medien. WIR WERDEN GEWINNEN! America first!»

18.40 Uhr: Zürcher Politologe: Gerichte werden entscheiden

Der Zürcher Politologe Marco Steenbergen rechnet fest damit, dass sich am Ende das Oberste Gericht mit dem Ausgang der Präsidentschaftswahlen in den USA befassen muss. Dabei könnte der seit kurzem mehrheitlich konservative Supreme Court Donald Trump helfen. Nach den Klagen von Trump und seinem Team gebe es mehrere Szenarien dafür, welche Rolle die Gerichte spielen werden, sagte der Politikwissenschafter in Interview.

Erstens könne Trump die Gerichte nutzen, um die Auszählung der Stimmzettel zu stoppen, insbesondere in Pennsylvania. «Die Gerichte kommen auch dann ins Spiel, wenn die Stimmen nicht bis Anfang Dezember vollständig ausgezählt und geprüft werden können, zum Beispiel weil der Gouverneur eines Bundesstaats von der einen Partei kontrolliert wird und die Legislative von der anderen», fuhr der Professor für Methoden der Politikwissenschaft an der Universität Zürich, fort.

In solch einem Fall obliege es den Gerichten, den Ausgang der Wahlen zu ermitteln, was sehr unangenehm werden könne. Es sei sehr wahrscheinlich, dass die Fälle letztlich vor dem Obersten Gerichtshof verhandelt würden wie bei der Wahl im Jahr 2000, als Al Gore gegen George W. Bush antrat. «Es wird Trump sicher nicht schaden, dass er drei der neun Richter ernannt hat, sodass nun in diesem Gremium eine klare konservative Mehrheit besteht», sagte Steenbergen zurückhaltend.

In Pennsylvania zum Beispiel will der republikanische Amtsinhaber verhindern lassen, dass Stimmen gültig sind, die bis Freitag ankommen. Vor der Wahl hatte das Oberste Gericht der USA die Regelung zugelassen. Trump klagt auch im Bundesstaat Michigan, wo die Medien bereits Biden zum Sieger erklärt haben. In Georgia zog er vor Gericht, weil zu spät per Post eingetroffene Stimmzettel berücksichtigt worden seien. 

18.25 Uhr: Was an Trumps Betrugsvorwurf scheinheilig ist

«Stop the count», hat Donald Trump gefordert: Der Präsident will nicht so lange Stimmen zählen lassen. In Pennsylvania und Michigan wird darüber gelacht, denn beide Staaten hatten vor rund eineinhalb Jahren eine Gesetzesänderung angestrebt, durch die die Briefwahlzettel schon vor dem Wahltag hätten ausgezählt werden dürfen.

In beiden Staaten haben die Republikaner das verhindert. Wenn sich also nun der Präsident aufregt, dass immer noch gezählt wird, kann sich seine Partei an die eigene Nase fassen. Wären die Regeln geändert worden, hätte es zu Beginn einen grossen Vorsprung für Biden gegeben, der am Wahltag zusammengeschmolzen wäre. Nun liegt Trump vorn, und die zu den Demokraten tendierenden Briefwähler schwingen das Pendel nun in die andere Richtung.

18.10 Uhr: Nevada liefert endlich wieder Zahlen

In Nevada klag Biden 8000 Stimmen vor Trump, doch lange bewegte sich hier nicht. Jetzt hat sich endlich wieder etwas bewegt: Biden baut sein Plus auf 12'000 Stimmen aus. 85 Prozent der Wahlzettel wurden bearbeitet.

18.05 Uhr: Enge Matches auch in North Carolina und Arizona

In Arizona hat Joe Biden Federn lassen müssen, doch der Demokrat ist mit 70'000 Stimmen noch vorn. Zwölf Prozent der Stimmen müssen noch ausgezählt werden. In North Carolina fehlen noch vier Prozent der Wahlzettel. Hier ist Trump mit gut 80'000 Stimmen in Front.

18 Uhr: Pennsylvania zählt gut 600'000 Stimmen

Gestern noch lag Donald Trump fast 700'000 Stimmen vor Biden, nun ist der Vorsprung auf rund 100'000 Stimmen zusammengeschmolzen. Rund 600'000 Wahlzettel müssen noch gesichtet werden.

17.50 Uhr: Herzschlagfinale in Georgia

In Georgia sind geschätzt 65'000 Stimmen noch nicht ausgezählt. Donald Trump führt hier nur noch mit rund 15'000 Stimmen. Hier wurd es ganz, ganz eng.

15.50 Uhr: «STOPPT DIE AUSZÄHLUNG!»

US-Präsident Donald Trump hat zwei Tage nach der Wahl erneut ein sofortiges Ende der Auszählung gefordert. «Stoppt die Auszählung!», schrieb er am Donnerstag auf Twitter in Grossbuchstaben. In mehreren Bundesstaaten, in denen sich knappe Ergebnisse abzeichnen, werden noch Stimmen gezählt. Dazu zählen Pennsylvania, Georgia, North Carolina, Arizona und Nevada. Verbleibende und rechtmässig abgegebene Stimmen nicht mehr auszuzählen, würde gegen geltendes Recht verstossen.

Trump hatte bereits in der Wahlnacht von massivem Betrug gesprochen, ohne jemals Beweise anzuführen. Zudem erklärte er sich vorzeitig zum Sieger. Im Zwischenstand liegt sein demokratischer Herausforderer Joe Biden zur Stunde in Führung. 

Nur wenige Minuten später legte Trump nach – erneut alles in Grossbuchstaben: «JEDE STIMME, DIE NACH DEM WAHLTAG EINGING, WIRD NICHT GEZÄHLT!», schrieb der Präsident. Twitter versah den Eintrag umgehend mit einer Erklärung, dass Stimmen gezählt werden müssten. 

Wie gross die Unterschiede zwischen den beiden Kandidaten sind, zeigt sich auch darin, was der Joe Biden fast zeitgleich getwittert hat: Der demokratische Herausforderer teilte einen Clip mit der Botschaft: «Jede Stimme muss gezählt werden.»

14 Uhr: Gewaltsame Proteste in einigen Städten

Rund um die Stimmenauszählung ist es in mehreren Städten zu teils gewaltsamen Protesten gekommen. In Portland im Bundesstaat Oregon gab es am Mittwochabend (Ortszeit) Ausschreitungen am Rande einer Demonstration. Zahlreiche Menschen forderten dort, jede Stimme zu zählen. Laut Medienberichten wurden Schaufensterscheiben zerstört. Die Polizei sprach von geladenen Waffen und Feuerwerkskörpern, die auf Polizisten geworfen worden seien. Auch die Nationalgarde sei aktiviert worden.

In New York City kam es nach einem Bericht der «New York Times» zu Zusammenstössen zwischen Demonstranten und Polizeibeamten. Die Polizei meldete, sie habe mehr als 20 Personen festgenommen, die einen friedlichen Protest hätten kapern wollen. Auch in Chicago und Philadelphia wurden Proteste gemeldet, in Minneapolis blockierten nach Angaben der «New York Times» mehrere Hundert Demonstranten eine Bundesstrasse.

Bereits früher vermeldet wurde, dass sich in Detroit im Bundesstaat Michigan sich eine Gruppe von Demonstranten vor einem Auszählungsbüro versammelt hat und «Stoppt die Auszählung» skandierte. Auch in Phoenix im Bundesstaat Arizona versammelten sich am mehrere Dutzend teils bewaffnete Demonstranten vor einem Behördengebäude, in dem Stimmen ausgezählt wurden, wie auf Bildern des Fernsehsenders CNN zu sehen ist. 

12.32 Uhr: Erstmals schwule schwarze Kongressabgeordnete

An Dienstag wurde in den USA nicht nur der nächste US-Präsident gewählt – auch ein Teil der neuen Kongressmitglieder wurde bestimmt. Dabei sind nun erstmals zwei schwarze und offen homosexuell lebende Männer gewählt worden. Sie werden von Januar an New York im Repräsentantenhaus vertreten, wie die Nachrichtenagentur AP meldete. Beide gehören den Demokraten an: der 33-jährige Harvard-Absolvent und Anwalt Mondaire Jones und das 32 Jahre alte New Yorker Stadtratsmitglied Ritchie Torres.

12 Uhr: Biden holt auf in Georgia, doch wird ihm das reichen?

In Georgia führt Trump, doch Biden holt immer mehr auf: Derzeit sind 96% der Stimmen ausgezählt, und Biden liegt weniger als 20'000 Stimmen zurück. Die Resultate, die noch ausstehen, kommen vor allem aus demokratischen Hochburgen. Um das Rennen noch zu drehen, müsste Biden laut den Verantwortlichen in Georgia rund zwei Drittel der verbleibenden Stimmen holen – was ambitioniert scheint. 

11.16 Uhr: Déjà-vu?

Die gegenwärtige Hängepartie dürfte bei vielen Leserinnen und Lesern Erinnerungen an die Wahl im Jahr 2000 wecken. Ob George W. Bush oder Al Gore der nächste US-Präsident würde, hing damals nur vom Auszählungsergebnis in Florida ab. Der Rechtsstreit um das Ergebnis und Neuauszählungen zogen sich einen Monat hin, bis vor das Oberste Gericht. Danach räumte Gore seine Niederlage ein. Bush gewann mit 537 Stimmen Vorsprung, sicherte sich die Stimmen der Wahlleute Floridas und wurde US-Präsident.

10.25 Uhr: Für Michael Moore ist Biden schon im Amt

Der Wahlsieg von Joe Biden im Swing State Michigan stimmt den bekannten Filmemacher («Fahrenheit 9/11») Michael Moore euphorisch. Moore, der in Flint, Michigan, aufgewachsen und ein lautstarker Kritiker von Präsident Donald Trump ist, schrieb in der Nacht auf Twitter: «So stolz auf Michigan heute! Wir gaben der Welt Motown[-Musik], Aretha [Franklin], Madonna, Iggy [Pop], Eminem, Magic Johnson, Corn Flakes, Autos und die Mittelklasse», schreibt Moore. Und nun reihe sich in diese Reihe ein: «Präsident Biden!»

Natürlich muss man hier erwähnen, dass auch dieser Zuspruch des Wahlsiegs an Joe Biden verfrüht erfolgt: Das Rennen ums Weisse Haus ist noch nicht gelaufen. Trotzdem gehörte Moore 2016 zu den wenigen, die den Wahlsieg von Donald Trump vorausgesagt hatten, wodurch seine Stimme in der US-Politik an Gewicht gewonnen hat. 

9.00 Uhr: Bidens Vorsprung in Arizona schmilzt

Der Nachrichtensender CNN meldet gerade Neues zur noch immer andauernden Auszählung in Arizona. Demnach schrumpft der Vorsprung von Joe Biden in dem umkämpften Bundesstaat. Im bevölkerungsreichsten Wahlbezirk, Maricopa County, schmolz der Vorsprung demnach auf nur noch 10'000 Stimmen. Die Korrespondentin vor Ort erklärte: Wer Maricopa County holt, siegt auch in ganz Arizona. 

Diese Entwicklung ist in dem Sinne beachtlich, da die meisten grossen amerikanischen Sender Arizona – wo es um elf Wahlleute-Stimmen geht – bereits dem Konto von Biden zugerechnet hatten. Das Rennen bleibt also spannend bis zum Schluss. 

