«Dass Elvira Herzog jetzt rasiert wird, ist extrem hart – sie ist die grosse Verliererin»
Vor wenigen Monaten wurde Elvira Herzog von Nati-Trainerin Sundhage zur Stamm-Keeperin ausgerufen, jetzt wird sie kurz vor EM-Start degradiert. Eine Goalie-Posse sondergleichen, mit einer grossen Verliererin.
27.06.2025
Vor wenigen Monaten wurde Elvira Herzog von Nati-Trainerin Sundhage zur Stamm-Keeperin ausgerufen, jetzt wird sie kurz vor EM-Start degradiert. Eine Goalie-Posse sondergleichen, mit einer grossen Verliererin.
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
- Ex-Nati-Spielerin und SRF-Expertin Martina Moser ist im «Heimspiel bei der Nati» zu Gast und blickt mit blue Sport auf die heissesten Themen zurück und auf den anstehende EM-Kracher gegen Norwegen voraus.
- Kurz vor EM-Kickoff ist klar: Pia Sundhage macht Livia Peng zur neuen Nr.1 im Nati-Tor und degradiert Elvira Herzog auf die Bank.
- Sportlich für Moser zwar nachvollziehbar, in der Art und Weise aber gar nicht. «Wie das gelaufen ist, ist alles andere als gut und nicht professionell. Komplett unverständlich, da ist in der Kommunikation viel falsch gelaufen.»
Im November 2024 ruft Nati-Trainer Pia Sundhage Elvira Herzog nach einem Jahr ohne Goalie-Hierarchie zur Nummer 1 im Schweizer Tor aus. «Im Hinblick auf die Heim-EM ist es sehr wichtig, die Hierarchie früh festzulegen, damit sich alle an ihre Rolle gewöhnen», sagt Goalie-Trainerin Nadine Angerer zu dem Zeitpunkt.
Livia Peng ist enttäuscht. Herzog ist happy. Sogar mehr als das. «Es gibt gar kein Mass, das abbilden könnte, wie glücklich ich darüber bin», sagt Herzog, die ihre Karriere einst beim Zürcher Quartierverein FC Unterstrass gestartet hat und seit Jahren in der Bundesliga spielt.
An der EM im Tor zu stehen, sei eine grosse Ehre für sie, sagt Herzog, die in ihrer jungen Karriere schon viele Enttäuschungen einstecken musste. So wurde sie beispielsweise aus dem WM-Kader für Australien gestrichen.
«Kurz vor Auftakt rasiert, Herzog ist die grosse Verliererin»
Jetzt also der nächste Nackenschlag. Kurz vor EM-Auftakt wird die Hierarchie im Nati-Tor nochmals auf den Kopf gestellt. Livia Peng steht zwischen den Pfosten, Herzog, die auch in diesen Tagen noch in zahlreichen Monatsmagazinen als neue «Nr. 1» der Schweiz vorgestellt wird, sitzt auf der Bank.
Auf die Fragen, ob sie jetzt die Nummer eins sei, sagt Peng nach dem Schlusspfiff beim 4:1-Test gegen Tschechien: «Ja!» Peng ist glücklich, Herzog ist enttäuscht. Kurz vor EM-Anpfiff wird sie aus dem Tor bugsiert. Für Ex-Nati-Captain Martina Moser unverständlich. «Wie das gelaufen ist, ist alles andere als gut und professionell. Komplett unverständlich, da ist in der Kommunikation viel falsch gelaufen.»
Moser hat Mitleid mit Herzog, mit der sie einst noch zusammengespielt hat. «Du freust dich als Nr. 1 an der Heim-EM auflaufen zu können und wirst kurz vor Auftakt rasiert. Elvira ist jetzt die grosse Verliererin, das ist extrem hart für sie.»
Klar ist Herzog frustriert und enttäuscht als sie in dieser Woche erfährt, dass sie degradiert wird. Am Ende der Goalie-Posse schaut sie in die Röhre.
«Mir fehlt bei Sundhage schon ein wenig Selbstkritik»
Und was sagt Sundhage zu ihrem Goalie-Hick-Hack? Dass sie Herzog als Stamm-Keeperin ausgerufen habe, sei die richtige Entscheidung in diesem Moment gewesen, sagt die Schwedin und: «Ich bereue es nicht und würde es nochmals so machen.»
«Wenn ich das höre, fehlt mir schon ein wenig die Selbstkritik bei Pia Sundhage. In dieser ganzen Goalie-Thematik ist so vieles falsch gelaufen», sagt Michael Wegmann, Leiter blue News Sport.
Rein sportlich kann Moser den Entscheid aber nachvollziehen. «Für mich ist es am Ende die richtige Entscheidung. Livia hat nochmals einen Schritt gemacht, sie hat eine starke Präsenz und gute Abläufe.» Auch für Wegmann, Leiter blue News Sport, ist der Entscheid pro Peng nachvollziehbar. «Sie ist stark mit Ball am Fuss und hat eine gute Präsenz und Spielauslösung.»
Macht's für Herzog aber weder einfacher noch erträglicher.
Die ganze Sendung im Video
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