Parlament trifft sich zu ausserordentlicher Session — Über 500'000 Infizierte weltweit 

Agenturen/red

26.3.2020 - 22:00

G20: Fünf Billionen Dollar gegen die Corona-Krise

G20: Fünf Billionen Dollar gegen die Corona-Krise

Mit beispiellosen Investitionen wollen die G20-Staaten die Folgen der Corona-Krise abmildern. Fünf Billionen Dollar wollen die 20 grössten Industrie- und Schwellenländer in die Weltwirtschaft pumpen.

26.03.2020

Der Bundesrat tritt Anfang Mai zu einer Sondersession in Bern zusammen. KMU erhalten seit heute Nothilfe-Kredite — die Nachfrage ist entsprechend gross. Weltweit breitet sich das Coronavirus weiter rasant aus. Unterdessen wollen die G20-Staaten mit gigantischen Investitionen die Folgen abmildern. Die wichtigsten Ereignisse des Tages im Überblick.

National- und Ständerat kommen in der Woche ab dem 4. Mai 2020 auf dem Messegelände der Bernexpo zu einer ausserordentlichen Session zusammen. Entschieden werden soll über die Notmassnahmen des Bundesrats, insbesondere über die Nachtragskredite in Milliardenhöhe.

Das beschlossen am Donnerstag die Ratsbüros und die Verwaltungsdelegation. Die ausserordentliche Session wird in der Woche stattfinden, in welcher ursprünglich die Sondersession geplant war. Diese hätte zwei Tage gedauert. Nun wird die ganze Woche reserviert — von Montag bis Freitag.

An der ausserordentlichen Session behandelt werden ausschliesslich Geschäfte im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Die Finanzdelegation der eidgenössischen Räte (FinDel) hat bereits grünes Licht zu den Kreditbeschlüssen des Bundesrats gegeben.

Tessin richtet Checkpoints ein

Der Kanton Tessin hat vier ambulante Untersuchungszentren eröffnet. Durch die sogenannten Covid-19-Checkpoints sollen Hausärzte und Notfallstationen entlastet werden. Potenzielle Coronavirus-Infizierte dürfen die Untersuchungszentren jedoch nur nach Überweisung durch einen Arzt aufsuchen.

Die vier Zentren in Mendrisio, Lugano, Agno und Giubiasco sollen bis mindestens 24. April offen bleiben, wie der kantonale Führungsstab des Tessins am Donnerstagabend mitteilte. Eröffnet worden seien die vier ambulanten Zentren bereits am Mittwoch. Sie richteten sich ausschliesslich an Personen, die sich möglicherweise mit dem Coronavirus infiziert haben.

Begehrte Notkredite

Die von den Folgen des Coronavirus betroffenen Schweizer Unternehmen können seit Donnerstagmorgen die Anträge auf Liquiditätshilfen bei den Banken einreichen. Laut ersten Angaben von Banken ist die Nachfrage hoch.

So sind bis am späten Nachmittag bei der Grossbank UBS bereits rund 6'000 Anfragen aus der ganzen Schweiz eingegangen, wie es ein Banksprecher bekannt gab. Am Mittag waren es erst halb so viele gewesen. Kleinere Unternehmen seien vor allem auf Suche nach Sicherstellung der Kosten- und Lohndeckung. Die ersten UBS-Kunden hätten den angefragten Betrag aus der Covid-19 Fazilität 1 bereits kurz nach dem offiziellen Start auf ihrem Konto gutgeschrieben erhalten.

Seit dem Vormittag sind die entsprechenden Formulare, um an die Hilfen vom Bund zu gelangen, im Internet abrufbar. Um einen sogenannten «Covid-19-Kredit» bis maximal 500'000 Franken zu erhalten müssen die Unternehmen die Formulare ausfüllen und unterschrieben bei der Bank einreichen.

Fünf Billionen gegen Corona-Folgen

Das Coronavirus breitet sich weltweit weiter rasant aus. Bei mehr als 510'000 Menschen rund um den Globus ist eine solche Infektion bestätigt, wie aus einer Übersicht der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität vom Donnerstag hervorgeht.

Die G20-Staaten sind bereit, die Folgen der Corona-Pandemie zu abzufedern. «Im Zuge unserer gezielten finanzpolitischen und wirtschaftlichen Massnahmen und Bürgschaften investieren wir mehr als fünf Billionen Dollar (rund 4,8 Billionen Franken) in die Weltwirtschaft, um den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen der Pandemie zu begegnen», erklärten sie nach einer Videokonferenz. Auch die Schweiz nahm an der Konferenz teil.


Die Ereignisse des Tages:

Das Wichtigste im Überblick

  • Weltweit gibt es mehr als eine halbe Million Corona-Infizierte.
  • Die G20 Staaten wollen zusammen die sagenhafte Summe von fünf Billionen Dollar (rund 4,8 Billionen Franken) in die Weltwirtschaft pumpen.
  • Die Nachfrage nach Notkrediten ist hoch. Alleine bei der UBS gingen 6'000 Anfragen aus der ganzen Schweiz ein.
  • Der Kanton Tessin hat vier ambulante Untersuchungszentren eröffnet, sogenannte Covid-19-Checkpoints. Dadurch sollen Hausärzte und Notfallstationen entlastet werden.
  • Dem Bund liegen inzwischen bereits 570'000 Anträge auf Kurzarbeitsentschädigung vor, das entspricht elf Prozent der Erwerbstätigen des Landes.
  • Messehalle statt Bundeshaus: Das Parlament wird am 4. Mai zu einer ausserordentlichen Session in Bern zusammentreten. 
  • Laut dem BAG gibt es inzwischen 10'714 laborbestätigte Covid-19-Fälle in der Schweiz. 
  • Die am vergangenen Samstag eingeführten, verschärften Massnahmen im Kanton Tessin sollen trotz Kritik des Bundes anhalten.
  • Unternehmen in der Schweiz können ab heute Hilfskredite erhalten.

21.45 Uhr: Weltweit mehr als halbe Million Coronavirus-Fälle

Weltweit haben sich nach Angaben von US-Experten bereits mehr als eine halbe Million Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Bei mehr als 510 000 Menschen rund um den Globus ist eine solche Infektion bestätigt, wie aus einer Übersicht der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität vom Donnerstag hervorgeht.

Rund 23'000 Menschen starben demnach inzwischen nachweislich an der neuartigen Lungenkrankheit Covid-19. Das Virus breitete sich zuletzt rasant aus: Die Zahl der weltweit bekannten Infektionen hatte nach Angaben der US-Universität erst am Samstag die Marke von 300'000 durchbrochen, am Dienstag dann die Marke von 400'000.

Die Webseite der US-Forscher wird regelmässig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher in der Regel einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

21.40 Uhr: Zahl der Toten in Frankreich steigt weiter - 16-Jährige stirbt

Die Zahl der Todesfälle nach einer Infektion mit dem Coronavirus ist in Frankreich weiter stark gestiegen. Innerhalb von 24 Stunden habe es 365 neue Fälle gegeben, sagte Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon in Paris. Damit liege die Zahl nun bei 1696.

Erstmals sei in Frankreich auch eine Jugendliche unter den Todesopfern — die 16-jährige Covid-19-Patientin sei in der Region Paris gestorben, so Salomon.

Den Angaben zufolge befinden sich derzeit 3375 Patientinnen und Patienten mit schweren Krankheitsverläufen auf Intensivstationen. Die Zahl der bestätigten Infektionen ist um rund 4000 Fälle auf 29'155 gestiegen.

21.30 Uhr: Italien fordert stärkere europäische Antwort auf Corona-Krise

Beim EU-Videogipfel hat Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte die vorher ausgehandelte gemeinsame Erklärung als unzureichend abgelehnt.

Conte fordere «wirklich innovative und angemessene Finanzinstrumente», um die Wirtschaftsfolgen der Corona-Krise zu bewältigen und das innert zehn Tagen, hiess es am Donnerstagabend aus italienischen Regierungskreisen. Die fünf Präsidenten der EU-Institutionen sollten in der Frist einen gemeinsamen Vorschlag vorlegen.

Conte stellte den Angaben zufolge bei der Gipfelschalte klar, dass er keine Vergemeinschaftung öffentlicher Schulden wolle. Jedes Land verantworte seine eigenen Schulden selbst und werde dies auch weiter tun. Doch müsse Europa gemeinsam handeln und eine starke Antwort auf die Krise finden. Sonst könne man das den Bürgern nicht erklären.

Der Videogipfel zog sich am Abend mehr als zwei Stunden länger hin als geplant.

Corona-Krise: EU-Gipfel ringt um gemeinsame Linie

Corona-Krise: EU-Gipfel ringt um gemeinsame Linie

Die EU-Staats- und Regierungschefs beraten in einer Videokonferenz über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise. Streit gibt es über die von Deutschland abgelehnten Corona-Bonds zur Stützung finanziell schwächerer Länder.

26.03.2020

20.20 Uhr: China schliesst Grenzen für Ausländer

Das bei der Bekämpfung des Coronavirus fortgeschrittene China hat die Schliessung seiner Grenzen für Ausländer angekündigt. Die Massnahme trete ab Samstag in Kraft, teilte das Aussenministerium in Peking auf seiner Internetseite mit. Ein Grund für die Schliessung wurde zunächst nicht genannt.

Beobachter in Peking gingen aber davon aus, dass eine von Ausländern ausgelöste zweite Infektionswelle mit dem Erreger Sars-CoV-2, dem Auslöser der neuartigen Lungenkrankheit Covid-19, verhindert werden solle. Nur für Diplomaten sowie für als besonders notwendig erachtete Fachkräfte und Geschäftsleute sowie in humanitären Notfällen blieben die Grenzen offen, hiess es.



China, wo die Coronavirus-Krise Ende vergangenen Jahres ihren Ausgang nahm, kämpft nach eigenen Angaben inzwischen mehr mit «importierten» Infektionen. So hatte die Pekinger Gesundheitskommission am Montag mitgeteilt, es seien 39 weitere Infektionen bei aus dem Ausland eingereisten Personen nachgewiesen worden.

Innerhalb des Landes gab es dagegen nach offiziellen Angaben keine neuen Infektionen mehr. China ist mit knapp 82'000 Infizierten bisher das am stärksten betroffene Land, allerdings dicht gefolgt von Italien mit über 80'500 Infizierten.

20.55 Uhr: Spanische Regierung kauft mangelhafte Testkits

Das von der Coronavirus-Pandemie besonders betroffene Spanien hat mangelhafte Testkits gekauft. Man habe die 9000 Stück inzwischen zurückgegeben, teilte das Gesundheitsministerium mit. Die Vorwürfe der konservativen Opposition, die linke Regierung habe beim Kauf fahrlässig gehandelt, wies das Ministerium zurück. Das Material sei für den gesamten europäischen Raum zugelassen gewesen, hiess es.