8.27 Uhr: Stand der Dinge

In den USA ist es für die Menschen langsam definitiv Zeit fürs Bett – doch der Wahlkrimi dauert weiter an, ebenso die Auszählung der Wahlstimmen in entscheidenden Bundesstaaten. Eine Übersicht über die Ereignisse im US-Präsidentschaftsrennen können Sie hier nachlesen: 



7.35 Uhr: Kommentare in Schweizer Medien

Die Geschehnisse in den USA beschäftigen auch die Kommentatoren der Schweizer Medien – zu reden gibt unter anderem der Auftritt von Präsident Donald Trump, der noch vor Bekanntgabe des definitiven Resultats den Sieg für sich reklamiert hatte. In einem Kommentar des «Tages-Anzeigers» heisst es, Trump habe sich «mit der Unverfrorenheit eines Autokraten zum Wahlsieger erklärt». Und das, obwohl Millionen von Wahlzetteln noch nicht berücksichtigt worden waren. Damit habe Trump ein «fatales Signal» ausgesendet: «Die US-Demokratie gilt – bei allen bekannten Schwächen – seit ihrer Gründung 1776 als leuchtendes Vorbild. Nicht nur in der amerikanischen Selbstwahrnehmung, sondern weltweit. Damit ist es vorderhand vorbei.»

Die NZZ weist dagegen auf die Erfolge des Amtsinhabers hin: «Trump und die Republikaner haben eine bemerkenswerte Wahl hinter sich. So hat Trump sein Resultat des Jahres 2016 bei weitem übertroffen. Er dürfte bei dieser Wahl am Ende gegen 70 Millionen Stimmen erreichen und könnte den bisherigen Spitzenwert von Barack Obama von 2008 übertreffen.» Das sei beachtlich: «Wer hätte gedacht, dass Donald Trump, nach allem, was dieses Jahr passiert ist, dermassen mobilisieren würde?»

Auch der «Blick» stellt mit Erstaunen fest: «Die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger der USA will Donald Trump weitere vier Jahre als Präsidenten! (...) Und das alles nur deshalb, weil dieser Mann versprochen hat, er mache ‹Amerika wieder grossartig›.»

4.40 Uhr: Wütende Trump-Anhänger protestieren

An die 200 wütende Trump-Anhänger haben sich am Mittwochabend vor den Büros des Wahlvorstands von Maricopa County in Arizona versammelt, wo weiter Wahlzettel ausgezählt werden. Sie skandierten: «Stoppt den Diebstahl!» (Stop the Steal). Dies meldet Gadi Schwartz, Korrespondent des TV-Senders NBC. Die Grossstadt Phoenix liegt in Maricopa County – der Bezirk war, wie der Staat, lange Jahre eine Hochburg der Republikaner. Noch etwa 14 Prozent der Wahlzettel müssen ausgezählt werden, und Joe Biden führt am Mittwochabend mit knapp 80’000 Stimmen Vorsprung. Das entspricht einem Abstand von 2,8 Prozentpunkten (50,7 Prozent für Biden, 47,9 Prozent für Trump).

Die Sender CNN und NBC haben anders als andere Medien und die Nachrichtenagentur AP Arizona mit elf Wahlleuten noch nicht den Demokraten zugeschlagen.

Die Behörden wollen nach 1:00 Uhr Ortszeit (9 Uhr am Donnerstagmorgen Schweizer Zeit) ein Update der Resultate veröffentlichen, gefolgt von einem weiteren Update gegen 9:00 Uhr (17 Uhr Schweizer Zeit).

Auch auf den Strassen von Detroit in Michigan solidarisierten sich Dutzende Demonstranten mit Trump. «Stoppt die Auszählung!» und «Stoppt die Abstimmung!», riefen seine Anhänger. Die Polizei hielt sie davon ab, in einem Gebäude in einen Bereich vorzudringen, wo Stimmen ausgezählt wurden.

Es gab aber auch Proteste von der anderen politischen Seite – in New York City und Seattle etwa gingen Tausende Menschen auf die Strasse, um die Auszählung aller abgegebenen Stimmen zu fordern. An sie gerichtet machte Biden ein Versprechen: Die Auszählung werde überall fortgesetzt, betonte er am Mittwoch. «Niemand wird uns unsere Demokratie wegnehmen – nicht jetzt, niemals.»

3.33 Uhr: Nevada: Nächstes Update erst am Donnerstag

Der Bundesstaat Nevada, der die US-Präsidentenwahl entscheiden könnte, will erst am Donnerstagabend Schweizer Zeit wieder neue Informationen zum Stand der Auszählung veröffentlichen. Die Behörden verwiesen am Mittwoch (Ortszeit) in einer Pressemitteilung darauf, dass noch rechtzeitig per Post verschickte Stimmzettel gültig seien, die bis zum späten Nachmittag am 10. November eintreffen. Updates zum Stand des Rennens solle es ab Donnerstag täglich um 9:00 Uhr Ortszeit (18:00 Uhr MEZ) geben.

Gemäss dem aktuellen Stand der Auszählung führt der demokratische Herausforderer Joe Biden knapp vor Amtsinhaber Donald Trump mit 49,33 zu 48,69 Prozent.

Nach den bisherigen Berechnungen der Nachrichtenagentur AP auf Basis von Wählerbefragungen und erster Stimmauszählungen in den Bundesstaaten kommt Biden insgesamt auf 264 der für einen Sieg nötigen Stimmen von 270 Wahlleuten. Nevada mit seinen sechs Wahlleuten könnte ihm eine Punktlandung bescheren.

In den Berechnungen von AP sind auch die Ergebnisse in Georgia, North Carolina und Pennsylvania noch offen. Biden reicht demnach der Sieg in einem weiteren Bundesstaat, Trump müsste sie alle gewinnen.

2.48 Uhr: Viele Trump-Wähler misstrauen Auszählung

US-Präsident Donald Trump sät Zweifel an der Stimmenauszählung in besonders umkämpften Staaten – und macht damit offenbar Eindruck bei seinen Anhängern. Seine Unterstützer tendierten eher dazu, dem Auszählungsprozedere zu misstrauen, wie aus einer landesweiten Umfrage des Forschungszentrums Norc im Auftrag der Nachrichtenagentur AP hervorgeht, für die mehr als 133'000 Wähler und Nichtwähler befragt wurden. Demnach waren sich rund sechs von zehn Befragten mit Präferenz für Trump sicher, dass Stimmen fehlerfrei gezählt werden. Unter Biden-Wählern hatten fast acht von zehn Vertrauen in den Prozess.

Vor allem Briefwahlstimmen sind Trump ein Dorn im Auge. Er sieht darin die Gefahr weit verbreiteten Betrugs, ohne dafür Belege zu nennen. Angesichts der Coronapandemie greifen in diesem Jahr besonders viele Wähler auf die Methode zurück – tendenziell eher Anhänger der Demokraten. Die Erfassung von Briefwahlstimmen dauert jedoch länger als bei Stimmen, die direkt in Wahllokalen abgegeben wurden.

2 Uhr: Biden lanciert Website für Präsidentschaftsübergang

Joe Biden hat sich noch nicht als Sieger ausgerufen, aber sein Wahlkampfteam hat angesichts der Entwicklungen der vergangenen Stunden eine Website für den Präsidentschaftsübergang gestartet. Auf BuildBackBetter.com versprechen der demokratische Präsidentschaftskandidat und die mögliche Vizepräsidentin Kamala Harris, dass sich ihr Übergangsteam weiterhin «mit Höchstgeschwindigkeit» auf die Krisen des Landes – die Pandemie, die Rezession, die Klimakrise und «racial injustice» – vorbereiten werde. So werde man nach der voraussichtlich am 20. Januar 2021 stattfindenden Vereidigung sofort voll einsatzfähig sein.

Beim Präsidentschaftsübergang, der jeweils zwischen der Wahl im November und der Amtseinführung im Januar stattfindet, überträgt die Regierung des noch amtierenden, aber ausscheidenden US-Präsidenten die Amtsgeschäfte an den gewählten Nachfolger.

1.50 Uhr: Biden stellt historischen Stimmenrekord auf

Der Demokrat Joe Biden hat bei der US-Wahl so viele Stimmen bekommen wie kein anderer Präsidentschaftskandidat vor ihm. Mit mehr als 71 Millionen für ihn abgegebenen Stimmen übertraf er den Rekord von rund 69,5 Millionen Stimmen, die Barack Obama 2008 ins Weisse Haus gebracht hatten. Mit Stand Mittwochabend hatte Biden landesweit drei Millionen Stimmen mehr als der republikanische Präsident Donald Trump.

Es sind aber bei US-Wahlen letztlich nicht die Gesamtstimmen, die zählen, sondern es kommt auf einige wenige umkämpfte Staaten und deren Wahlleute an.

1.34 Uhr: Trump-Lager klagt nun auch in Georgia

Der Kampf um die 16 Elektorenstimmen im umkämpften Georgia spitzt sich überraschend weiter zu. Noch sind etwa fünf Prozent der Wahlzettel nicht ausgezählt, und Donald Trump führt nur noch mit knapp 40’000 Stimmen Vorsprung – Tendenz sinkend. Das entspricht einem Abstand von weniger als einem Prozentpunkt (49,8 Prozent für Trump, 49 Prozent für Biden).

Trump geht nach Michigan und Pennsylvania nun auch in dem Staat im Südosten des Landes, der zuletzt 1992 von einem demokratischen Präsidentschaftskandidaten geholt wurde, juristisch gegen das Abstimmungsprozedere vor. Sein Wahlkampfteam und die republikanische Partei des Südstaats baten am Mittwoch einen Richter, die Beschlagnahmung von Wahlzetteln anzuordnen, die am Wahltag am Dienstag nach 19:00 Uhr (Ortszeit) eingegangen waren. Die Klage richtete sich zunächst gegen die zuständige Wahlbehörde in Chatham County, doch kündigte der Parteichef der Republikaner in Georgia, David Shafer, Klagen in einem Dutzend Bezirken an.

23.30 Uhr: Trump beansprucht Sieg in Swing States für sich

Präsident Donald Trump will seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden bei der US-Wahl in vier umkämpften Bundesstaaten mit grossem Vorsprung geschlagen haben. Er liege in Pennsylvania, Georgia, North Carolina deutlich vorn und in Michigan sei eine «grosse Anzahl» Stimmzettel heimlich weggeschmissen worden, twitterte Trump am Mittwoch. Twitter versah Trumps Nachrichten umgehend mit Warnhinweisen.

In Pennsylvania, Georgia und North Carolina dauerte die Auszählung am Mittwochabend (Ortszeit) noch an. Nach den bisherigen Auszählungsergebnissen schien Trump in Georgia und North Carolina knapp in Führung zu liegen. In Pennsylvania ergab sich ein ähnliches Bild. Experten gingen aber davon aus, dass Biden dort wegen der zahlreichen noch auszuzählenden Briefwahlstimmen Trump durchaus noch überholen könnte.

