Weltwetterorganisation warnt Rekordanstieg der CO₂-Konzentration in der Atmosphäre

SDA

15.10.2025 - 12:22

2024 ist die CO₂-Konzentration in der Erdatmosphäre so stark angestiegen wie nie zuvor innerhalb eines Jahres. (Symbolbild)
2024 ist die CO₂-Konzentration in der Erdatmosphäre so stark angestiegen wie nie zuvor innerhalb eines Jahres. (Symbolbild)
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Die CO₂-Konzentration in der Atmosphäre ist im vergangenen Jahr so stark gestiegen wie noch nie seit Beginn der Messungen – eine Folge von El Niño, Waldbränden und einer schwächeren Aufnahme durch Naturreservoirs.

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  • Die CO₂-Konzentration in der Atmosphäre ist im letzten Jahr um 3,5 ppm gestiegen – der höchste Jahresanstieg seit Beginn der Messungen 1957.
  • Auch Methan- und Lachgaswerte erreichten Rekordhöhen, was auf starke Emissionen und eine verringerte CO₂-Aufnahme durch Land und Ozeane zurückgeführt wird.
  • CO₂ ist laut WMO für rund 64 Prozent der menschengemachten Erderwärmung verantwortlich und bleibt das bedeutendste Treibhausgas.

Die CO₂-Konzentration in der Atmosphäre ist im vergangenen Jahr um einen Rekordwert angestiegen. Es handele sich um den höchsten innerhalb eines Jahres registrierten Anstieg seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1957, erklärte die Weltwetterorganisation am Mittwoch.

Neben dem CO₂-Wert habe es auch beim Gehalt an Methan und Lachgas, die ebenfalls als wichtige Treibhausgase gelten, Rekordwerte gegeben, so die Weltwetterorganisation WMO.

Angestiegen ist die CO₂-Konzentration laut der WMO um 3,5 ppm (parts per million). Seit den 1960er-Jahren haben sich die Anstiegsraten des CO₂ in der Atmosphäre damit deutlich beschleunigt: Von einem durchschnittlichen Anstieg von 0,8 ppm pro Jahr in den 1960er-Jahren kletterten sie zwischen 2011 und 2020 auf 2,4 ppm pro Jahr. Der Anstieg von 3,5 ppm zwischen 2023 und 2024 übersteigt jeden bisher gemessenen Anstieg.

Als wahrscheinlichsten Grund für das Rekordwachstum nennt die WMO die starken Emissionen durch Waldbrände sowie die verringerte Aufnahme von CO₂ durch Land und Ozeane im Jahr 2024.

In El-Niño-Jahren steigen die CO₂-Werte

Grund dafür ist unter anderem das Wetterphänomen El Niño. In El-Niño-Jahren steigen die CO₂-Werte typischerweise, weil die Effizienz der terrestrischen Kohlenstoffsenken durch trockenere Vegetation und Waldbrände verringert wird.

Nach Angaben der WMO geht die Erderwärmung zu 64 Prozent auf den Ausstoss von Kohlendioxid zurück. Aber auch Methan und Distickstoffmonoxid, auch bekannt als Lachgas, sind bedeutende Treibhausgase.


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