Die Diagnosekits hatten nach Angaben von Ärzten und von Experten der konservativ regierten Region Madrid eine Genauigkeit von nur 30 Prozent. Als akzeptabel gelten 80 Prozent. Tests mit dem mangelhaften Material hätten deshalb leicht zu falschen Ergebnissen führen können. Die Verteilung der Kits hatte das Ministerium zuvor bereits aufgenommen.

20.50 Uhr: Bericht aus dem Elsass: Patienten über 80 werden nicht mehr beatmet

Deutsche Katastrophenmediziner berichten angesichts der Corona-Pandemie über dramatische Zustände aus dem Elsass. Demnach arbeiten Mediziner an der Universitätsklinik Strassburg weiter mit Corona-Patienten, auch wenn sie selbst infiziert sind.

Über 80-Jährige werden nicht länger beatmet. Stattdessen erfolge «Sterbebegleitung mit Opiaten und Schlafmitteln», schreiben die Mitarbeiter des Deutschen Instituts für Katastrophenmedizin in Tübingen in einem Bericht an die baden-württembergische Landesregierung, der der Nachrichtenagentur DPA vorliegt. Mehrere Medien haben darüber berichtet.

Das Elsass gilt als Frankreichs Zentrum der Krise. Die deutschen Katastrophenmediziner besuchten die Universitätsklinik Strassburg am Montag — und schlagen angesichts der Zustände Alarm.

Nadelöhr seien die zu beatmenden Patienten, heisst es in dem Papier. Seit dem Wochenende würden Patienten, die älter sind als 80 Jahre, an der Strassburger Klinik nicht mehr beatmet. So werde auch verfahren mit Patienten in Pflegeheimen in jenem Alter, die beatmet werden müssten. Sie sollen durch den Rettungsdienst eine «schnelle Sterbebegleitung» erhalten. Die Ethikkommission gebe diese Vorgehensweise vor.

20.40 Uhr: Wien zahlt Menschen über 65 Jahren das Taxi

Die Stadt Wien zahlt angesichts des Infektionsrisikos mit dem Coronavirus allen Menschen über 65 Jahre einen Taxi-Gutschein in Höhe von 50 Euro (rund 53 Franken). Die Mittel für die Aktion sind am Donnerstag vom Gemeinderat freigegeben worden.

Von der Massnahme können rund 300'000 Personen profitieren. Mit den Taxi-Gutscheinen könne die ältere Generation zu den notwendigen Terminen mit dem Taxi fahren und so das Infektionsrisiko durch mögliche Kontakte in Bussen und Bahnen minimieren, sagte Wiens sozialdemokratischer Bürgermeister Michael Ludwig.

Das Coronavirus ist vor allem für Ältere gefährlich. Die Gutscheine sind Teil eines insgesamt 85 Millionen Euro (rund 90 Millionen Franken) schweren Corona-Hilfspakets der rot-grün regierten österreichischen Hauptstadt.

20.25 Uhr: Erstmals über 100 Tote an einem Tag in Grossbritannien

Grossbritannien hat erstmals mehr als 100 Todesfälle in einem Zeitraum von 24 Stunden durch das neuartige Coronavirus verzeichnet. Wie das Gesundheitsministerium in London mitteilte, starben seit dem Vortag 115 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19. Die Zahl der Toten im Vereinigten Königreich stieg damit auf 578 an.

Rund 11'700 Menschen waren nachweislich mit dem Virus infiziert. Die tatsächliche Zahl der Infizierten dürfte allerdings sehr viel höher sein. Grossbritannien hat bislang im Vergleich zu anderen Ländern nur wenige Tests durchgeführt und lange mit der Einführung drastischer Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie gezögert.

20.15 Uhr: Fünf Billionen Dollar: G20 stemmen sich gegen Wirtschaftskrise

Die G20-Staaten sind bereit, die Folgen der Corona-Pandemie zu abzufedern. «Im Zuge unserer gezielten finanzpolitischen und wirtschaftlichen Massnahmen und Bürgschaften investieren wir mehr als fünf Billionen Dollar (rund 4,8 Billionen Franken) in die Weltwirtschaft, um den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen der Pandemie zu begegnen», erklärten sie nach einer Videokonferenz. Auch die Schweiz nahm an der Konferenz teil.

Die 20 grössten Industrie- und Schwellenländer sagten zu, mit internationalen Organisation (WHO) und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zusammenzuarbeiten, um ein «robustes» Finanzpaket auf den Weg zu bringen.

Wladimir Putin (2.v.r), Präsident von Russland, beim Video-Gipfel der Staats- und Regierungschefs der führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) zur Corona-Krise.
Bild: Kremlin/dpa

Auf Einladung von König Salman war auch die Schweiz an der Videokonferenz vertreten. Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga forderte gemäss Redetext, dass auch in einer Situation wie jetzt «das internationale Recht und der Multilateralismus respektiert werden». Gerade so zeige man «gegenseitige Solidarität».

Ausserdem verlangte sie mit Verweis auf den Aufruf von Uno-Generalsekretär Antonio Guterres einen weltweiten, bedingungslosen Waffenstillstand in allen bewaffneten Konflikten.

«Und ich rufe heute alle Teilnehmer auf, dafür zu sorgen, dass die internationalen Organisationen die notwendigen Mittel erhalten, um den Ärmsten und Verletzlichsten zu helfen», sagte Sommaruga weiter.

20.05 Uhr: Deutschland nimmt 47 Corona-Patienten aus Italien auf

Deutschland will weitere schwer erkrankte Corona-Patienten aus Italien aufnehmen. Das Auswärtige Amt berichtete am Donnerstagabend auf Twitter von Zusagen aus verschiedenen Bundesländern zur Behandlung von 47 Intensivpatienten. Der deutsche Aussenminister Heiko Maas schrieb dazu unter italienischer Flagge: «Wir stehen an der Seite unserer Freundinnen & Freunde.» Beteiligt sind unter anderem Kliniken in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Sachsen, Hessen und Berlin.

In anderen deutschen Bundesländern werden Intensivpatienten aus Frankreich und Italien bereits behandelt. Beide Länder sind von der Pandemie besonders betroffen. Thüringen kündigte an, ein Team der Universitätsklinik Jena zur Versorgung von Covid-19-Patienten nach Italien zu schicken. Gesundheitsministerin Heike Werner sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe: «Solidarität ist das Gebot der Stunde.»

19.35 Uhr: Mehr als 15'000 Corona-Todesfälle in Europa

Am Abend lag die Zahl der Menschen, die an der durch das Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 starben, laut einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP bei 15'500. Die meisten Todesopfer gibt es mit weitem Abstand in Italien (8165) und Spanien (4089).

Die Zahl der Infektionen stieg laut der AFP-Zählung, die auf offiziellen Angaben beruht, europaweit auf mehr als 268'000. Damit ist Europa der am stärksten betroffene Kontinent.



Bei den offiziell gemeldeten Infektions- und Todesfällen handelt es sich nach Einschätzung von Experten nur um einen Bruchteil der tatsächlichen Corona-Fälle weltweit. In vielen Ländern mangelt es an Testkapazitäten, vielerorts werden zudem nur Patienten mit schweren Symptomen auf das Coronavirus getestet. Virologen gehen daher von einer sehr hohen Dunkelziffer aus.

19.10 Uhr: Britische Regierung zahlt Einkommensverluste von Selbstständigen

Die britische Regierung will Selbstständigen, deren Existenz durch die Corona-Krise gefährdet ist, kräftig unter die Arme greifen. Das teilte der britische Finanzminister Rishi Sunak auf einer Medienkonferenz in London mit.

Ähnlich wie bei Angestellten werde der Staat für 80 Prozent des Einkommens Selbstständiger aufkommen, sagte Sunak. Ausgezahlt werden sollen monatlich maximal 2500 Pfund (umgerechnet rund 2900 Franken) für Selbstständige mit einem jährlichen Gewinn von bis zu 50'000 Pfund.



Verfügbar sein soll die Unterstützung spätestens im Juni, Vorauszahlungen seien aber möglich, so der Schatzkanzler. Von dem Rettungspaket seien 95 Prozent aller Selbstständigen abgedeckt, trotzdem würden manche durchs Raster fallen. «Wir können nicht jeden einzelnen Job und jedes einzelne Unternehmen schützen», sagte Sunak.

19.05 Uhr: Bund will Pflichtlager für starke Schmerzmittel freigeben

Weil Schmerzmittel und Antibiotika knapp werden, will der Bund nächstens die entsprechenden Pflichtlager freigeben. Bei der Behandlung von schweren Coronafällen kommen oft starke sogenannte Analgetika zur Anwendung.

«Für Corona-Behandlungen wird das Pflichtlager gebraucht werden, um die Versorgung sicherzustellen», sagte Ueli Haudenschild vom Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung am Donnerstagabend in der Sendung «Echo der Zeit» von Schweizer Radio SRF.

Laut der obersten Spitalapothekerin funktionieren die Pflichtlager jedoch nur bedingt. Die Spitäler hätten ihre Vorräte zwar in den letzten Wochen aufgestockt, erklärte Petra Strub, Präsidentin des Schweizerischen Vereins der Amt- und Spitalapotheker, im gleichen Beitrag.

«Wir werden diese Ware in den Spitälern aufbrauchen und es wird mancherorts zu Engpässen kommen.» Weil Antibiotika derzeit auf dem Markt ohnehin knapp sind und die Pflichtlager deshalb nicht voll aufgefüllt sind, droht trotz Pflichtlager ein Engpass.

Für Haudenschild ist es deshalb eine Option zu prüfen, «ob das Pflichtlagersystem überhaupt für Pandemie-Fälle geeignet ist». Der wichtigste Grund für die Lücke ist neben der Corona-Krise der Umstand, dass sehr viele Schmerzmittel und Antibiotika in asiatischen Ländern, vor allem in China, hergestellt werden.

Weiter zum Ticker vor 19 Uhr

18.55 Uhr: Weniger Unfälle, aber mehr Raser

Laut Daten des Bundes sind die Verkehrsunfälle zurück gegangen. Zwar sind die Angaben des des Bundesamts für Strassen (Astra) bislang nur vorläufig, aber nach den Pandemie-Massnahmen wäre eine derartige Entwicklung nur folgerichtig.



Allerdings nutzen offenbar auch Raser vermehrt die leeren Strassen, wie der «Tages-Anzeiger» unter Berufung auf Angaben der Polizei berichtet. Demnach sei der Einsatz im Strassenverkehr «lagebedingt» zwar zurückgefahren worden, allerdings nicht bei den Geschwindigkeitskontrollen.

