Engpass bei 600 Medikamenten: Jetzt schreitet der Bund ein

uri

8.11.2019 - 13:46

Ein Problem für Patienten und Apotheker: Häufig sind verschriebene Medikamente nicht erhältlich. (Symbolbild)
Bild: Keystone

Kunden müssen die Apotheke immer öfter mit leeren Händen verlassen: Hunderte Präparate sind in der Schweiz derzeit nicht mehr erhältlich. 

Das Problem ist nicht neu, aber es verschlimmert sich weiter: Ende Oktober waren in der Schweiz rund 600 Medikamente nicht lieferbar, wie SRF berichtet. «Das BAG hat festgestellt, dass sich diese Situation in letzter Zeit zugespitzt hat», erklärte Daniel Albrecht, Leiter der Abteilung Heilmittelrecht beim Bundesamt für Gesundheit (BAG), dem Sender. Die Behörde will deshalb verschiedene Massnahmen evaluieren, wie den Lieferengpässen, die ein internationales Phänomen sind, entgegengewirkt werden kann.



Als wesentliche Ursache für das Problem gilt, dass immer weniger Unternehmen die Produktion eines einzelnen Arzneimittels oder Wirkstoffs übernehmen. Kommt es dann bei diesen Herstellern zu Qualitäts- oder Produktionsproblemen, wird das Medikament weltweit knapp. Im europäischen Raum wurde deshalb zuletzt auch immer wieder die Forderung laut, dass wieder mehr Wirkstoffe in Europa anstatt in Fernost produziert werden sollen.

Exportverbote möglich

Wie Albrecht dem SRF erklärte, prüft das BAG derzeit verschiedene Massnahmen, um der Misere entgegenzuwirken. Im Gespräch sei auch ein Exportverbot, wie es in Österreich diskutiert wird. Der Bund könnte dann verfügen, dass von einem Engpass betroffene Medikamente, die in Schweizer Depots lagern, nicht mehr ausgeführt werden dürfen.

Auch könne die Schweiz ihren Notvorrat an Arzneimitteln aufstocken und in den Pflichtlagern weitere Medikamente, etwa gegen Parkinson oder Bluthochdruck, bereithalten. Denkbar sei zudem, dass Industrie, Kantone und Spitäler künftig ebenfalls mehr Medikamente lagern würden.

Diese und weitere Ideen seien noch zu prüfen. Bis nächsten Frühling wolle das BAG aber einen Massnahmenkatalog präsentieren, der anschliessend in verschiedenen Departementen evaluiert werde. Zunächst sei aber mit weiteren Versorgungsengpässen bei Medikamenten zu rechnen. 

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