Neue Verhaltensempfehlungen

Coronavirus breitet sich in der Schweiz rasant aus

Agenturen/dor/phi/toko

6.3.2020

Nach einem sprunghaften Anstieg der Zahl der Infizierten in der Schweiz hat der Bundesrat seine Verhaltensempfehlungen für die Bevölkerung verschärft. Unterdessen stiegen auch die weltweiten Fallzahlen weiter — es gibt mehr als 3400 Tote. Die wichtigsten Ereignisse des Tages im Überblick.

Das Coronavirus beeinflusst immer mehr das öffentliche Leben in der Schweiz. Nach einem sprunghaften Anstieg der Zahl der Infizierten hat der Bundesrat am Freitag seine Verhaltensempfehlungen für die Bevölkerung verschärft.

«Wir müssen die verletzlichen Gruppen besonders schützen», sagte Bundesrat Alain Berset am Freitag vor den Bundeshausmedien. Es gebe bei einem neuen Virus wie dem Sars-CoV-2 keine Immunität und keinen Impfstoff. Deshalb könne es sich schnell ausbreiten.

Innerhalb eines Tages verdoppelte sich die Zahl der Krankheitsfälle in der Schweiz. Die Anzahl Patienten stieg laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) auf 210, 181 davon waren am Freitag bestätigt, in 29 zunächst positiv getesteten Fällen waren Überprüfungen von einem zweiten Labor noch ausstehend.

Die Schweiz sei jetzt am Rande einer epidemischen Welle - rein technisch gesehen handle es sich sogar um eine Pandemie, sagte Daniel Koch, Leiter der Abteilung übertragbare Krankheiten beim BAG. Trotzdem verliefen die allermeisten Fälle mild. Meldungen über Erkrankungen gab es laut dem BAG aus 20 Kantonen. Nur Uri, Ob- und Nidwalden, Glarus, Appenzell-Innerrhoden und Schaffhausen blieben vorerst verschont.

Die Zahl der Infektionen stieg auch weltweit weiter an — am Freitag auf über 100'000 in 91 Ländern. Bestätigt sind ausserdem mehr als 3400 Todesfälle. Allein rund 3000 Tote gab es in der Volksrepublik China, wo Sars-CoV-2 erstmals nachgewiesen wurde.


Die wichtigsten Ereignisse im Überblick:

Das Wichtigste im Überblick

  • Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle in der Schweiz ist sprunghaft angestiegen: Sie liegt laut Angaben des Bundes bei 181 Fällen. 
  • Ach sollen Armeeangehörige neu für Assistenzdienstleistungen eingesetzt werden.
  • Der Bundesrat gab zusätzlich weitere Empfehlungen für die Bevölkerung und die Arbeitswelt ab. Dazu zählt etwa, den ÖV zu Stosszeiten wenn möglich zu meiden.
  • Eine 74-Jährige, die sich in Norditalien angesteckt haben soll, ist am Donnerstagmorgen im Universitätsspital Lausanne gestorben.
  • Weltweit wurden über 100'000 Infektionen und mehr als 3'400 Todesfälle bestätigt.
  • Die EU-Gesundheitsminister beraten heute über das Virus.

21.45 Uhr: Frankreich kündigt Schulschliessungen in zwei Départements an

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus Covid-19 hat Frankreich die Schliessung von Schulen in zwei besonders betroffenen Départements angekündigt. Wie Premierminister Édouard Philippe am Freitagabend in Paris ankündigte, gelten die neuen Massnahmen für Haut-Rhin im südlichen Elsass und l'Oise im Norden des Landes.

Kinderkrippen, Kindergärten, weiterführende Schulen oder Gymnasien sollen in den beiden Départements von diesem Montag an für zwei Wochen geschlossen bleiben. Bisher hatte die französische Regierung in der Gesundheitskrise auf die Schliessung von Schulen im grossen Stil verzichtet. Philippe sagte, Schulen seien zwar keine besonders gefährlichen Orte, doch Kinder könnten die Krankheit übertragen.

Bisher steckten sich in Frankreich über 610 Menschen mit dem neuen Coronavirus an, wie das Gesundheitsministerium berichtete. Neun Menschen starben. In den beiden Départements Haut-Rhin und l'Oise gab es besonders viele Fälle.

21.35 Uhr: Österreich stellt Flüge nach Südkorea, Iran, Mailand und Bologna ein

Im Kampf gegen das neue Coronavirus stellt Österreich für zwei Wochen sämtliche Direktflüge nach Südkorea, Mailand, Bologna und in den Iran ein. Das teilte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖV) am Freitagabend in Wien mit. Ausserdem sollen an der Grenze zu Italien punktuell Gesundheitschecks durchgeführt werden, wenn Menschen die Grenze überqueren. Reisende, die aus Südkorea, dem Iran und Teilen Chinas in die Alpenrepublik wollen, müssen mit einer ärztlichen Bestätigung nachweisen, dass sie nicht mit dem neuen Coronavirus infiziert sind. «Unser Ziel ist, eine Ausbreitung bestmöglich einzudämmen, die Ausbreitung zu verlangsamen und so Zeit zu gewinnen», sagte Kurz. Die drei Massnahmen sollen kommende Woche in Kraft treten.

In den vergangenen Tagen hatten einige Fluglinien bereits ihre Verbindungen von Österreich nach Italien deutlich eingeschränkt. Der komplette Stopp der Direktverbindungen sei bereits mit den Airlines und mit den italienischen Behörden abgesprochen, erklärte Kurz. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) betonte, dass Grenzübertritte grundsätzlich weiterhin möglich seien, der grenzüberschreitende Reiseverkehr aber eingedämmt werden soll.

Laut der österreichischen Regierung wurden in der Alpenrepublik inzwischen 63 bestätigte Fälle gemeldet.

21.20 Uhr: Ebay verbietet Schutzmasken und Desinfektionsmittel wegen Corona-Wucher

Die Online-Handelsplattform Ebay hat den Verkauf von Atemschutzmasken, Hand-Desinfizierern und anderen antibakteriellen Reinigungsprodukten auf seiner US-Website verboten.



Das Unternehmen begründete den Schritt den Nutzern gegenüber mit rechtlichen Bedenken und unfairen Preisen in Verbindung mit dem neuartigen Coronavirus. Das Unternehmen werde alle Angebote ausser Bücher, deren Produktbeschreibung in Zusammenhang mit dem Virus steht, im Blick behalten und schnell entfernen.

Immer wieder versuchen Verkäufer aus der Angst vor einer Ausbreitung der Seuche Profit zu schlagen. Auch Amazon war bereits dagegen vorgegangen.

20.50 Uhr: Bekannter von Tänzer positiv getestet — Absage bei Ballett Zürich

Das Ballett Zürich hat am Freitagabend weitere Proben und die Vorstellung von «Nussknacker und Mäusekönig» kurzfristig abgesagt. Ein Bekannter eines Ensemble-Mitglieds wurde am Nachmittag positiv auf das neuartige Coronavirus getestet.

Das Testergebnis des Tänzers selbst stand am Abend aus, wie die Ballett-Leitung mitteilte. Als Vorsichtsmassnahme habe man sich zur Absage der Vorstellung entschieden. Karten würden rückerstattet. Die Billettkasse setze sich mit den Besucherinnen und Besuchern in Verbindung.

20.15 Uhr: US-Notenbanker: Können schlimmstes Szenario abwenden

Die US-Konjunktur wird nach Einschätzung eines US-Notenbankers zwar die Coronavirus-Krise zu spüren bekommen und einen vorübergehenden Abschwung erleiden. Es sei aber immer noch möglich, dass das schlimmste Szenario vermieden werden könne, sagte der Chef der Federal Reserve (US-Zentralbank-System) von St. Louis, James Bullard, am Freitag.

