Über 20'000 Todesfälle durch Covid-19 weltweit

Agenturen/red.

25.3.2020 - 22:00

Weltweit sind bereits über 20'000 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19 verstorben. In der Schweiz gibt es 929 Neuinfektionen binnen 24 Stunden — «Wir laufen einen Marathon, keinen Sprint», sagt Alain Berset. Die wichtigsten Ereignisse des Tages im Überblick.

Die Zahl der Coronavirus-Erkrankungen in der Schweiz steigt weiter: Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) meldete am frühen Mittwochabend 9765 laborbestätigte Fälle, 929 mehr als am Vortag. Mindestens 150 Menschen sind inzwischen an der Lungenkrankheit gestorben.

Das ergab eine Zählung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA gestützt auf die Angaben der Kantone. Das BAG registrierte erst 103 Todesfälle im Zusammenhang mit einer COVID-19-Erkrankung. Es stützt sich auf die Meldung von Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzten. Die Fallzahlen könnten daher von jenen abweichen, die von den Kantonen kommuniziert würden, schreibt das BAG.

Vor den Bundeshausmedien sprach Gesundheitsminister Alain Berset von einem «erwarteten Anstieg». Es sei «keine Explosion». Die von Bundesrat verordneten Massnahmen würden gut respektiert. «Das ist nicht selbstverständlich.» Es brauche aber weiter die Ausdauer der Bevölkerung, um die Krise bewältigen zu können. «Es ist kein 100-Meter-Lauf, es ist ein Marathon.»

Der Bundesrat beschloss zudem weitere weitreichende Massnahmen. So gibt es mehr Unterstützung für Arbeitslose, die Einreise wird weiter erschwert — zudem wird die Ausfuhr medizinischer Schutzausrüstung weiter eingeschränkt.

Am Coronavirus sind weltweit bereits mehr als 20'000 Menschen gestorben. Die meisten Opfer der Pandemie gab es in Europa, wie eine Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf Basis der am Mittwoch um 18.00 Uhr vorliegenden Daten ergab.

Von den insgesamt 20'334 Todesfällen wurden 13'581 in Europa gezählt. Italien ist mit 7503 Corona-Toten das am stärksten von der Pandemie betroffene Land in Europa. An zweiter Stelle kommt Spanien mit 3434 Todesfällen.

Spanien überholte am Mittwoch China, von wo aus sich das neuartige Coronavirus verbreitet hatte und wo bisher 3281 Menschen an der durch das Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 starben.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt davor, die strikten Massnahmen zur Eindämmung des gefährlichen neuen Coronavirus zu früh wieder aufzuheben. «Das letzte, was Länder nun brauchen, ist, dass Schulen und Unternehmen öffnen, nur um dann wegen eines Wiederauflebens (des Virus) erneut zur Schliessung gezwungen zu werden», sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf.


Die wichtigsten Ereignisse des Tages im Überblick:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Weltweit starben bereits über 20'000 Menschen an Covid-19. Der WHO-Chef warnt in Genf vor einer zu frühen Aufhebung von Corona-Restriktionen.
  • Wie erwartet konnten sich die G7-Staaten nicht auf ein gemeinsames Vorgehen gegen das Coronavirus einigen — unter anderem, weil die USA auf der Bezeichnung «Wuhan-Virus» beharren.
  • In der Schweiz werden 929 Neuinfektionen an einem Tag gemeldet, das sind 9765 laborbestätigte Fälle insgesamt. 150 Personen starben bereits an Covid-19.
  • Der Bundesrat hat heute weitere Massnahmen beschlossen, um die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie zu lindern.
  • Unter anderem erhalten Arbeitslose zusätzliche 120 Taggelder, die Bewilligungsdauer von Kurzarbeit wird von drei auf sechs Monate verlängert. Die Kosten für die Arbeitslosenversicherung belaufen sich geschätzt auf 600 Millionen Franken pro Monat.
  • Medizinische Schutzausrüstung darf ab morgen nur noch mit Bewilligung ausgeführt werden. Eine Ausnahme gilt für EU- und Efta-Staaten, sofern diese Gegenrecht gewähren.
  • Der Personenverkehr mit dem Ausland wird weiter eingeschränkt: Ab Mitternacht ist die Einreise nur noch Schweizer Bürgern erlaubt sowie Personen mit Aufenthalts- oder Grenzgängerbewilligung.
  • Bundesrat Maurer hat heute zudem Details zum letzte Woche geschnürten 20-Milliarden-Soforthilfepaket für die Wirtschaft vorgestellt. Hier lesen Sie mehr dazu.
  • Derweil wurde bekannt, dass auch Prinz Charles infiziert ist.

21.40 Uhr: Erholungsgewinne überwiegend abgebröckelt

Die US-Börsen haben am Mittwoch an ihre beispiellose Rally vom Vortag angeknüpft. Die erwartete politische Einigung auf ein gigantisches Konjunkturpaket gegen die Corona-Krise stützte die Optimisten unter den Anlegern über weite Strecken. Allerdings bröckelten die kräftigen Tagesgewinne vor Handelsschluss ab, nachdem US-Senator Bernie Sanders über den Kurznachrichtendienst Twitter drohte, das Hilfspaket zu stoppen, falls nicht weitere Regelungen etwa zugunsten von Arbeitern mit aufgenommen würden.

Der Dow Jones Industrial, der zuvor noch um bis zu 6 Prozent auf über 22 000 Punkte gestiegen war, ging daraufhin mit einem deutlich geringeren Plus von 2,39 Prozent auf 21 200,55 Punkte aus dem Tag. Am Dienstag hatte der US-Leitindex in einer rasanten Erholung das erwartete Hilfspaket bereits überwiegend vorweg genommen und war um 11,4 Prozent hochgesprungen. Solch einen enormen Tagesgewinn hatte es seit 1933 nicht mehr gegeben.

Der marktbreite S&P 500 legte nach einem Vortagesgewinn von etwas mehr als 9 Prozent am Mittwoch um weitere 1,15 Prozent auf 2475,56 Punkte zu. Der technologielastige Nasdaq 100 indes drehte in die Verlustzone und gab um 1,11 Prozent auf 7469,62 Punkte nach.

21.15 Uhr: «Wohnzimmer»-Konzert mit Billie Eilish und Elton John

Musikstars wie Billie Eilish, Mariah Carey, Tim McGraw, Alicia Keys und die Backstreet Boys wollen während der Coronavirus-Krise für einen guten Zweck in ihren eigenen vier Wänden ein Konzert geben. Der britische Superstar Elton John (73, «I'm Still Standing») werde die «Wohnzimmer»-Aktion unter dem Namen «iHeartRadio Living Room Concert for America» moderieren, teilten die Veranstalter mit. Demnach werden die Künstler in ihren Wohnzimmern alleine auftreten und sich dabei selber mit dem Smartphone filmen.

Der einstündige Zusammenschnitt des Events soll am Sonntag (29. März) beim US-Sender Fox und im Radio ausgestrahlt werden. Musiker und Zuschauer werden aufgerufen, für Notdienste zu Spenden, die in der Coronavirus-Krise im Einsatz sind.

Wird aus ihrem Wohnzimmer singen: US-Superstar Billie Eilish
Chris Pizzello/Invision/AP/dpa

Hinter der Aktion stehen die Verleiher der seit 2014 jährlich vergebenen «iHeartRadio Music Awards». Die ursprünglich für Sonntag geplante Preisverleihung in Los Angeles ist wegen der Pandemie abgesagt worden. Der Event soll später nachgeholt werden. Radiohörer stimmen dabei über die Favoriten ab. In diesem Jahr führen Billie Eilish, Shawn Mendes, Taylor Swift und Camila Cabello die Nominierungen an.

20.50 Uhr: Spanien: Krankenwagen mit Corona-Patienten mit Steinen beworfen

Mehrere Krankenwagen mit insgesamt 28 älteren Corona-Patienten sind in Spanien mit Steinen beworfen worden. Die Attacke habe sich bereits am Dienstag in La Línea de la Concepción im Süden des Landes ereignet, berichtete die spanische Polizei. Dutzende Menschen hätten damit verhindern wollen, dass die infizierten und zum Teil an Covid-19 erkrankten Rentner, die aus einer anderen Gemeinde stammen, in ein Heim der andalusischen Stadt verlegt und dort unter Quarantäne gesetzt werden.