Und die zeigen: Leere Autobahnen scheinen auf Raser eine magische Anziehungskraft auszuüben. Von der Kantonspolizei Solothurn heisst es dem Bericht zufolge etwa: «Wir stellen eine negative Tendenz fest (...) Dies wagen wir damit zu begründen, dass weniger Verkehr auf den Strassen offenbar vermehrt zum schnellen Fahren animiert.» Deshalb würden die Kontrollen auch nicht zurückgefahren.

18.40 Uhr: Notkredite: 6000 Anfragen allein bei UBS

Die von den Folgen des Coronavirus betroffenen Schweizer Unternehmen können seit Donnerstagmorgen die Anträge auf Liquiditätshilfen bei den Banken einreichen.

Bis zum späten Nachmittag sind bei der der Grossbank UBS bereits rund 6'000 Anfragen aus der ganzen Schweiz eingegangen, wie es ein Banksprecher bekannt gab. Am Mittag waren es erst halb so viele gewesen. Kleinere Unternehmen seien vor allem auf Suche nach Sicherstellung der Kosten- und Lohndeckung. Die ersten UBS-Kunden hätten den angefragten Betrag aus der Covid-19 Fazilität 1 bereits kurz nach dem offiziellen Start auf ihrem Konto gutgeschrieben erhalten.

Die Bank baue nach dem erfolgreichen Start die Kapazitäten weiter aus und setze alles daran, den Kunden die Überbrückungsfinanzierungen so schnell wie möglich bereitzustellen, heisst es weiter. Die Berater des Bereichs Geschäftskunden würden dabei von bis zu 300 Mitarbeitenden der UBS Schweiz unterstützt.

Die Formulare für Unternehmen und Banken sind unter der Internetseite https://Covid19.easygov.swiss/ abrufbar.

18.30 Uhr: Schaffhausen erwägt Aussetzung der Zeugnisse

Der Schaffhauser Erziehungsdirektor Christian Amsler (FDP) setzt sich für einen Verzicht auf Zeugnisse in diesem Semester ein. Er möchte, dass die anderen Deutschschweizer Kantone mitziehen.

Wie lange Schüler und Schülerinnen noch zuhause lernen müssen, bleibt unklar. Christian Amsler will das Thema Zeugnisse aber schon bald angehen, sagte er am Donnerstag gegenüber dem Regionaljournal Zürich-Schaffhausen. Er fordert ein Verzicht auf Zeugnisse in diesem Semester.



Mit diesem Schritt sollen Eltern von zusätzlichem Stress entlastet werden. Anstelle eines Zeugnisses könnten den Schüler und Schülerinnen am Ende des Semesters Testate, also Bescheinigungen, ausgehändigt werden, so Amsler.

Die Zürcher Bildungsdirektorin Silvia Steiner (CVP) will diese Idee in der nächsten Sitzung der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) thematisieren. Steiner ist EDK-Präsidentin.

18.15 Uhr: New Yorks Gouverneur: «Das wird nicht schnell vorbei gehen»

New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo sieht in der Corona-Krise keine baldige Lockerung der Ausgangsbeschränkungen für den US-Bundesstaat.  «Das ist kein Sprint, das ist ein Marathon. Das wird nicht schnell vorbei gehen», sagte Cuomo bei seiner täglichen Pressekonferenz. Als «wirklich schlechte Nachrichten» bezeichnete der Gouverneur die schnell steigende Zahl der Todesopfer in dem Bundesstaat. Diese sei im Vergleich mit dem Vortag um 100 auf insgesamt 385 angewachsen. Diese Zahlen dürften weiter ansteigen.

New York an der Ostküste der Vereinigten Staaten hat sich zum Zentrum der Pandemie in dem Land entwickelt. Von nun mehr als 37'000 nachgewiesenen Fällen liegen mehr als 5000 Menschen im Krankenhaus. Lokalen Medien zufolge könnten die Kliniken im Bundesstaat und vor allem in der gleichnamigen Millionenmetropole in den kommenden Tagen punktuell erstmals an ihre Kapazitätsgrenze gelangen. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität liegt die Zahl der Toten durch das Virus landesweit bei mehr als 1000.



Angesichts der ansteigenden Totenzahlen wurde in Manhattan bereits eine provisorische Leichenhalle errichtet. Die weissen Zelte wurden ausserhalb des Bellevue Krankenhauses in Manhattan aufgebaut, wie Fotos am Mittwoch zeigten. Die Internetseite «Politico» berichtete unter Berufung auf anonyme Quellen im Heimatschutzministerium, dass erwartet werde, dass die normalen Leichenhallen der Stadt kommende Woche überfüllt sein könnten.

17.55 Uhr: Tessin richtet Covid-19-Checkpoints ein

Der Kanton Tessin hat vier ambulante Untersuchungszentren eröffnet. Durch die sogenannten Covid-19-Checkpoints sollen Hausärzte und Notfallstationen entlastet werden. Potenzielle Coronavirus-Infizierte dürfen die Untersuchungszentren jedoch nur nach Überweisung durch einen Arzt aufsuchen.

Die vier Zentren in Mendrisio, Lugano, Agno und Giubiasco sollen bis mindestens 24. April offen bleiben, wie der kantonale Führungsstab des Tessins am Donnerstagabend mitteilte.

17.06 Uhr: Pressekonferenz beendet

Das war's – die PK ist vorbei.

17 Uhr: Was gibt es zu essen?

«Die Vielfalt des Sandwiches ist erheblich», sagt Stöckli auf die Frage nach der Verpflegung während der Session, weil ja alle Restaurants geschlossen sind.

16.50 Uhr: Sie möchten aber dem Bundesrat nicht in den Rücken fallen? Oder?

«Der Bundesrat ist in der Regel, und jetzt in der Krise sowieso, geeignet, um Verordnungen zu erlassen», sagt Stöckli. Das Parlament könne ja nur Beschlüsse durch einen Mehrheitsentscheid fällen. Das aber dauere. «Krisensituationen sind Situationen der Regierung. Aber das Parlament soll diese Massnahmen daraufhin überprüfen, ob sie sinnvoll und richtig sind.»

Dieses Instrument aber sollte vom Parlament nur sehr zurückhaltend eingesetzt werden, betont Stöckli. «Die Gefahr von nachträglichen Modifikationen schafft sonst Rechtsunsicherheiten.» Und doch, vielleicht brauche es kleine Anpassungen.

Alle Verordnungen des Bundesrates müssten ohnehin nach sechs Monaten vom Parlament abgesegnet werden.

16.42 Uhr: Findet die ordentliche Juni-Session normal statt?

«Wir machen uns Überlegungen, die Juni-Session ebenfalls in der Berner Expo abzuhalten.» Man werde sehen, wie sich die Situation mit dem Coronavirus entwickle, so Stöckli. Für die Mai-Session seien diese Räumlichkeiten für Montag bis Freitag reserviert.

16.40 Uhr: Rücken stärken oder nicht des Bundesrats?

«Der Bundesrat hat eine Reihe von Verordnungen erlassen – weitere werden folgen.» Das Parlament habe jedoch formell die Möglichkeit, eigene Verordnungen zu erlassen, erläutert Stöckli. Auf eine Journalisten-Frage, ob das Parlament den Bundesrat schwächen wolle in seinen Verordnungen, oder aber ihm vielmehr den Rücken stärken, sagt Stöckli: «Das werden wir in den nächsten Wochen sehen.»

Aber ja, es sei rechtlich so: «Theoretisch könnte das Parlament eine Verordnung erlassen, welche eine Verordnung des Bundesrates ersetzt», sagt Stöckli.

16.35 Uhr: Nun stellen die Journalisten Fragen

Es gehe einzig um das Coronavirus in dieser Session, um nichts anderes, sagt Moret auf eine Frage.

Nationalratspräsidentin Isabelle Moret (FDP/VD) mit Ständeratspräsident Hans Stöckli (SP/BE) an einer früheren Information. 
Bild: Keystone

16.30 Uhr: Erstmals in der Geschichte des Landes

Erstmals in der Geschichte des Landes stellten nun Ständeräte das Gesuch um eine Sondersession, so Stöckli weiter.

16.24 Uhr: Nun spricht Stöckli fürs Stöckli

Nun spricht Hans Stöckli für den Ständerat: «Es braucht das Gespräch zwischen den Gewalten in so einer Ausnahmesituation.» Die Verfassung geben dem Bundesrat im Epidemiengesetz die Kompetenz, Notrecht zu erlassen. Diese Massnahmen dürften aber nicht im Widerspruch zum Parlament sein.

Auch das Parlament verfügt, so Stöckli, über ein Notverfügungsrecht, das nicht dem Referendum unterliegt. «Das Parlament ist klug, wenn es dieses Kontrollinstrument nur zurückhaltend einsetzt. Und so die Regierung nicht in ihrer Handlungsfreiheit beeinträchtigt.»

16.20 Uhr: Die Sondersession kommt

Es geht los. Nationalratspräsidentin Isabelle Moret sagt: «Die Sondersession kommt in der Woche vom 4. Mai.» Die Session werde in Bern stattfinden – aber ausserhalb des Parlaments in der Berner Expo. Nur so könnten die Abstandsregeln eingehalten werden.

16.10 Uhr: Die PK verzögert sich

Es informieren Nationalratspräsidentin Isabelle Moret (FDP/VD) mit Ständeratspräsident Hans Stöckli (SP/BE). Doch die PK verzögert sich.

16 Uhr: Kommt die ausserordentliche Session?

28 Mitglieder des Ständerats haben eine ausserordentliche Session beantragt. Schon in drei Wochen könnten die eidgenössischen Räte an dieser tagen (mehr dazu hier). Jetzt informieren die Parlamentarier darüber. Via Medienmitteilung teilt indes die SVP mit, dass sie diese Idee während der Krise als «unnötig und verantwortungslos» ablehnt. Dabei ist SVP-Ständerat Hannes Germann einer der 28 Mitunterzeichner, wie aus einer anderen Medienmitteilung hervorgeht.



15:35 Uhr: Deutlich weniger Verkehr auf Autobahnen

Seit dem Ausbruch der Coronavirus-Epidemie und der Ankündigung des Lockdowns durch den Bundesrat ist der Verkehr auf den Schweizer Strassen eingebrochen. Auf den Autobahnen sind rund ein Drittel weniger Fahrzeuge unterwegs als normalerweise, wie aktuelle Zahlen des Bundesamts für Strassen (Astra) zeigen. Auf einzelnen Autobahnabschnitten fällt der Rückgang des Verkehrs noch markanter aus.

