13 Spiele in 43 Tagen – Lugano und das Problem mit den «alten Hasen»

fon/jar

18.6.2020 - 08:00

Mijat Maric: Einer der wichtigsten Spieler beim FC Lugano, mit seinen 36 Jahren aber auch der älteste.
Bild: Keystone

Der FC Lugano gehörte zu den wenigen Vereinen, die in dieser Saison lieber nicht mehr auf den Fussballplatz zurückgekehrt wären. Jetzt müssen die Tessiner gegen den Abstieg kämpfen. Wie meistert die zweitälteste Mannschaft der Liga den intensiven Saison-Endspurt?

119 Tage nach dem letzten Ligaspiel gilt es für den FC Lugano am Sonntag wieder ernst. Die Tessiner gastieren in Genf und wollen gleich die ersten Punkte nach der Corona-Pause einheimsen. Es ist der Startschuss zu sechs intensiven Wochen, in denen die Super-League-Teams nicht weniger als 13-mal auf dem Platz stehen werden. Der Marathon der Bianconeri endet am 2. August mit dem letzten Sprint gegen Neuchâtel Xamax.

39 Punkte sind pro Team noch zu holen, was bedeutet, dass Luganos Vorsprung von sieben Zählern auf die Abstiegsplätze nur auf den ersten Blick als komfortabel angesehen werden kann. Es braucht nur eine kleine Negativserie, schon finden sich die Tessiner mitten im Abstiegskampf wieder. Die Furcht vor dem Abstieg scheint das Team von Maurizio Jacobacci aber bislang nicht erreicht zu haben, vielmehr freue sich die Mannschaft riesig, dass endlich wieder Fussball gespielt wird. «Der Wunsch der Spieler war gross, wieder zu spielen. Jetzt erleben wir diese besonderen und einzigartigen Zeiten. Wir werden bereit sein», sagt Lugano-Teammanager Marco Padalino zu «RSI».

Die Verletzungsangst und das fortgeschrittene Alter der Mannschaft

Bei dem rasenden Tempo, mit dem die Spieler die nächsten Wochen bestreiten werden, spielt die körperliche Verfassung natürlich eine entscheidende Rolle. Die Luganesi stellen nach Xamax das zweitälteste Team der Super League. Teamstützen wie Captain Jonathan Sabbatini (32 Jahre), Mijat Maric (36), Alexander Gerndt (33) und Fulvio Sulmoni (34) befinden sich bereits im Herbst ihrer Karriere. Nun folgen 13 Spiele in 43 Tagen – Mannschaften mit jüngeren Spielern könnten einen Vorteil haben. 

«Wir haben eine ziemlich alte Mannschaft», weiss auch Padalino. «Die Routiniers könnten angesichts des engen Programms mit körperlichen Problemen konfrontiert werden.» Deshalb arbeite man in Lugano seit längerer Zeit an einem Fitnesskonzept. «Die Spieler werden seit Wochen von unserem Arzt und Fitnesstrainer begleitet. Alle folgten einem personalisierten Programm, um beim Re-Start bereit zu sein», so Padalino. Dem Teammanager ist dennoch bewusst, dass einige Verletzungen wohl nicht zu verhindern sind, «zum Glück können wir uns aber auf einen ziemlich grossen Kader verlassen».

Das Warten hat ein Ende
Am 19. Juni ist die Super League zurück

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Auch Lugano-Präsident Angelo Renzetti spricht das Thema Fitness und Verletzungen am Dienstagabend in der «RSI»-Sendung «Pronti, partenza, via!» an: «Beim Cup-Viertelfinal am Sonntag war ich überrascht, wie gut Lausanne und Basel schon drauf sind. Es war ein grossartiges Spiel, die Spieler sind 120 Minuten lang gelaufen.» Auch erfahrene Spieler hätten gezeigt, dass sie bis zum Ende mithalten können, so Renzetti: «Zumindest in den ersten Spielen hoffe ich, dass auch unsere älteren Spieler dem Team helfen können.»

Lugano will Tickets verlosen

Der Re-Start steht kurz bevor, auch in Lugano ist alles bereit für den Saison-Schlussspurt. Am nächsten Mittwoch geht das erste Heimspiel nach der Corona-Pause im Cornaredo über die Bühne – und der FC Lugano plant, bereits dann im Spiel gegen den FC Luzern einige Fans ins Stadion zu lassen. In den nächsten Tagen soll eine Auslosung unter den Saisonabo-Besitzern stattfinden, 20 glückliche Lugano-Fans werden ein Ticket erhalten und ihren Klub dann tatsächlich auch live vor Ort unterstützen können.

Dein Verein: FC Lugano

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Wie ist die Saison für die einzelnen Klubs in der Super League bisher verlaufen? Welches waren die Highlights, welches die Enttäuschungen? Die Teleclub-Redaktion liefert die Antworten auf diese Fragen. In Folge 7 steht der FC Lugano im Mittelpunkt, der auch bereits den Trainer ersetzt hat.

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