Die Protestler hätten auch versucht, die Krankenwagenkolonne mit einem auf der Strasse quergestellten Fahrzeug und Barrikaden an der Weiterfahrt zu hindern. In der Nacht zum Mittwoch hätten dann rund 50 Menschen vor der Residenz erneut protestiert. Sie hätten Drohungen ausgestossen und Müllcontainer in Brand gesetzt. Aus Nachbarhäusern seien zudem Sprengkörper auf das Wohnheim geworfen worden. Zwei Männer wurden nach Polizeiangaben festgenommen.

Die Rentner waren zuvor aus ihrem Wohnheim in der rund hundert Kilometer nördlich von La Línea gelegenen Gemeinde Alcalá del Valle evakuiert worden, weil es dort eine grosse Ausbreitung des Coronavirus gegeben hatte. Drei Heimbewohner starben, mindestens die Hälfte der Mitarbeiter der Residenz wurden positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet.

20.45 Uhr: Schneller als Supercomputer: Privatnutzer spenden Rechenleistung für Corona-Forschung

Das «Distributed Computing»-Projekt (dt. «verteiltes Rechnen») Folding@home kann mehr Rechenleistung zur Verfügung stellen, als die schnellsten Supercomputer des Welt. Derzeit liefern Privatnutzer rund 800 Petaflops und knackt gelegentlich die Exaflop-Marke. Noch vor wenigen Wochen sah das noch anders aus.

Der Grund: Hunderttausende Privatnutzer folgten einem Aufruf von Wissenschaftlern, nicht benötigte Rechenleistung des Prozessors und insbesondere des Grafikbeschleunigers zu spenden, um das Virus besser zu verstehen und Therapien zu entwickeln. Derzeit wird die Kapazität insbesondere für die Forschung an SARS-Cov-2 verwendet. 

Bisweilen kamen die Forscher nicht mehr hinterher, ausreichend «Work Units» zur Verfügung zu stellen.

20.25 Uhr: Mehr als 25'000 bestätigte Infektionen in Frankreich

In Frankreich gibt es erstmals mehr als 25'000 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus. Die Zahl der Fälle sei innerhalb eines Tages um 2933 auf insgesamt 25'233 gestiegen, teilte Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon am Mittwoch in Paris mit. Demnach wurden 1331 Todesfälle verzeichnet. Rund 11'500 Patienten würden landesweit in Krankenhäusern behandelt, gut 2800 davon auf Intensivstationen. Ein Drittel der Patienten in den Kliniken sei jünger als 60 Jahre, sagte Salomon.

Der Gesundheitsdirektor rief die Französinnen und Franzosen erneut auf, zu Hause zu bleiben. Die Überlastung der Krankenhäuser müsse verhindert werden, so Salomon. Im Anti-Corona-Kampf hatte Frankreich vor mehr als einer Woche strikte Ausgangsbeschränkungen verhängt, die polizeilich überwacht werden. Bürger, die vor die Türe gehen, müssen einen Passierschein vorweisen können und angeben, wohin sie gehen.

20.10 Uhr: Rumänischer Dissident Paul Goma nach Corona-Infektion gestorben

Einer der prominentesten und umstrittensten Dissidenten der vormaligen kommunistischen Diktatur in Rumänien, der Schriftsteller Paul Goma, ist tot. Er starb in der Nacht zum Mittwoch im Alter von 84 Jahren in Paris nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus.

Dies teilte seine Biografin Mariana Sipos Nachrichtenagentur DPA mit. International bekannt als Dissident wurde Goma 1977, als er sich in einem offenen Brief mit der Charta 77 solidarisierte — der regimekritischen Protestbewegung in der damaligen Tschechoslowakei. Viele rumänische Intellektuelle schlossen sich ihm mit Unterschriften an.

20.00 Uhr: Britisches Unterhaus verabschiedet Notstandsgesetz 

Das britische Parlament hat  ein Notstandsgesetz für die Bewältigung der Coronavirus-Pandemie verabschiedet. Das Gesetz verleiht der Regierung und den Behörden unter anderem Vollmachten, um die beschlossenen Ausgangsbeschränkungen und Schliessungen von Geschäften und anderen Gebäuden notfalls mit Zwangsmassnahmen durchzusetzen.

Auch der Zugriff auf private Daten der Bürger wird durch das Gesetz erleichtert. Die Behörden erhalten auch das Recht, Infizierte zwangsweise in Quarantäne zu schicken. Das gilt auch bereits beim Verdacht auf eine Infektion.



19.40 Uhr: WHO-Chef warnt vor Aufhebung von Corona-Restriktionen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt davor, die strikten Massnahmen zur Eindämmung des gefährlichen neuen Coronavirus zu früh wieder aufzuheben. «Das letzte, was Länder nun brauchen, ist, dass Schulen und Unternehmen öffnen, nur um dann wegen eines Wiederauflebens (des Virus) erneut zur Schliessung gezwungen zu werden», sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf.

Der weitgehende Stillstand von Wirtschaft und Gesellschaft gebe Ländern ein Zeitfenster, sich besser auf die Bewältigung der Krise vorzubereiten, sagte Tedros. Er appellierte an alle Länder, die Zeit zu nutzen, um ihre Gesundheitskapazitäten auszubauen, mehr Tests zu produzieren, zusätzliche Einrichtungen für die Behandlung von Infizierten herzurichten und klare Regeln für die Quarantäne jener Menschen zu entwickeln, die sich vielleicht infiziert haben.

«Rigorose Massnahmen, um Infizierte und Verdachtsfälle zu finden, zu isolieren, zu behandeln und zu überwachen sind der beste und schnellste Weg, um diese extremen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Beschränkungen aufzuheben», sagte Tedros. «Wir müssen zusammenarbeiten, um ältere Menschen vor dem Coronavirus zu schützen und sicherzustellen, dass sie versorgt sind.»

19.20 Uhr: Jetzt schon mehr als 20 000 Covid-19-Todesfälle

Weltweit sind nach Angaben von US-Experten bereits mehr als 20'000 Menschen nachweislich an den Folgen einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Die Zahl der bekannten Infektionen war bis Mittwochmittag (Ortszeit) auf mehr als 450'000 angestiegen, erklärten Wissenschaftler der US-Universität Johns Hopkins. Bislang sind demnach rund 20'500 Menschen an den Folgen der von dem Virus ausgelösten Lungenerkrankung Covid-19 gestorben. Die meisten Opfer waren demnach in Italien, Spanien und China zu verzeichnen.

Die Webseite der US-Forscher wird regelmässig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher in der Regel einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Diese sprach in ihrem jüngsten Lagebericht vom Dienstag von 373'000 bekannten Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 und mehr als 16'000 Toten.

Todesanzeigen auf einer Tafel am Rand einer leeren Strasse in Alzano Lombardo unweit von Bergamo. Bereits jetzt starben über 20000 Menschen weltweit an Covid-19, die meisten davon in Italien.
Luca Bruno/AP/dpa

19.00 Uhr: Zurückgeholte Bernerin: «Im Flugzeug husteten etliche»

Die 19-jährige Bernerin Ramona Rüegg ist eine der 151 Schweizerinnen und Schweizer, welche am Dienstag im ersten Corona-Rückholflug der Schweiz in Zürich-Kloten landeten. Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA erzählt sie von einem normalen und doch nicht normalen Flug.

Normal am Flug sei gewesen, dass die Stewardessen der Fluggesellschaft Edelweiss keine Masken getragen und auch kein Desinfektionsmittel verteilt hätten, sagt die junge Bernerin. Der Flug sei zudem ruhig verlaufen — wegen der Zeitverschiebung während der mittelamerikanischen Nacht. Sie habe viel geschlafen.

Ungewöhnlich war aber, dass die Polizei beim Abflug in der costaricanischen Hauptstadt San José alle Reisenden namentlich aufrief. Dies, um zu kontrollieren, ob die Angemeldeten da seien. Viele Reisende trugen zudem Gesichtsmasken. Und: «Im Flugzeug hatten etliche einen trockenen Husten», sagt Ramona Rüegg.



Das habe zu einer sonderbaren Stimmung geführt. Die Leute seien allgemein aggressiver gewesen als normalerweise und auf Distanz bedacht. Hustende Leute seien stärker beachtet worden als sonst jeweils.

Nach der Landung des Direktflugs mussten die Passagiere die Maschine gruppenweise verlassen. «Bei der Gepäckabholung näherten sich dann aber doch alle Passagiere wieder einander an», so Rüegg.