22.41 Uhr: Biden holt wichtigen Bundesstaat Michigan

Bei der US-Präsidentenwahl hat der demokratische Kandidat Joe Biden den wichtigen Bundesstaat Michigan mit 16 Wahlleuten nach Berechnungen der Nachrichtenagentur AP für sich entschieden. Für Biden ist der Erfolg in Michigan ein wichtiger Etappensieg. Er muss nun nur noch einen Bundesstaat gewinnen, um auf die nötige Anzahl von 270 Wahlleuten zu kommen und die Wahl gegen Amtsinhaber Donald Trump zu gewinnen. Es scheint möglich, dass die dafür nötige Auszählung noch am Abend (Ortszeit) vorliegt.

Biden stand am Mittwochnachmittag (Ortszeit) laut CNN und NBC bei 253 Wahlleuten. Die Sender hatten aber anders als andere Medien und die Nachrichtenagentur AP den Staat Arizona mit elf Wahlleuten noch nicht den Demokraten zugeschlagen. Damit läge er bei 264 Wahlleuten.

Damit holte Biden den Bundesstaat von den Republikanern zurück ins demokratische Lager und verbesserte seine Aussichten auf einen Gewinn der Wahl. Michigan gilt als «Swing State»: Die 16 Wahlleute dort gingen 2016 mit hauchdünner Mehrheit an Trump. Er lag damals 0,3 Prozentpunkte vor Hillary Clinton. Umfragen sahen bei dieser Wahl Biden deutlich in Führung.

22.20 Uhr: Biden sieht sich vor Wahlsieg

Der demokratische Kandidat Joe Biden hat kurz nach 16 Uhr (Ortszeit) eine kurze Ansprache gehalten, bei der er sich zwar nicht als Sieger ausgerufen, sich aber kämpferisch und sehr optimistisch geäussert hat. «Ich bin nicht hier um unseren Sieg zu verkünden, aber ich glaube, dass wenn alle Stimmen ausgezählt sind, wir die Sieger sein werden», sagte Biden in seiner Heimatstadt Wilmington im Bundesstaat Delaware. Es sei klar, dass er und Kamala Harris die für den Sieg erforderlichen 270 Elektorenstimmen erreichen würden, sagte Biden weiter. Mehr als 150 Millionen Wähler hätten bei den Präsidentschaftswahlen ihre Stimme abgegeben, mehr als je zuvor – und das «mitten in einer Pandemie».

22.13 Uhr: Trump ergreift weitere rechtliche Schritte

Amtsinhaber Donald Trump greift zu weiteren rechtlichen Schritten im Ringen um die Auszählung der Wählerstimmen im umkämpften Bundesstaat Pennsylvania. Trumps Wahlkampfteam forderte in einer am Mittwoch eingereichten Klage unter anderem, dort die weitere Auszählung der Stimmen auszusetzen, bis ihre Wahlbeobachter besseren Zugang dazu bekommen. Auch geht die Trump-Seite in einer weiteren Klage erneut dagegen vor, dass noch per Brief verschickte Stimmzettel gezählt werden sollen, die bis Freitagnachmittag bei der Wahlkommission eingehen.

Der Gouverneur von Pennsylvania, der Demokrat Tom Wolf, verurteilte die Klage als grundlos. «Bemühungen, den demokratischen Prozess zu untergraben, sind einfach schändlich», sagte Wolf am Mittwochabend (Ortszeit) vor Journalisten. Die für die Durchführung der Wahl zuständige Staatssekretärin Kathy Boockvar erklärte, der Staat werde die Auszählung vorerst transparent und rechtmässig fortsetzen.

Trump liegt in Pennsylvania bisher vorn, sein Vorsprung schrumpft aber, während Briefwahlunterlagen ausgezählt werden. Mit 20 Wahlmänner-Stimmen könnte Pennsylvania ein entscheidender Bundesstaat für die Präsidentenwahl sein. Trumps Wahlkampfchef Bill Stepien erklärte den Präsidenten in einer Telefonkonferenz am Mittwoch bereits zum Sieger in Pennsylvania, während dort noch Stimmen ausgezählt wurden. Trump hatte zuvor bereits auch die gesamte Wahl für sich reklamiert, obwohl der demokratische Herausforderer Joe Biden aktuell gute Chancen auf den Sieg hat.

Die Republikaner leiteten bereits weitere rechtliche Schritte nach der Wahl am Dienstag ein. So fordern sie, die Auszählung in Michigan auszusetzen – sowie eine Neuauszählung im Bundesstaat Wisconsin, wo Biden nach Berechnungen der Nachrichtenagentur AP das Rennen für sich entschieden hat. Biden kann die Präsidentschaft weiterhin auch ohne Pennsylvania gewinnen.

21.40 Uhr: Biden holt mehr Stimmen als einst Obama

Bei den absoluten Stimmen für die Präsidentschaftswahl hat Joe Biden den bisherigen Höchstwert übertroffen, den Barack Obama bei der Wahl 2008 aufgestellt hat. Nach Erhebungen der Nachrichtenagentur AP, der «New York Times» und weiterer Medien kam Obamas ehemaliger Vizepräsident auf mehr als 70 Millionen Stimmen. Für Obama stimmten bei seiner ersten Wahl 2008 rund 69,5 Millionen Amerikaner.

Die absolute Zahl der Stimmen ist nicht entscheidend für das von den Mehrheiten in den Einzelstaaten bestimmte Rennen um das Weisse Haus. Es ist nicht ungewöhnlich, dass der Sieger einer Präsidentschaftswahl weniger absolute Stimmen erzielt als der unterlegene Kandidat. Entscheidend ist, wer sich die meisten Wahlleute in den Bundesstaaten sicher kann. Und da ist das Rennen noch offen.

21.10 Uhr: Biden in der Favoritenposition

Nach dem Sieg von Joe Biden im Bundesstaat Wisconsin ist der Demokrat weiter auf einem guten Weg, die Präsidentschaft zu gewinnen. Es könnte allerdings noch Stunden oder gar Tage dauern, bis ihm der Sieg sicher nicht mehr genommen werden kann. In den Bundesstaaten ohne Ergebnis zur Präsidentschaftswahl geht die Auszählung voran. Auch wenn Biden in den noch fehlenden Staaten vor Amtsinhaber Donald Trump führte, standen Hunderttausende Stimmen noch aus.

20.17 Uhr: Demokraten verlieren Rennen um Senatssitz

Die Chancen der Republikaner, die Kontrolle über den US-Senat zu behalten, sind gestiegen. Die republikanische Senatorin Susan Collins verteidigte ihren Sitz in Maine – obwohl alle Umfragen sie zuvor im Nachteil sahen. Die demokratische Herausforderin Sara Gideon räumte am Mittwoch in einer Video-Ansprache ihre Niederlage ein. Damit haben die Republikaner 48 Sitze im Senat sicher. Vier Abstimmungen von Dienstag gelten noch als offen. Davon werden drei Sitze von Republikanern gehalten, und einer von Demokraten.

Die Mehrheit im Senat liegt bei 51 Sitzen – oder 50, wenn eine Partei auch das Weisse Haus gewinnt. Denn dann kann der Vizepräsident bei einem Patt von 50 zu 50 Stimmen eingreifen. Der Senat hält eine Schlüsselposition in der US-Politik. Neben der Rolle bei der Gesetzgebung bestätigt er unter anderem die Kandidaten für hohe Regierungsposten sowie Richter.

20.10 Uhr: Biden holt sich Wisconsin

Der TV-Sender CNN und die Nachrichtenagentur AP werten Wisconsin als Sieg für Joe Biden. Für den Demokraten ist das ein zentraler Sieg. Denn mit den zehn Wahlleuten, die der Bundesstaat vergibt, kann es dem Demokraten Biden auch ohne die Wahlleute aus äusserst hart umkämpften Pennsylvania zu einem Wahlsieg reichen.

19.37 Uhr: Trump sichert sich eine Elektorenstimme in Maine

Donald Trump sichert sich im Bundesstaat Maine eine weitere Stimme der Wahlleute, wie AP auf Grundlage von Wählerbefragungen und Stimmauszählungen berichtet. In dem Bundesstaat am nordöstlichsten Zipfel der USA gehen wie in Nebraska nicht alle Wahlleute komplett an den Gewinner. Neben zwei Wahlleuten, die auf dem Gesamtergebnis des Staates basieren, werden dort zwei weitere Wahlpersonen auf Basis der Ergebnisse in einzelnen Wahlbezirken bestimmt. Der 2. Distrikt ging nun an Trump – zuvor hatte sich Herausforderer Joe Biden AP zufolge die übrigen drei Wahlleute gesichert. 

18.50 Uhr: Wie läuft das mit dem Nachzählen?

In Wisconsin fehlen noch drei Prozent der Stimmen: Biden liegt knappe 21'000 Stimmen vorn. Grosse Veränderungen werden hier aber nicht mehr erwartet. Wie geht es dann weiter? Der Bundesstaat wird nach der Auszählung einige Ergebnisse, Maschinen und Wahllokale überprüfen.

So sollen die Ergebnisse verifiziert werden, um dann am 1. Dezember das amtliche Endergebnis mitzuteilen. Im Anschluss könnten Republikaner fordern, nachzuzählen, weil der Unterschied weniger als ein Prozent beträgt. Die Republikaner haben schon angekündigt, das zu tun.

2016 hat Trumps Partei sich noch dagegen gewehrt, dass die Demokraten die Stimmen nachzählen wollten, als Hillary Clinton dort knapp geschlagen wurde.

18.30 Uhr: In Nevada nichts Neues

In Nevada geht das Auszählen erst morgen weiter. Hier hat Biden nur 8000 Stimmen Vorsprung. Es fehlen hier noch die Briefwahlzettel, die bis zum Wahltag eingeworfen werden konnten.

In Michigan baut Biden seine Führung aus – mit einem Plus von nunmehr fast 50'000 Stimmen.

18.15 Uhr: Könnte es heute ein Ergebnis geben?

Ja. In Wisconsin und Michigan sowie Nevada führt Biden hauchdünn. Wenn man davon ausgeht, dass dort vor allem noch urbane Zentren und Briefe bei der Zählung ausstehen – und wenn Biden auch Arizona hält, kommt er auf 270 Wahlleute. Dann wäre es egal, ob Pennsylvania noch bis Freitag braucht, um belastbare Ergebnisse zu liefern.

Aber: Knappe Ergebnisse würden natürlich zur Sicherheit erneut ausgezählt – und Trumps Regierung hat ja bereits Klagen gegen die Wahl angekündigt. Sprich: Definitiv wäre auch dann noch nichts.

18 Uhr: Wer liegt bei der «popular vote» vorn?

Hier ist der Gewinner klar: Joe Biden vereint bisher 69,2 Millionen Stimmen auf sich – und Donald Trump 66,4 Millionen.

Der Präsident ist inzwischen offenbar mächtig sauer: «Sie finden überall Biden-Stimmen – in Pennsylvania, Wisconsin und Michigan. So schlecht für unser Land», twitterte er vor wenigen Minuten. Und: «Sie arbeiten hart daran, einen 500'000-Stimmen-Vorsprung in Pennsylvania verschwinden zu lassen – so schnell es geht. So wie in Michigan und anderswo.»

17.45 Uhr: Trump hat Georgia noch nicht sicher

200'000 Brief- und 50'000 Frühwähler – das sind die ausstehenden Stimmen in Georgia, wo Trump mit 100'000 Stimmen führt. Die ausstehenden Stimmen kommen überwiegend aus dem Gebiet von Atlanta – es handelt sich um demokratisch dominierte Gegenden. Hier könnte es noch knapp für Trump werden, wenn die fehlenden acht Prozent ausgezählt worden sind.