Der optimale Weg, die vom Virus ausgehenden Risiken einzudämmen, sei eine Reaktion des öffentlichen Gesundheitssystems. Die Ausbreitung der Lungenkrankheit dürfte zwar zu einer Verlangsamung der wirtschaftlichen Aktivitäten führen. Dieser Abschwung könnte jedoch nur kurzfristig ausfallen, wenn die Ausbreitung des Virus begrenzt werde.

«Die Märkte scheinen das allerschlimmste Ergebnis hier einzupreisen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das begründet ist», ergänzte Bullard.

19.50 Uhr: Zahl der Infektionen steigt weltweit an — schon über 3400 Tote

Die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus-Erreger Sars-CoV-2 steigt weltweit weiter an — am Freitag auf über 100'000 in 91 Ländern. Bestätigt sind ausserdem mehr als 3400 Todesfälle. Allein rund 3000 Tote gab es in der Volksrepublik China, wo Sars-CoV-2 erstmals nachgewiesen wurde.

19.30 Uhr: Zahl der Fälle in Italien steigt stetig

Die Zahl der Coronavirus-Infizierten und der Toten in Italien steigt trotz umfangreicher Gegenmassnahmen stetig an. Insgesamt seien nun 4636 Menschen infiziert, erklärte der Zivilschutz in Rom. Am Vorabend waren es noch rund 3800. 197 Menschen starben bisher — ein Anstieg um rund 50 Fälle im Vergleich zum Vortag. Am stärksten betroffen sind die Regionen Lombardei und Emilia-Romagna.

Italien ist das Land in Europa mit den meisten bestätigten Infektionen mit der Lungenkrankheit Covid-19. Um die Krise in den Griff zu bekommen, hat die Regierung unter anderem alle Schulen, Kindergärten und Universitäten bis Mitte März geschlossen.

Mitarbeiter des Roten Kreuzes bereiten sich bei einer Übung auf den Transport eines Coronavirus-Patienten vor. Die Zahl der Coronavirus-Infizierten und der Toten in Italien steigt trotz umfangreicher Gegenmassnahmen stetig an.
Bild: Andrew Medichini/AP/dpa

18.45 Uhr: Tessin verbietet Anlässe mit über 150 Teilnehmenden

Die Regierung des Kantons Tessin hat bis zum 15. März Anlässe mit über 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern verboten. Der Kanton hat bisher 33 Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus zu verzeichnen. Unter den positiv Getesteten sind zwei Bewohner eines Altersheims in Mendrisio.

Um gerade die älteren und verletzlichsten Menschen zu schützen, hat der Kanton auch die Besuchszeiten in den Spitälern und ähnlichen Einrichtungen eingeschränkt. Minderjährige und Personen mit Grippesymptomen haben keinen Zutritt, wie der Führungsstab am Freitag mitteilte.

Im weiteren wurde bekannt, dass zwei Bewohner eines Altersheims in Mendrisio positiv auf das Virus getestet wurden. Für sie wurden umgehend die nötigen räumlichen und medizinischen Schutzmassnahmen getroffen, um Personal und Angehörige zu schützen.

18.20 Uhr: Starker Anstieg der Infektionen auch im Kanton Bern

Auch im Kanton Bern steigt die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus stark an. Von den 210 landesweit bestätigten Viruserkrankungen betreffen 17 Fälle den Kanton Bern, wie Kantonsärztin Linda Nartey am Freitag vor den Medien bekannt gab.

Nartey geht davon aus, dass künftig nicht mehr alle Ansteckungsfälle entdeckt werden. Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg (SVP) stellte sich hinter die Strategie des Bundes, wonach besonders gefährdete Menschen geschützt werfen sollten.

Darum versuche man, die Kräfte zu fokussieren – immer mehr weg vom sogenannten Kontaktmanagement hin zur Konzentration auf die schwerwiegenden Fällen. «Für solche Fälle müssen wir in den Spitälern genügend Kapazitäten bereithalten.»

18.10 Uhr: Universitätsspital Zürich streicht Vorlesungen

Mit zehn infizierten Personen ist die Universität Zürich in besonderem Ausmass vom Coronavirus betroffen. Nach der Einstellung des Lehrbetriebs am Zentrum für Zahnmedizin am Donnerstag sind am Freitag alle Vorlesungen auf dem Areal des Universitätsspitals USZ gestrichen worden.

Die Vorlesungen seien abgesagt worden, weil am Spital strengere Vorsichtsmassnahmen gelten, als in anderen Bereichen, heisst es auf der Homepage der Universität. Betroffen sind Medizin-Vorlesungen im 3., 4. und 6. Studienjahr. Während die Massnahme bei der Zahnmedizin bis Mitte März dauert, macht die Uni zum Spital keine Zeitangaben.

18.05 Uhr: Neuer Fall in Luzern

Am Abend meldete der Kanton Luzern eine neue bestätigte Infektion. Damit zählt der Kanton insgesamt drei Fälle. In der Zentralschweiz steigt damit die Zahl der bestätigten Infektionen auf 14. Betroffen ist in der Innerschweiz auch der Kanton Schwyz.

17.45 Uhr: Drei neue Infektionen im Kanton Basel-Landschaft

Im Kanton Basel-Landschaft sind bis Freitagnachmittag drei neue Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus aufgetaucht. Bei ihnen steht der Referenztest aus. Die Zahl der bestätigten Fälle erreichte im Halbkanton neun. Die Regierung setzt die vom Bund verschärften Massnahmen um.

17.20 Uhr: «Bundesrat macht es sich sehr einfach»

Bei der Pendlerorganisation Pro Bahn ist man enttäuscht von den neuen Verhaltensregeln des Bundesrats: Mit der Empfehlung, den öffentlichen Verkehr zu Stosszeiten zu meiden, «macht es sich der Bundesrat sehr einfach», sagt Pro-Bahn-Präsidentin Karin Blättler. Die Verantwortung werde so einseitig den Arbeitnehmern abgegeben.

Blättler vermisst klare und verbindliche Weisungen für alle Arbeitgeber. Dass zum Beispiel jeder Angestellte entscheiden dürfe, ob er von zu Hause arbeite oder wann er sich der Ansteckungsgefahr im ÖV aussetzen wolle. «Das finden wir bei Pro Bahn falsch.»

Denn auch die Weisung, im ÖV Abstand zu halten, sei nur dann realistisch umsetzbar, wenn jeder daheim bleibe, der nicht unbedingt mit ÖV reisen müsse.



16.35 Uhr: Zwei weitere Corona-Fälle im Kanton Zug nachgewiesen

Im Kanton Zug ist die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten am Freitag auf fünf gestiegen. Zwei Personen aus dem Umfeld der bereits bekannten Fälle wurden positiv getestet. Sie sind in guter gesundheitlicher Verfassung.

Es handle sich um jüngere Personen um die 30, die nicht hospitalisiert werden musste, sagte ein Sprecher der Gesundheitsdirektion auf Anfrage. Die Ansteckungskette sei rückverfolgbar, zumal sich die beiden im Umfeld der bereits bekannten Träger befunden hätten.

16.20 Uhr: Lufthansa kürzt Flugkapazität um bis zu 50 Prozent

Die Lufthansa greift wegen des Buchungseinbruchs als Folge des Coronavirus zu drastischen Massnahmen. Sie kürzt die Flugkapazität in den nächsten Wochen um bis zu 50 Prozent, wie die Swiss-Muttergesellschaft am Freitag in einem Communiqué bekannt gab.

15.40 Uhr: Das Wichtigste zusammengefasst

Die Zahl der bestätigten Fälle in der Schweiz ist in den letzten Tagen sprunghaft angestiegen. So gibt es derzeit landesweit 181 bestätigte Infektionen, wie Koch vor den Medien sagte. Die Schweiz stehe an der Schwelle zu einer Epidemie. 

Der Bundesrat gab heute weitere Empfehlungen für die Bevölkerung und die Arbeitswelt ab. Im Zentrum steht der Schutz von Älteren und Kranken.

– Neu empfiehlt der Bundesrat, Besuche in Alters- und Pflegeheimen und Spitälern zu vermeiden. Ansonsten solle man sich ans Pflegepersonal wenden und dessen Empfehlungen befolgen.