So zählten die Behörden im Kanton Waadt am 3. März auf dem Abschnitt Morges – Ecublens der Autobahn A1 96'000 Fahrzeuge. Am Dienstag waren es noch rund 34'000. Das entspricht einem Rückgang von 65 Prozent.

15:25 Uhr: Ende der Medienkonferenz

Die heutige Information für Medien ist vorüber. Wir danken für das Interesse. Die nächste Medieninformation ist für Samstag 14 Uhr geplant.

15:20 Uhr: Ausgehverbot wäre unverhältnismässig

Aus heutiger Sicht wäre ein generelles Ausgehverbot nicht verhältnismässig und damit verfassungswidrig. Das sagte Susanne Kuster, stellvertretende Direktorin des Bundesamts für Justiz. Ihr Amt prüft alle Entscheide des Bundesrats vorab auf ihre Rechtmässigkeit und Verhältnismässigkeit. Alle Massnahmen müssen laut Kuster also geeignet, erforderlich und zumutbar sein.

Laut Kuster sind weitere Einschränkungen der Bewegungsfreiheit im Moment nicht geplant. Aus heutiger Sicht wäre das auch nicht verhältnismässig, «solange ein zusätzlicher Nutzen nicht aufgezeigt werden kann».

15:10 Uhr: Bereits über 3'000 Kreditgesuche

Bis heute Mittag sind bei den Banken bereits mehr als 3'000 Gesuche für Kredite in Zusammenhang mit der Corona-Krise eingegangen. Die entsprechenden Beiträge können seit 8 Uhr bei Banken beantragt werden. 

15:05 Uhr: Ein Schweizer im Ausland an Covid-19 verstorben

Das EDA hat bisher Kenntnis von einem Schweizer, der im Ausland von Covid-19 verstorben ist, sagt Johannes Matyassy von der Konsularischen Direktion. Es sei allerdings möglich, dass es weitere Opfer gebe, von denen man bisher keine Kenntnis habe. Zudem wisse man von etlichen Fällen einer Erkrankung. 

14:52 Uhr: «Experimente sind ethisch undenkbar»

Die sogenannte Herdenimmunität der Bevölkerung sei zwar theoretisch möglich, sagt Daniel Koch auf Nachfrage. Aus ethischer Sicht wäre es aber völlig undenkbar, darauf hinzuarbeiten: «Man darf niemanden wissentlich einer solchen Krankheit aussetzen, auch wenn er nicht zu einer Risikogruppe gehört», so Koch. Weil sich die Epidemie derzeit aber so schnell ausbreite, werde sich diese Herdenimmunität so oder so ergeben ab einem bestimmten Punkt.

14:47 Uhr: Verjährungsfristen gelten weiterhin

«Bei den Verjährungsfristen besteht kein aktueller Handlungsbedarf», sagt Susanne Kuster, stellvertretende Direktorin des Bundesamts für Justiz, auf Nachfrage einer Journalistin. Diese seien Teil des materiellen Rechts, das von der Verordnung des Bundesrats nicht angetastet werde. Die geltenden Verjährungsfristen erstreckten sich ja in der Regel über etliche Jahre, darum sei hier keine Aktion angezeigt. Das bedeutet, dass das Verfahren gegen drei Fifa-Funktionäre vor dem Bundesstrafgericht wohl platzen dürfte, da ihre Vergehen am 27. April verjähren werden.

14:38 Uhr: Entlassungen können missbräuchlich sein

Boris Zürcher vom Staatssekretariat für Wirtschaft sagt auf die Frage eines Journalisten, dass eine Entlassung von Whistleblowern aus Betrieben, die sich nicht an die Regeln halten, nach seiner Auffassung missbräuchlich sei. Im konkreten Fall geht es um einen Bauarbeiter, der fristlos entlassen worden sei, nachdem er auf Facebook seinen Arbeitgeber wegen fehlender Abstände bei der Arbeit angeprangert hatte.

Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit informiert über die aktuelle Lage.
Bild: Keystone/Anthony Anex

14:35 Uhr: Keine doppelte Quarantäne

Auf den Flügen, die das EDA derzeit organisiert, fliegen auch immer wieder Angehörige anderer Staaten mit. Wenn nun jemand beispielsweise nach Deutschland unterwegs sei, so müsse der aber nicht erst zwei Wochen Quarantäne in der Schweiz abwarten, bevor er weiterreisen kann. Die Weiterreise erfolge stattdessen direkt, die Isolation erfolge dann erst im Zielland, sagt Johannes Matyassy von der Konsularischen Direktion.

14:32 Uhr: Wann werden die Massnahmen enden?

Derzeit sei es noch zu früh, über eine mögliche Exit-Strategie aus der derzeitigen ausserordentlichen Lage zu diskutieren, sagt Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit. Man werde zu gegebener Zeit darüber beraten, wie man die Massnahmen wieder zurückfahren könne, ohne die öffentliche Gesundheit einer neuen Gefahr auszusetzen.

14:24 Uhr: Über eine halbe Million Kurzarbeitsgesuche

Derzeit liegen rund 570'000 Anträgen auf Kurzarbeitsentschädigungen aus 42'000 Unternehmen vor. Das entspricht etwa elf Prozent der Erwerbstätigen des Landes. Am stärksten Betroffen sei nach wie vor die Gastro-Branche, und auch Unternehmen aus der Kultur- und Event-Branche fragen oft um Unterstützung nach, sagt Boris Zürcher vom Staatssekretariat für Wirtschaft. Aber es könne weiterhin gearbeitet werden, auch wenn teilweise Anpassungen an der Arbeitsorganisation nötig seien.

14:20 Uhr: Die Ressourcen des Militärs sind sehr gefragt

Laut Brigadier Raynald Droz, Stabschef Kommando Operationen beim VBS, ist der Bedarf nach Unterstützung durch Armeeangehörige weiterhin gross. Die Mobilisierung der benötigten Kräfte sei weiterhin im Gang. Droz nutzt die Gelegenheit, den Armeeangehörigen und ihren Angehörigen seinen Dank auszusprechen. Es sei ihm bewusst, dass die Situation derzeit allen viel abverlange.

14:16 Uhr: Tausende Zivilschützer im Einsatz

In der aktuellen Krise sind die Kräfte des Zivilschutzes sehr gefragt, wie Christoph Flury, Vizedirektor Bundesamt für Bevölkerungsschutz im VBS sagt. Derzeit seien rund 5'500 Zivilschützer im Corona-Einsatz. Beim Aufgebot der Zivilschutzleistenden sei Fingerspitzengefühl gefragt: Zwar sei ein Aufgebot verbindlich. Wer aber systemrelevante Arbeiten beispielsweise im Gesundheitswesen habe, der könne um eine Dispensation ersuchen, so Flury. 

Derzeit wird der Zivilschutz beispielsweise bei Zutrittskontrollen oder zum Liefern von Mahlzeiten an Bedürftige eingesetzt. Aber auch beim Betrieb von Telefonberatungsstellen oder zum Aufbau von zusätzlichen Kapazitäten im Gesundheitswesen ist das Personal im Einsatz.

14:13 Uhr: Flut von Anfragen bei der EDA-Helpline

Das EDA hat die eigene Helpline von 13 Menschen auf deren 80 aufgestockt. Gleichwohl sei man von den Anfragen überrollt worden, räumt Matyassy vom EDA ein. Man habe bisher rund je 10'000 Anrufe und E-Mails beantwortet.

«Es gibt Fälle, wo wir die Erwartungen nicht erfüllen können», sagt Matyassy weiter. So habe jemand angefragt, ob man ihm nicht einen Helikopter schicken könne, der ihn von einer Insel vor Venezuela berge. Solchen Bedürfnissen könne man natürlich nicht abdecken.

14:07 Uhr: Bereits 1'400 Menschen zurückgeholt

Die Rückkehrstrategie des Bundes umfasse drei Phasen, sagt Johannes Matyassy, Direktor der Konsularischen Direktion des EDA. Zuerst habe man die Menschen gebeten, selbst zurückzureisen. Nun sei man dabei, die Leute mit Repatriierungsflügen zurück in die Schweiz zu holen. Bisher seien mit fünf Flügen 1'400 Menschen so zurückgekehrt.

Die Phase drei betrifft die Schweizer, die nicht mehr zurückreisen können. Ihnen bietet der Bund konsularischen Schutz an, der beispielsweise aus finanzieller Unterstützung besteht. Normalerweise seien diese Notdarlehen rückzahlbar, doch im aktuellen Fall werde man erst noch schauen, wie man das genau handhaben werde, so Matyassy.

14:05 Uhr: Bereits 161 Todesfälle

Daniel Koch präsentiert die neusten Zahlen: Inzwischen gibt es in der Schweiz über 10'000 Menschen, die sich mit dem Coronavirus angesteckt haben. 161 sind an den Folgen der Erkrankung gestorben, so Daniel Koch vom BAG.

14:00 Uhr: Warum der Bund Handy-Daten auswertet

Zu Beginn der Medienkonferenz erklärt Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit noch einmal, weshalb der Bund anonymisierte Handydaten auswertet. Es gehe darum, sich ein Bild der Mobilität der Menschen an öffentlichen Plätzen zu machen. Das habe nichts mit Überwachung zu tun. Es sei nicht möglich, irgendwen direkt zu überwachen. «Es geht darum, zu schauen, ob es Änderungen in den Bewegungsmustern gibt», so Koch.

13:55 Uhr: Der Bund informiert

Auch heute informieren wieder verschiedene Fachexperten des Bundes über den aktuellen Stand bezüglich Corona-Krise. Die Medienkonferenz soll um 14:00 Uhr beginnen.

13.42 Uhr: US-Arbeitslosenzahlen schnellen in die Höhe

Die Coronavirus-Krise schlägt voll auf den US-Arbeitsmarkt durch. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind in der vergangenen Woche sprunghaft angestiegen. Ihre Zahl hat sich von 282'000 in der Vorwoche auf nunmehr rund 3,3 Millionen verzehnfacht, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte.

13:23 Uhr: TGV-Sonderzug bringt Patienten durch Frankreich

Ein TGV-Hochgeschwindigkeitszug ist am Donnerstagvormittag in Strassburg mit Corona-Patienten an Bord nach Westfrankreich gestartet. Der Sonderzug bringt 20 Patientinnen und Patienten mit Covid-19 aus Ostfrankreich in die westfranzösische Region Pays de la Loire.

In dem TGV würden jeweils vier Patienten in einem Waggon mit medizinischem Personal transportiert, hiess es aus dem Gesundheitsministerium. Durch diese Massnahme sollen die Intensivstationen vor allem in Haut-Rhin sowie dem angrenzenden Département Bas-Rhin entlastet werden.