17.35 Uhr: Update Michigan

Auch in Michigan gibt es noch Zehntausende Stimmen, die noch nicht gezählt sind, heisst es aus dem Bundesstaat. Sie kommen zum Grossteil aus städtischen Bezirken wie der Gegend um Detroit, wo erst drei Viertel der Stimmen ausgezählt sind. Bisher liegt Biden hier mit 66 Prozent vorn – dass Trump gerade hier noch aufholt, ist unwahrscheinlich.

Joe Biden hat Michigan gedreht und führt inzwischen mit rund 30'000 Stimmen. Innert 24 Stunden soll ein vorläufiges Ergebnis vorliegen.

17.25 Uhr: Biden legt weiter zu

Ein Trend, den wir bereits in Wisconsin und Michigan beobachten konnten, setzt sich in Pennsylvania fort. Dort ist Trumps Vorsprung um 100'000 auf 480'000 gesunken. Der Grund sind Bezirke etwa um die Stadt Philadelphia herum, die demokratisch geprägt sind, und die Briefwähler. Biden konnte ausserdem seinen knappen Vorsprung in Michigan ausbauen. Wenn es so weitergeht, wird Joe Biden der 46. Präsident der USA.

16.50 Uhr: Köppel und Dittli kritisieren Trump

OSZE-Wahlbeobachter und Ständerat Josef Dittli (FDP/UR) sagte, Trump schüre Unruhe. Der amtierende US-Präsident hatte in einer Rede in der Wahlnacht den Wahlsieg für sich reklamiert, obwohl das Ergebnis noch nicht feststeht.

Mit seiner verfrühten Siegeserklärung giesse Trump unnötigerweise Öl ins Feuer, sagte Dittli am Mittwoch dem Schweizer Radio SRF. Damit erhöhe der Präsident die Gefahr von Ausschreitungen. Dittli weilt seit Montag als internationaler Wahlbeobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in den USA. Dabei beobachtete er Wahlgänge in Maryland und Washington D. C.

Auch der Zürcher SVP-Nationalrat Roger Köppel kritisierte den Präsidenten. «Trump hält sich viel besser als erwartet. Aber es ist absolut unverantwortlich, sich jetzt zum Sieger zu erklären. No Go!», schrieb der bekennende Trump-Unterstützer auf Twitter.

16.40 Uhr: Was geht in Pennsylvania?

Die Verantwortlichen in Pennsylvania rufen zur Geduld auf. Jede legal abgegebene Stimme müsse gezählt werden und das brauche Zeit. Erst eine Woche nach der Wahl am Dienstag werde das endgültige Ergebnis mitgeteilt, was auch in den Vorjahren so gewesen sei. Über Klagen der Trump-Regierung will sich die Verantwortliche nicht äussern. Es sind noch über eine Million Stimmen auszuzählen.

16.30 Uhr: Trump suggeriert Wahlfälschung

Donald Trump ist nicht zufrieden mit dem Finale der Wahl: «Gestern Nacht habe ich in vielen Schlüsselstaaten – zumeist solide – geführt. Dann verschwand ein [Vorsprung] nach dem anderem auf magische Weise als Überraschungsstimmen gezählt wurden. SEHR MERKWÜRDIG», schrieb er auf Twitter.

Vielsagend ist auch, dass Trumps Wahlkampfmanager nicht mehr von einem Sieg spricht, sondern nur, dass der Präsident in einer guten Position sei.

16.15 Uhr: Oberstes Gericht könnte Wahlsieger küren

15.40 Uhr: Wo es knapp ist – und wo nicht

In Nevada sind zwar erst zwei Drittel der Stimmen gezählt, aber das fehlende Drittel sind ausschliesslich Stimmen, die per Post eingegangen sind.

In Wisconsin fehlen noch 3 Prozent der Stimmen, in Pennsylvania dagegen 25 Prozent. Trumps Vorsprung dort ist geschrumpft - auf nunmehr gut 580'000. Auch hier fehlen vor allem noch Brief-Stimmzettel aus den urbanen Gebieten.

In Wisconsin führt Biden nach wie vor mit gut 20'000 Stimmen und in Michigan mit inzwischen 18'000 Stimmen. In North Carolina führt Trump mit 80'000 Stimmen, aber erst 94 Prozent der Stimmen sind ausgezählt. Auch in Georgia fehlen noch 6 Prozent, wo Trump 100'000 Stimmen Vorsprung hat.

Beim «popular vote» führt Biden mit deutlichem Vorsprung, doch die genauen Zahlen stehen noch nicht fest.

15.20 Uhr: ... dann wäre Joe Biden Präsident

Wenn Joe Biden Michigan und Wisconsin sowie weiterhin Maine, Arizona und Nevada hält, hätte er 271 Wahlmänner – und wäre Präsident.

Aber: In Nevada ist die Führung haarscharf. Biden führt mit nur 8000 Stimmen. Und auch Michigan und Wisconsin sind ja alles andere als sicher.

15.05 Uhr: Michigan kippt

Laut «CNN» hat Trump in Michigan nur noch 15'000 Stimmen Vorsprung, in Wisconsin führt Biden mit rund 20'000 Stimmen.

In Georgia liegt Trump zwar vorn, doch es fehlen noch die urbanen Bezirke, die als eher demokratisch eingeschätzt werden. In Arizona führt Biden mit gut 100'000 Stimmen, wobei 84 Prozent der Wahlzettel gesichtet wurden.

Und in diesen Minuten kippt Michigan: Biden liegt nun rund 10'000 Stimmen vorn. 94 Prozent der Stimmen sind gezählt. Laut «CNN» gibt es hier nun rund 90'000 Wahlbriefe, die es zu zählen gilt.

15 Uhr: Die Lage im Senat

Bei der zusammen mit der US-Präsidentenwahl abgehaltenen Wahl von 35 der 100 Mitglieder des Senats haben sich demokratische Hoffnungen auf entscheidende Zugewinne vorerst zerschlagen. Etliche Wahlkreise, in denen ein Wechsel für möglich gehalten wurden, gingen erneut an republikanische Amtsinhaber.

Ob deren Mehrheit von 53 der 100 Sitze halten wird, war am Mittwochmorgen aber noch nicht entschieden. Aus Alaska, Michigan, North Carolina und Maine lagen da noch keine Endergebnisse vor. 

Über einen bisher von den Republikanern gehaltenen Senatssitz in Georgia wird erst in einer Stichwahl im Januar entschieden. Amtsinhaberin Kelly Loeffler verfehlte ebenso wie ihr demokratischer Herausforderer Raphael Warnock die in der ersten Runde für einen Sieg erforderliche Mehrheit von mehr als 50 Prozent der Stimmen.

Ob seine Partei den Senat kontrolliert, ist entscheidend für die Macht des Präsidenten. Bisher stand das Verhältnis bei 53 zu 47 für die Republikaner, die damit die Entscheidungsmehrheit für den ebenfalls republikanischen Präsidenten Donald Trump sicherten. Wandern nun vier Sitze zu den Demokraten, wäre dieser Rückhalt im Falle eines neuen Wahlsiegs von Trump gebrochen.

Sollte Trumps Herausforderer Joe Biden ins Weisse Haus einziehen, würden dem sogar schon drei weitere Senatssitze zur Mehrheit reichen, denn im Falle eines Patts zählt das Votum des Vizepräsidenten. Etwa ein Drittel der Senatssitze steht alle zwei Jahre zur Abstimmung, also auch an diesem Dienstag.

14.25 Uhr Demokraten könnten Georgia gewinnen

Die Demokraten sind offenbar nahe dran, den US-Bundesstaat Georgia mit seinen 16 Wahlleuten zu gewinnen. Wie CNN berichtet, befindet sich Donald Trump bei ausgezählten 90 Prozent der Stimmen im traditionell konservativen Georgia mit etwas mehr als 118'000 Stimmen in Führung. Auf die Ergebnisse warte man jedoch vor allem aus Countys, die eher den Demokraten zuneigen dürften. 

13.30 Uhr: Volksabstimmungen in Bundesstaaten

Die Wähler in mehreren US-Bundesstaaten haben sich für die Legalisierung von Marihuana ausgesprochen. In Arizona, Montana, New Jersey, South Dakota und Mississippi gab es dazu zusammen mit der US-Präsidentenwahl am Dienstag Volksabstimmungen. Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur AP nach Auszählung des überwiegenden Teils der Stimmen fielen diese für die Legalisierung aus.

In Kalifornien stimmten die Bürger bei einer Volksabstimmung unter anderem dafür, dass Straftäter, die aus dem Gefängnis kommen, wieder an Wahlen teilnehmen dürfen. In Colorado stimmten die Menschen der Senkung der lokalen Einkommensteuer zu und lehnten den Vorschlag ab, Abtreibungen nach 22 Wochen zu verbieten.

In Louisiana beschlossen die Wähler dagegen, dass in der Verfassung des Bundesstaates kein grundsätzliches Recht auf Abtreibungen festgeschrieben werden dürfe. In Mississippi gaben sich die Einwohner eine neue Flagge für den Bundesstaat.

13.20 Uhr: Michigan droht zu kippen

In Michigan sind nun circa 90 Prozent der Stimmen ausgezählt, und Donald Trump hat nur noch 12'000 Stimmen Vorsprung. In Wisconsin hingegen hat Biden nun 21'000 Stimmen mehr als der Amtsinhaber. Dort müssen noch fünf Prozent der Wahlzettel gesichtet werden.

12.55 Uhr: Wir sehen uns vor Gericht wieder!

Des Pudels Kern: Pennsylvania will erst am Freitag ein Endergebnis bekanntgeben, weil gerichtlich angeordnet worden war, Briefstimmen zu zählen, die am Wahltag abgeschickt worden sind.

Die Republikaner gehen juristisch dagegen vor, und der Präsident hat vor wenigen Stunden seinen Standpunkt auf Twitter klargemacht: «Sie versuchen, die Wahl zu STEHLEN», wirft Trump den Demokraten vor.

12.40 Uhr: Trump-Vorsprung in Michigan schmilzt

In Michigan ist der Vorsprung von Donald Trump geschmolzen, nachdem der grosse Bezirk Wayne County ausgezählt worden ist. Der Vorsprung beträgt derzeit nur noch 60'000 Stimmen. 87 Prozent der Wahlzettel sind gezählt. Auch hier könnte es noch gang, ganz eng werden.

12.35 Uhr: Ausschreitungen in Seattle

12.25 Uhr: Demokraten behaupten wohl Kongress

Bei der kompletten Neuwahl des US-Repräsentantenhauses zeichnet sich eine erneute Mehrheit für die Demokraten ab. In einigen Staaten wurden nach Auszählungsstand vom Mittwochmorgen Schweizer Zeit Amtsinhaber abgewählt, bei den Demokraten drei und bei den Republikanern zwei. Damit schien es weitgehend auf eine Bestätigung der bisherigen Mehrheitsverhältnisse hinauszulaufen.

Bisher hatten die Demokraten 232 und die Republikaner 197 Sitze. Fünf Sitze waren vor der Wahl offen, einer war von einem Unabhängigen besetzt. Zur Kontrolle des Abgeordnetenhauses reichen 218 Sitze.