18.45 Uhr: Bis Jahresende kein Verzugszins auf Abgaben an den Bund

Im Kampf gegen die wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus verzichtet die eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) bis Ende Jahr auf den Verzugszins bei verspäteter Bezahlung der direkten Bundessteuer. Daneben entfällt dieser Zins bei verspäteten Zahlungen von Mehrwertsteuer, besonderen Verbrauchssteuern, Lenkungs- und Zollabgaben.

Bei Verrechnungssteuer und Stempelabgabe werden dagegen weiterhin Verzugszinsen fällig, wie die ESTV am Mittwoch auf ihrer Internetseite mitteilte. Der Verzicht auf den Verzugszins bei der direkten Bundessteuer gilt vom 1. März bis zum 31. Dezember. Bei den anderen Abgaben startete die Befreiung am 20. März und dauert ebenfalls bis Ende 2020. Dies geschieht im Zuge der bundesrätlichen Massnahmen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie.



Die ESTV mahnt im weiteren, dass die gesetzlichen Fristen für das Steuerzahlen weiter gelten. Die Steuergesetze sehen aber Zahlungserleichterungen vor. Entsteht aus der fristgerechten Zahlung eine erhebliche Härte, kann die Steuerbehörde auf Gesuch hin eine Stundung oder Ratenzahlungen bewilligen.

Auch wenn jemand aus aktuell bestehenden Gründen eine Frist verpasste, ist auf Gesuch eine Wiederherstellung der Frist möglich. Um Härtefälle zu vermeiden, verspricht die ESTV, die Bestimmungen grosszügig auszulegen.

18.35 Uhr: Schweizer Bankenbranche sieht sich bereit für Corona-Notkredite

Die Schweizer Banken bereiten sich darauf vor, im grossen Stil Unternehmen mit Notkrediten zu versorgen, die wegen der Corona-Pandemie in einen Liquiditätsengpass geraten sind. Bereits ab Donnerstag werden die Kredite für die KMU-Kunden erhältlich sein.



Zahlreiche Banken mit Kreditgeschäft hätten sich für die Teilnahme am Programm angemeldet, teilte die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) im Anschluss an die Bekanntgabe der Massnahmen mit. Weitere Banken würden in diesen Tagen folgen.

Bereits in den vergangenen Tagen haben die Banken in hohem Tempo daran gearbeitet, zusätzliche Ressourcen für den vermuteten Ansturm von Kunden auf die Notkredite bereitzustellen, wie es bei verschiedenen Instituten hiess.

Die beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse wollen an den Covid-19 Überbrückungskrediten des Bundes nichts verdienen. Allfällige Gewinne sollen gespendet werden, wie entsprechenden Medienmitteilungen der Banken zu entnehmen ist.

18.25 Uhr: Zweiter Test von Angela Merkel negativ

Auch das Ergebnis des zweiten Coronavirus-Tests der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel ist negativ. Das teilte ein Regierungssprecher mit.

Die Kanzlerin arbeite weiterhin aus der häuslichen Quarantäne und werde sich Anfang der kommenden Woche erneut testen lassen.

Merkel hatte am vergangenen Freitag Kontakt zu einem mit dem Coronavirus infizierten Arzt. Sie hatte sich am Sonntagabend vorsorglich in häusliche Quarantäne begeben und war bereits am Montag negativ getestet worden. Am Montag nahm Merkel telefonisch an der Kabinettssitzung teil. Am Donnerstag wird sie an dem virtuellen EU-Gipfel teilnehmen.

18.20 Uhr: USA überholt Italien bei aktiven Corona-Fällen

Die USA haben Italien als globaler Coronavirus-Hotspot abgelöst. Dies geht aus Daten der Johns Hopkins University hervor, die am Mittwochnachmittag veröffentlicht wurden. Demnach gibt es derzeit 54'405 aktive Coronavirus-Fälle in den USA und in Italien 54.030 Fälle.

In Italien hat es demnach bisher 69'176 bestätigte Coronavirus-Fälle gegeben, doch sind von dieser Zahl die Toten (6820) und Genesenen (8326) abzuziehen. In den USA hält man bei 55'568 bestätigten Fällen, 809 Toten und 354 Genesenen.



Noch deutlicher vorne sind die USA laut der Statistikseite Worldometer mit 59'445 aktiven Fällen (Gesamtzahl 60'642, 817 Tote und 379 Genesene). In China, wo die Verbreitung der Krankheit mit 81'661 Fällen weiterhin das grösste Ausmass hatte, gibt es aktuell nur noch 4603 aktive Fälle.

18.05 Uhr: G7-Aussenminister ohne gemeinsame Leitlinien für Corona-Krise

Dieses Ergebnis war bereits gestern erwartet worden: Die Aussenminister sieben führender westlicher Industriestaaten haben sich in einer Videokonferenz nicht auf gemeinsame Leitlinien für den Kampf gegen das Coronavirus einigen können. Hauptgrund: Die USA bestanden schon in den Vorgesprächen darauf, dass in einer möglichen Abschlusserklärung die chinesische Herkunft des Virus genannt wird.

Die Aussenminister Deutschlands und Grossbritanniens, Heiko Maas und Dominic Raab, legten in der Videoschaltung am Mittwoch aber ein gemeinsames Papier vor, auf dessen Basis nun weiter über ein gemeinsames Vorgehen beraten werden soll.

«Zum Vorgehen haben wir uns geeinigt, dass nunmehr auf Grundlage der deutsch-britischen Vorschläge zentrale Eckpunkte einer koordinierten Antwort der G7 auf die Krise abgestimmt werden sollen», sagte Maas nach den Beratungen. «In einer Zeit des globalen Ausnahmezustands kommt der "Gruppe der Sieben" eine entscheidende Bedeutung zu. Gerade die wirtschaftlich stärksten Nationen müssen in diesen Tagen solidarisch und verantwortungsvoll handeln und über eigene Interessen hinaus denken.»

Die USA hatten vor dem Aussenministertreffen einen Entwurf für eine gemeinsame Erklärung vorgelegt, in dem der Begriff «Wuhan-Virus» enthalten war, der von den anderen Mitgliedern nicht akzeptiert wurde. Schon in den Vorgesprächen einigte man sich deshalb, ganz auf eine gemeinsame Erklärung zu verzichten. Der G7 gehören neben den USA, Grossbritannien und den USA auch Frankreich, Grossbritannien, Italien und Kanada an.

18.00 Uhr: Mindestens 150 Coronavirus-Tote in der Schweiz — 929 Neuinfektionen an einem Tag

Die Zahl der Coronavirus-Erkrankungen in der Schweiz steigt weiter: Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) meldete  9765 laborbestätigte Fälle, 929 mehr als am Vortag. Mindestens 150 Menschen sind inzwischen an der Lungenkrankheit gestorben.



Das ergab eine Zählung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA gestützt auf die Angaben der Kantone. Das BAG registrierte erst 103 Todesfälle im Zusammenhang mit einer COVID-19-Erkrankung. Es stützt sich auf die Meldung von Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzten. Die Fallzahlen könnten daher von jenen abweichen, die von den Kantonen kommuniziert würden, schreibt das BAG.

16:52 Uhr: Pressekonferenz ist beendet

Damit ist auch die zweite Pressekonferenz des Bundesrats vom heutigen Tag beendet. Die wichtigsten Massnahmen, die der Bundesrat heute erlassen hat, sehen Sie oben in der blauen Infobox. 



16:50 Uhr: Häusliche Gewalt

Müssen wegen der getroffenen Massnahmen auch mehr Plätze für Opfer von häuslicher Gewalt bereitgestellt werden? Es gebe in der Tat Rückmeldungen, dass die Probleme in diesem Bereich zunähmen, sagt Berset. Daran zeige sich, welchen Einfluss diese Massnahmen auf das Zusammenleben hätten. Doch für die Bereitstellung von Plätzen in Frauenhäusern und ähnlichen Institutionen seien die Kantone zuständig. 

Die Zahl der Neuansteckungen in der Schweiz geht seit ein paar Tagen zurück – könne man daran bereits erkennen, dass die Massnahmen wirken, wird Daniel Koch vom BAG gefragt. Koch erwidert, dass man sich derzeit intensiv mit den Fallzahlen befasse und später in der Woche dazu informieren wolle. Jetzt könne er noch keine seriöse Aussage dazu treffen.

