«Nur ein erster Schritt» Hier sind die Stimmen zur Deutschland-Gala gegen Schottland

dpa/pat

15.6.2024 - 07:43

Bundestrainer Julian Nagelsmann herzt Jamal Musiala.
Bundestrainer Julian Nagelsmann herzt Jamal Musiala.
Bild: Keystone

Die DFB-Elf lässt Schottland im EM-Eröffnungsspiel nicht den Hauch einer Chance. Entsprechend zufrieden sind die Beteiligten nach der 5:1-Gala.

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15.6.2024 - 07:43

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Deutschland gewinnt das Eröffnungsspiel an der Heim-EM gegen Schottland 5:1.
  • Entsprechend zufrieden sind Trainer und Spieler aus dem Deutschland-Lager nach dem nahezu perfekten Auftakt.
  • Der eine oder andere hebt allerdings auch den Mahnfinger. 

Deutschland feiert in München einen auch in dieser Höhe hochverdienten 5:1-Sieg gegen Schottland. Wenn das DFB-Team ins Rollen kommt, dann ist es nur schwer aufzuhalten.

Bundestrainer Julian Nagelsmann ist nach der Partie zufrieden: «Das hätte ich definitiv so unterschrieben. Die ersten 20 Minuten waren beeindruckend, von viel Power geprägt. Insgesamt sehr konzentriert, ein sehr, sehr gutes Spiel.» Dass sich gleich mehrere Spieler unter die Torschützen reihen, freut den Trainer besonders: «Gerade für Jamal Musiala freut es mich sehr. Bei der WM in Katar hatte er die ein oder andere Chance vergeben, das hat schon an ihm genagt. Heute hat er ein super Spiel und ein aussergewöhnliches Tor gemacht – Florian Wirtz ebenso. Kai Havertz und Niclas Füllkrug haben getroffen. Es ist wertvoll, die Last etwas zu verteilen. Ilkay Gündogan hätte sich auch ein Tor verdient. Wertvoll, dass heute nicht nur einer die Blumen bekommt.» 

Die Stimmung im Stadion ist riesig, die Spieler werden von den Fans lautstark gefeiert. Muss der Coach bereits auf die Euphoriebremse drücken? «Ich bin kein Mahner. Aber die Jungs wissen, dass es ein sehr guter, aber eben nur ein erster Schritt war. Es bringt uns nichts, wenn wir ab jetzt den Betrieb einstellen. Wir müssen einfach weitermachen. Nach all den Erlebnissen mit den letzten Eröffnungsspielen wissen sie es auch selbst. Es macht wenig Sinn, jetzt zu viel zu bremsen. Wir wissen, wir haben ein Spiel gewonnen, aber wir müssen mindestens noch eins gewinnen. Es ist ein erster Schritt, auf den müssen wir aufbauen.»

Die Stimmen der Spieler

Niclas Füllkrug: «Das ist ein grosses Spiel für uns gewesen. Wir sind immer besser ins Spiel gekommen. Wir haben über Ballsicherheit Selbstvertrauen bekommen. Wir waren engagiert, haben nach keinem Tor nachgelassen. Das ist die Energie, die wir brauchen, immer gierig sein. Das war über 90 Minuten ein völlig verdienter Sieg. Man hat gemerkt, dass es anders ist. Es geht nicht komplett an uns vorbei, was medial passiert. Es ist ein überragender Auftakt zu dem, was wir haben wollen: Ein Sommermärchen.»

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Jamal Musiala: «Ich glaube, einen besseren Start könnten wir jetzt nicht haben. Wir wollten in das Turnier gut starten und das haben wir gemacht. Das Tor am Ende tut ein bisschen weh, weil sonst wäre es ein Zehn-von-zehn-Spiel, aber das ist unser erster Step. Wir haben einen guten Plan gehabt. Wir haben Vertrauen in unseren Trainer und in unsere Taktik. Wir haben alles gegeben auf dem Platz. Wir haben Intensität gebracht. Wir haben so viel Qualität auf dem Platz und wenn wir gut im Flow sind, dann läuft das einfach.»

Jamal Musiala (Nr. 10) und Julian Wirtz (Nr. 17) reihen sich im Eröffnungsspiel unter die Torschützen.
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Bild: Keystone

Emre Can: «Ein geiles Gefühl, und eine verrückte Story, deshalb lieben wir den Fussball. Ich war vor zwei Tagen noch im Urlaub, dann kam am Mittwoch der Anruf. Gestern habe ich einmal trainiert und bin heute reingekommen, habe ein Tor erzielt. Ich bin Julian dankbar, dankbar dem ganzen Trainerteam, dass sie mir das Vertrauen geschenkt haben.»

Toni Kroos: «Ich glaube, wir haben das, was wir uns vorgenommen haben, gemacht. Wir wollten logischerweise gut starten, das haben wir gemacht, wir haben Schottland nie ins Spiel kommen lassen und souverän gewonnen. Wir haben uns belohnt für eine gute Anfangsphase, das gibt einer Mannschaft hier beim ersten Spiel einer Heim-EM auch Selbstvertrauen. Dazu war der Gegner natürlich auch nicht in Topform, spätestens nach der Roten Karte war es entschieden. Wir haben es souverän runtergespielt, aber klar, ein frühes Tor hilft. (...) Ob man nach einem Spiel schon im Flow ist, weiss ich nicht. Aber wenn wir das rüber tragen ins nächste Spiel, was definitiv schwerer wird, da erwartet uns eine Mannschaft, die mindestens eine Klasse besser ist als Schottland, wenn wir es da beweisen, können wir von Flow sprechen.»

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Ilkay Gündogan: «Wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht, genau das, was wir umsetzen wollten, mit richtig guter Intensität gespielt, die Tore gemacht. Dann war es in der zweiten Halbzeit grösstenteils Ballbesitz und nicht mehr allzu grosses Risiko. So kann man starten. Genau so muss man agieren, genau so muss man anfangen. Man sieht's, dass die Gegner auch Qualitäten haben. Kleine Unaufmerksamkeiten können schon extrem bestraft werden wie heute beim Gegentor, dementsprechend war das vielleicht auch der notwendige Warnschuss, kein bisschen weniger zu machen. Wir wollen die Euphorie, die Stimmung mitnehmen. Gerade das, was in der ersten Halbzeit passiert ist, war Fussball pur. Das hat eine riesen Freude gemacht, und ich glaube, der Funke ist auch auf die Tribüne und auf die Zuschauer zu Hause übergesprungen.»

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