Ein Jahr nach Trump-Attentat «Dieser Moment hat den Lauf der Geschichte verändert»

Gabriela Beck

13.7.2025

Donald Trump in Kampfpose nach dem Attentatsversuch auf ihn am Samstag, den 13. Juli 2024, bei einer Wahlkampfkundgebung in Pennsylvania, umgeben von Agenten des Secret Service.
Donald Trump in Kampfpose nach dem Attentatsversuch auf ihn am Samstag, den 13. Juli 2024, bei einer Wahlkampfkundgebung in Pennsylvania, umgeben von Agenten des Secret Service.
KEYSTONE/Evan Vucci

Ein Jahr nach dem Attentatsversuch auf Trumps ist klar: Die Schüsse waren entscheidend für seinen Wahlsieg. Über das Motiv des 20-jährigen Täters ist jedoch so gut wie nichts bekannt.

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Der Attentatsversuch auf Donald Trump am 13. Juli 2024 verhalf ihm zum Wahlsieg.
  • Seine blutverschmierte Kampfpose mit erhobener Faust wurde zu seinem Markenzeichen.
  • Ein Jahr später steht der Secret Service wegen Sicherheitsversäumnissen in der Kritik.

Es ist ein ikonisches Bild, das sich nach dem Attentatsversuch vor genau einem Jahr auf den damaligen US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump in den Köpfen festgesetzt hat: Die rechte Faust in die Höhe gereckt, das Gesicht blutverschmiert, ruft er «Fight, fight, fight» – «Kämpft, kämpft, kämpft!». Im Weissen Haus hängt ein Trump-Porträt in dieser Kampfespose und auch auf seiner Kryptowährung ist er so zu sehen.

Bereits zwei Tage nach dem misslungenen Anschlag, bei dem er am rechten Ohr verletzt wurde, trat Trump erneut auf einer Wahlkampfbühne auf und präsentierte sich kämpferisch. Mit einem Verband am rechten Ohr liess er sich in Milwaukee von seinen Anhängern wie ein Held feiern.

«Fight, fight, fight» wird zu Trumps Schlachtruf im Wahlkampf. (Archiv)
«Fight, fight, fight» wird zu Trumps Schlachtruf im Wahlkampf. (Archiv)
KEYSTONE/John Locher

Der Attentatsversuch auf Donald Trump in der Kleinstadt Butler im US-Bundesstaat Pennsylvania am 13. Juli 2024 markierte einen Wendepunkt im Wahlkampf – weniger durch die Tat an sich als durch Trumps Reaktion darauf. Aus dem traumatischen Ereignis formte er ein Symbol für Stärke, Männlichkeit und Unerschütterlichkeit. Diese Inszenierung spielte eine entscheidende Rolle bei seinem politischen Comeback, sind sich Politikexperten einig.

Wie konnte es überhaupt so weit kommen?

Ein Jahr nach dem Vorfall hat der heutige US-Präsident den Sicherheitsdiensten «Fehler» attestiert. Trump sagte in einem Interview, das er Lara Trump, der Frau seines Sohnes Eric gab, und das Fox News am Samstagabend ausstrahlte, der für seinen Schutz zuständige Secret Service habe einen «schlechten Tag» gehabt. Dennoch habe er «grosses Vertrauen in diese Leute». «Dieser Moment hat wirklich den Lauf der Geschichte verändert», sagt die frühere Fernsehmoderatorin Lara Trump.

Der Secret Service versicherte unterdessen in einer Mitteilung, er habe Reformfortschritte gemacht. Es werde daran gearbeitet, dass sich Ereignisse wie am 13. Juli 2024 «niemals wiederholen». So seien Disziplinarverfahren gegen sechs Mitarbeiter eingeleitet worden. Sie seien vorübergehend vom Dienst suspendiert worden. Namen nannte der Secret Service nicht. Darüber hinaus seien 21 von 46 Empfehlungen von US-Kongressausschüssen umgesetzt worden, hiess es weiter. Dazu gehöre ein besserer Informationsaustausch mit örtlichen Sicherheitskräften. Die damalige Chefin der Behörde, Kimberly Cheatle, trat bereits kurz nach den Schüssen auf Trump zurück.

Täter konnte unbehelligt Stellung beziehen

Der Secret Service geriet in die Kritik, weil der 20-jährige Täter Thomas Matthew Crooks unbehelligt auf dem Dach eines benachbarten Gebäudes Stellung beziehen konnte. Über das Motiv des Studenten ist so gut wie nichts bekannt.

Bei Crooks lassen sich weder eine ausgeprägte Abneigung gegen Donald Trump noch eine klare politische Ideologie feststellen. Hinweise deuten jedoch darauf hin, dass er unter psychischen Problemen litt und sich zunehmend isolierte. Eine Stellungnahme von ihm ist nicht mehr möglich: Ein Scharfschütze des Secret Service erschoss Crooks kurz nachdem er auf Trump geschossen hatte.

Mit Material der Nachrichtenagentur AFP