Die gesamte französische Region Grand Est ist einer der Coronavirus-Brennpunkte in Frankreich. Nach Angaben der regionalen Gesundheitsbehörde waren bis Mittwoch 3'068 Menschen mit einer Sars-CoV-2-Infektion in Spitälern untergebracht. Fast 651 davon sind Patienten auf Intensivstationen. Seit Beginn der Pandemie wurden in der gesamten Region mehr als 500 Todesfälle verzeichnet.

US-Senat beschliesst einstimmig Billionen-Hilfspaket gegen Corona-Krise

US-Senat beschliesst einstimmig Billionen-Hilfspaket gegen Corona-Krise

Im Kampf gegen die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Coronavirus-Pandemie in den USA hat der Senat in Washington das grösste Rettungspaket in der Geschichte der Vereinigten Staaten beschlossen. In einem seltenen Akt der parteiübergreifenden Geschlossenheit votierte die Kongresskammer einstimmig für die Massnahmen mit einem Umfang von rund zwei Billionen Dollar.

26.03.2020

13:12 Uhr: US-Notenbank zu weiterer Krisenhilfe bereit

Die US-Notenbank steht laut Fed-Chef Jerome Powell in der Virus-Pandemie weiter als Krisenhelfer für die Wirtschaft parat. Die Währungshüter seien bereit, überall dort einzugreifen, wo es bei Krediten klemme, sagte er am Donnerstag dem Sender NBC.

Die Fed werde dabei wie bisher offensiv vorgehen. Auch wenn der Leitzins bereits nahe null steht und die Fed ein umfangreiches Krisenpaket geschnürt hat, sieht der Notenbankchef das Arsenal noch nicht geleert: Die Fed habe «noch Spielraum» für weitere Massnahmen, sagte er.

12:55 Uhr: Montreux Jazz Festival bedankt sich mit Gratis-Streaming-Konzerten

Die Veranstalter des Montreux Jazz Festival bedanken sich bei allen, die sich angesichts der Corona-Krise «an den kollektiven Bemühungen» beteiligen – mit 50 Konzerten, die während 30 Tagen gratis über das Internet gestreamt werden können.

Zum Angebot zählen Darbietungen von beispielsweise Ray Charles, Wu-Tang Clan, Johnny Cash, Nina Simone, Marvin Gaye, Deep Purple oder Carlos Santana. In dieser aussergewöhnlichen Zeit schicke das Montreux Jazz Festival «ein bisschen von seiner Magie nach Hause», schreiben die Veranstalter in einer Mitteilung von Donnerstag.

Zudem gaben sie sich hoffnungsvoll, dass die 54. Ausgabe des Festivals, die für die Zeit vom 3. bis 18. Juli geplant ist, stattfinden kann. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt stehe einer Austragung «nichts entgegen», heisst es in der Mitteilung.

12:52 Uhr: «Tsunami» schwerer Fälle in London

Grossbritanniens staatlicher Gesundheitsdienst NHS beklagt eine zunehmende Überlastung der Londoner Spitäler wegen der Coronavirus-Pandemie. Die Kliniken der britischen Hauptstadt seien mit einem «ständigen Tsunami» schwer erkrankter Corona-Patienten konfrontiert.

Das sagte der hochrangige NHS-Vertreter Chris Hopson am Donnerstag dem Sender BBC Radio 4. Nachdem die Spitäler in den vergangenen Wochen ihre Kapazitäten für die intensivmedizinische Behandlung von Patienten «massiv» ausgebaut hätten, gebe es nun eine «Explosion» der Zahl schwerkranker Patienten.

Die Lage werde zusätzlich dadurch verschärft, dass viele Spitalmitarbeitende derzeit selbst krank seien und deshalb fehlten. Der Krankenstand beim Klinikpersonal liege bei «30 Prozent, 40 Prozent und an manchen Orten sogar 50 Prozent», sagte Hopson. Dieses Ausmass sei «beispiellos».

12:40 Uhr: Öffentlicher Verkehr wird weiter reduziert

Der öffentliche Verkehr ist am Donnerstag um weitere Zug- und Postautostrecken ausgedünnt worden. Es war der dritte Schritt der Reduktion, der von der SBB und Postauto Schweiz angekündigt wurde.

Es sei wichtig, bevor man eine Reise antrete, den Online-Fahrplan von Tür zu Tür zu konsultieren, da auch der Regionalverkehr stark beeinträchtigt sei, sagte SBB-Mediensprecher Martin Meier am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Bisher sei der Wechsel auf den ausgedünnten Fahrplan gut angelaufen. Die Nachfrage sei aufgrund der Corona-Krise bei der SBB bis zu 80 Prozent gesunken. Eine weitere Frequenzreduktion ist laut Meier zu erwarten. Gemäss dem Übergangsfahrplan fallen IC- und Interregio-Züge ganz oder teilweise aus.

12:36 Uhr: Adecco führt teilweise Kurzarbeit ein

Auch der Personaldienstleister Adecco Group ist von den wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus betroffen. In der Schweiz werde daher in Teilbereichen Kurzarbeit eingeführt, sagte eine Sprecherin auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP.

Wie viele der gut 650 fest angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen sein werden, könne derzeit aber noch nicht abgeschätzt werden.

12:33 Uhr: Hohe Nachfrage nach Notkrediten

Die von den Folgen des Coronavirus betroffenen Schweizer Unternehmen können seit Donnerstagmorgen die Anträge auf Liquiditätshilfen bei den Banken einreichen. Laut ersten Angaben von Bankinstituten ist die Nachfrage hoch.

«Bei der ZKB gingen am Morgen zwischen 8 und 10 Uhr bereits rund 600 Anträge ein», sagte Jürg Bühlmann, Leiter Firmenkunden gegenüber der AWP. Zu Beginn sei damit zu rechnen, dass die Bearbeitung länger dauern werde als die angestrebte Halbstundenfrist. Dies werde sich in den nächsten Tagen einpendeln.

«Bei uns laufen die Telefone und Mail-Server heiss», sagte auch Jürg Hunkeler von der Bank Linth auf Anfrage. Die ersten Gelder aus den Krediten seien bereits am Morgen ausgezahlt worden. Neben den Covid-19-Krediten würden viele Unternehmenskunden auch um einen Aufschub bei den Amortisationen nachfragen.

Seit dem Donnerstagmorgen sind die entsprechenden Formulare, um an die Hilfen vom Bund zu gelangen, im Internet abrufbar. Um einen sogenannten «Covid-19-Kredit» bis maximal 500'000 Franken zu erhalten, müssen die Unternehmen die Formulare ausfüllen und unterschrieben bei der Bank einreichen.

12:32 Uhr: Umsatz der Unternehmen bricht stark ein

Die Coronavirus-Pandemie führt zu grossen wirtschaftlichen Schäden. Bei den Unternehmen sei der Umsatz jetzt schon um ein Fünftel eingebrochen, wie aus einer Umfrage des Wirtschaftsdachverbandes Economiesuisse hervorgeht.

«Es wird zudem erwartet, dass sich der Umsatzrückgang bis in zwei Monaten auf rund einen Drittel erhöht», schrieb Economiesuisse am Donnerstag in einem Communiqué. Ein grosser Anteil an Unternehmen habe heute bereits Absatzschwierigkeiten für ihre Produkte und Dienstleistungen in der Schweiz.

12:25 Uhr: Über 1'000 weitere Fälle an einem Tag

Die Zahl der Coronavirus-Erkrankungen in der Schweiz steigt weiter: Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) meldete am Donnerstagmittag 10'714 laborbestätigte Fälle, 1'002 mehr als am Vortag. Mindestens 170 Menschen sind inzwischen an der Lungenkrankheit gestorben.

Das ergab eine Zählung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA gestützt auf die Angaben der Kantone. Das BAG registrierte erst 161 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung. Es stützt sich auf die Meldung von Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzten. Die Fallzahlen könnten daher von jenen abweichen, die von den Kantonen kommuniziert würden, schreibt das BAG.

Bisher seien in der Schweiz rund 91'400 Tests durchgeführt worden, bei 14 Prozent der Getesteten sei das Resultat positiv ausgefallen, heisst es im am Donnerstagmittag aktualisierten Situationsbericht zur epidemiologischen Lage. Die Fallzahlen würden kontinuierlich zunehmen.

Nach wie vor am meisten Ansteckungen pro 100'000 Einwohner (Inzidenz) hat der Kanton Tessin (392,8), vor den Kantonen Waadt (294,2), Basel-Stadt (292,1) und Genf (205,4).

12:20 Uhr: Virologe liefert Erklärung für geringe Todeszahlen in Deutschland

«Der Grund, warum wir so wenige Todesfälle haben gegenüber der Zahl der Infizierten, ist hinreichend zu erklären, dass wir extrem viel Labordiagnostik machen», sagt Christian Drosten, Virologe an der Berliner Charité und Regierungsberater, heute Vormittag in Berlin. 

In Deutschland würden derzeit pro Woche über eine halbe Million Corona-Tests durchgeführt.

Labore sind Schlüssel zum Erfolg

Labore sind Schlüssel zum Erfolg

Der Leiter der Virologie an der Charité sieht in der guten Labordichte in Deutschland einen grossen Vorteil im Kampf gegen die Pandemie.

26.03.2020

12:15 Uhr: Drei weitere Todesfälle in Graubünden

Im Kanton Graubünden ist die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus von sechs auf neun gestiegen.

Mit dem Virus infiziert haben sich 373 Personen, 45 Personen befinden sich in Spitalpflege, wie die Kantonsbehörden am Donnerstag informierten.

11:30 Uhr: Umsatz der Unternehmen 20 Prozent eingebrochen

Die Coronavirus-Pandemie führt zu grossen wirtschaftlichen Schäden. Bei den Unternehmen sei der Umsatz jetzt schon um ein Fünftel eingebrochen, wie aus einer Umfrage des Wirtschaftsdachverbandes Economiesuisse hervorgeht.

Es werde zudem erwartet, dass sich der Umsatzrückgang bis in zwei Monaten auf rund einen Drittel erhöhe, schrieb Economiesuisse am Donnerstag in einem Communiqué. Ein grosser Anteil an Unternehmen habe heute bereits Absatzschwierigkeiten für ihre Produkte und Dienstleistungen in der Schweiz.

11:15 Uhr: Zürcher Klimagipfel auf unbestimmte Zeit verschoben

Der Zürcher Klimagipfel von Regierungsrat und Gemeinden wird am 15. Mai nicht stattfinden. Er wurde auf später verschoben.