– Auch für das Benutzen von Zug, Tram und Bus gibt es konkrete Empfehlungen: Reisen in Stosszeiten sollen wenn möglich vermieden und Fahrten in der Freizeit reduziert werden. In Verkehrsmitteln sowie an Bahnhöfen und Haltestellen sollen die Menschen Abstand halten. Wer Symptome einer Atemwegserkrankung aufweist, soll auf den ÖV verzichten.

– Auch Arbeitgeber sollen Angestellte darauf hinweisen, öffentliche Verkehrsmitteln zu Stosszeiten möglichst zu meiden und Arbeitszeiten entsprechend flexibel gestalten. Damit Arztpraxen und Spitäler nicht überlastet werden, sollen Arbeitgeber im Krankheitsfall Arztzeugnisse frühestens ab dem fünften Abwesenheitstag verlangen.

– Distanz ist auch am Arbeitsplatz gefordert. So könnten etwa Home Office oder Telearbeit genutzt werden und die Arbeitszeiten oder die räumliche Einteilung in den Büros angepasst werden. Von Schutzmasken wird – ausser etwa in Gesundheitseinrichtungen – ausdrücklich abgeraten. Empfohlen werden hingegen die persönlichen Hygienemassnahmen.

15.36 Uhr: Die Medienkonferenz ist beendet

Bundesrat Berset beendet die Medienkonferenz. Koch erinnert im Bezug auf die folgenden Einzelinterviews daran, Distanz zu halten und die BAG-Empfehlungen umzusetzen: «Ich möchte nicht, dass unser Bundesrat von einem Journalisten angesteckt wird.» Berset ergänzt schmunzelnd: «Oder umgekehrt.»

15.33 Uhr: «Social Distancing» besonders wichtig

Welche Erkenntnisse kann man aus den Erfahrungen von China gewinnen? Koch sagt, es sei schwierig – und wahrscheinlich wenig sinnvoll –, diesbezüglich zwei Länder zu vergleichen. Das «Social Distancing» habe sich in China jedoch als allerwichtigste Massnahme im Rahmen der Virus-Bekämpfung herausgestellt. 

15.29 Uhr: Erfassung aller Fälle bald unmöglich?

Ein Medienschaffender möchte wissen, ob die Schweiz in Zukunft überhaupt noch alle Fälle erfassen könne, die hierzulande auftreten. «Vermutlich werden wir bestimmte leichte Fälle nicht mehr erfassen können», sagt Koch. Als Massnahme werde das Sentinella-System, das bei der herkömmlichen Grippe eingesetzt wird, aktivieret und Hochrechnungen würden gemacht.

15.25 Uhr: Maskenkauf geplant

Eine häufige Frage ist jene nach den Schutzmasken. Koch versichert, die Schweiz verfüge weiterhin über Vorräte, und versuche, einen Maskenkauf zu tätigen. Details dazu könne er aber nicht liefern. Ein Teil der Vorräte sei bereits an die Kantone verteilt worden. Masken produziere die Schweiz aber selbst nicht.

15.23 Uhr: Lückenlose Ansteckungsketten 

Die Ansteckungsketten weiterhin alle lückenlos im Griff zu haben, sei utopisch, sagt Koch im Bezug auf die Schweizer Fälle, die nach einer Massenveranstaltung im französischen Mulhouse aufgetreten sind. Auch der Austausch mit den Nachbarländern in Bezug auf Ansteckungsketten über die Landesgrenzen hinweg, erfolge nicht mehr. 

15.21 Uhr: Entlastung für Referenzlabor 

Künftig müssten nicht mehr alle in einem ersten Labor als positiv befundene Fälle im Referenzlabor in Genf bestätigt werden, sagt Koch. «Das wäre irgendwann auch gar nicht mehr möglich.» 

15.19 Uhr: Wieso die Grenze von 1'000 Personen?

Die Zahl sei nicht zufällig gewählt worden, erklärt Berset. «Die Leute, die grosse Veranstaltungen besuchen, sind in der Regel nicht jene, die schwer erkranken. Aber sie sind häufige Überträger.»
Die Zahl sei eine Art Anhaltspunkt und Entscheidungshilfe. Die Kantone hätten über die Durchführung von Veranstaltungen mit unter 1'000 Personen selbständig zu entscheiden. Nächste Woche werde man die Veranstaltungs-Frage noch einmal ausführlich thematisieren. 

15.13 Uhr: Wie geht's weiter mit den Veranstaltungen?

Vor wenigen Tagen habe man noch rund 25 Fälle verzeichnet, sagt Berset. Es habe Tage mit kaum Neuansteckungen gegeben – und solche, an denen es einen grossen Sprung  gegeben habe. Deshalb sei es schwierig, die Entwicklung vorherzusehen. Für das Veranstaltungsverbot bedeutet das: Nächste Woche wird wieder darüber diskutiert. «Der enge Kontakt mit den Kantonen ist unverzichtbar», betont Berset. Bei Veranstaltungen mit unter 1'000 Besuchern hätten die Kantone viel Spielraum. Der 15. März sei als vorläufiges Datum für ein Verbot gewählt worden. Es gelte, dieses nächste Woche neu zu diskutieren. 

15.08 Uhr: Keine Prognosen zum Virus-Verlauf

Ein Journalist möchte wissen, wann das Virus in Europa zurückgehen wird. Sind Prognosen möglich, wenn man die Situation in China genauer analysiert? «Nein», so Koch. Prognosen seien äusserst schwer zu machen. Deshalb werde darauf verzichtet. Berset sagt zudem, man stehe in engem Kontakt zu Nachbarländern wie Italien und tausche sich laufend aus. 

15.06 Uhr: Flexible Arbeitszeit – ÖV-Stosszeiten meiden

Unternehmen seien dazu aufgerufen, flexible Arbeitszeiten zu ermöglichen, damit der ÖV zu Stosszeiten gemieden werden könne, sagt Koch als Antwort auf eine Frage. Aber: Die meisten Ansteckungen würden im eigenen Haushalt und im engen privaten Umfeld erfolgen. Es gelte, hier Vorsichtig walten zu lassen, und etwa die Familienfeier von nächster Woche zu verschieben, rät Koch. 

15.02 Uhr: 181 Personen in der Schweiz angesteckt

Zwischendurch eine Zahl: Laut dem BAG haben sich – Stand heute um 14 Uhr – 181 mit dem Virus angesteckt. Sie befinden sich in Isolation. 

15.02 Uhr: Bis jetzt hat nur Tessin Hilfe angefordert 

Ein Medienschaffender will wissen, wie die Ressourcen der Armee unter den unterschiedlichen Kantone aufgeteilt werden. «Die Kantone stehen unter grossem Druck. Sie können Gesuche stellen, die dann geprüft werden. Abhängig davon wird die Armee eingesetzt. Bis jetzt hat erst der Kanton Tessin ein solches Gesuch eingereicht», führt Berset aus. 

14.58 Uhr: 800 Armee-Angehörige zur Unterstützung

Nun stellen die Journalistinnen und Journalisten Fragen. Berset sagt, heute habe man über einen konkreten Unterstützungs-Einsatz der Armee entschieden. Bis zu 800 Armee-Angehörige könnten für maximal 3 Wochen im Assistenzdienst für die zivilen Behörden eingesetzt werden. So etwa wird man dem Kanton Tessin mit Ambulanzen zur Seite stehen. 

14.55 Uhr: Gesunde sollen Notfall meiden

Die Notfälle seien für Personen gemacht, die schwer erkrankt seien. Ein Run auf die Notfallstationen sei unbedingt zu verhindern. Leicht Erkrankte sollten sich deshalb dort nicht abklären lassen. Auch Koch appelliert an die Solidarität. Zum Schulanfang vom Montag sagt er: Gesunde Kinder sollen zur Schule gehen, Schulen sollen nicht geschlossen werden – ausser, es gibt Infizierte in einer Klasse. 