Die Demokraten hatten sich mehr erhofft. Ein Beispiel für ein enttäuschendes Abschneiden war ein republikanischer Sieg in einem vor der Wahl vakanten Wahlkreis bei Houston, in dem mehrheitlich Angehörige von Minderheiten wohnen.

Der Gewinner, Troy Nehls, hatte zu einer lokalen Anordnung zum Tragen von Masken wegen der Corona-Pandemie gesagt, das sehe mehr «nach kommunistischer Diktatur als freie Republik» aus. Bemerkenswert war auch der Sieg der Jungrepublikanerin Marjorie Taylor Greene in Georgia, die mit rassistischen Äusserungen und ihrer Fürsprache für die Verschwörungstheorie «QAnon» aufgefallen ist.

12 Uhr: Déjà-vu in Delaware

Es ist 00.42 Uhr, als Joe Biden in der Wahlnacht die Bühne betritt und sagt, was in seiner Heimatstadt Wilmington keiner hören will. Es könne noch dauern. Vielleicht bis zum Morgen. Vielleicht sogar noch länger. Der 77-Jährige zitiert dann auch noch seinen Grossvater, der immer gesagt habe: «Joey, behalte Deinen Glauben.»

Bidens Stimme hallt über den Parkplatz des Chase Center am Rande der Innenstadt, auf dem seine Unterstützer stundenlang bei wenigen Grad über Null in ihren Autos ausgeharrt hatten. Nun müssen sie noch länger warten. Denn die US-Präsidentenwahl 2020 wird zur Hängepartie.

Erin wohnt in Wilmington und hatte auf eine Siegesfeier gehofft. Stattdessen werden jetzt böse Erinnerungen wach: «Es ist die gleiche ängstliche Energie wie 2016», sagt sie. Wie vor vier Jahren, als die Umfragen Hillary Clinton klar vorn gesehen hatten – und sie am Ende doch gegen Donald Trump verlor. «Hoffentlich wiederholt sich die Geschichte nicht.» 

Biden will das Land in der Krise zusammenhalten und beruhigen. Er ruft: «Es ist nicht an mir und es ist nicht an Donald Trump, zu erklären, wer diese Wahl gewonnen hat. Das ist eine Entscheidung des amerikanischen Volkes.» Wenig später erklärt Trump trotzdem seinen Sieg. 

Biden redet drei Minuten. Dann ist es für die Nacht vorbei. Ronny bahnt sich einen Weg durch die Autos, die nun davonfahren, ruhig und gesittet, aber auch ein bisschen unter Schock. Er habe natürlich für Biden gestimmt, sagt Ronny mit düsterer Miene. «Ich hätte nicht gedacht, dass das so eng wird.» Er zieht an einer selbst gedrehten Zigarette. Es helfe alles nichts, meint er dann. Jetzt gelte es, Ruhe zu bewahren.

11.40 Uhr: Und nun zu etwas völlig Anderem

Wer am Morgen nach der US-Wahl Katerstimmung verspürt oder Entspannung von der politischen Aufregung sucht, ist mit unserem soft-News-rund-um-die-US-Wahl-Ticker (sNrudUWT) gut beraten – wenn nicht gar vorzüglich unterhalten. Das als kleine Werbung in eigener Sache, die Sie uns freundlicherweise nachsehen. Und ja, wir arbeiten noch an einem griffigeren Namen für den sNrudUWT.

11.20 Uhr: Wo noch gezählt wird

In Wisconsin werden noch Stimmen gezählt, aber in anderen wichtigen Staaten wird geschlafen. In Pennsylvania etwa geht die Auswertung im Bezirk um die Stadt Pittsburgh herum erst um 17 Uhr mitteuropäischer Zeit weiter.

In dem Bundesstaat, der 20 Wahlleute stellt, sind erst rund zwei Drittel der Stimmen ausgezählt. Bisher hat Trump mit 55,7 Prozent die Nase vorn. Bidens 43,1 Prozent dürften sich aber noch verbessern, weil Briefwähler, deren Stimmen noch nicht ausgezählt sind, eher demokratisch wählen.

Auch in Nevada sind erst zwei Drittel gezählt. Hier liegt Biden mit rund 22'000 Stimmen vorn. Nevada stellt sechs Wahlleute, die den Unterschied machen könnten: Würde Trump den Staat drehen und Georgia sowie Pennsylvania holen, gewinnt er das Electoral College.

11.10 Uhr: Zehn Wahlleute für Biden?

In Wisconsin müssen noch rund 32'000 Stimmen gezählt werden, die per Brief eingetroffen sind. Das könnte bedeuten, dass Biden seinen dortigen Vorsprung von aktuell 13'000 Stimmen halten kann. Das ist aber zugegeben spekulativ. Update: Wenige Minuten später schmilzt Bidens Vorsprung auf 8000 Stimmen. Spannendes Rennen hier.

10.50 Uhr: Wisconsin dreht

Bekommen Sie langsam einen Eindruck davon, wie knapp die Ergebnisse sind? Vor einigen Minuten (siehe unten) lag Trump in Wisconsin noch 100'000 Stimmen vorn, nun ist er etwa 10'000 Stimmen hinter Biden, nachdem Stimmen aus dem urbaneren Milwaukee gezählt worden sind. Es sind aber immer noch nicht alle Stimmen ausgezählt. Das wird eine ganz enge Kiste.

10.35 Uhr: Slowenien gratuliert Trump zum Sieg

Sloweniens Regierungschef gratuliert Donald Trump voreilig zum Wahlsieg, nachdem sich der Präsident selbst zum Sieger erklärt hat. Dabei steht das Ergebnis des Urnengangs noch gar nicht fest, aber Trumps Ehefrau Melania ist gebürtige Slowenin – ein Freundschaftsdienst mit einem Beigeschmack von Vetternwirtschaft.

10.30 Uhr: Die Lage in Wisconsin und Michigan

In etwa 30 Minuten werden neue Ergebnisse aus Wisconsin erwartet. In Milwaukee werden die Zahlen laufend erneuert, Urnen werden mit Polizeieskorte im Wahlzentrum abgegeben. Es geht in diesem Staat um zehn Wahlleute, 94 Prozent der Wahlzettel sind gezählt und Trump führt mit gut 100'000 Stimmen.

In Michigan, das 16 Wahlleute stellt, liegt Trump bei 51,8 Prozent und Biden bei 46,6 Prozent, doch hier sind erst 80 Prozent gezählt – und vor allem der Bezirk um Detroit ist erst zu 40 Prozent ausgezählt, in dem viele Menschen und viele Demokraten leben.

10.10 Uhr: Warum es spannend bleibt

In Pennsylvania, das 20 Wahlleute stellt, liegt Donald Trump bei über 55 Prozent und hat einen Vorsprung von etwa 700'000 Stimmen – aber: hier sind erst rund 60 Prozent der Stimmen ausgezählt.

In Georgia dagegen sind 92 Prozent der Stimmen gezählt und Trump hat einen hauchdünnen Vorsprung von rund 100'000 Stimmen, aber die Bezirke, die noch fehlen, werden als stark demokratisch gedeutet. Georgia stellt 16 Wahlleute. 

Diese Beispiele veranschaulichen, dass das Rennen nach wie vor nicht gelaufen ist und es erklärt die Anstrengungen Donald Trumps, das Auszählen der Stimmen möglichst schnell zu beenden.

Wie geht es weiter? In Wisconsin wird sich demnächst die Wahlkommission äussern. Update folgt.

9.30 Uhr: Schlafenszeit in den USA

An der US-Ostküste, wo die Hauptstadt Washington D.C. und viele der bevölkerungsstärksten Metropolen liegen, ist es nun 3:30 Uhr morgens. Die Auszählungen werden die Nacht über weitergehen, doch werden die Nachrichten nun etwas spärlicher, da sich viele trotz des knappen Rennens erst mal für ein paar Stunden ins Bett legen werden.

9.01 Uhr: Biden holt Arizona

Joe Biden kann – wie bereits erwartet – Arizona für sich entscheiden. Es ist ein wichtiger Sieg für den Demokraten, um seine Siegeschancen zu wahren. Gewonnen hat Biden zudem in Maine.

Trump konnte sich Arizona anders als vor vier Jahren nicht sichern. In dem südwestlichen Staat waren elf Wahlleute zu holen. Arizona galt lange als sichere Bastion der Republikaner. Seit dem Wahljahr 1952 haben dort fast immer republikanische Präsidentschaftskandidaten gewonnen. Die Ausnahme machte das Wahljahr 1996, als der Demokrat Bill Clinton obsiegte.

8.25 Uhr: Trump will die Auszählung gerichtlich stoppen

Spät in der Nacht Ortszeit tritt Donald Trump im Weissen Haus vor die Kameras: «Wir gewinnen alles», sagt er – die Resultate seien phänomenal. Man sei bereit, einen grossen Sieg zu feiern. Trump feiert seine Siege in Texas, Ohio und insbesondere Florida.

Danach beansprucht Trump auch die Siege in Georgia und North Carolina – in beiden Staaten verfügt er nach dem aktuellen Stand der Auszählung zwar eine Führung, doch sind die Staaten bei Weitem nicht ausgezählt. Und in Pennsylvania sei er um Hunderttausende Stimmen voraus. In diesem hart umkämpften Staat ist der Präsident nach dem aktuellen Zählstand weit voraus, doch sind hier noch weit über einen Viertel der Stimmen nicht ausgezählt.

In seiner Rede erneuert Trump zudem seine Behauptung, dass die Demokraten die Wahl stehlen wollten: «Das ist ein Betrug am amerikanischen Volk», sagt Trump. Und beansprucht den Sieg für sich: «Ehrlich, wir haben diese Wahl gewonnen.» Nun wolle man sich am Supreme Court dafür einsetzen, die Auszählung der Stimmen zu beenden, um einen «Betrug» zu verhindern. Was genau die Vorwürfe sind, mit denen der Präsident diese Forderung begründet, liess er im Unklaren.

7.50 Uhr: Delaware wählt erste Transgender-Senatorin 

In den USA ist erstmal eine offen lebende Transgender-Politikerin in den Senat eines Bundesstaates gewählt worden. Die Demokratin Sarah McBride gewann in Delaware gegen den Republikaner Steve Washington, wie die Nachrichtenagentur AP meldet.

Die 30 Jahre alte McBride hat sich für Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender- und queeren Menschen (LGBTQ) eingesetzt. Im Weissen Haus hatte sie unter Ex-Präsident Barack Obama ein Praktikum absolviert. Bei Trans-Menschen stimmt das Geschlecht nicht mit dem bei der Geburt zugewiesenen überein.

7.20 Uhr: Republikaner könnten Senatsmehrheit behalten

Die Hoffnungen der Demokraten auf eine Mehrheit im US-Senat haben einen weiteren Dämpfer erlitten. Die republikanische Senatorin Joni Ernst hat ihren Sitz in Iowa verteidigt, wie die Nachrichtenagentur AP auf Grundlage von Wählerbefragungen und ersten Stimmauszählungen meldete. Umfragen sahen Ernst zuletzt in einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit der demokratischen Herausforderin Theresa Greenfield.