16:45 Uhr: Ist eine Trendwende in Sicht?




16:40 Uhr: Zürich informiert gleichzeitig wie der Bundesrat

An einer Pressekonferenz hat die Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli verkündet, dass der Kanton eine vollautomatische Maschine zur FFP2-Schutzmaskenproduktion gekauft hat. Die Kosten belaufen sich auf 47'000 Franken. Die Maschine könne 32'000 Masken pro Tag produzieren. Rickli sagte weiter, dass die Spitäler mit einem Ansturm in etwa 1,5 Wochen rechnen würden. «Wir sind gut aufgestellt, aber die Situation wird eine grosse Herausforderung.» Im Kanton Zürich sei die Anzahl an Spitalbetten mit Beatmungsmöglichkeiten von 194 auf 366 erhöht. Das sei eine Steigerung um 88 Prozent. «Wir werden diese weiter steigern», so Rickli.

Christian Schär, Präsident Verband Zürcher Krankenhäuser, sagte an der Pressekonferenz weiter, dass man für die erste Welle gerüstet sei. «Wir haben für diesen ersten Ansturm genügend Personal.» Dies sei auch auf die kurzfristige Massnahme zurückzuführen, Neuanstellungen von medizinischem Fachpersonal kurzfristig zu tätigen.

16:30 Uhr: Wie weit sind wir im Marathon?

Ein Journalist nimmt das Sprachbild des Marathonlaufs auf, das Berset zuvor genutzt hatte: Wie weit seien wir da schon gelaufen? Wie realistisch sei es, dass man am 19. April – bis zu diesem Datum sind die Massnahmen des Bundes in Kraft gesetzt – wieder zum normalen Alltag zurückgehen könne? Berset erinnert daran, dass es bis dahin fast noch ein Monat sei, also noch vieles geschehen könne. Trotzdem hätten einzelne Kantone schon jetzt entschieden, die Schulen bis Ende April geschlossen zu lassen.

Er hält fest: «Bis zum 19. April haben wir sicher einen halben Marathon gemacht, oder einen ganzen Marathon. Aber sicher keinen Sprint.»

16:25 Uhr: Kinder erkranken selten

Kinder seien nach aktuellem Stand der Dinge fast nie vom Coronavirus betroffen, erklärt Daniel Koch vom BAG. Die Frage, ob sie Überträger der Krankheit seien, könne man wohl erst zu einem späteren Zeitpunkt restlos klären.

16:20 Uhr: Handydaten werden anonymisiert analysiert

Ob die Handydaten der Bevölkerung ausgewertet werden, wird gefragt. «Haben Sie keine Angst vor Überwachung», antwortet Berset. Daten würden nur in anonymisierter Form ausgewertet. Dies diene dazu, zu überprüfen, ob die Massnahmen des Bundes eingehalten würden.

16:10 Uhr: Schutzmasken made in Switzerland?

An einer früheren Medienkonferenz wurde angekündigt, dass die Schweiz zum Beispiel Atemschutzmasken künftig im Land herstellen wolle. Was ist der Stand der Dinge? Parmelin antwortet, man arbeite daran, doch dieser Prozess sei noch nicht abgeschlossen.

Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit ergänzt, dass die Produktion von Masken in diesen Tagen starten sollte. Die Rede sei von rund 40'000 Masken, die pro Tag hergestellt werden könnten.

16:03 Uhr: Profitiert das Ausland von der Schweiz?

Noch immer würden Schutzmasken aus Frankreich und Deutschland am Zoll blockiert. Würden diese Länder nicht von der Schweizer Solidarität profitieren? Parmelin erwidert darauf, dass es im Interesse aller Länder sei, dass solche Güter zirkulieren könnten. 

Zur Erklärung: Medizinische Schutzausrüstung darf ab morgen Donnerstag nur noch mit Bewilligung aus der Schweiz ausgeführt werden. Für EU- und Efta-Staaten gilt jedoch eine Ausnahme, sofern sie Gegenrecht gewähren.



16 Uhr: Fragerunde eröffnet

Die Ansage des Bundesrats ist schon durch. Nun können die anwesenden Journalistinnen und Journalisten Fragen stellen. 

Die Bündner Südtäler hätten Post aus dem italienischen Chiavennatal erhalten mit der Aufforderung, die Baustellen zu schliessen. Der Bundesrat habe Kenntnis davon, sagt Berset. Der Kanton Graubünden halte sich an das Bundesrecht und habe auch die Möglichkeit, Baustellen zu schliessen, wenn die Gesundheitsempfehlungen des Bundes nicht eingehalten würden.

15:55 Uhr: Wer kann, soll weiter arbeiten

Es sei «essenziell», dass alle, die arbeiten könnten, dies auch weiterhin tun könnten. Nur so könne die Wirtschaft nach der Krise wieder auf die Beine kommen. Es könne aber nicht verhindert werden, dass es zu Unterbrüchen in einigen Produktionsketten komme. 

34'000 Firmenanträge für Kurzarbeit seien bis gestern Abend eingegangen. «Das hatten wir noch nie», so Parmelin. «Unser System ist auf solch eine nie dagewesene Situation nicht vorbereitet.» Er bitte daher um Verständnis, wenn es in gewissen Abläufen zu Problemen kommen könne. Es brauche nun Geduld und Solidarität. 

15:50 Uhr: Kurzarbeit-Verfahren wird beschleunigt

Die Bewilligung von Kurzarbeit wird von drei auf sechs Monate verlängert. Damit könne die Anzahl Gesuche minimiert und somit das Bewilligungsverfahren beschleunigt werden.

15:45 Uhr: Massnahmen für Arbeitslose

Nun hat Wirtschaftsminister Guy Parmelin das Wort. Die Gesundheit und die Wirtschaft stünden im Zentrum dieser Krise, erklärt Parmelin. Um der Wirtschaft unter die Arme zu greifen, habe der Bundesrat verschiedene Massnahmen getroffen, die er nun vorstellt. 

Dazu zählen: Gemeldete Arbeitslose müssen nicht mehr nachweisen, dass sie nach Arbeit suchen. Alle anspruchsberechtigten Personen erhalten zudem maximal 120 zusätzliche Taggelder. Dadurch wolle man Aussteuerungen verhindern. Auf Seite der Arbeitgeber wird die Stellenmeldepflicht vorübergehend aufgehoben. Damit soll die Rekrutierung für medizinisches Personal in der Pharmabranche, der Landwirtschaft oder der Logistik erleichtert werden.

15:40 Uhr: «Wir müssen Ausdauer haben»

«Wir sind seit mehr als einer Woche in einer ausserordentlich, in einer schwierigen Situation», sagt Berset. Die bereits beschlossenen Massnahmen würden gut respektiert. Schulen seien geschossen worden, Restaurants ebenso, doch: «Es funktioniert.» Er wisse, dass diese Massnahmen die persönliche Freiheit stark einschränkten, doch es werde dauern: «Wir müssen Ausdauer haben. Es ist kein 100-Meter-Lauf, es ist ein Marathon.»

15:30 Uhr: Berset eröffnet die Konferenz

Die zweite Medienkonferenz des Bundesrats am heutigen Tag ist eröffnet. Zuerst hat Alain Berset das Wort. Die Coronavirus-Fallzahlen in der Schweiz seien zwar weiter angestiegen, aber man könne nicht von einer «Explosion» sprechen, hält der Gesundheitsminister fest. 9'765 Personen seien Stand heute positiv getestet worden. Alain Berset sagt: «Wir befinden uns erst am Anfang dieser neuen Situation.»

15:10 Uhr: Die nächste PK ist schon in 20 Minuten

Das war's von dieser Pressekonferenz. Doch die nächste folgt bereits in 20 Minuten. Dann sprechen die Bundesräte Alain Berset und Guy Parmelin über die neusten Massnahmen zum Coronavirus.

15:05 Uhr: Gibt es kein Boni-Verbot?

Das sei richtig, es gäbe kein Boni-Verbot, diese seien nicht explizit ausgeschlossen aus der Verordnung. Aber: Boni seien ja bei KMU auch eher selten.

15 Uhr: Müssen Sicherheiten hinterlegt werden?

Dank der Bürgschaftsgenossenschaft durch den Bund erhalte die Bank 100-prozentige Sicherheit, dass ein Kredit gedeckt sei. Ein KMU müsse also keine weiteren Sicherheiten leisten können. 