14.52 Uhr: Bei Symptomen zu Hause bleiben

Nicht gefährdete Personen sollen bei Husten und Fieber vorerst zu Hause bleiben und keinen Arzt aufsuchen, rät Koch. Man solle sich erst dann in eine Arztpraxis begeben, wenn die Symptomatik sich verschlimmere. «Es wird Leute darunter haben, die das Virus haben, aber auch sehr viele, die einen anderen Infekt ausbrüten.»

14.49 Uhr: «Epidemie-Welle wird kommen»

Nun spricht Daniel Koch vom BAG. Er sagt, das erste Mal sei feststellbar, dass die Infektionsfälle und Todesfälle in China weniger schnell ansteigen würden als in den restlichen Staaten. In der Schweiz gebe es rund 200 Fälle. Man sei am Rande einer epidemischen Welle. «Die Welle wird kommen, sie wird ansteigen – aber dann auch irgendwann wieder vorbei sein», sagt Koch. 

14.47 Uhr: «Sache der Solidarität»

Ins Zentrum der Massnahmen rücke nun der Schutz der besonders gefährdeten Personen, erklärt Berset. Das seien über 65-jährige Personen und solche mit Vorerkrankungen – etwa Diabetes oder Atemwegserkrankungen. Bei anderen Bevölkerungsgruppen verlaufe die Infektion fast ausnahmslos milde. «Es ist eine Sache der Solidarität, diese Personen zu schützen.»

14.44 Uhr: Konsequenzen für Kultur und Sport 

Unter anderem habe der Bundesrat an seiner heutigen Sitzung über die wirtschaftlichen Auswirkungen des Virus gesprochen. Auch das öffentliche Leben sei beeinträchtig. Berset sagt, dass man sich dessen sehr bewusst sei. Da die Schweiz aber ein konsequentes Land sei und Empfehlungen von Experten strikt umsetzten würde, seien die neuen Massnahmen verhältnismässig. Man habe am Beispiel anderer Länder gesehen, was es bedeute, wenn man die Sache nicht genug ernst nehme oder zu spät handle, so Berset. «Das Veranstaltungsverbot hat weitreichende Folgen für den Sport und die Kultur. Wir werden das genauer analysieren», führt Berset aus.

14.30 Uhr: Beginn der Pressekonferenz des Bundesrats

In der vergangen Woche habe es einen starken Anstieg an Corona-Fällen in der Schweiz gegeben, so Bundesrat Berset. Die Bevölkerung sei nicht immun gegen das Virus, das sich schneller ausbreite als eine herkömmliche Erkältung oder Grippe. Wichtig sei weiterhin, sich auf den Schutz der älteren Bevölkerung sowie all jener mit Vorerkrankungen zu konzentrieren. In diesem Rahmen seien auch die neuen Empfehlungen beschlossen worden. 

14 Uhr: 26 Corona-Fälle im Kanton Zürich Zürich

Im Kanton Zürich haben sich mittlerweile 26 Personen mit dem Coronavirus infiziert. In der Zeit zwischen Donnerstagabend und Freitagmittag kamen sieben neue Fälle dazu, wie die Gesundheitsdirektion auf ihrer Webseite schreibt.

Vorsichtsmassnahme: Zwei Zelte stehen vor der Notfallstation des Unispitals Zürich.
Bild: Keystone

Die neu Infizierten sind zwischen  elf und 64 Jahren alt. Beim Elfjährigen Patienten handelt es sich um einen Primarschüler aus Hettlingen. Eine weitere Patientin ist Mitarbeiterin einer Bäckerei in Bülach im Unterland. Der Betrieb wurde vorübergehend geschlossen.

13.30 Uhr: «Nur» Dämpfer für die Weltwirtschaft?

Angesichts der negativen Schlagzeilen dürfte mittlerweile klar sein, dass die Wirtschaft im ersten Quartal 2020 durch das Coronavirus in Mitleidenschaft gezogen wird. Experten sind sich einig: Eine Delle wird die Schweizer Wirtschaft aber erfahren.

Das Wachstum werde definitiv negativ beeinflusst werden, erklärt etwa Thomas Stucki von der St. Galler Kantonalbank. Denn die Ausbreitung der Corona-Epidemie weit über China hinaus bedroht die internationalen Produktions- und Lieferketten, die sich im Zuge der Globalisierung gebildet haben. Auf der Nachfrageseite führt die Krise zu einer Konsum- und Investitionszurückhaltung.

Auch andere direkt betroffene Länder die wirtschaftlichen werden die Folgen des Virus zu spüren bekommen. «Länder wie China, Italien oder Südkorea werden eine Schrumpfung ihrer Wirtschaftsleistung erleben», prognostiziert der Pictet-Chefstratege Anastassios Frangulidis. «Für ein exportorientiertes Land wie die Schweiz sind dies keine guten Nachrichten.»

Zudem gilt es die direkten Folgen der Krise in der Schweiz zu beachten. So setzt etwa die Absage von wichtigen Messen wie dem Genfer Autosalon oder Baselworld der Wirtschaft ebenfalls zu. Davon betroffen sind dann nicht nur die Messebetreiber und Aussteller, sondern auch Dienstleister wie Gastronomie und Hotellerie. «Hinzu kommen die Reisebeschränkungen, die den Tourismussektor noch weiter belasten,» ergänzt der Ökonom Gianluigi Mandruzzato vom Vermögensverwalter EFG Asset.

In der Regel spricht man dann von «Rezession», wenn das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in zwei aufeinander folgenden Quartalen schrumpft. Die erste Frage ist also, wie schnell die Krise abgeschüttelt werden kann. Derzeit gehen viele Ökonomen noch davon aus, dass es zu einem sogenannt «V-förmigen» Erholungsszenario kommt, sich die Wirtschaft also nach der Delle schnell wieder erholt.

«Sollte allerdings das V-förmige Erholungsszenario in ein U-förmiges übergehen, wären Rezessionsängste gerechtfertigt», meint der ZKB-Chefstratege Manuel Ferreira. «Ein negatives Wachstum im ersten und/oder zweiten Quartal ist möglich», schliesst sich Thomas Stucki von der SGKB an.

Bleibt die andere Frage, wie stark die Bremsspuren ausfallen werden. Die Ökonomen von BAK Economics und der Credit Suisse haben ihre BIP-Prognosen für die Schweiz wegen der Folgen des Coronavirus jedenfalls schon einmal gesenkt, Economiesuisse hat Ähnliches in Aussicht gestellt. Weitere Experten dürften nicht lange auf sich warten lassen.

Am Ende hängt aber alles davon ab, wie schnell die Ausbreitung des Virus eingedämmt werden kann. In dieser Kernaussage sind sich die Experten einig. Auf den Punkt bringt es der Chefökonom der Grossbank ING in Deutschland, Carsten Brzeski: «Zum gegenwärtigen Zeitpunkt würde ein Impfstoff definitiv mehr helfen als eine weitere Zinssenkung.»

12.40 Uhr: Thurgauer Ärztin positiv getestet

Am Freitagvormittag ist die erste Ansteckung mit dem neuen Coronavirus im Kanton Thurgau bestätigt worden. Gemäss Angaben der Behörden ist eine 47-jährige Ärztin positiv getestet worden.

Die Frau, die sich im privaten Umfeld bei einer erkrankten Person in der Schweiz angesteckt hat, weise nur leichte Symptome auf, hiess es an einer kurzfristig einberufenen Medienkonferenz in Frauenfeld. Ihr gehe es den Umständen entsprechend gut.

Die Thurgauer Behörden informierten über den Infektionsfall, die bisher getroffenen Massnahmen und das weitere Vorgehen. Der erste Test aus St. Gallen war positiv, ebenso wie das zweite Laborresultat des Referenzlabors für Viruserkrankungen in Genf. Das Kantonsarztamt hat für die infizierte Ärztin sowie ihre zwei schulpflichtigen Kinder, die beide negativ getestet wurden, Quarantäne verordnet.