Justizdirektorin Jacqueline Fehr (SP) und Baudirektor Martin Neukom (Grüne) lancierten in Eigenregie einen sogenannten Zürcher Klimagipfel. An dieser Tagung wollten die beiden Regierungsräte gemeinsam mit den Gemeinden konkrete Lösungen erarbeiten, um die Klimaerwärmung aufzuhalten.

Als Datum wählten Fehr und Neukom den 15. Mai, weil an diesem Tag eigentlich auch landesweit Klimastreiks stattfinden würden.

9:25 Uhr: Der Konzern Bosch hat einen Covid-19-Schnelltest entwickelt

Der Test könne zur Differenzialdiagnostik zehn Atemwegserreger gleichzeitig diagnostizieren, heisst es in einer Mitteilung.
Der Schnelltest liefert laut Bosch schon nach 2,5 Stunden ein Ergebnis und soll medizinische Einrichtungen unterstützen. 

Während Bosch einen Schnelltest entwickelt hat, arbeiten Arzneimittelhersteller derzeit daran, einen Impfstoff gegen das Coronavirus zu finden. Bereits im kommenden Jahr könnte dieser zur Verfügung stehen.

10:05 Uhr: Kanton Zürich sagt mündliche Aufnahmeprüfungen ab

Ursprünglich wollte die Zürcher Bildungsdirektion die mündlichen Aufnahmeprüfungen an weiterführende Schulen nur verschieben. Nun werden sie wegen des Coronavirus komplett abgesagt.

Es habe sich inzwischen gezeigt, dass die Einhaltung der Schutzmassnahmen für eine längere Zeit nicht gewährleistet werden könne, teilte die Bildungsdirektion am Donnerstag mit. Damit die Jugendlichen aber Gewissheit über ihre Zukunft nach den Sommerferien haben, wird ihnen der Übertritt nun ohne mündliche Prüfung erlaubt.

Wer nach der schriftlichen Prüfung noch hätte eine mündliche Prüfung für das Kurzgymnasium, die Handelsmittelschule oder die Fachmittelschule hätte absolvieren müssen, wird nun automatisch aufgenommen.

9:45 Uhr: ZVV-Fahrplan wird weiter ausgedünnt

Weil die meisten Pendler derzeit in ihren eigenen vier Wänden arbeiten, dünnt der Zürcher Verkehrsverbund ZVV sein Angebot weiter aus. Einzelne Linien werden komplett eingestellt.

Gestrichen wird etwa die S19, die seit diesem Montag nur noch in den Hauptverkehrszeiten fährt. Ab kommendem Montag fährt sie gar nicht mehr, wie der ZVV am Donnerstag mitteilte.

Gleiches gilt für die S42. Dies hat zur Folge, dass auch gewisse Zubringerlinien im Busnetz eingestellt werden. Zudem fährt die S-Bahn zwischen Winterthur und Wil ab sofort nur noch im Stundentakt. Der reduzierte Fahrplan gilt bis mindestens 26. April.

9:30 Uhr: Zinslose Darlehen für kleinere Unternehmen

Seit heute können kleinere und mittelgrosse Unternehmen in der Schweiz grössere Hilfskredite bekommen. Bis zu einer halben Million Franken sind dabei zinslos zu haben, darüber hinaus fallen Zinsen von 0,5 Prozent an, wie aus dem Rettungspaket hervorgeht, das die Regierung wegen der Coronavirus-Pandemie aufgelegt hat. Die Firmen sollen damit Liquiditätsengpässe überbrücken können. Für die Massnahme stehen 20 Milliarden Franken zur Verfügung.

Die Finanzaufsicht hat dafür die Auflagen für Banken gelockert, und die Nationalbank hat für diese Kredite ein Refinanzierungsprogramm aufgelegt. Mehr als 99 Prozent der knapp 600‘000 Schweizer Firmen sind nach Angaben des Bundesamts für Statistik kleine und mittlere Unternehmen (KMU) - Firmen mit weniger als 250 Beschäftigten.

«Wir schätzen, dass ein Drittel der Unternehmen bereits Liquiditätsengpässe hat», sagte Rudolf Minsch, Chefökonom des Dachverbands der Wirtschaft (Economiesuisse), im Radio SRF. «Dieser Anteil wird in den nächsten zwei Monaten deutlich ansteigen.» Die Kredite laufen über fünf, maximal sieben Jahre. «Wenn die Gelder geschenkt würden, wäre das Missbrauchspotenzial derart riesig, dass es zu grossen Verwerfungen kommen würde», meinte Minsch.

Leergefegte Einkaufsstrasse in Basel. 
Bild: Keystone

9:15 Uhr: Französische Wirtschaft läuft nur noch zu zwei Dritteln

Die französische Konjunktur ist offiziellen Schätzungen zufolge wegen der Virus-Krise um ein Drittel eingebrochen. Die Wirtschaftstätigkeit und die Ausgaben der Haushalte bewegten sich aktuell bei etwa 65 Prozent des normalen Niveaus, wie das Statistikamt Insee am Donnerstag in Paris mitteilte.

Das Barometer für das Geschäftsklima brach im März um zehn Punkte auf 95 Zähler ein. Das ist der stärkste Rückgang seit 1980. Besonders die Dienstleister und Einzelhändler leiden unter den Ausgangsbeschränkungen, mit denen die Pandemie eingedämmt werden soll.

9:05 Uhr: Telefonbetrüger wollen Situation ausnützen

Bei der Aargauer Polizei gingen in den letzten 14 Tagen ungefähr 60 Meldungen zu Telefonbetrügern ein. Der Anrufer, in fast allen Fällen männlich, sprach Mundart und gab sich als Polizist oder als Mitarbeiter einer Sicherheitsbehörde aus.

Sein Ziel war es, an Wertsachen oder Geld von Opfern zu gelangen. Hinter den Betrugsanrufen stehen gemäss Erkenntnissen der Polizei professionelle Banden, die meist vom Ausland her operieren.

Im Fokus stehen in der Regel ältere Männer und Frauen. Keine der rund 60 angerufenen Personen fiel auf die falschen Polizisten hinein, wie die Aargauer Kantonspolizei mit Genugtuung feststellte. Die erhöhte Aktivität der Betrüger fiel in dieser Woche in den Bezirken Lenzburg und Baden, in der Vorwoche im Fricktal auf.

8:40 Uhr: Malaysisches Königspaar unter Quarantäne

Der König und die Königin von Malaysia befinden sich wegen einer Infektion von mehreren Angehörigen ihres Personals mit dem neuen Coronavirus unter Quarantäne. Der Palast teilte am Donnerstag mit, sieben Mitarbeiter seien am Dienstag ins Krankenhaus gekommen.

Die Gesundheitsbehörden versuchten herauszufinden, wie die Ansteckung angefangen habe. König Sultan Abdullah Sultan Ahmad Shah und seine Frau Tunku Azizah Aminah Maimunah Iskandariah seien negativ auf das Virus getestet worden. Die beiden hätten entschieden, eine 14-tägige Selbstquarantäne ab Mittwoch abzuhalten, teilte der Palast mit. Der Palast sollte intensiv gereinigt werden.

7:55 Uhr: Novartis tritt Corona-Konsortium bei

Der Pharmakonzern Novartis ist einem Konsortium beigetreten, welches sich die Beschleunigung der Entwicklung und Herstellung von Diagnostika und Behandlungen gegen das Coronavirus zum Ziel gesetzt hat. Weitere Mitglieder seien unter anderem Pfizer, Sanofi, Eli Lilly oder GSK, wie Novartis am Donnerstag mitteilt. Mit an Bord ist laut den Angaben auch die Bill & Melinda Gates Foundation.

Novartis-CEO Vas Narasimhan ist laut den Angaben Co-Vorsitzender des Konsortiums. Es würden nun konkrete Massnahmen gesucht. So hätten sich 15 Unternehmen in einem ersten Schritt bereit erklärt, ihre vorhandenen Molekularverbindungen zu teilen und auf die Wirksamkeit im Zusammenhang mit Corona zu testen. Treffer sollen dann schnell in Studien getestet werden.

7:45 Uhr: Valora führt Kurzarbeit ein

Der Kioskkonzern Valora reagiert auf die Umsatzausfälle wegen der Einschränkungen durch das Coronavirus. Als Folge der behördlichen Anordnungen sei es zu Frequenzverlusten und Schliessungen von Verkaufsstellen gekommen. Die Umsatzeinbussen seien «deutlich», teilte Valora am Donnerstag mit.

Deshalb seien Massnahmen zur Reduktion der Kostenbasis eingeleitet und Investitionsprojekte zurückgestellt worden. So führt das Unternehmen Kurzarbeit ein und übernimmt die Lohndifferenzen für die betroffenen Mitarbeiter vorerst bis Ende April. Ausserdem soll die Dividende für das Geschäftsjahr 2019 gestrichen werden.

Die Dynamik der Entwicklungen im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Coronavirus sei «gewaltig» und beeinflusse den Geschäftsgang «deutlich», heisst es. Im Rahmen der Grundversorgung könnten aber immerhin über 80 Prozent der Verkaufsstellen offen gehalten werden, wobei dies nicht für Österreich und die Niederlande gelte.

7:30 Uhr: Russland setzt Flugverkehr ins Ausland aus 

Russland setzt von diesem Freitag an fast alle Flugverbindungen ins Ausland wegen der Coronavirus-Pandemie aus. Das wies die Regierung in Moskau der Staatsagentur Tass zufolge am Donnerstag an. Davon ausgenommen seien Flüge, mit denen im Ausland festsitzende Russen in ihre Heimat zurückgeholt werden sollen. Nicht betroffen von der Regelung sind Inlandsflüge. Der Flugverkehr etwa nach Deutschland war zuletzt bereits deutlich zusammengestrichen worden. So flog die Fluggesellschaft Aeroflot lediglich noch Berlin an.

In Russland haben sich nach offiziellen Angaben bislang (Stand vom Mittwoch) 658 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das Virus war bislang bei drei gestorbenen Menschen nachgewiesen worden. Wladimir Putin hatte die kommende Woche als arbeitsfrei erklärt, um die Ausbreitung der Lungenkrankheit einzudämmen.

6:50 Uhr: Corona-Krise stimmt Deutsche sehr pessimistisch

Die Coronavirus-Krise stimmt die Deutschen laut einer Umfrage so pessimistisch wie kein anderes Ereignis seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1949. Nur 24 Prozent blicken hoffnungsvoll auf die nächsten zwölf Monate.

Dies ergab die am Donnerstag veröffentlichte Umfrage des Allensbach-Instituts im Auftrag der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung».