Dies gilt bei allen Krediten bis 500'000 Franken. Anders sieht es bei den Krediten aus, die diesen Rahmen übersteigen: Dort beteiligt sich die Bank mit 15 Prozent und dürfe daher theoretisch auch weitere Sicherheiten einfordern, erklärt Martin Scholl von der ZKB. Aber das betreffe nicht den Grossteil der Kreditnehmer.



14:50 Uhr: Profitieren die Banken?

Werden die Banken von diesen Krediten profitieren, wird nun gefragt. Maurer habe sich dazu widersprüchlich geäussert. Man habe lange über die Zinsen diskutiert, erwidert Maurer, und die Banken hätten Verständnis gezeigt, dass man aus einer solchen Krise keinen Profit schlagen dürfe. Die Banken nähmen eine Rolle als «Dienstleister» ein. 

14:45 Uhr: Warum nicht gleich alles à fonds perdu sprechen?

Das wäre keine Lösung, sagt Maurer. «In der Regel erhält man nichts einfach so geschenkt. So geben wir den Unternehmungen Zeit, ihr Geld zurückzubezahlen», so Maurer. Das Ziel wäre es schon, dass alles Geld zurückbezahlt wird. «Wir wollen sofort Liquidität zur Verfügung stellen, damit der Betrieb weiterläuft.» Alles andere werde man sehen. 

14:40 Uhr: Und was ist mit den Löhnen, Herr Maurer?

Grundsätzlich seien die Löhne damit und durch diese Sofortmassnahmen garantiert, auch wenn es bei der Auszahlung vielleicht zu leichten Verzögerungen kommen werde, antwortet Finanzminister Maurer.

14:36 Uhr: Steuern wir auf eine Massenverschuldung zu?

Nein, sagt Maurer, es gäbe keine Massenverschuldung. «Wir stellen die Kredite zur Verfügung mit der Möglichkeit, sie während der nächsten fünf Jahre zurückzuzahlen.» Aber ja, natürlich habe auch dann jeder Unternehmen ein Risiko. «Ganz spurlos geht diese Wirtschaftskrise nicht an den KMU vorbei», sagt Maurer. Der Bund nehme so in Kauf, die eine oder andere Abschreibung machen zu müssen. Mit diesen Bürgschaften könne der Bund aber natürlich nicht alle Problem lösen.

14:30 Uhr: Die Journalisten können jetzt Fragen stellen

Gefragt nach den immensen Summen, die der Bund nun in die Hand nimmt, antwortet Bundesrat Maurer: «Wir haben das kleinere Übel gewählt mit diesen Massnahmen.» Das grössere Übel wäre es laut Maurer ganz klar, nichts zu tun und zu riskieren, dass Tausende Menschen ohne Arbeitsstelle dastehen. Es sei Aufgabe des Bundes, Lösung zu finden – «die Probleme kennen wir ja».

14:28 Uhr: André Helfenstein, Schweiz-Chef der Credit Suisse

«Das Geld wird morgen bereitstehen», versichert jetzt auch André Helfenstein, Schweiz-Chef der Credit Suisse. Einfach und unkompliziert, das sei das Ziel. Doch ja, es könne zu einzelnen Pannen führen.



14:23 Uhr: Martin Scholl, Vorsitzender Generaldirektion ZKB

Er habe viele Krisen miterlebt, das Swissair-Grounding etwa, sagt Martin Scholl, Vorsitzender der Generaldirektion der ZKB, «doch, was wir heute mit der Corona-Krise erleben, übertrifft alles».

Jetzt hätten alle nur ein Interesse: «Die Liquidität so schnell wie möglich bereitzustellen. Morgen schon.» Das Ganze werde sich in den nächsten Tagen einpendeln. «Bestehende Kunden der ZKB erhalten das Geld in 30 Minuten.» Bei den anderen dauere es etwas länger. Wir haben dafür eine Personalressource von über 100 Mitarbeitenden aufgebaut.

14:18 Uhr: Finma-Direktor Mark Branson spricht

«Die Dienstleistungen stehen auch in der aktuellen Ausnahmesituation zur Verfügung. Ein Kompliment an alle», sagt jetzt Finma-Direktor Mark Branson.

Die Finma rufe die Banken zu einer umsichtigen Geldausschüttung aus. Und er macht einen Aufruf an die Banken: «Schüttet Dividenden bitte nur zurückhaltend aus!»

14:12: Jordan erklärt das Vorgehen

Nun hat SNB-Präsident Thomas Jordan das Wort. «Wir ermöglichen den Banken, dass sie über die notwendige Liquidität verfügen, damit die Leute ihre Kredite beziehen können.» Durch die Verbürgung durch den Bund und durch die Refinanzierung der SNB funktioniere das. Der Ansatz sei einfach, wirksam und nutze die bestehenden Strukturen, sagt Jordan.

«Die Banken sind sich der Risiken bewusst», und werden diese nicht ausnutzen, sagt Jordan weiter. So wolle man Schaden an der Schweizer Wirtschaft abwenden. 

14:10 Uhr: Finma begrüsst Vorgehen des Bundes

Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) begrüsst das vom Bundesrat verabschiedete Massnahmenpaket zur Unterstützung der Wirtschaft. Dank der Bürgschaft des Bundes könnten die Banken nun Kredite mit nur geringem Risiko vergeben, schreibt die Finma in einer Mitteilung.

14:05 Uhr: Missbrauch «praktisch ausgeschlossen»

Einen Missbrauch von Krediten hält Maurer für «praktisch ausgeschlossen». «Leute, die ihr ganzes Vermögen in die eigene Firma gesteckt haben, ziehen den Staat nicht über den Tisch», zeigt sich der Finanzminister überzeugt. Jeder Gesuchssteller versichere zudem mit seiner Unterschrift, dass er bei Falschabgaben hafte. Bei Missbrauch drohe eine Busse bis zu 100'000 Franken.

14 Uhr: Die Pressekonferenz ist eröffnet

Es geht los. Bundesrat Ueli Maurer begrüsst die Anwesenden. Anwesend ist auch SNB-Präsident Thomas Jordan. «Wir leben in einer spannenden Zeit, die uns vor Probleme stellt», sagt Maurer. Der Bund stelle ja bekanntlich 20 Milliarden für Bürgschaften zur Verfügung. Das sei viel mehr, als nur Geld verteilen. Wir haben im 18-Stunden-Rhythmus gearbeitet, sagt Maurer. 300 Banken sind beteiligt. 

Wie sieht das Paket aus, fragt Maurer. Bürgschaftskredite bis 500'000 Franken würden grundsätzlich sofort gewährt. «Zinssatz hier: Null. Und: Es fallen hier keine Gebühren an.»

«Im zweiten Topf von 500'000 Franken bis 20 Millionen fallen leichte Zinsen an», sagt Maurer. 

13:50 Uhr: Maurer informiert über Beschlüsse des Bundesrats

Um 14 Uhr tritt Finanzminister Ueli Maurer vor die Bundeshaus-Medien, um über die neusten Massnahmen zum Wirtschaftshilfspaket zu informieren.

13:05 Uhr: Das berät der Bundesrat heute zum Wirtschaftshilfspaket

42 Milliarden Franken – so gross ist das bundesrätliche Hilfspaket für die Schweizer Wirtschaft. Zehn Milliarden davon sind bereits freigegeben. Über die Details zur Vergabe der anderen 32 Milliarden berät der Bundesrat laut Radio SRF heute. Einige der Fragen dabei: Soll der Bund für Kredite bürgen? Und soll eine Rückzahlung des Geldes – gerade für kleine Geschäfte wie etwa einen Coiffeur – zwingend sein oder sollen diese à fonds perdu gesprochen werden?

Der Präsident des Schweizerischen KMU-Verbandes forderte schon vor Tagen gegenüber «Bluewin» vom Bundesrat genau eine solche Soforthilfe à fonds perdu. Auch Finanzminister Ueli Maurer hatte an der Pressekonferenz vom letzten Freitag gesagt, dass einige Betriebe ihren Kredit wohl nicht zurückzahlen. 



Der Kanton Solothurn hatte gestern gehandelt und zehn Millionen Franken für Selbstständige beschlossen. Dieses Geld muss nicht zurückbezahlt werden, ist also à fonds perdu. Das klingt nach viel, reicht allerdings nur für 2'000 Franken pro Kleinstbetrieb.