Ebenso wurden Kontaktpersonen, also jene Personengruppe, die sich gemäss Definition des Bundes über mindestens 15 Minuten näher als zwei Meter bei der Infizierten befunden haben, unter Quarantäne gestellt. Dabei handelt es sich vornehmlich um Patienten der Ärztin.

Bereits Ende Februar hatte die Thurgauer Justiz- und Sicherheitsdirektorin Cornelia Komposch entschieden, einen Fachstab einzusetzen, der die Situation beobachtet und laufend Massnahmen ergriffen hat. In Zusammenarbeit mit dem Amt für Gesundheit wurde eine Hotline eingerichtet, die mittlerweile pro Tag 160 bis 180 Anrufe entgegennimmt.

Die Hotline wird von zehn Zivilschutzleistenden betrieben. Bis Mittwoch befanden sich im Kanton Thurgau 14 Personen in Quarantäne. Mit dem bestätigten Infektionsfall kamen nochmals rund 30 Personen dazu. Ob die Personen zur Risikogruppe gehören, wird derzeit abgeklärt.

Regierungsratspräsident Jakob Stark rief die Bevölkerung zur Besonnenheit und die Medien zur Sachlichkeit auf. Es gebe keinen Grund zur Panik. Es brauche Respekt vor der Krankheit aber keine Angst. Besondere Massnahmen, die weitergehen als die Empfehlungen des Bundes, seien im Thurgau derzeit kein Thema. "Der Schulunterricht wird normal weitergeführt", sagte Stark.

11.50 Uhr: Zehn neue Coronavirus-Fälle im Kanton Neuenburg

Der Kanton Neuenburg hat am Freitag zehn neue Coronavirus-Fälle gemeldet, acht bestätigte und zwei wahrscheinliche. Die Personen haben sich vermutlich bei einem Treffen einer evangelischen Freikirche im französischen Mülhausen infiziert.

Die Ansteckungen stünden alle im Zusammenhang mit einem Ausbruch einer Epidemie in Mülhausen, teilte die Staatskanzlei Neuenburg am Freitag mit. Der Kantonsarzt ergriff Massnahmen zum Schutz der am meisten gefährdeten Personen. Das Küchenpersonal eines Altersheims wurde zum Schutz der Bewohner unter Quarantäne gestellt.

11.50 Uhr: Grösste Schweizer Spielmesse abgesagt

Das grösste Schweizer Spielfestival Ludesco in La Chaux-de-Fonds NE ist wegen des Coronavirus abgesagt worden. Im vergangenen Jahr hatte die Veranstaltung 10'000 Spielende in den Neuenburger Jura gelockt.

Die Ausbreitung des Virus habe die Durchführung des Festivals, das die Begegnung und den Austausch zwischen den Spielern fördern wolle, verunmöglicht, teilte der Organisator am Freitag mit. Der Anlass hätte von 20. bis 22. März stattfinden sollen. Den Personen, die Bezahlaktivitäten gebucht haben, will das Festival das Geld zurückerstatten.

11.40 Uhr: Paris begrenzt Desinfektionsmittel-Preis

Im Kampf gegen die Covid-19-Epidemie hat Frankreich Höchstpreise für Desinfektionsmittel verordnet. So darf ein Desinfektionsgel in einer 100-Milliliter-Packung im Laden nicht mehr als drei Euro kosten. Das geht aus einem Dekret der französischen Regierung hervor. 

In Frankreich infizierten sich nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Donnerstagabend 423 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus, das waren 138 mehr als noch am Vortag. Sieben Menschen starben bisher im Land, sechs Männer und eine Frau.

11:30 Uhr: Nerven an den Märkten liegen blank

Die Furcht vor einem weltweiten Konjunkturabschwung hat die Börsen wieder fest im Griff. «Die Nerven bei den Anlegern liegen blank», sagte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. «Die jetzt angekündigten finanziellen Hilfsmassnahmen machen deutlich, wie ernst Notenbanken und Regierungen die wirtschaftlichen Folgen der Epidemie einschätzen. Ob sie allerdings ausreichen werden, eine Rezession in wichtigen Teilen der Welt zu verhindern, ist fraglich.»

Dies drückte den Schweizer Leitindex SMI am Freitag bis um 11 Uhr um 3,32 Prozent auf 9'806,91 Punkte. Der SLI, der die 30 wichtigsten Werte einschliesst, verliert 3,31 Prozent auf 1'485,55 und der breite SPI 3,21 Prozent auf 11'951,44 Zähler. Auch der deutsche Leitindex Dax fiel am Freitag zeitweise 2,8 Prozent ins Minus auf ein Sechseinhalb-Monats-Tief von 11'609 Punkten. Der EuroStoxx50 verlor ähnlich stark auf 3'266 Zähler. Gleichzeitig flüchteten Anleger in «sichere Häfen» wie Staatsanleihen.

Dies drückte die Rendite der zehnjährigen US-Bonds zum zehnten Mal in elf Tagen auf ein Rekordtief. Mit einem Rückgang von 0,925 auf 0,739 Prozent steuerten sie zudem auf das grösste Tagesminus seit mindestens 1953 zu. Gefragt war auch die «Antikrisen-Währung» Gold. Das Edelmetall verteuerte sich um bis zu 0,8 Prozent auf 1683,02 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) und lag nur noch rund fünf Dollar unter seinem Sieben-Jahres-Hoch vom Februar.

Am Devisenmarkt deckten sich Investoren mit dem Schweizer Franken ein. Dies drückte den Kurs des Dollar auf ein Zwei-Jahres-Tief von 0,9391 Franken. Die US-Valuta stand insgesamt unter Druck. Investoren rechnen der Notfall-Zinssenkung vom Dienstag zum Trotz bei den anstehenden Beratungen Mitte März fest mit einer erneuten Zinssenkung um einen halben Prozentpunkt. Diese Spekulationen drückten den Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, auf ein Achteinhalb-Monats-Tief von 96,241 Punkten.

«Auf Basis der bisherigen Erkenntnisse steigt das Risiko einer kurzen, drastischen Rezession erheblich», warnte Nigel Green, Chef des Anlageberaters deVere. Dabei drohe eine Abwärtsspirale aus geringeren Konsumausgaben und Investitionen, die Stellenstreichungen auslösten, die wiederum zu geringeren Konsumausgaben und Investitionen führten. Einige Börsianer bezweifelten zudem, dass Zinssenkungen oder die Ankündigung von Konjunkturprogrammen den Börsen die erhoffte Entspannung brächten. Stattdessen schüre der Aktionismus Nervosität.

«Das billige Geld und die milliardenschweren Hilfspakete können nur die Symptome lindern, die Ursache bekämpfen sie nicht», sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. Die Rezessionsangst spiegelte sich auch am Rohölmarkt wider, wo der Preis für die Sorte Brent aus der Nordsee um 2,2 Prozent auf 48,91 Dollar je Barrel (159 Liter) fiel.

Anleger befürchteten, dass Russland der von der Opec vorgeschlagenen zusätzlichen Kürzung der Fördermengen um 1,5 Millionen Barrel pro Tag nicht zustimmen werde, schrieben die Analysten der Investmentbank RBC Capital Markets. Das wäre der Todesstoss für die Kooperation des Kartells mit anderen grossen Exportländern.

11:10 Uhr: Oh Gott! Erster Fall im Vatikan

Zum ersten Mal ist ein Coronavirus-Infektionsfall im Vatikan gemeldet worden. Die Ambulatorien des Vatikans seien zur Desinfizierung geschlossen worden, berichtete der vatikanische Pressesprecher Matteo Bruni. Das Nothilfe-Präsidium im Vatikan bleibt offen.

Der Vatikan habe die italienischen Gesundheitsbehörden über den Infektionsfall informiert. Zugleich seien alle für Infektionsfälle vorgesehenen sanitären Protokolle aktiviert worden. Der Vatikan hatte zuletzt berichtet, sich an die von Italien ergriffenen Vorsichtsmassnahmen zur Eingrenzung der Epidemie anpassen zu wollen.