Zuvor konnten auch mehrere weitere Senatoren der Republikaner, die als Wackelkandidaten galten, ihre Sitze verteidigen. Die Republikaner hielten im Senat zuletzt eine Mehrheit von 53 der 100 Sitze.

7.07 Uhr: Trump holt auch Texas

Keine Überraschung im Süden: Texas geht laut AP an Trump – das sind weitere 38 Wahlleute für den amtierenden Präsidenten. Im Vorfeld war wegen guten Umfragewerten spekuliert worden, dass Biden in dem Bundesstaat realistische Siegeschancen haben könnte. Ohne die Stimmen des bevölkerungsreichen südlichen Bundesstaats wäre es für Trump fast unmöglich, die Präsidentenwahl zu gewinnen. Dafür braucht er mindestens 270 Stimmen der Wahlleute aus den Bundesstaaten.

7 Uhr: Trump äussert Betrugsvorwürfe

«Wir sind stark unterwegs, aber sie versuchen, die Wahl zu stehlen», schreibt Donald Trump auf Twitter. Und: «Nach Schliessung der Wahllokale können keine Stimmen mehr abgegeben werden!» – er zielt damit erneut auf die Briefwahl ab.

Er nimmt insbesondere Anstoss an der Möglichkeit, dass in einigen Staaten die Briefwahlstimmen mit Poststempel vom 3. November noch bis zu drei Tage nach dem eigentlichen Wahldatum ausgezählt werden dürfen. Twitter reagiert, blendet den Tweet aus und versieht ihn mit der Warnung, dass dessen Inhalt «möglicherweise irreführend» sei. Der amtierende Präsident will später vor die Medien treten und ein Statement abgeben.

6.45 Uhr: Durchhalteparolen von Biden

«Wir sind auf Kurs, die Wahl zu gewinnen», sagt Joe Biden in einem Auftritt in Delaware vor Unterstützern. Und ruft ihnen Durchhalteparolen zu – die Wahl sei erst vorbei, wenn alle Stimmen ausgezählt sind. 

6.40 Uhr: Trump holt sich Florida – und legt sogar noch zu

Was der TV-Sender Fox schon früher vermeldet hat, bestätigt nun auch AP: Präsident Trump holt sich Florida – ohne den Staat wäre es für Trump schwierig geworden, einen Sieg zu holen. Mit 29 Wahlleuten ist Florida einer der wichtigsten umkämpften Staaten. 2016 gewann Trump dort knapp. Er lag damals nur 1,2 Prozentpunkte vor der damaligen demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. Umfragen vor dem Wahltag deuteten auf ein knappes Rennen zwischen den diesjährigen Kontrahenten hin.

6.24 Uhr: Ein wichtiger Sieg für Biden

AP vermeldet einen Sieg Bidens in Minnesota (10 Wahlleute). Montana (3) und und Iowa (6) wertet die Nachrichtenagentur für Trump.

6.03 Uhr: Trump gewinnt Ohio

Obwohl Joe Biden in Ohio (18 Wahlleute) lange Zeit vorne lag, geht der Bundesstaat an Donald Trump. Langsam wird es für Biden eng. Seine Hoffnungen ruhen noch auf Minnesota, Michigan, Wisconsin und Pennsylvania. In drei dieser vier Staaten liegt Trump allerdings derzeit vorne.

5.53 Uhr: Twitter versieht Trump-Tweets mit Warnung

Der Kurznachrichtendienst Twitter hat Hinweise an Tweets geheftet, in denen Wahlergebnisse für einzelne Staaten aus Sicht des Netzwerks voreilig verkündet wurden. So wurde beispielsweise ein Tweet, wonach Donald Trump den Staat Florida gewonnen habe, mit dem Hinweis versehen: «Offizielle Quellen könnten das Ergebnis noch nicht bestätigt haben, als dieser Tweet abgesetzt wurde.»

5.34 Uhr: Biden verliert Florida, gewinnt Arizona

Florida (29 Wahlleute) geht wohl an Donald Trump, wie schon vor vier Jahren, meldet Fox News. Umgekehrt gewinnt Joe Biden wohl den hart umkämpften Staat Arizona (11), wo vor vier Jahren Trump der Sieger war.

5.25 Uhr: Trump gewinnt drei weitere Staaten

Kansas (6 Wahlleute), Missouri (10) und Utah (6) gehen an Donald Trump. Es verbleiben noch etwa zehn Staaten ohne Ergebnis, wovon die meisten Trump vorne sehen. Joe Biden muss ein paar dieser Staaten auf seiner Seite haben, um das Gesamtrennen zu gewinnen. Die Entscheidung läuft wohl auf Michigan, Wisconsin und Pennsylvania hinaus.

5 Uhr: Wahllokale an der Westküste schliessen

Nun schliessen die Wahllokale an der Westküste, in einer Stunde auch in Hawaii und in zwei Stunden in Alaska. Hier sind keine Überraschungen zu erwarten. Kalifornien, Oregon, Washington und Hawaii (mit total 78 Wahlleuten) dürften wie immer an die Demokraten gehen, Idaho (4) und Alaska (3) an die Republikaner.

4.34 Uhr: Joe Biden von klarem Sieg weit entfernt

Nach einem überwältigenden Sieg für den in den Umfragen klar vorne gelegenen Joe Biden sieht es derzeit nicht aus. Gespannt wird jetzt in Richtung Texas geschaut. Eigentlich eine republikanische Hochburg, melden erste Countys dort, dass Biden im Vergleich zu Hillary Clinton vor vier Jahren deutlich Boden gutmacht.

Florida neigt derzeit eher zu Donald Trump, und auch in Ohio, wo es anfangs für Biden gut aussah, kann Trump zulegen, je weiter die Auszählung der Stimmen fortschreitet.

4.20 Uhr: Demokraten rücken Mehrheit im Senat näher

Die Demokraten sind einer möglichen Mehrheit im Senat einen Schritt nähergerückt. Im Bundesstaat Colorado hat John Hickenlooper den Republikaner Cory Gardner vom Senatssitz verdrängt. Auch in Arizona liegt der demokratische Kandidat Mark Kelly derzeit vor der republikanischen Kandidatin Martha McSally, die im Senat sitzt.

Martha McSally (Republikanerin) tritt gegen Mark Kelly (Demokrat) an. Die beiden ehemaligen Militärpiloten kämpfen um einen der beiden Sitze Arizonas im US-Senat. Martha Mc Sally verlor die Wahl vor zwei Jahren gegen die Demokratin Kyrsten Sinema, rutschte dann aber für den verstorbenen John McCain dennoch in den Senat. Jetzt hofft sie auf die Bestätigung durchs Volk. Aber Herausforderer Mark Kelly hat gemäss ersten Umfragen die Nase vorn.
zVg

4.11 Uhr: Mann mit Waffe vor Wahllokal verhaftet

Ein mit einer Schusswaffe bewaffneter Mann ist vor einem Wahllokal festgenommen worden. Der Mann habe nach seiner Stimmabgabe in der Stadt Charlotte in North Carolina weiter vor dem Wahllokal «herumgelungert», so die örtliche Polizei.

Es sei ein Anruf eingegangen, wonach der Mann andere Wähler eingeschüchtert haben könnte. Er sei daraufhin zum Verlassen des Geländes aufgefordert worden. Zwei Stunden später kam der Mann der Polizei zufolge aber zurück zu dem Wahllokal. Er sei wegen unbefugten Betretens des Geländes festgenommen worden. Die Schusswaffe habe er legal dabei gehabt.

Fotos in den sozialen Medien sowie Medienberichten zufolge trug der Mann eine Kappe mit der Aufschrift «Trump 2020».

4.05 Uhr: Verschwörungstheoretikerin in Kongress gewählt

Die Republikaner im US-Repräsentantenhaus werden sich mit einer Unterstützerin der Verschwörungstheorie QAnon in ihren Reihen auseinandersetzen müssen. Die Kandidatin Marjorie Taylor Greene gewann einen Sitz im Bundesstaat Georgia.

Die zentrale Behauptung der QAnon-Anhänger ist, dass es eine Verschwörung gegen US-Präsident Donald Trump in den tieferen Schichten des US-Regierungsapparats gebe. Ausserdem behaupten sie oft, prominente Politiker der Demokratischen Partei in den USA liessen sich mit Hormonen behandeln, die aus dem Blut von Kindern gewonnen würden.

Mehrere führende Politiker der Republikaner haben die QAnon-Theorien verurteilt. Präsident Donald Trump tat sich bei mehreren Gelegenheiten schwer damit – und unterstützte Greene ausdrücklich.

3.50 Uhr: Immer noch unklares Bild zu Wahlausgang

In den ersten Stunden der Auszählung ergibt sich noch kein klares Bild. In Ohio sieht es so aus, als würde der Demokrat Joe Biden besser als erwartet abschneiden, in Florida stehen die Zeichen eher auf einen Sieg für Donald Trump. Texas (38 Wahlleute) ist gespalten.

Wegen der Coronapandemie ist es in diesem Jahr schwierig, den Auszählungsstand während der Wahlnacht einzuschätzen. Viele Biden-Anhänger hatten erklärt, per Briefwahl abstimmen zu wollen. Wähler von Präsident Trump wollten eher am Wahltag ihr Votum abgeben. Die Bundesstaaten haben unterschiedliche Methoden dafür, wann sie welche Stimmen auszählen, sodass grosse Umschwünge im Laufe der Wahlnacht möglich sind.

3.30 Uhr: Trump und Biden sammeln weiter Punkte

Donald Trump holt nach ersten Hochrechnungen Arkansas (6 Wahlleute), Nebraska (5), Louisiana (8), Wyoming (3), North Dakota (3) und South Dakota (3). Joe Biden siegt in New York (29), New Mexico (5) und Colorado (9).

2.45 Uhr: Mehrheitsführer Mitch McConnell bleibt

Der bisherige Mehrheitsführer der Republikaner im US-Senat, Mitch McConnell, hat gemäss AP seinen Sitz für Kentucky in der Kongress-Kammer verteidigt. Die Wähler können über 35 Sitze im Senat entscheiden, davon bisher 23 von Republikanern und 12 von Demokraten gehalten wurden.

2.15 Uhr: Zwischenstand ohne Überraschungen

In rund zwei Dutzend Bundesstaaten in den USA sind die Wahllokale geschlossen und mit Ausnahme von Florida haben die US-Medien schnell die erwarteten Sieger ausgerufen.

Joe Biden hat gemäss Umfragen von AP in sieben weiteren Bundesstaaten gewonnen. Auf sein Konto gehen Connecticut (7 Wahlleute), Delaware (3), Maryland (10), Massachusetts (11), New Jersey (14), Illinois (20), Rhode Island (4) und die Bundeshauptstadt Washington D.C. (3). Donald Trump hat sich die Mehrheiten in den fünf Bundesstaaten Oklahoma (7), Tennessee (11), Alabama (9), South Carolina (9), West Virginia (5) und Mississippi (6) gesichert. Damit gewinnt er weitere 47 Stimmen für die Wahlversammlung.

Für einen Sieg sind mindestens 270 der 538 Wahlleute erforderlich.

