729 Autos in vier StundenIn Aargauer Weiler herrscht plötzlich Verkehrschaos – Anwohner entsetzt
Dominik Müller
25.2.2026
Derzeit sind die Strassen des Weilers Hasli in Muri nur selten autofrei.
Google Street View
Seit eine Baustelle in Muri AG in Betrieb ist, rollt der Verkehr durch den Weiler Hasli. Anwohnende zählten innert vier Stunden 729 Fahrzeuge. Die vom Gemeinderat beschlossenen Massnahmen reichen ihnen nicht.
Wegen einer Baustelle wird der Weiler Hasli bei Muri AG seit Mitte Januar als Ausweichroute genutzt.
Das führt im Weiler zu massivem Durchgangsverkehr.
Der Gemeinderat reagierte auf Beschwerden mit einem Lastwagenfahrverbot und zusätzlichen Schildern, hält jedoch weitergehende Massnahmen wie Tempo 30 oder ein generelles Fahrverbot derzeit für nicht umsetzbar.
In Muri AG ist seit dem 12. Januar eine Baustelle mitten im Dorfzentrum in Betrieb. Seither herrscht im Weiler Hasli Dauerverkehr: Der kleine Ortsteil mit rund 30 Häusern wird als Ausweichroute genutzt, wie die «Aargauer Zeitung» berichtet. An einem Samstag zählten Anwohnende demnach in vier Stunden 729 Fahrzeuge – viele davon zu schnell.
Ende Januar forderten sie in einem offenen Brief rasche Hilfe vom Gemeinderat. Die Antwort folgte drei Wochen später – mit einem Lastwagenfahrverbot (Zubringer ausgenommen) und zusätzlichen Hinweisschildern. Für Christine Meyer, die den Protest organisiert, reicht das nicht: «Beides ist nett, löst aber unser Problem kein Bisschen», sagt sie zur «Aargauer Zeitung».
Zwei weitere, bereits früher in Aussicht gestellte Massnahmen – Tempo 30 Richtung Talstrasse und Tempo 50 auf der Albisstrasse – seien laut Gemeinderat «derzeit nicht umsetzbar». Ein generelles Fahrverbot werde «derzeit nicht weiterverfolgt», weil Betriebe «von öffentlichem Interesse wie das Murimoos oder Staublibeeren» erreichbar bleiben müssten.
Anwohner kontern Aussagen des Gemeinderats
Die Anwohnenden kontern in einem erneuten Brief, der der «Aargauer Zeitung» vorliegt: «Es ging nie um eine vollständige Sperrung, sondern um die Unterbindung des Durchgangsverkehrs bei gleichzeitiger Sicherstellung der Erreichbarkeit.» Ein Fahrverbot mit «Zubringerdienst gestattet» würde genau das ermöglichen. Zudem fragen sie: «Stellt die Verkehrssicherheit, insbesondere für Kinder, Velofahrende und Fussgänger, nicht ein vorrangiges öffentliches Interesse dar?»
Und Meyer doppelt nach: «Würde der Gemeindepräsident hier wohnen, hätten wir längst ein Durchfahrtsverbot», wird sie zitiert.
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