11 Uhr: Saudische Pilgerstätte wieder geöffnet

Die heiligen islamischen Städten Mekka und Medina sind wieder geöffnet, berichtet die Nachrichtenagentur «Reuters» unter Berufung auf das staatliche Fernsehen. Es ist aber unklar, ob Saudi-Arabien damit auch Pilgerreisen wieder erlaubt. Die Pilgerstätte waren zur Desinfektion geschlossen worden. Reisende aus der Golfregion müssten nach Grenzübertritt zwei Wochen warten, bevor sie weiterfahren könnten, heisst es weiter.

10:50 Uhr: Amerikanischer Wodka-Hersteller sagt Njet

Nutzt unseren Wodka nicht, um selbst Desinfektionsmittel herzustellen, warnt «Tito's Handmade Vodka» aus Austin, Texas: Wer seine Handhygiene selbst zusammenbraut, brauche Schnaps mit mindestens 60 Prozent Alkoholgehalt, weshalb der 40-prozentige aus der eigenen Produktion ungeeignet sei. Zumal Händewaschen noch die beste Massnahme gegen eine Ansteckung sei.

10:40 Uhr: Über 500 Infektionen in Deutschland

Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus ist in Deutschland auf 534 gestiegen. Das teilte das Robert Koch-Insitut (RKI) in Berlin am Freitagmorgen mit. Der Erreger ist inzwischen in 15 Bundesländern nachgewiesen, die meisten registrierten Fälle seit Jahresanfang gibt es in Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Baden-Württemberg und Bayern. In Sachsen-Anhalt wurde bislang keine Infektion gemeldet.

Am Donnerstagabend stufte das RKI zudem Südtirol als Risikogebiet ein. Daneben gelten auch die italienischen Regionen Emilia-Romagna, Lombardei und die Stadt Vo in der Provinz Padua in der Region Venetien als Risikogebiete - ebenso wie Regionen in China, Südkorea und dem Iran. In Südtirol gehen die Behörden bisher von zwei Infizierten in ihrem Gebiet aus. Einer davon befinde sich schon auf dem Weg des Gesundwerdens.

10:30 Uhr: Wieder ein Kreuzfahrtschiff in Angst

Nach mehreren Coronavirus-Infektionen an Bord liegt ein Kreuzfahrtschiff mit mehr als 3'500 Passagieren und Besatzungsmitgliedern vor Kalifornien vor Anker. Alle Personen müssten an Bord der 290 Meter langen «Grand Princess» bleiben, teilte die Reederei Princess Cruises mit, doch nur 45 Personen wurden für Tests auf das neue Virus ausgewählt. «Das Schiff wird nicht ans Ufer kommen, bis wir die Passagiere angemessen beurteilen», sagte der Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom.

Ein Passagier einer vorangegangenen Reise des Schiffs war an dem Virus gestorben und mindestens vier weitere Reisende haben sich infiziert. Zwei Passagiere, die mit dem Schiff im Februar entlang der mexikanischen Küste gefahren waren, liegen mit der Covid-19-Erkrankung im Krankenhaus und bei zwei Kanadiern, die unlängst mit dem Schiff gefahren waren, wurde das Virus nach ihrer Rückkehr nach Hause festgestellt.

Die «Grand Princess» hinter der Golden Gate Bridge.
Archivbild: Keystone

Ein Militärhelikopter liess die Testkits am Donnerstag per Seil auf das Schiff herab und transportierte sie später ab, wie Behörden berichteten. Sie sollten in einem Labor untersucht werden. Die Passagierin Michele Smith veröffentlichte auf Facebook eine Videoaufnahme des Helikopters. Sie und ihr Ehemann stünden nicht unter Quarantäne und nur Personen, die auch die Mexiko-Reise unternommen hätten oder grippeähnliche Symptome zeigten, seien isoliert worden, schrieb sie.

Die «Grand Princess» befand sich auf dem Weg von Hawaii nach San Francisco. Einige der Passagiere waren nach dem vorherigen Trip zu mexikanischen Hafenstädten an Bord geblieben.

10:10 Uhr: Exzentrische Londoner schützen sich so (nicht)

9.05 Uhr: «Geisterviehschau» droht

Eine «Geisterviehschau» ist nicht etwa eine Parade besonders schrecklicher Paarhufer, sondern eine Zucht-Messe ohne Zuschauer. Die droht nun beim grossen Rinder-Treff Bulle – gemeint ist selbstverständlich die Stadt im Kanton Freiburg.

Dort soll eigentlich am letzten Märzwochenende die nationale Wettbewerb der Rassen Holstein und Red-Holstein stattfinden, doch die steht unter einem schlechten Stern – weil: zu gross und zu international. Nun überlegen die Veranstalter laut «BauernZeitung», den Weltkongress der Holsteinzüchter ohne Fans jenes Rindviehs abzuhalten. 

«Wir klären deshalb auch bei den teilnehmenden Züchtern ab, ob die EXPO Bulle allenfalls auch ohne Zuschauer über die Bühne gehen kann»,  versicherte Michel Geinoz, Direktor von Holstein Switzerland, den Delegierten.

08:50 Uhr: Sieben Infizierte im engen Westjordanland

Sieben Palästinenser bei Bethlehem im südlichen Westjordanland haben sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Es handele sich um Mitarbeiter eines Hotels, teilte das palästinensische Gesundheitsministerium in Ramallah am Donnerstagabend mit.

Präsident Mahmud Abbas rief für einen Monat den Notstand für das gesamte Westjordanland aus. Für diesen Zeitraum bleiben alle Bildungseinrichtungen geschlossen, ausserdem alle Nationalparks und alle «touristischen und religiösen Bereiche», wie die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa berichtete.

Alle Hotelübernachtungen für Touristen würden storniert. Jegliche Art von Zusammenkünften, Feiern und Demonstrationen seien untersagt. Im Westjordanland leben rund 2,9 Millionen Palästinenser.

08:40 Uhr: Fall an der Primarschule Hettlingen ZH 

Laut «Blick» hat die Primarschule Hettlingen ZH Eltern informiert, dass sich ein Kind aus der Mittelstufe mit Covi19 infiziert hat. Der Unterricht gehe aber weiter, weil das Kind «gemäss Auskunft des Kantonsärztlichen Dienstes in der Ansteckungszeit die Schule nicht besucht» habe.

Coronavirus: Ein Schüler der Primarschule Hettlingen ZH ist infiziert.
Bild: Primarschule Hettlingen

08:30 Uhr: Für einmal Überparteilichkeit in den USA

In seltener überparteilicher Einigkeit hat der US-Senat ein Gesetz über 8,3 Milliarden Dollar zur Bekämpfung des neuartigen Coronavirus verabschiedet. Für die Vorlage stimmten am Donnerstag 96 Senatoren, nur einer votierte dagegen. Das Abgeordnetenhaus hatte den Entwurf bereits am Mittwoch mit 415 zu 2 Stimmen verabschiedet. Er muss nun noch von US-Präsident Donald Trump unterzeichnet werden.

Das Weisse Haus hatte vor zehn Tagen 2,5 Milliarden Dollar vorgesehen. Trumps Vorschlag wurde jedoch umgehend von Kongressmitgliedern beider Parteien verworfen. Sie handelten mehr als das Dreifache aus. «In Situationen wie diesen sollte keine Ausgabe gescheut werden, das amerikanische Volk zu schützen», sagte der Vorsitzende des Haushaltsausschusses, der Republikaner Richard Shelby.

Das Gesetz soll Gesundheitsbehörden mit Geld für Impfstoffe, Tests und mögliche Behandlungen ausstatten. Mehr als zwei Milliarden Dollar sollen dazu dienen, Bundes-, Staats- und Gemeindeverwaltungen zu befähigen, auf die Bedrohung durch das Virus zu reagieren. Weitere 1,3 Milliarden sind für die Bekämpfung des Virus im Ausland vorgesehen. In den USA sind bis zum Donnerstag elf Menschen an dem Virus gestorben.