1.50 Uhr: Florida ist «Must-Win-State» für Trump

Florida (29 Wahlleute) ist ein «Must-Win-State» für Donald Trump. Wenn er hier verliert, hat er fast sicher das gesamte Rennen verloren. Nach Auszählung von geschätzt gut zwei Drittel der Stimmen liegen Herausforderer Joe Biden und Präsident Trump eng beieinander.

Besonders im bevölkerungsreichen County Miami-Dade aber erzielte Biden weniger Stimmen, als er voraussichtlich bräuchte, um den Staat zu gewinnen. Kommentatoren und US-Experten gingen davon aus, dass Trump gute Chancen hat, Florida für sich zu gewinnen. Der Republikaner ist auf den Staat zwingend angewiesen, sein Herausforderer hätte weitere Wege zum Sieg, etwa wenn er andere Swing States wie Pennsylvania (20 Wahlleute), Ohio (18) oder North Carolina (15) gewinnt.

Swing States sind die besonders umkämpften Staaten, in denen die Mehrheiten in den letzten Jahren immer wieder zwischen Demokraten und Republikanern gewechselt haben.

1 Uhr: Erste Wahllokale in grossen Staaten schliessen

Die Wahllokale schliessen in Georgia, Indiana, Kentucky, South Carolina, Virginia, New Hampshire, Vermont und in Teilen Floridas. Kentucky (8 Wahlleute) und Indiana (11 Wahlleute) dürften erwartungsgemäss an Donald Trump gehen, Vermont (3 Wahlleute) und Virginia (13 Wahlleute) an Joe Biden. Der entscheidende Staat, den die Demokraten gerne zurückerobern würden, ist Georgia (16 Wahlleute).

0.50 Uhr: Mehr Frauen als üblich gehen wählen

Gemäss den ersten Umfragen des US-Senders CNN haben mehr Frauen gewählt als in früheren Jahren.

0.40 Uhr: Immer wieder Wahlaufrufe per Twitter

Beide Kandidaten und deren Parteien rufen auf Twitter immer wieder dazu auf, wählen zu gehen. Joe Biden schreibt: «Leute, die Zeit läuft ab, um eurer Stimme Gehör zu verschaffen in diesen Wahlen.» Donald Trump retweetet seine Partei: «Noch ist Zeit, rauszugehen und die Stimme abzugehen!»

24 Uhr: Rot, Weiss, Blau: Wolkenkratzer in New York

Es ist 18 Uhr in New York. Zahlreiche Hochhäuser lassen ihre Spitzen in den Farben der amerikanischen Flagge beleuchten. Unter anderem das Empire State Building und das Bank-of-America-Hochhaus in Manhattan erstrahlen in Rot, Weiss und Blau. Auf der Spitze des Bloomberg Tower steht schon seit mehreren Tagen nachts das Wort «Vote» (auf Deutsch etwa «Geh' wählen») in weissen Leuchtbuchstaben auf blauem Untergrund. 

23.20 Uhr: Was den US-Wählern wichtig ist

Was war den US-Bürgern bei der Stimmabgabe wichtig? Eine «CNN»-Umfrage hat folgende Prioritäten ergeben: Wirtschaft (34 Prozent), Benachteiligung durch Hautfarbe (21 Prozent), Corona (18 Prozent), Sicherheit (11 Prozent) und Gesundheitspolitik (11 Prozent).

Als grösste Herausforderung bezeichnete dann jedoch 52 Prozent der Befragten die Eindämmung des Coronavirus gegenüber 42 Prozent, die den Aufbau der Wirtschaft favorisierten. Interessant auch die Frage, ob die Pandemie gut bewältigt worden sei: 51 Prozent widersprachen, während 48 Prozent mit dem Krisenmanagement zufrieden waren.

22.45 Uhr: US-Börse schliesst optimistisch

Die US-Aktienmärkte haben am Tag der US-Präsidentschaftswahl ihren Erholungskurs nach dem Ausverkauf der Vorwoche fortgesetzt. Eine Welle des Optimismus schwappe an die Wall Street, dass der Wahlausgang keine grösseren Ungewissheiten mit sich bringe, sagte ein Portfoliomanager.

Positive Impulse lieferten die Ölpreise, die den stärksten Anstieg seit einem Monat verzeichneten. Der Dow Jones Industrial schloss am Dienstag 2,06 Prozent höher bei 27 480,03 Punkten, nachdem er zum Wochenstart bereits um 1,6 Prozent zugelegt hatte. Der marktbreite S&P 500 gewann 1,78 Prozent auf 3369,16 Punkte. Der Nasdaq 100 rückte um 1,76 Prozent auf 11 279,91 Zähler vor.

Börsianer begründeten die Kauflaune der Anleger mit gestiegenen Hoffnungen, dass es zu einem klaren Wahlergebnis in den USA kommt. Auch die letzten Umfragen vor der Wahl sprachen dem Demokraten Joe Biden einen Vorsprung zu. Angesichts des Wahlsystems sind aber Prognosen mit grosser Unsicherheit behaftet.

Sollte Biden Präsident werden und die Demokraten die Mehrheit im Senat gewinnen, könnte die Finanzpolitik noch wesentlich lockerer werden und die staatlichen Investitionen zunehmen.

22.30 Uhr: Der Stand der Dinge

In Puerto Rico haben die Wahllokale bereits geschlossen. Die Insel trägt zwar keine Wahlleute bei oder darf den Präsidenten wählen, hat aber abgestimmt, ob sie der 51. Bundesstaat oder unabhängig werden will, berichtet «Business Insider».

Auf dem Festland ist das Rennen noch völlig offen, solange Bundesstaaten, die viele Wahlmänner und -frauen entsenden, noch nicht zuzuordnen sind. Zu nennen sind hier Arizona, Texas, Florida und Pennsylvania. Auch Georgia und Wisconsin sind wichtig. Das Ergebnis aus North Carolina trifft erst 45 Minuten später ein, weil die Wahllokale zum Teil erst verspätet öffnen konnten.

Es ist selbst eine Situation denkbar, bei der es am Ende auf die Ergebnisse eines Staates wie Pennsylvania ankommt, wo die Stimmenauszählung dann zum Krimi werden könnte.

22.15 Uhr: Gericht macht der US-Post Beine

Ein US-Bundesgericht hat Postinspekteure zur Durchsuchung von mehr als zwei Dutzend Briefverarbeitungszentren angewiesen. Sie sollen nach dort verbliebenen Briefwahlzetteln suchen. Diese müssten sofort versandt werden, entschied das Gericht.

Die Anweisung bezieht sich auf Zentren in Teilen Pennsylvanias und Wisconsins sowie in Philadelphia, Detroit, Atlanta und dem südlichen Florida. Sie folgt auf US-weite Verzögerungen bei der Zustellung vor der Wahl und Sorgen, dass die Post die Stimmzettel nicht pünktlich zustellt.

Der Chef des U.S. Postal Service, Louis DeJoy, der für die Republikaner gespendet hat, setzte im Sommer eine Reihe von Änderungen um, wodurch Briefe in den ganzen USA verspätet zugestellt wurden. Dies hat Zweifel geweckt, ob die Post die höhere Zahl an Briefwählern bewerkstelligen kann.

Die Zustellzeiten sind seither kürzer geworden, aber das interne Ziel der Post, dass mehr als 95 Prozent aller Erste-Klasse-Briefe innerhalb von fünf Tagen zugestellt werden, wurde beständig verfehlt. In manchen bei der Wahl besonders umkämpften Gebieten liegt die Post deutlich darunter.

22.05 Uhr: Für Trump geht es auch um seine Immunität

Donald Trump sorgt sich einem Bericht der «New York Times» zufolge auch um den Ausgang der Wahl, weil ihm juristisches Ungemach droht, wenn er gegen Joe Biden verlieren sollte. Sobald er nicht mehr im Amt ist, könnten ihm Staatsanwälte ans Leder, denen bisher die Hände gebunden sind.

«Seit Wochen sagt Mister Trump Beratern in unbeobachteten Momenten, dass er damit rechnet, verstärkt von Ermittlern überprüft zu werden, falls er verliert», schreibt die Zeitung. «Er ist nicht nur wegen des bestehenden Falls in New York besorgt, sondern auch wegen der Möglichkeit neuer Untersuchungen auf Bundesebene.» 

20.35 Uhr: Das Weisse Haus wird abgeriegelt

Als Sicherheitsmassnahme wegen möglicher Proteste nach der US-Präsidentenwahl ist das Weisse Haus in Washington durch einen zusätzlichen Zaun abgeriegelt worden. Auf Bildern ist eine weisse, mauerartige Befestigung an der Südseite der Machtzentrale in der US-Hauptstadt zu erkennen.

Teile des Gebiets rund ums Weisse Haus, darunter der Lafayette Park im Norden, waren schon seit dem Sommer teilweise für die Öffentlichkeit gesperrt – wegen Protesten, aber auch wegen Bauarbeiten. Im Weissen Haus verbringt US-Präsident Donald Trump am Dienstag mit Hunderten geladenen Gästen die Wahlnacht.

19.55 Uhr: Wahlbeteiligung so hoch wie seit 1900 nicht mehr

Laut «Financial Times» könnte die Wahlbeteiligung 67 Prozent erreichen – und wäre damit so hoch wie seit dem Jahr 1900 nicht mehr.

19.40 Uhr: Trump siegessicher

Während eines Besuchs bei seinen Wahlkampfhelfern am Tag der Präsidentenwahl in den USA hat sich Amtsinhaber Donald Trump siegessicher gezeigt. «Ich glaube, wir werden eine grossartige Nacht haben», sagte Trump am Dienstag in Arlington bei Washington.

Die Zahlen, die er aus den Bundesstaaten Texas, Arizona oder Florida sehe, seien sehr gut. Die letzten Umfragen sehen den republikanischen Präsidenten allerdings hinter seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden – sowohl landesweit als auch in mehreren entscheidenden Swing States.

Auf die Frage, ob er für den Fall eines Sieges oder einer Niederlage bereits Reden vorbereitet habe, sagte Trump, dass er darüber noch nicht nachdenke. Er hoffe aber, dass das Ergebnis schnell feststehe. Trump weiter: «Gewinnen ist leicht. Verlieren ist niemals leicht. Nicht für mich.»

18.49 Uhr: Biden: «Ins Weisse Haus mit der Gnade Gottes»

Unter dem Jubel von Anwohnern und Schaulustigen hat Trump-Herausforderer Joe Biden das Haus besucht, in dem er seine ersten Lebensjahre verbracht hat. Nach einem Gespräch mit der jetzigen Bewohnerin des Gebäudes in Scranton, Pennsylvania, erzählte Biden vor laufenden Kameras, er habe im Wohnzimmer einen Gruss an die Wand geschrieben.

Mitreisenden Journalisten zufolge lautete dieser: «Aus diesem Haus ins Weisse Haus mit der Gnade Gottes. Joe Biden 3.11.2020». Biden zog mit seiner Familie im Alter von zehn Jahren von Scranton nach Wilmington (Delaware), wo er bis heute lebt.

18 Uhr: Die Heimspiele der Kandidaten

Während sich Donald Trump aus dem Weissen Haus heraus zum Wahltag äussern wird, bereitet sich Joe Bidens Team in dessen Heimat Delaware auf eine Ansprache vor. 

17.45 Uhr: Demokraten beim Senat mit guten Prognosen

Neben der Präsidentschaftswahl wird heute auch über einige Sitze in Kongress und Senat abgestimmt.