12:15 Uhr: Drei weitere Todesfälle in Basel-Stadt

Der Kanton Basel-Stadt verzeichnete von Dienstag auf Mittwoch drei neue Todesfälle als Folge einer Coronavirus-Infektion. Damit ist die Zahl der Verstorbenen im Kanton auf acht angestiegen.

Bei allen Verstorbenen handle es sich um Personen aus den bekannten Risikogruppen, teilte das Basler Gesundheitsdepartement am Mittwoch mit. Gestorben seien ein 66- und ein 73-jähriger Patient sowie eine 100-jährige Patientin.

Am Mittwoch verzeichnete das Gesundheitsdepartement 466 Fälle von positiv getesteten Menschen mit Wohnsitz im Kanton. Das sind 52 mehr als noch am Vortag. 58 befänden sich in Spitalpflege, 128 Erkrankte seien inzwischen wieder genesen.

11:40 Uhr: Prinz Charles am Coronavirus erkrankt

Prinz Charles ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der britische Thronfolger zeige aber nur leichte Symptome, meldet das britische Königshaus.

Prinz Charles hat sich mit dem Coronavirus infiziert.
Bild: Keystone/AP/Kirsty Wigglesworth

11:00 Uhr: Mehr Neuinfizierte im Tessin in den letzten 24 Stunden

Im Tessin haben sich in den letzten 24 Stunden 143 Personen neu mit dem Coronavirus infiziert. Sieben Personen sind in dieser Zeit an den Folgen der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben.

Insgesamt haben sich im Kanton Tessin bis Mittwochmorgen 1354 Personen mit dem Coronavirus infiziert. 60 Personen sind bisher an den Folgen von Covid-19 gestorben.

Von Montag auf Dienstag waren fünf Personen gestorben und 46 Menschen hatten sich in dieser Zeit neu mit dem Virus infiziert.

10:45 Uhr: Erneut Lieferungen von Schutzmaterial aus der EU blockiert

Erneut werden Lieferungen mit Schutzausrüstung in die Schweiz in Frankreich und Deutschland blockiert. Dies trotz der Weisung der EU, den Export von Schutzmaterial in die EFTA-Staaten von der Pflicht einer Exporterlaubnis auszunehmen.

Wie die Zeitungen von CH-Media am Mittwoch berichteten, teilte ein französischer Lieferant einer Schweizer Einkaufsgemeinschaft mit, der französische Export-Bann sei unverändert in Kraft, weswegen er im Moment keine Masken aus seinem Lager in Lyon liefern könne. Auch in Deutschland sei eine Lieferung mit Destination Schweiz nach zwei Wochen am Zoll wieder ins Hauptzollamt Mönchengladbach zurückgeschickt worden, hiess es im Bericht.

Ein Monat mit Corona – ein Rückblick im Video

Ein Monat mit Corona – ein Rückblick im Video

Vor einigen Wochen haben wir alle nur von China geredet, wenn es um Corona ging. Dann plötzlich war das Virus auch bei uns. Und: Bis heute breitet es sich weiter aus. Die bisherige Entwicklung im Videorückblick.

28.03.2020

10:30 Uhr: Los Angeles leert Gefängnisse

Die Gefängnisse des Bezirks Los Angeles leeren sich. Beamte des Sheriff Department versuchen, einen Ausbruch des Coronavirus hinter Gittern zu verhindern.

Rund 1'700 Häftlinge werden nun auf freien Fuss gesetzt. Diesen Insassen würden weniger als 30 Tage ihrer Haftstrafe bleiben. Und alle seien wegen gewaltfreier Vergehen verurteilt worden, wie die Los Angeles Daily berichtet. 

10:10 Uhr: Zwei weitere Corona-Todesfälle in Zürich

Im Kanton Zürich sind zwei weitere Patienten an den Folgen der Corona-Infektion gestorben. Damit gibt es in Zürich nun sieben Todesfälle. Die sieben Verstorbenen waren zwischen 78 und 97 Jahr alt.

Gemäss Angaben der Zürcher Gesundheitsdirektion vom Mittwoch sind bisher 1363 Personen positiv auf das Virus getestet worden.

10:00 Uhr: Dritter Rückholflug aus Kolumbien in der Schweiz angekommen

Das Schweizer Aussenministerium hat bisher rund 560 Schweizer Touristen aus dem Ausland zurückgeholt. Am Mittwochmorgen landete die dritte Maschine mit 279 Schweizern und 35 Staatsangehörigen aus Nachbarländern in Zürich.

Das Flugzeug kam aus der kolumbianischen Hauptstadt Bogotà. Am Dienstag waren bereits zwei Flüge aus Costa Rica und Marokko auf dem Flughafen Zürich gelandet. Alle Heimgekehrten müssen nun zehn Tage in Quarantäne.

9:15 Uhr: Zuwachs in Spanien

Krasser Zuwachs neuer Fälle in Spanien: In den letzten 24 Stunden sind auf der Iberischen Halbinsel 680 Todesopfer und knapp 7'000 neue positiv Getestete hinzugekommen, meldet «Ordo News». Insgesamt hat Spanien nun 42'058 Infizierte, 2'991 Personen sind Covid-19 bisher erlegen.

8:45 Uhr: 92 neue Fälle in Bern

Im Kanton Bern gibt es mittlerweile 624 bestätigte Coronavirus-Fälle. Diese Zahl publizierte die bernische Gesundheitsdirektion am Mittwoch im Internet. Seit Dienstag kamen 92 Fälle hinzu. Sechs Menschen sind bislang den Folgen der Krankheit erlegen.

8:30 Uhr: 92-Jährige in Luzern am Coronavirus gestorben

Der Kanton Luzern vermeldet einen zweiten Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Eine 92-jährige Frau aus der Agglomeration Luzern, die an Covid-19 litt, ist verstorben.

Die Frau habe sich in Hospitalisation befunden und an Vorerkrankungen gelitten, teilte die Luzerner Gesundheitsdirektion am Mittwoch mit. Nähere Informationen zum Opfer machte sie aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht. Bis am Dienstagmittag wurden im Kanton Luzern 205 Personen positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet, ein Mann starb daran.

Das Wichtigste im Überblick

  • Es wird offenbar keine gemeinsame Erklärung der G7-Staaten geben — auch weil die USA wohl auf der Bezeichnung «Wuhan-Virus» beharren.
  • In der Schweiz nehmen die Fallzahlen trotz der drastischen Massnahmen der Behörden weiter zu: Die Zahl der Toten ist auf 117 gestiegen, die Zahl der Infizierten beträgt knapp 9'000.
  • Das Aussendepartement (EDA) holt Touristen aus aller Welt mit Sonderflügen zurück in die Heimat.
  • Umziehen am Zügeltermin vom 31. März sei unter den aktuellen Bedingungen sehr schwierig. Der Bund rät davon ab, wann immer möglich. Eine Taskforce sucht nach Lösungen für offene Fragen.

8:20 Uhr: Kritik am Bundesrat wegen Hilfspaket

Als der Bundesrat am Freitag das Rettungspaket vorstellte, welches die hiesige Wirtschaft unterstützen soll, liess die Kritik daran nicht lange auf sich warten: «Die Geschichte darf sich nicht nach so kurzer Zeit wiederholen», sagte Gewerkschaftsbund-Chef Pierre-Yves Maillard in den Zeitungen von «CH Media».

In der aktuellen Krise warnt er davor, die gleichen Fehler wie bei der Finanzkrise 2008 zu machen. Wem in irgendeiner Weise vom Staat geholfen wird, müsse auf die Bezahlung hoher Boni und Dividenden verzichten.

Damals zeigte sich, die Bevölkerung hat kein Verständnis für Rettungsaktionen des Staates, wenn die Firmen – damals die Banken – dann wieder Boni und Dividenden auszahlen, als wäre nichts gewesen.

Der Bundesrat bei der Pressekonferenz vergangenen Freitag.
Bild: Keystone

Gewarnt wird auch am anderen Ende des politischen Spektrums. Die Denkfabrik Avenir Suisse rät laut der Zeitung dringend davor ab, «blind und mit der Giesskanne Mittel zu verteilen». Warum? Damit würden all jene bestraft, die im Sinne der Eigenverantwortung für Krisenfälle vorgesorgt hätten.