08:05 Uhr: Dollar und Euro wegen Virus im Sinkflug

Der US-Dollar ist am Freitagmorgen auf 0,9458 Franken gesunken. Das ist gut ein Rappen weniger als am Vortag und der tiefste Stand seit fast zwei Jahren. Auslöser für den Rutsch war die Zinssenkung der US-Notenbank in der ersten Wochenhälfte. Auch der Euro gab gegenüber der Schweizer Währung nach – auf 1,0616 Franken.

Die US-Notenbank hatte ihren Leitzins am Dienstag zwecks Eindämmung der Corona-Folgen überraschend und deutlich um einen halben Prozentpunkt gesenkt. Anlagen in Dollar werden damit weniger lukrativ. Fachleute rechnen mit weiteren Reduzierungen.

07:50 Uhr: Daten zur Viren-Ausbreitung

Auf «Nextstrain.org» können User nachvollziehen, wie sich das Virus weltweit ausgebreitet hat – aber natürlich nur, so weit man an den «Patient 0» herankommt.

07:30 Uhr: Schauspieler Koch in Quarantäne

Der querschnittsgelähmte Schauspieler Samuel Koch befindet sich wegen einer möglichen Infektion mit dem Coronavirus in häuslicher Isolation. Eine Woche habe er schon hinter sich, sagte der ehemalige Stuntman der «Bild». Insgesamt 14 Tage werden von den deutschen Behörden vorgeschrieben.

Samuel Koch als Redner beim Schweizer Alpensymposium 2018.
Bild: Keystone

Bisher sei der 32-Jährige nicht positiv auf das Virus getestet worden. «Negativ ist in dem Fall positiv», sagte der 32-Jährige. Wegen seiner körperlichen Einschränkung hat Koch laut «Bild» nicht so starke Lungen wie andere. Die Lungenkrankheit Covid-19 ist vor allem für Menschen mit Vorerkrankungen und einem schwachen Immunsystem gefährlich.

Koch bleibt optimistisch: «Ich habe schon einige Lungenentzündungen überstanden.» Ende Februar sei er auf einem Kongress in Karlsruhe gewesen, an dem auch ein infizierter Mann teilgenommen hatte. Der Kongress sei vorzeitig beendet worden. Jeden Tag kämen Mitarbeiter des Gesundheitsamtes, um seinen Zustand zu kontrollieren.

06:19 Uhr: Weltweit mehr als 3'280 Todesfälle

Weltweit sind mit Stand Donnerstagabend mehr als 95'000 Sars-CoV-2-Infektionen und 3'280 Todesfälle bestätigt. Allein rund 3'000 Menschen sind bislang auf dem chinesischen Festland gestorben, wo das Virus zuerst nachgewiesen wurde. Von insgesamt gut 80'000 Infizierten sind nach offiziellen Angaben inzwischen mehr als 52'000 geheilt.

Zu den Covid-19-Erkrankten gehört der weltbekannte australische Musiker und Komponist Brett Dean. Er befindet sich deswegen im Spital. Seine Agentur, die britische Intermusica, bestätigte am Donnerstag, dass der Bratscher und Dirigent sich in einem Spital in Adelaide mit einer Covid-19-Erkrankung in Isolation befinde. Er hätte an diesem Samstag beim jährlichen Adelaide-Festival mit dem Symphonieorchester spielen sollen.

Festivaldirektor Rob Brookman sagte, Dean habe seinen Auftritt wegen grippeähnlicher Symptome abgesagt. Drei Menschen, die mit ihm in Kontakt gestanden haben, hätten sich selbst unter Quarantäne gestellt.

Der 58-Jährige trat bereits mit dem Tonhalle Orchester Zürich, den Berliner Philharmonikern und dem taiwanischen nationalen Symphonieorchester auf. Die Gesundheitsbehörden Taiwans teilten am Freitag mit, sie würden die Reisen und Kontakte eines australischen Covid-19-Patienten überprüfen, der während seines Aufenthaltes auf der Insel Husten und andere Symptome gehabt habe. In der Mitteilung war von einem namentlich nicht genannten Komponisten die Rede, der am 28. Februar und 1. März Konzerte in Taiwan gehabt habe.

06:05 Uhr: Südkorea droht Japan wegen Einreisebeschränkungen

Südkorea hat wegen der japanischen Vorschrift einer 14-tägigen Coronavirus-Quarantäne für Besucher aus dem ostasiatischen Land «extremes Bedauern» ausgedrückt. Sollte Tokio die Beschränkungen nicht zurücknehmen, gebe es Vergeltungsmassnahmen, drohte Seoul am Freitag. Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe hatte die Massnahmen, die auch für Reisende aus China gelten, am Donnerstag verkündet.

«Die japanische Regierung hat gestern realistisch betrachtet eine Einreisesperre für unser Volk ausgestellt», beklagte der südkoreanische Ministerpräsident Chung Se Kyun während eines Regierungstreffens zu Quarantänestrategien. «Wir betrachten das als sehr bedauerlich und fordern die unmittelbare Rückziehung der unverhältnismässigen und irrationalen Massnahmen.»

Der Schritt Japans könnte die ohnehin angespannten bilateralen Beziehungen zwischen den beiden Ländern weiter beeinträchtigen. Sie sanken auf den tiefsten Stand seit Jahrzehnten, als im vergangenen Jahr ein Konflikt über Handelsfragen, Kriegsgeschichte und Militärkooperation aufbrach.

05:44 Uhr: Thailand gibt neue Liste von Virus-Ländern heraus

Thailand hat eine neue Liste von Ländern herausgegeben, die es als besonders vom derzeit grassierenden Coronavirus betroffen sieht. Dabei handelt es sich um Südkorea, China, Macao, Hongkong, Italien und Iran, wie die Regierung in der «Royale Gazette» am Donnerstag mitteilte. Was das für die Einreisenden aus diesen Ländern bedeutet, war noch unklar.

Deutschland steht nicht auf der Liste, die am Freitag in Kraft trat. Zuvor hatte eine Gesundheitsbehörde Deutschland noch unter den Ländern genannt, für die nach der Einreise eine Empfehlung für eine 14-tägige häusliche Quarantäne galt.

In Thailand ist wegen des Coronavirus zudem die bei Touristen beliebte Vollmondparty auf der Insel Koh Phangan bis auf Weiteres abgesagt worden. Damit soll verhindert werden, dass sich das Virus ausbreitet. Das hatte das Innenministerium am Donnerstag mitgeteilt. Die nächste Party wäre am Sonntag gewesen. Zu den wilden Vollmond-Feiern kommen regelmässig Tausende Rucksackreisende.

Inwiefern Songkran, Thailands Neujahrsfest Mitte April, vom Coronavirus betroffen ist, steht noch nicht fest. Zu Songkran gehören wilde Wasserschlachten. Einige örtliche Veranstaltungen sind bereits abgesagt.

05:37 Uhr: Ticketverkauf für Formel-1-Rennen in Bahrain werden ausgesetzt

Angesichts des Coronavirus setzen die Veranstalter des Formel-1-Rennens von Bahrain mit dem Ticketverkauf aus. Wie die Organisatoren des zweiten Grand Prix des Jahres mitteilten, sollen Karten erst entsprechend den Umständen wieder freigegeben werden.



Um die Sicherheit für Zuschauer, Teams und Streckenangestellte sicherzustellen, werden am Bahrain International Circuit weitere Gesundheitsmassnahmen ergriffen. So gibt es unter anderem medizinische Facheinrichtungen, Prüfverfahren am Eingang und zusätzliche Stationen zur Handhygiene. Der Grand Prix von Bahrain soll am 22. März nur eine Woche nach dem Auftaktrennen in Melbourne stattfinden.