Während die Demokraten im Kongress eine ungefährdete Mehrheit haben, stehen die Chancen gut, nun auch die Mehrheit im Senat zu gewinnen, wenn man der Prognose von FiveThirtyEight Glauben schenkt.

Die Meinungsforscher sehen eine 75-Prozent-Chance, dass die Demokraten den Senat übernehmen und 51 oder mehr Sitze erlangen. Bisher hat die Partei 45 Sitze, die Republikaner 53 Sitze und unabhängige Abgeordnete zwei Sitze.

17.15 Uhr: Trump schlechter als Jimmy Carter

Dem Meinungsforschungsinstitut Gallup zufolge hat Donald Trump während seiner gesamten Amtszeit die Marke von 50 Prozent Zustimmung nie toppen können. Am Wahltag muss der 74-Jährige noch einmal besonders schlechte Umfragewerte hinnehmen.

Bei Umfragen von FiveThirtyEight kommt Trump am 2. November auf 44,6 Prozent: Das ist weniger, als Jimmy Carter hatte, als jener 1980 die angestrebte Wiederwahl gegen Ronald Reagan verlor. Carter lag damals bei 45,5 Prozent, doch der Demokrat hatte zwei Monate zuvor sogar nur 37 Prozent.

Donald Trump musste im Dezember 2017 magere 35 Prozent hinnehmen und kam über 49 Prozent in seiner Amtszeit nicht hinaus.

16.45 Uhr: Warum Trump Früh- und Briefwähler nicht mag

Donald Trump macht Druck, die Stimmenauszählung zeitnah zu beenden. Der Grund: Der Präsident fürchtet die Stimmen der Früh- und Briefwähler, die nach den regulär abgegeben Wahlzetteln gezählt werden. Diese könnten die Ergebnisse gerade in jenen Bundesstaaten noch kippen, in denen die Kandidaten Kopf an Kopf liegen.

Und weil einige Bundesstaaten bei der Früh- oder Briefwahl eine Partei-Registrierung verlangen, kann man grob vorhersagen, wie der Anteil von Trump und Biden in diesem Wählersegment aussieht: Demnach entfallen 45 Prozent der Stimmen auf die Demokraten, aber nur 30 Prozent auf die Republikaner – und der Rest auf andere Kandidaten.

16.20 Uhr: Stichwort Wahlbeteiligung

136,5 Millionen Amerikaner haben 2016 gewählt, was einer Beteiligung von 54,8 Prozent entspricht. Fast 100 Millionen Stimmen sind bereits vor dem Wahltag abgegeben worden. Es dürfte dieses Jahr also eine Steigerung der Wahlbeteiligung geben.

16 Uhr: Biden besucht am Morgen Grab seines Sohnes

Der demokratische US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden ist mit einem Kirchgang und einem Besuch am Grab seines verstorbenen Sohns Beau in den Wahltag gestartet. Biden und seine Frau Jill suchten am Dienstagmorgen in Wilmington in seinem Heimatstaat Delaware die Kirche St. Joseph's on the Brandywine auf.

Begleitet wurde das Paar von seinen Enkelinnen Finnegan und Natalie. Anschließend gingen die vier zum Friedhof. Beau Biden starb 2015 an einem Hirntumor. Im Wahlkampf sprach Joe Biden häufig vom Mut seines Sohns als Major im Irak-Einsatz. Bidens erste Frau Neilia und die kleine Tochter Naomi starben 1972 bei einem Verkehrsunfall, auch sie sind auf dem Friedhof beigesetzt.

Den Rest des Wahltags wollte Biden in Pennsylvania verbringen, einem der heftig umkämpften Swing States. In Scranton, wo er aufwuchs, und in Philadelphia wollte er Wähler treffen. Um die nötigen 270 Stimmen der Wahlmänner und -frauen für einen Wahlsieg zu bekommen, hofft Biden vor allem auf Erfolge in Pennsylvania, Michigan und Wisconsin.

15.30 Uhr: Gewinner, die schon feststehen – Anwälte

Die Wahl in den USA beschäftigt die Gerichte des Landes bereits seit Monaten. Rund 300 Klagen wurden im ganzen Land eingereicht, viele wegen der Neuregelung von Wahlabläufen während der Corona-Pandemie.

Doch wenn nach dem Wahltag der Ausgang strittig sein sollte, geht es ans Eingemachte: Sowohl Republikaner als auch Demokraten halten Tausende Anwälte bereit, um in einem solchen Fall sicherzustellen, dass Stimmen gezählt werden – oder eben nicht.

Seit der Wahl im Jahr 2000 zwischen George W. Bush und Al Gore, die letztlich der Oberste Gerichtshof der USA entscheiden musste, haben beide Parteien sich intensiv auf die Möglichkeit vorbereitet, dass es wieder zu einem solchen Szenario kommen könnte.

Im aufgeheizten Wahlkampf in diesem Jahr, in dem Präsident Donald Trump immer wieder die Briefwahl und das endgültige Ergebnis der Wahl in Frage gestellt hat, scheint es mehr als wahrscheinlich, dass die Gerichte sich mit dem Wahlergebnis befassen werden – es sei denn, einer der beiden Kandidaten gewinnt eindeutig.

Die Briefwahl, die bei dieser US-Wahl so intensiv genutzt wurde wie bei keiner zuvor, dürfte den Anwälten auch unabhängig von Trumps Äusserungen einige Ansatzpunkte bieten. Denn in vielen US-Staaten ist man nur schlecht auf die grosse Zahl der Briefwahlstimmen vorbereitet.

Dass eine Fülle an Klagen schon vor dem Wahltag die Gerichte beschäftigt, ist selbst für die USA beispiellos. Dass letztlich die Justiz auch die Wahl selbst entscheiden wird, scheint dadurch immer wahrscheinlicher. Trump machte am Sonntag klar, dass er das vorhat. Sobald die Wahllokale geschlossen seien, «gehen wir mit unseren Anwälten da rein», sagte er.

15.05 Uhr: Trump: «Es gibt keine Gründe, Spiele zu spielen»

US-Präsident Donald Trump hat sich uneindeutig zu dem möglichen Szenario geäussert, er könnte bei der Präsidentenwahl vor der Auszählung aller Stimmen seinen Sieg verkünden.

«Ich denke, wir werden siegen. Aber nur wenn es einen Sieg gibt. Es gibt keine Gründe, Spiele zu spiele», sagte Trump am Dienstagmorgen in der TV-Sendung «Fox and Friends». Der Präsident war telefonisch zugeschaltet.

Trump hat vor der Wahl nicht klargemacht, ob er das Resultat akzeptieren wird. Trump behauptete auch bei «Fox and Friends» wieder, dass die starke Zunahme der Abstimmung per Briefwahl zu Wahlbetrug führen könnte. Er hat dafür keine stichhaltigen Beweise angeführt.

12.40 Uhr: Wahllokale haben geöffnet

Im Osten des Landes wurden auch in grösseren Städten die ersten Wahllokale zur persönlichen Stimmabgabe geöffnet. Um 6 Uhr Ortszeit (12 Uhr Schweizer Zeit) öffneten etwa viele in New York, New Jersey, Connecticut, Virginia, Indiana und Kentucky. Vor einigen Lokalen bildeten sich lange Schlangen, wie in verschiedenen Beiträgen auf Twitter zu sehen war. Weil sich die USA über mehrere Zeitzonen erstrecken, zieht sich die Öffnung der Wahllokale am Wahltag über mehrere Stunden hin.

11 Uhr: Die Ausgangslage

Über die Jahrzehnte hat sich in Dixville Notch im Nordosten der USA ein Medienspektakel entwickelt: In dem kleinen Dorf im Bundesstaat New Hampshire werden seit 1960 die US-Präsidentenwahlen gleich um Mitternacht durchgeführt und ausgezählt. Und in diesem Jahr gibt es hier einen klaren Sieger: Joe Biden wurde einstimmig gewählt – mit allen fünf abgegebenen Stimmen.

Doch die Menschen von Dixville Notch sind nicht mehr die einzigen, die um Mitternacht wählen, schliesslich möchten auch andere gern etwas haben von der geballten Aufmerksamkeit – beispielsweise der Nachbarsort Millsfield. Dort wurde auch Schlag Mitternacht gewählt und ausgezählt. Und hier machte Donald Trump klar das Rennen: Der amtierende Präsident erhielt 16 Stimmen, Herausforderer Biden nur deren fünf.

Dass man so früh votieren darf, ist einem Gesetz in New Hampshire zu verdanken. Es erlaubt Gemeinden mit weniger als 100 Einwohnern, sowohl bei den Vorwahlen als auch dann bei der Präsidentenwahl schon um Mitternacht ihr Wahllokal zu öffnen. Damit sollte Eisenbahnarbeitern die Möglichkeit gegeben werden, wählen zu gehen, sich aufs Ohr zu legen und dann pünktlich zur Arbeit anzutreten. Längst nicht immer spiegelten die Resultate aus den kleinen Orten, wer dann am Ende Präsident wurde.

Ein erbitterter Kampf endet

Gleichwohl sind die Resultate aus dem Nordosten der USA das Anfang vom Ende eines Wahlkampfs, der sicherlich als beispiellos bezeichnet werden kann. In dem von der Pandemie dominierten Wahlkampf warnten Trump und Biden vor verheerenden Folgen, sollte der jeweilige Gegenkandidat gewinnen. Beide Seiten erklärten die Abstimmung zu einer Schicksalswahl. Schon vor dem Wahltag hatten mehr als 95 Millionen US-Bürger per Brief oder in vorab geöffneten Wahllokalen frühzeitig abgestimmt. Das entsprach nach Angaben des «U.S. Elections Project» rund 70 Prozent aller Wähler im Jahr 2016.

Der Wahlkampf konzentrierte sich in erster Linie auf die sogenannten Swing States wie Pennsylvania. Bei diesen Bundesstaaten steht nicht schon von Beginn weg fest, ob aus Tradition der Kandidat der Republikaner oder der Demokraten siegen wird.

Trump liegt in Umfragen sowohl landesweit als auch in mehreren Swing States hinter Biden. Seine Wiederwahl ist dennoch nicht ausgeschlossen, zumal aufgrund des Wahlsystems auch der Kandidat mit den meisten Stimmen unterliegen kann. Trump hat vor der Wahl nicht eindeutig gesagt, ob er das Resultat akzeptieren wird. Wegen der vielen erwarteten Briefwahlstimmen ist unklar, ob es noch in der Wahlnacht ein Ergebnis geben wird.

Resultat könnte lange auf sich warten lassen

Neben dem Präsidenten stehen alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und 35 der 100 Sitze im Senat zur Wahl. Umfragen geben den Demokraten gute Chancen, die Mehrheit im Repräsentantenhaus zu behalten und nach sechs Jahren die Kontrolle über den Senat zurückzugewinnen.

Die USA erstrecken sich über mehrere Zeitzonen. Die letzten Wahllokale in Alaska sind bis Mittwoch 7 Uhr Schweizer Zeit geöffnet. Mit Schliessung der Wahllokale im nördlichsten Bundesstaat ist die US-Wahl beendet. Doch bis dann auch tatsächlich ein Sieger feststeht, könnte es mitunter dauern.

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