In den sieben Jahrzehnten, in denen das Institut regelmässig in Deutschland die Frage nach dem Zukunftsausblick gestellt hat, war dieser Wert noch nie so niedrig – weder nach dem Mauerbau 1961, noch während der beiden Erdölkrisen in den siebziger Jahren, noch nach den Anschlägen vom 11. September 2001. Den bisher niedrigsten «Hoffnungspegel» hatten die Allensbacher Demoskopen mit 27 Prozent im Jahr 1950 bei Beginn des Korea-Kriegs ermittelt.

Kein anderes Ereignis hat auch so wie die Coronavirus-Krise nach Erkenntnissen des Instituts die Einschätzung der Deutschen zur wirtschaftlichen Lage innerhalb derart kurzer Zeit so dramatisch verändert. Noch Ende Februar erwartete eine Mehrheit für die kommenden sechs Monate eine stabile Konjunktur. Anfang März war dann der Anteil jener, die einen Abschwung fürchteten, bereits von 28 auf 59 Prozent gestiegen. Nun liegt dieser Wert bei mehr als 70 Prozent.

6:15 Uhr: Staatsrat Gobbi will die verschärften Massnahmen im Tessin beibehalten

Der Tessiner Staatsrat Norman Gobbi (Lega) will nicht von den am vergangenen Samstag verschärften Massnahmen im Tessin abrücken, berichtet der «Tages-Anzeiger». Der Bundesrat werde sich «in unserem Sinne» entscheiden, gab sich Gobbi optimistisch: «Der Entscheid, glaube ich, wird am Freitag in unserem Sinne ausfallen.» Und was, wenn Bundesbern den Kanton enger an die Kandare nehmen will? «Wir würden den Dialog noch schärfer führen», kündigt der Leiter des Tessiner Departements für Inneres, Justiz und Polizei an.

Das Tessin hatte angesichts der Ausbreitung des Coronavirus und des überlasteten Gesundheitssystems die Massnahmen am vergangenen Samstag erneut verschärft, die den bundesrätlichen Vorgaben eigentlich widersprechen. Der Bund kritisierte am Montag, dass die Massnahmen nicht vereinbar mit Bundesrecht seien. Nun stellt sich die Frage, ob der Bund den Kanton zurückpfeifen wird, so wie davor den Kanton Uri, nachdem dieser eine Ausgangssperre für Senioren beschlossen hatte.

Zu den verschärften Massnahmen gehört die Schliessung der Baustellen im Kanton für mindestens eine Woche. Das Gleiche gilt für Produktionsstätten, wenn sie die Hygienemassnahmen und Abstandsregeln für die Corona-Krise nicht einhalten können – und das können die wenigsten. Einzig systemrelevante Betriebe für die Lebensmittelversorgung und Pharmaunternehmen dürfen den Betrieb weiterführen, sofern sie die Hygiene-Vorschriften einhalten. Wie bis anhin dürfen Lebensmittelläden, Apotheken, Kioske und Tankstellenshops geöffnet bleiben.

In einem separaten Dekret hatte der Staatsrat allerdings Sonderbestimmungen für Personen erlassen, die älter als 65 Jahre sind. Diese müssen, wenn immer möglich, zu Hause bleiben, dürfen nicht auf Minderjährige aufpassen, und sollen sich die Einkäufe von Verwandten oder sozialen Lieferdiensten nach Hause bringen lassen.

Die Schliessung der Baustellen – wie der Baustelle entlang der A2 bei Pambio Noranco – gehören zu den am 21. März 2020 verschärften Massnahmen des Kantons Tessin.
Bild: Keystone/Ti-Press/Davide Agosta

Bei einer Medienkonferenz am Mittwoch sagte Bundesrat Alain Berset, Bern sei mit dem Tessin im Gespräch und suche eine Lösung. Er wollte sich nicht festlegen, ob die Kantone mehr Entscheidungsspielraum erhalten sollen. Die Kantone aber fordern dies.

Medienkonferenz am 25. März 2020 mit Bundesrat Guy Parmelin, Vorsteher Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) und Bundesrat Alain Berset, Vorsteher Eidgenössisches Departement des Innern (EDI).

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Gobbi verteidigte im Gespräch mit dem «Tages-Anzeiger» die am Samstag verhängten Massnahmen. «Wir wollen doch alle das Gleiche: die Bevölkerung schützen und möglichst rasch diese Krise überstehen. Aber Bundesbern und einige Deutschschweizer Kantone sind skeptisch gegenüber unseren Massnahmen. Ich verstehe das. Wenn es einen nicht direkt stark betrifft, ist es schwierig zu verstehen.» Das Tessin sei der Kanton mit den meisten Corona-Ansteckungen pro 1'000 Einwohner und sehr nahe am Krisenherd Norditalien. Man sehe die Lage in nahen Grenzorten wie Chiasso, wo nichts mehr laufe. «Wir sind also in dieser Krise der Deutschschweiz zwei Schritte voraus. Was bei uns passiert, wird spätestens in zwei Wochen auch in der Deutschschweiz sein», prophezeite Gobbi.



5:45 Uhr: Der US-Senat verabschiedet ein Billionen-Konjunkturpaket

Der US-Senat hat wegen der Coronavirus-Pandemie ein massives Konjunkturpaket beschlossen, mit dem rund 2 Billionen US-Dollar in die Wirtschaft gepumpt werden sollen. Das von Republikanern, Demokraten und der Regierung ausgehandelte Gesetzespaket wurde in der Nacht zum Donnerstag (Ortszeit) ohne Gegenstimme angenommen. Nun muss noch das Repräsentantenhaus zustimmen, das sich am Freitag damit befassen soll. Präsident Donald Trump hatte angekündigt, das Gesetzespaket dann umgehend mit seiner Unterschrift in Kraft zu setzen.

Nach Angaben der Regierung handelte es sich um das grösste Konjunkturpaket der US-Nachkriegsgeschichte. Die Senatoren hatten seit vergangenen Freitag praktisch rund um die Uhr um das Paket gerungen.

Mit dem Paket wird die Arbeitslosenversicherung deutlich ausgeweitet. Zudem bekommen der Gesundheitssektor und besonders vom Coronavirus betroffene Staaten zusätzliche Milliardenbeträge. Ein wichtiger Teil des Konjunkturpakets sind Kredite für kleinere und mittlere Unternehmen von insgesamt rund 350 Milliarden Dollar, die zu bestimmten Bedingungen später erlassen werden können. Das Finanzministerium soll zudem noch 500 Milliarden Dollar für weitere Notkredite für Unternehmen zur Verfügung haben.

Zudem soll es umgehend direkte Auszahlungen an die meisten Steuerzahler geben, um die Konjunktur wieder anzukurbeln. Erwachsene sollen 1'200 US-Dollar pro Person bekommen, zusätzlich soll es 500 US-Dollar pro Kind geben. Finanzminister Steven Mnuchin erklärte, die Auszahlungen könnten bereits im April beginnen. Zudem sind in dem Gesetzespaket Hilfen für bestimmte Wirtschaftszweige vorgesehen, die unter anderem Fluggesellschaften und dem Luftfahrtkonzern Boeing zugutekommen dürften.

Das genaue Ausmass der wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie ist noch nicht absehbar. Viele Experten befürchten inzwischen aber einen dramatischen Einbruch im zweiten Quartal und eine Rezession aufs ganze Jahr betrachtet.

Viele Geschäfte in den USA sind derzeit geschlossen, Restaurants und Kinos bleiben leer, Veranstaltungen wurden abgesagt, Flüge und Hotelaufenthalte massenhaft gestrichen. Analysten rechnen auch angesichts der Ausgangsbeschränkungen in vielen Bundesstaaten mit einem rapiden Anstieg der Arbeitslosenzahlen.



5:38 Uhr: Die Zahl importierter Coronavirus-Erkrankungen in China steigt weiter

In China ist die Zahl «importierten Fälle» mit dem Coronavirus erneut gestiegen. Wie die Pekinger Gesundheitskommission am Donnerstag mitteilte, wurden 67 weitere Erkrankungen bei Menschen nachgewiesen, die nach China eingereist sind. Insgesamt zählt China damit bereits 541 solcher Fälle. Wie aus den offiziellen Zahlen weiter hervorging, gab es jedoch erneut keine lokalen Coronavirus-Neuinfektionen. In der zentralchinesischen Provinz Hubei, von wo das Virus Sars-CoV-2 sich ab Ende 2019 weltweit auszubreiten begann, starben weitere sechs Menschen.

Nach offiziellen Angaben sind damit bisher 3'287 Menschen in China dem Virus zum Opfer gefallen. Insgesamt wurden auf dem chinesischen Festland 81'285 Infizierte registriert, von denen sich mehr als 74'000 bereits wieder erholt haben.

5:32 Uhr: Zahl der erfassten Neuinfektionen auch in Südkorea wieder leicht gestiegen

Die Zahl der erfassten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Südkorea ist wieder leicht gestiegen. Am Mittwoch sei bei 104 Menschen der Sars-CoV-2-Erreger nachgewiesen worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Donnerstag mit. Erneut wurden zahlreiche Fälle bei ankommenden Personen aus dem Ausland festgestellt.

Die Gesamtzahl der gemeldeten Ansteckungsfälle stieg auf 9'241. Die Zahl der Todesfälle, die mit dem Coronavirus in Verbindung gebracht werden, kletterte um fünf auf 131.

Die Behörden warnten zuletzt von einem wachsenden Risiko durch «importierte» Infektionen. Nach 34 Fällen am Vortag wurden den Angaben zufolge am Mittwoch 30 Infektionen unter ankommenden Passagieren am Flughafen erfasst.

Am Internationalen Flughafen Incheon würden 16 sogenannte Walk-thru-Teststationen eingerichtet, sagte Yoon Tae Ho von der Zentrale für das Katastrophen-Management. An diesen Einrichtungen, die Telefonzellen gleichen, können sich die Menschen ähnlich wie an den im Land verbreiteten Drive-thru-Zentralen im Schnellverfahren auf das Virus testen lassen.

Zahlreiche Südkoreaner kehren aus Angst vor einer Ansteckung in Ländern, die eine rasche Ausbreitung des Virus verzeichnen, zurück. Von Freitag an sollen die verstärkten Einreisekontrollen für Ankommende aus Europa auch für Reisende aus den USA gelten. Wer sich länger aufhalten will, muss sich für zwei Wochen in häusliche Quarantäne begeben.

5:24 Uhr: Börsen im Minus

An der asiatischen Leitbörse in Tokio sind die Kurse im Vormittagshandel am Donnerstag deutlich gefallen. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte rutschte um 743,34 Punkte oder 3,8 Prozent auf den Zwischenstand von 18'803,29 ab. Das Börsenbarometer hatte an den vorangegangenen drei Tagen aber deutlich im Plus gelegen.