Und der Arbeitgeberverband ruft zu Fairness und Feingefühl aller Beteiligten auf. «Fehlt dieses, lässt die öffentliche Reaktion nicht lange auf sich warten», sagt Präsident Valentin Vogt.

7:45 Uhr: Arzneimittelhersteller Siegfried stellt Desinfektionsmittel her

Der Aargauer Arzneimittelhersteller Siegfried reagiert auf drohende Versorgungsengpässe bei Desinfektionsmitteln. Das Unternehmen unterstütze in den Regionen, an denen es mit Standorten vertreten sei, den Gesundheitssektor mit der Herstellung von Desinfektionsmitteln, hiess es in einer Medienmitteilung.

Die Lieferungen erfolgten im Rahmen der Möglichkeiten kostenlos, schrieb Siegfried. Im Kanton Aargau, wo Siegfried in Zofingen seinen Hauptsitz hat, hätten Lieferungen bereits stattgefunden. Im Kanton Wallis, wo Siegfried einen Standort in Evionnaz hat, stünden sie kurz bevor.



7:35 Uhr: Einigung in USA auf Billionen-Dollar-Konjunkturpaket

In den USA ist der Weg frei für das Konjunkturpaket zur Linderung der verheerenden wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie. Es soll laut der Nachrichtenagentur Bloomberg 2 Billionen Dollar umfassen. Die Parteien haben sich geeinigt, wie der führende Demokrat im Senat, Chuck Schumer, und der republikanische Mehrheitsführer, Mitch McConnell, in Washington am frühen Mittwochmorgen (Ortszeit) vor Journalisten mitteilten.

Nach dem Senat muss dann auch noch das Repräsentantenhaus dem Gesetzespaket formal zustimmen. Die Führung der von den Demokraten kontrollierten Parlamentskammer war bereits an den Verhandlungen im Senat beteiligt. Nach den Worten McConnells soll das Paket noch an diesem Mittwoch verabschiedet werden.

7:20 Uhr: Intensivmediziner rufen zu Patientenverfügung auf

Durch das neue Coronavirus gefährdete Menschen sollen sich Gedanken darüber machen, ob sie bei einer schweren Erkrankung lebensverlängernde Massnahmen wie etwa künstliche Beatmung wünschen oder nicht. Das schreibt die Schweizerische Gesellschaft für Intensivmedizin (SGI).

Es sei wichtig, dass sich die Menschen mit dieser Frage befassten, um die Intensivstationen während der Corona-Pandemie zu entlasten, hielt die SGI in ihrer am Dienstagabend veröffentlichten neuen Stellungnahme zu Covid-19 fest.

Die SGI hat nach eigenen Angaben andere Fachgesellschaften, Verbände und Organisationen des Gesundheitswesens kontaktiert, um Risikopersonen gemeinsam auf die «grosse Bedeutung» von Patientenverfügungen hinzuweisen und Informationen bereitzustellen. Diese sollen das Verfassen einer Patientenverfügung erleichtern.

6:30 Uhr: Bolsonaro provoziert 

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat das Coronavirus erneut verharmlost und die Ausgangsbeschränkungen kritisiert. Er beschuldigte in einer Fernsehansprache die Medien, ein Gefühl der Angst zu verbreiten und forderte dazu auf, zur Normalität zurückzukehren.

«Wenn ich mich mit dem Virus infiziere, bekomme ich nur eine ‹gripezinha› (kleine Grippe) oder ein ‹resfriadinho› (kleine Erkältung)», sagte der Präsident, während Tausende Brasilianer in mehr als einem Dutzend Städten erneut protestierten.

Es war der achte Tag in Folge der sogenannten panelaços, bei denen die Menschen auf Töpfe und Pfannen schlugen. Auch «Lügner» und «Bolsonaro raus»-Rufe wurden aus den offenen Fenstern laut.

Der Unmut hatte sich vor knapp einer Woche an dem aus der Sicht der Demonstrierenden laxen und widersprüchlichen Umgang des Präsidenten mit dem Coronavirus entzündet. Aus Bolsonaros Delegation in die USA waren mindestens 23 Mitglieder positiv getestet worden.

Während Bolsonaro die Covid-19-Pandemie herunterspielt, haben einzelne Bundesstaaten und Städte restriktive Massnahmen umgesetzt. So verhängte der Gouverneur des Bundesstaates São Paulo, der mehr als 40 Millionen Einwohner hat, am Samstag als Erster weitgehende Ausgangsbeschränkungen.

Rio de Janeiro hat sich innerhalb einer Woche weitgehend isoliert, Schulen und Geschäfte geschlossen, Verkehr zu Land und zu Luft unterbrochen, die Bewohner dazu aufgefordert, zu Hause zu bleiben. «Die Risikogruppe sind Personen über 60 Jahre. Wozu Schulen schliessen?», sagte Bolsonaro.

Wie oft in Lateinamerika, wenn die Institutionen nicht funktionieren, ist die Solidarität unter den Menschen jedoch gross. Viele schränken sich freiwillig ein. Die Zahl der Infizierten in Brasilien hat zuletzt 2'000 überschritten, 46 Menschen sind bislang gestorben.

6:00 Uhr: Trump bittet Südkorea um medizinische Ausrüstung

US-Präsident Donald Trump hat Südkorea nach Angaben des Präsidialamts in Seoul um die Lieferung medizinischer Ausrüstung für die Bekämpfung des Coronavirus in den USA gebeten. Im Weissen Haus hiess es dazu, beide Präsidenten hätten über Massnahmen in ihren Ländern gesprochen.

Die Bitte sei bei einem Telefongespräch mit Präsident Moon Jae In am Dienstagabend (Ortszeit Seoul) ausgesprochen worden, hiess es in Seoul. Moon habe seine grösstmögliche Unterstützung zugesagt, falls genügend Ausrüstung vorhanden sei. Für die eventuelle Zustimmung durch die amerikanische Arzneimittelzulassungsbehörde (FDA) wolle Trump noch am Dienstag sorgen, hiess es.

Aus dem Weissen Haus in Washington hiess es lediglich, beide Präsidenten hätten über die Massnahmen beider Länder gegen die Corona-Pandemie gesprochen. Trump habe betont, mit Staatsführern weltweit zusammenarbeiten zu wollen, um «Leben zu retten und wirtschaftliches Wachstum wiederherzustellen».

Nach den Angaben von Moons Büro interessierte sich Trump dafür, wie sich die Infektionskurve in Südkorea entwickle. Das Land mache seine Sache «sehr gut», wurde Trump zitiert.

Südkorea war eines der ersten Länder nach China, das von Massenansteckungen durch das Sars-CoV-2-Virus betroffen war. Für seine Massnahmen einschliesslich des schnellen Ausbaus der Virustest-Kapazitäten erhielt das Land international Anerkennung.

Nach dem Höhepunkt Ende Februar mit über 900 Neuinfektionen innerhalb eines Tages setzte im März ein deutlicher Abwärtstrend ein. Bis zum Dienstag wurden in Südkorea mehr als 9'100 Infektionsfälle erfasst.

5:30 Uhr: Kongos Hauptstadt Kinshasa abgeriegelt

In der Demokratischen Republik Kongo ist wegen der Coronavirus-Pandemie der Notstand ausgerufen worden. Die Hauptstadt Kinshasa liess Präsident Félix Tshisekedi abriegeln, wie er am Dienstag in einer Fernsehansprache sagte.

Reisen aus Kinshasa in die Provinzen des Landes sowie in umgekehrter Richtung sind untersagt. Die Grenzen des zentralafrikanischen Staates werden laut Tshisekedi weitgehend geschlossen. Nur noch Frachttransporte über Land, per Schiff und Flugzeug sind über die Landesgrenzen erlaubt.

In der Demokratischen Republik Kongo zählten die Behörden bis Dienstag 45 Infektions- sowie drei Todesfälle durch die Pandemie. Alle diese Fälle traten in Kinshasa auf. In mehreren anderen afrikanischen Staaten waren bereits zuvor Reisebeschränkungen verhängt worden, darunter im Senegal, in der Elfenbeinküste und in Südafrika.

Insgesamt wurde Afrika aber – zumindest nach den vorliegenden offiziellen Zahlen – von der Pandemie bislang nicht so hart getroffen wie andere Kontinente. Laut einer auf den amtlichen Statistiken beruhenden Zählung der Nachrichtenagentur AFP wurden auf dem afrikanischen Kontinent bis Dienstag insgesamt 2'137 Corona-Infektionen nachgewiesen, von diesen Infizierten starben 62.