In einer Fabrik in Taiwan wird am Freitag Material für die Herstellung von Mundschutz-Masken, die auch in der Schweiz rar geworden sind, bereitgestellt.
Bild: Keystone/EPA/Ritchie B. Tongo

04:43 Uhr: EU-Gesundheitsminister beraten über das Virus

Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus kommen die EU-Gesundheitsminister zu einem weiteren Sondertreffen in Brüssel zusammen. Ziel der Beratungen, an denen am Freitag auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn teilnimmt, ist eine enge Koordinierung.

Bis Donnerstagabend waren nach Angaben der EU-Behörde ECDC in Europa rund 4'200 Infektionen registriert. Besonders betroffen ist Italien mit laut Zivilschutz 148 Toten und mehr als 3'800 Infizierten. In Deutschland sind laut Robert Koch-Institut (RKI) bisher Infektionen bei 400 Menschen nachgewiesen.

Die 27 EU-Staaten hatten bereits Mitte Februar ein gemeinsames Vorgehen abgesprochen. Damals einigten sie sich darauf, dass Passagiere aus Gebieten mit dem Erreger Sars-CoV-2 bei der Einreise nach Europa befragt werden können. Doch der Umgang mit der Epidemie ist in den einzelnen Staaten unterschiedlich. Italien etwa hat alle Schulen geschlossen, was in Deutschland als überzogen abgelehnt wird. Die EU selbst hat in der Gesundheitspolitik kaum Kompetenzen, das ist Sache der Mitgliedsstaaten.

Mehrere europäische Länder berichteten am Donnerstag von einer Zunahme der Sars-CoV-2-Nachweise. In der Schweiz und in Grossbritannien wurde je ein erster Todesfall bekannt. In Frankreich waren nach Angaben des Gesundheitsministeriums 423 Menschen infiziert, sieben Menschen starben bisher. Der für Anfang April geplante Paris-Marathon wird wegen der Epidemie verlegt.

Das Virus ist am Freitag auch Thema beim grössten Notfallmedizin-Kongress im deutschsprachigen Raum: In Koblenz diskutieren mehr als 1'000 Notärzte und Rettungskräfte darüber und über die geplante Neuordnung der Notfallversorgung in Deutschland.

04:30 Uhr: Quarantäne-Empfehlungen für Ärzte und Pflegekräfte in Deutschland sollten gelockert werden

Laut dem Berliner Virologen Christian Drosten sollte das RKI die Quarantäne-Empfehlungen für Ärzte und Pflegekräfte lockern. «Wenn wir das gesamte medizinische Personal, das mit Infizierten Kontakt hatte, in Quarantäne schicken, bricht die medizinische Versorgung für die Bevölkerung zusammen. Nicht nur für Corona-Patienten, sondern auch für alle anderen», sagte der Direktor des Instituts für Virologie an der Charité der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Freitag).

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beklagte, dass zu viele Länder der Welt noch nicht angemessen auf eine mögliche Ausbreitung des Virus vorbereitet seien. «Wir sind besorgt, dass manche Länder dies entweder nicht ernst genug nehmen oder entschieden haben, dass sie eh nichts tun können», sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Donnerstag in Genf. «Wir sind besorgt, dass der Umfang des politischen Engagements und die dafür nötigen Massnahmen dem Umfang der Bedrohung, der wir uns alle gegenübersehen, nicht entsprechen.» Die WHO verspricht zusammen mit der Weltbank allen Ländern Unterstützung bei den Vorbereitungen.

04:25 Uhr: Zahl der Infektionen steigt in Südkorea auf über 6'000

Die Zahl der Sars-CoV-2-Infektionen in Südkorea ist auf mehr als 6'000 gestiegen. Am Donnerstag seien 518 weitere Fälle erfasst worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Freitag mit. Die Gesamtzahl erreichte damit 6'248. Die Zahl der Todesfälle, die mit dem neuartigen Coronavirus in Verbindung gebracht werden, kletterte um sieben auf 42. In keinem anderen Land ausserhalb Chinas, wo die Lungenkrankheit Covid-19 Ende Dezember zuerst ausgebrochen war, wurden bisher mehr Infektionsfälle gemeldet.

Wieder wurden die meisten der neuen Infektionen in der südöstlichen Millionen-Stadt Daegu und der umliegenden Region diagnostiziert, die im Zentrum des Ausbruchs in Südkorea stehen. Fast 4'700 Fälle wurden bisher allein in Daegu erfasst. Dort tritt die grösste Häufung unter Anhängern der christlichen Sekte Shincheonji-Kirche Jesu auf, die auch Verbindungen nach China hat. Der Fokus bei den Virustests richtet sich jedoch den Behörden zufolge angesichts der raschen Ausbreitung in den Kommunen mittlerweile auf die anderen Bürger der Stadt.

Südkorea hatte am 23. Februar, nach Meinung von Kritikern zu spät, die höchste Warnstufe für Infektionskrankheiten ausgerufen. Seitdem versuchen die Behörden, vor allem die Ausbreitung des neuen Coronavirus im Südosten des Landes einzugrenzen.

04:24 Uhr: Tokioter Börsen deutlich im Minus

Die Börse in Tokio hat sich zum Wochenausklang schwächer gezeigt. Experten verwiesen auf die Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag am Freitag im Verlauf 2,9 Prozent tiefer bei 20'710 Punkten.

Zwischenzeitlich markierte er den tiefsten Stand seit sechs Monaten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 3,2 Prozent und lag bei 1468 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 1,1 Prozent im Minus.

03:01 Uhr: Erneut 30 Tote in China – 143 weitere Infektionen

In China ist die Zahl der Toten durch die Lungenkrankheit Covid-19 weiter gestiegen: Wie die Pekinger Gesundheitskommission am Freitag mitteilte, kamen im Vergleich zum Vortrag 30 Opfer hinzu. 29 Todesfälle wurden in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei registriert, wo das Virus ursprünglich in der Millionenmetropole Wuhan ausgebrochen war. Ein weiteres Opfer meldete die südchinesische Inselprovinz Hainan.

Insgesamt sind bislang mehr als 3'000 Menschen in China an dem Erreger gestorben. Die Zahl der neuen Infektionen stieg bis Freitag um 143 auf nun 80'552 Fälle. Mehr als 53'000 Patienten haben sich den offiziellen Angaben zufolge jedoch erholt und wurden entlassen.

02:52 Uhr: Trump schüttelt weiter Hände von Unterstützern

Trotz der Ausbreitung des Coronavirus auch in den USA gibt US-Präsident Donald Trump Unterstützern weiterhin die Hand. Er sei zwar generell kein Freund von Händeschütteln, sagte Trump – ein am Donnerstagabend (Ortszeit) im Sender Fox News. Trump hat bekanntermassen eine übersteigerte Angst vor der Ansteckung durch Bakterien und Viren.

Mit Blick auf seine Anhänger fügte er allerdings hinzu: «Sie wollen deine Hand schütteln, sie wollen Hallo sagen, sie wollen dich umarmen, sie wollen dich küssen, was auch immer. Das muss man machen.»

Der Präsident betonte, es sei unvorstellbar, vor einer Gruppe von Trump-Fans zu stehen und niemandem die Hand zu geben. Er fügte aber auch hinzu: «Wenn es jemals eine Zeit gab, Menschen davon zu überzeugen, keine Hände zu schütteln, könnte es diese sein.»

01:55 Uhr: Das Wirtschaftswachstum in China dürfte sich halbiert haben

Die Coronavirus-Epidemie dürfte Experten zufolge das chinesische Wirtschaftswachstum im laufenden Quartal etwa halbiert haben. Damit wären die Folgen schwerwiegender als bislang erwartet.

In diesem Quartal werde das Wachstum wohl auf 3,5 Prozent nach 6,0 Prozent im Vorquartal fallen, heisst es in einer Reuters-Umfrage vom 3. bis zum 5. März unter mehr als 40 Wirtschaftswissenschaftlern in- und ausserhalb der Volksrepublik. Mitte Februar gingen die Experten im Mittel noch von einem Wachstum von 4,5 Prozent aus.

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