An der Aktienbörse in Seoul stagnierten die Kurse nach den jüngsten Gewinnsprüngen. Der Leitindex Kospi lag bis 11:30 Uhr (Ortszeit) bei 1702,99, um 0,1 Prozent tiefer als am Vortag. Die Börse in Shanghai lag 0,2 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 0,1 Prozent.

Im asiatischen Devisenhandel verlor der Dollar 0,5 Prozent auf 110,63 Yen und gab 0,1 Prozent auf 7,1061 Yuan nach. Zur Schweizer Währung notierte er 0,3 Prozent niedriger bei 0,9735 Franken. Parallel dazu stieg der Euro um 0,3 Prozent auf 1,0913 Dollar und notierte kaum verändert bei 1,0628 Franken. Das Pfund Sterling verlor 0,3 Prozent auf 1,1847 Dollar.

5:16 Uhr: Homeoffice soll nicht weniger produktiv sein

Das Arbeiten im Homeoffice macht Arbeitnehmer nach Angaben norwegischer Wissenschaftler nicht weniger produktiv. Unter den richtigen Voraussetzungen seien virtuell zusammenarbeitende Teams manchmal sogar effektiver als solche am selben Standort.

So wurde der Forscher Nils Brede Moe in einem Artikel zitiert, den die unabhängige norwegische Forschungsorganisation Sintef am Mittwoch auf ihrer Webseite veröffentlichte.

Unter Berufung auf verschiedene aktuelle Sintef-Forschungsarbeiten kommt Moe zu dem Schluss: «Es ist nicht der Fall, dass virtuelle Teams eine geringere Produktivität bedeuten.» Es könne jedoch etwas schwieriger für solche Teams sein, effektiv zu arbeiten. Entscheidend sei unter anderem, dass die Kollegen mit den richtigen Werkzeugen zur Kommunikation während der Arbeit ausgestattet seien.

«Es ist unglaublich wichtig, Videokonferenzen zu nutzen und miteinander zu sprechen, anstatt Gedanken und Bedürfnisse einfach nur schriftlich auszutauschen», riet Moe. Treffen per Video sollten deshalb vorgeschrieben sein, falls man nicht am selben Standort arbeite. Dabei sollten jedoch nicht mehr als elf oder zwölf Kollegen teilnehmen. Zu der richtigen Ausstattung zählten auch hochwertige Headsets, Computer und nicht zuletzt eine verlässliche Internet-Verbindung.

Vom Arbeiten von der Couch aus riet Moe aus gesundheitlichen Gründen ab. Viel besser sei es, etwa für direkte Telefonate aufzustehen und dabei einen kleinen Spaziergang zu unternehmen. Um Misstrauen innerhalb eines Teams vorzubeugen, sollte man seine Kollegen stets mit An- und Abmeldungen informieren, ob man am Arbeitsplatz sei oder nicht. Und noch etwas sei nicht verkehrt, so Sintef-Forscher Moe: Zeit dafür zu reservieren, mit den Kollegen über die Geschehnisse des Tages zu sprechen und darüber, was man neben der Arbeit tue und wie es sich anfühle, den ganzen Tag alleine zu Hause zu sitzen.

4:55 Uhr: Kanadas Parlament verabschiedet Hilfspaket gegen Coronavirus-Krise

Das kanadische Parlament hat ein Nothilfepaket im Volumen von umgerechnet rund 70 Milliarden Franken gegen die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Corona-Krise verabschiedet. Der Senat in Ottawa stimmte den Massnahmen am Mittwoch (Ortszeit) zu, nachdem es zuvor bereits vom Unterhaus gebilligt worden war. Vorgesehen sind unter anderem direkte Staatshilfen für Unternehmen und Familien im Volumen von rund 40 Milliarden Franken.

Arbeitnehmer, die wegen der Krise kein Einkommen haben, sollen über vier Monate hinweg mit 2'000 kanadischen Dollar im Monat (zirka 1'500 Franken) unterstützt werden. Wegen der Krise haben bereits fast eine Million Beschäftigte in Kanada ihre Jobs verloren. Premierminister Justin Trudeau kündigte unterdessen weitere Nothilfemassnahmen an.

In Kanada gibt es nach Angaben der Behörden bisher knapp 2'800 bestätigte Corona-Infektionsfälle. Mindestens 27 Menschen starben im Land an der von dem Erreger ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19.

4:27 Uhr: Zahl der Coronavirus-Toten steigt in den USA auf über 1'000

In den USA hat die Zahl der durch das Coronavirus ums Leben gekommenen Menschen am Mittwoch (Ortszeit) die Marke von 1'000 überschritten. Das geht aus Daten der Johns Hopkins University in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland hervor.

Demnach starben mittlerweile sogar über 1'040 Menschen an Covid-19. Knapp 69'000 Infizierte wurden zudem bestätigt. Nur China und Italien haben bisher mehr Infizierte registriert.

New York ist die US-Stadt mit den meisten Opfern – hier wurden allein 280 Tote gezählt. Für das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum gelten weitreichende Ausgangssperren. Restaurants, Bars, Schulen, Museen und Broadway-Shows sind geschlossen.

US-Präsident Donald Trump will das billionenschwere Hilfspaket zur Bekämpfung wirtschaftlicher Folgen der Coronavirus-Pandemie sofort unterzeichnen, sobald es auf seinem Schreibtisch liegt. Er wolle seine Unterschrift ohne Verzögerung unter das Gesetz setzen, erklärte Trump am Mittwoch (Ortszeit). Nach tagelangem Streit hatten sich US-Regierung und Kongress zuvor auf ein zwei Billionen Dollar schweres Hilfspaket geeinigt. Sollte weiteres Geld im Kampf gegen das Virus notwendig werden, werde man erneut an den Kongress herantreten, sagte er.

Ein Monat mit Corona – ein Rückblick im Video

Ein Monat mit Corona – ein Rückblick im Video

Vor einigen Wochen haben wir alle nur von China geredet, wenn es um Corona ging. Dann plötzlich war das Virus auch bei uns. Und: Bis heute breitet es sich weiter aus. Die bisherige Entwicklung im Videorückblick.

28.03.2020

1:14 Uhr: Bolivien ergreift härtere Massnahmen im Kampf gegen das Coronavirus

Bolivien hat seine Massnahmen im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie verschärft. Die Übergangspräsidentin Jeanine Áñez rief am Mittwoch (Ortszeit) den Gesundheitsnotstand aus, der von Donnerstag bis zum 15. April gelten soll. «In den vergangenen Tagen haben Verstösse gegen die Quarantäne das Ansteckungsrisiko erhöht», sagte Áñez. Die neuen Einschränkungen sehen vor, dass die bolivianische Grenze komplett geschlossen wird und dass nur eine Person pro Familie zwischen 7 und 12 Uhr das Haus verlassen darf, um Lebensmittel und andere wichtige Produkte zu besorgen. Zugleich bestimmen die Ausweisnummern, wer an welchem Tag aus dem Haus gehen kann.

Samstag und Sonntag ist dies ganz verboten. Ausnahmen sind Sicherheits- und gesundheitliche Gründe. Wer dagegen verstösst, kann eine Strafe von 1'000 Bolivianos, also rund 150 Franken, bekommen und acht Stunden festgehalten werden. Der Notstand erlaubt der konservativen Übergangsregierung auch, das Militär und die Polizei verstärkt einzusetzen. Áñez hatte zuvor bereits eine weitgehende Ausgangssperre in dem Andenland seit Sonntag angeordnet. Die Wahlkommission hatte deswegen auch die für den 3. Mai vorgesehenen Präsidenten- und Parlamentswahlen auf einen noch nicht festgelegten späteren Termin verschoben.

0:25 Uhr: Genf nimmt Baustopp zurück

Nach der Schliessung aller Baustellen wegen des Coronavirus macht der Kanton Genf einen Rückzieher. Diese können wieder geöffnet werden – allerdings nur auf Antrag und unter strengen Auflagen.

Die Kantonsregierung hat am Mittwoch die Regeln der Verordnung des Bundesrates angepasst. Wer Bauarbeiten starten oder weiterführen möchte, muss dies beim Kanton beantragen. Dabei ist ein Nachweis erforderlich, dass die vom Bund erlassenen Gesundheitsvorschriften auf der Baustelle eingehalten werden können. Dies betrifft insbesondere die Hygiene und den Abstand unter den einzelnen Mitarbeitern.

Die Unternehmen müssen sich beim Bauinspektorat melden, welches die Einhaltung der Vorschriften vor Ort überprüft. Bei Zuwiderhandlungen könnten strafrechtliche Massnahmen und Sanktionen verhängt werden, teilte der Staatsrat mit. Er kündigte regelmässige und strenge Kontrollen durch die Behörden an.

Das Vorpreschen von Genf in Sachen Baustopp hatte national für Aufsehen gesorgt. Kein anderer Kanton verhängte wegen der Ausbreitung des Virus so drastische Massnahmen für das Baugewerbe. Am Mittwochabend forderte der Gewerkschaftsdachverband Travail.Suisse erneut, generell den Gesundheitsschutz der Arbeitnehmenden zu verbessern. In einem Communiqué hiess es, der Gesundheitsschutz in der Arbeitswelt bleibe weiterhin kritisch. Die Kantone und die Suva sollten Kontrollen in den Betrieben intensivieren. Der Bundesrat solle die Kantone zudem in die Pflicht nehmen, mehr zu tun.

Weiter hat der Staatsrat auf Antrag des Mieterverbands Asloca entschieden, Mieter und Untermieter während der Coronavirus-Krise besser zu schützen. So werden Zwangsräumungen von Wohnungen bis Ende Mai ausgesetzt. Die Regelung kann entsprechend der Entwicklung der Lage verlängert werden.

0:05 Uhr: Die Stadt New York baut eine provisorische Leichenhalle

Angesichts der steigenden Zahl von Todesopfern in der Coronakrise hat die Millionenmetropole New York eine provisorische Leichenhalle errichtet. Die weissen Zelte wurden ausserhalb des Bellevue Krankenhauses in Manhattan aufgebaut, wie Fotos zeigten. Das Nachrichten-Portal «Politico» berichtete unter Berufung auf anonyme Quellen im Heimatschutzministerium, dass erwartet würde, dass die Leichenschauhäuser in der Ostküstenstadt nächste Woche an ihre Kapazitätsgrenze stossen.

Die «New York Times» berichtet über das Elmhurst-Krankenhaus im Stadtteil Queens: Dort seien binnen 24 Stunden 13 Patienten an den Folgen der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Vor dem Gebäude stehe ein Kühlwagen für die Leichen. «Es ist apokalyptisch», zitiert die Zeitung eine Mitarbeiter des Krankenhauses, Ashley Bray.

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