Wegen der in vielen afrikanischen Ländern nur sehr schwach entwickelten Gesundheitssysteme gibt es allerdings Sorgen, dass es eine hohe Dunkelziffer an Fällen geben könnte und der Kontinent schlecht gegen die Pandemie gewappnet ist.

Der äthiopische Regierungschef Abiy Ahmed appellierte an die G20-Staatengruppe, Afrika mit einer Nothilfe von 150 Milliarden Dollar im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus zu unterstützen sowie afrikanischen Staaten Schuldennachlass zu gewähren.

Uno-Sicherheitsrat tagt per Videoschaltung

Erstmals in seiner Geschichte hat der Uno-Sicherheitsrat per Videokonferenz getagt. Wegen der Coronavirus-Pandemie konferierten die Diplomaten am Dienstag von zu Hause aus miteinander.

Während der mehr als vierstündigen Sitzung gab es allerdings technische Probleme, wie anschliessend aus Diplomatenkreisen am Uno-Hauptquartier in New York verlautete. Die Beratungen mussten mehrmals unterbrochen werden, weil die Internetverbindungen zusammenbrachen oder bei Teilnehmern der Strom ausfiel.

Auch war es wegen technischer Probleme nicht möglich, die auf Englisch abgehaltene Sitzung simultan in die anderen offiziellen Sprachen der Vereinten Nationen zu übersetzen. «Es war ein bisschen improvisiert», sagte ein Diplomat der Nachrichtenagentur AFP.

Die Sitzung, in der es unter anderem um die Lage in der Demokratischen Republik Kongo ging, war ohnehin als Test für den Einsatz von Videoschaltungen gedacht. Die Sitzung stand deshalb auch nicht auf der offiziellen Agenda des Sicherheitsrats. Zuvor hatte das mächtigste Gremium der Vereinten Nationen wegen des Coronavirus seit dem 12. März nicht mehr getagt.

Unklar ist bislang, wie Abstimmungen des Sicherheitsrats unter den Bedingungen der Corona-Krise stattfinden sollen. Russland, das als eines der fünf ständigen Mitglieder des Gremiums über ein Vetorecht verfügt, lehnt Stimmabgaben aus der Ferne ab und besteht auf physischen Zusammentreffen des Gremiums für Abstimmungen.

Die Arbeit des gesamten Uno-Hauptquartiers in New York ist durch die Corona-Krise stark beeinträchtigt. Uno-Generalsekretär António Guterres hatte Mitte März angeordnet, dass ein Grossteil der Uno-Beschäftigten mindestens drei Wochen lang von zu Hause aus arbeitet.

Italien: Bei Missachtung der Quarantäne droht Haft

Die Regierung in Italien hat die Strafen für Verstösse gegen die Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie drastisch erhöht. Wer sich vorsätzlich nicht an eine Quarantäne hält, riskiert bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe.

Dies gilt für Menschen, die positiv auf das Coronavirus getestet sind, sich vorsätzlich nicht an die Quarantäneauflage halten und die Wohnung verlassen. Sie können mit Gefängnisstrafen von einem bis zu fünf Jahren bestraft werden, wie es in einem am Dienstagabend veröffentlichten Dekret der Regierung in Rom heisst.

Schon zuvor hatte Ministerpräsident Giuseppe Conte zudem höhere Geldstrafen von 400 bis 3'000 Euro angedroht. Bisher drohte bei Vergehen eine Strafe von 206 Euro, auch eine Haft von bis zu drei Monaten war möglich.

Das von Conte vorgestellte Dekret sieht vor, dass regionale Autoritäten im Kampf gegen das Virus zeitweise eigene Massnahmen erlassen dürfen, wie der Premier ankündigte.

Italiens Polizei hat seit Einführung der Ausgangsverbote am 10. März mehr als zwei Millionen Menschen kontrolliert. Dabei habe es mehr als 100'000 Anzeigen wegen Verstössen gegeben, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa.

Kontrolliert wurden zum Beispiel Menschen, die versuchen, aus dem stark von der Covid-19-Krankheit betroffenen Norden in Ferienhäuser und zu Familien in den Süden zu fahren. Das ist nicht erlaubt. Ausserdem gehen Sportler joggen, oder Menschen besuchen Freunde. Man darf jedoch die Wohnung nur verlassen, wenn man zum Beispiel unbedingt zur Arbeit muss, zum Arzt oder zum Einkaufen.

Die Zahl der Menschen, die in Italien positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet wurden, stieg bis Dienstag auf mehr als 69'000. Die Massnahmen gegen die Ausbreitung des Virus gelten bis 3. April. Conte sagte, Gerüchte über eine Verlängerung bis Ende Juli seien komplett falsch.

Erste Schweizer Rückkehrer aus Costa Rica daheim

Zwei Flugzeuge, die im Rahmen der grössten Rückholaktion in der Geschichte der Schweiz Schweizer Touristen nach Hause bringen, sind am Dienstag auf dem Flughafen Zürich gelandet. Die Flüge kamen aus Costa Rica und Marokko.

Das Flugzeug aus San José in Costa Rica war am Sonntag zur Mission abgeflogen. Die Heimgekehrten müssen nun zehn Tage in Quarantäne. Es handelt sich laut dem Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) um 151 Personen.

Am Abend landete dann noch eine zweite Maschine in Zürich, die aus Casablanca in Marokko gekommen war. In der vom EDA gecharterten Maschine sassen rund 130 Schweizerinnen und Schweizer, wie das EDA bekannt gab. Es informiert unter dem Hashtag #flyinghome über die Rückholaktion.

Weitere Landungen von Rückholflügen erwartet das EDA am Mittwoch- und Donnerstagmorgen. Ein Flugzeug aus Bogotà in Kolumbien soll am Mittwoch um 7:45 Uhr in Zürich eintreffen. Rückkehrerinnen und Rückkehrer aus Lima in Peru sollen am Donnerstag um 9:20 Uhr landen.

Bis am Donnerstagmorgen will das Eidgenössische Departement für Auswärtige Angelegenheiten (EDA) in drei Flügen insgesamt rund 750 in der Schweiz wohnhafte Personen nach Hause zurückholen. Sie alle hatten wegen der Corona-Krise in Südamerika festgesessen.

New York lässt 300 Gefangene frei

In der Corona-Krise lässt die Stadt New York etwa 300 Gefangene frei. Dabei handle es sich um Insassen, die für kleinere und nicht-gewalttätige Vergehen einsitzen und deren Haftstrafe in weniger als einem Jahr ablaufen würde.

Dies sei eine Massnahme, um die weitere Ausbreitung des Coronavirus auch in den Gefängnissen zu hemmen, sagte Bürgermeister Bill de Blasio am Dienstag. De Blasio zufolge hat die US-Ostküstenmetropole mit nun etwa 15'000 Infizierten ein Drittel aller Corona-Fälle in den USA.

New York ist mit Abstand am schwersten von der Krise betroffen. Mehr als 100 Menschen sind dort bereits gestorben. Alle nicht-überlebenswichtigen Unternehmen dürfen ihre Mitarbeiter nur noch von zu Hause aus arbeiten lassen – und die Bewohner des Bundesstaates sollen soweit wie möglich zu Hause bleiben. Restaurants, Bars, Schulen, Museen und Broadwayshows sind geschlossen.

Zahl der Toten in Frankreich auf 1'100 gestiegen

In Frankreich sind inzwischen mehr als 1'000 mit dem neuartigen Coronavirus infizierte Menschen gestorben. Innerhalb von 24 Stunden sind 240 weitere Todesopfer verzeichnet worden.

Dies teilte der Generaldirektor im französischen Gesundheitsministerium, Jérôme Salomon, am Dienstagabend mit. Insgesamt seien somit 1'100 Menschen an der von dem Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben.

2'516 Patienten und Patientinnen liegen laut Salomon auf Intensivstationen – 434 mehr als am Vortag. Insgesamt wurden mehr als 10'100 Patienten wegen Covid-19 im Spital behandelt.

Angesichts steigender Infektions- und Todesfälle durch das neuartige Coronavirus hatte Frankreich am Montag seine Massnahmen im Kampf gegen die Pandemie verschärft. Die vor einer Woche verhängte Ausgangssperre wurde ausgeweitet, körperliche Betätigung im Freien ist nur noch unter strengen Auflagen gestattet.

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