Gefälschter Pass

Ronaldinho: «Ich war total überrascht, als ich erfuhr, dass das nicht legal war»

jar

27.4.2020

Anfang März wurde Ronaldinho verhaftet und musste ins Gefängnis.
Bild: Keystone

Weil er mit einem gefälschten Pass erwischt wurde, musste Ronaldinho knapp 30 Tage in einem Gefängnis in Paraguays Hauptstadt Asuncion verbringen. Nun hat der ehemalige Weltfussballer erstmals über die Zeit im Knast und seine kuriose Verhaftung gesprochen.

Wie kommt ein Weltstar auf die Idee, mit einem gefälschten Pass herumzureisen? Das fragten sich wohl so einige Fussballfans, als sie Anfang März erfuhren, dass Brasiliens Fussball-Legende Ronaldinho deswegen in Paraguay verhaftet wurde. Nun, die Antwort ist relativ simpel – Ronaldinho gibt sie gleich selbst: «Wir waren total überrascht zu erfahren, dass die Dokumente nicht legal waren.»

Der 40-Jährige, der sogar seinen runden Geburtstag im Gefängnis verbringen musste, spricht mit dem TV-Sender «ABC Color» erstmals über die turbulenten Wochen, die er und sein Bruder Roberto de Assis hinter sich haben. Die beiden wurden am 6. März in Paraguay verhaftet, weil sie mit gefälschten Pässen eingereist waren. Hintergrund der Geschichte: Ronaldinho und seinem Bruder wurden im November 2018 in Brasilien wegen ausstehender Steuerzahlungen die Reisepässe entzogen, weshalb sie offenbar bei einem Mittelsmann die Staatsbürgerschaft Paraguays beantragten und gefälschte Papiere erhielten. 

«Von Anfang an war es unsere Absicht, mit der Justiz zusammenzuarbeiten, um die Sache zu klären. Seit der Verhaftung bis heute haben wir alles erklärt, was die Ermittler von uns verlangten», sagt der Weltfussballer von 2004 und 2005. Gegen die Zahlung einer Kaution in Höhe von 1,6 Millionen US-Dollar konnten die Brüder das Gefängnis nach rund 30 Tagen verlassen und dürfen das weitere Verfahren in einem Hotel in Asuncion abwarten – unter Aufsicht der Polizei. Nun hoffe er, dass der Fall so schnell wie möglich geklärt wird.

«Ich wollte den Menschen immer Freude bereiten»

«Es war ein harter Schlag, ich hätte nie gedacht, dass ich mal sowas durchmachen würde», sagt Ronaldinho über seine Verhaftung. «Mein ganzes Leben lang habe ich versucht, professionell zu sein und den Menschen mit meinem Fussball Freude zu bereiten.» Auf einmal war der Paradiesvogel im Käfig eingesperrt – schaffte es aber selbst da, seine Mitmenschen zu begeistern.



«Alle haben mich freundlich empfangen. Ich spielte Fussball, gab Autogramme, machte Fotos – das ist ein Teil meines Lebens. Es gab keinen Grund, damit aufzuhören. Schon gar nicht bei Menschen, die gerade eine schwierige Zeit durchleben – so wie ich», erklärt Ronaldinho. Auch für die Leute, die ihn verhaftet haben, hat «Ronnie» nur gute Worte übrig: «Die Wärme, die Zuneigung und der Respekt aller Paraguayaner waren vom ersten Tag meiner Ankunft im Land bis heute zu spüren und ich bin sehr dankbar.»

Nun muss der Weltmeister von 2002 bis auf Weiteres in Quarantäne bleiben. Immerhin verpasst Ronaldinho in Zeiten der Coronakrise auch nicht viel, was ausserhalb seines Hotels geschieht. Trotzdem weiss der Paradiesvogel schon jetzt, was er als erstes machen wird, sobald er wieder frei ist: «Ich werde meiner Mutter, die seit Wochen zuhause sitzt und wegen der Corona-Pandemie das Haus nicht verlassen kann, einen dicken Kuss geben.»


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