Talentschau

Vorhang auf für die neue Generation: Die zehn grössten Stars bei der U21-EM

Von Syl Battistuzzi

24.3.2021

Greenwood, Hudson-Odoi und Co.: Vorsicht vor diesen U21-Hochkarätern

Greenwood, Hudson-Odoi und Co.: Vorsicht vor diesen U21-Hochkarätern

An der U21-EM in Slowenien und Ungarn trifft die Schweizer Nati auf die Fussball-Schwergewichte England, Portugal und Kroatien. Wir werfen einen Blick auf die grossen Namen der Teams in der Gruppe D.

23.03.2021

Vom 24. bis 31. März findet in Ungarn und Slowenien die Gruppenphase der Europameisterschaft der U21-Fussballer statt. Mit dabei ist auch die Schweiz. Doch die ganz grossen Stars spielen bei den anderen Teams.

Von Syl Battistuzzi

24.3.2021

In der Gruppenphase der U21-EM kämpft der Schweizer Nachwuchs (unsere U21-Nati im Form-Check) ab Mittwoch mit 15 weiteren Teams um die Tickets für die K.o.-Runde. Für Europas Fussball-Talente (hier geht's zu allen aufgebotenen Spielern) ist es eine grosse Bühne – nachfolgend zehn Stars, die für Furore sorgen werden.



Curtis Jones

Der Schweizer Gruppengegner England zählt zu den Top-Favoriten auf den Titel. Kein Wunder, schliesslich haben bei den «Three Lions» schon viele Youngster Erfahrung in der Premier League sammeln können. Zu ihnen gehört auch der 20-jährige Jones.

Der zentrale Mittelfeldspieler ist einer der grossen Profiteure der Verletzungsmisere bei den Reds und kam so zu viel Spielzeit unter Coach Jürgen Klopp. Noch geht ihm etwas die Torgefahr ab, doch Jones hat alle Anlagen, um eine steile Karriere hinzulegen.


Callum Hudson-Odoi

Der flinke Flügelspieler Callum Hudson-Odoi kommt nach einer überstandenen Verletzung bei Chelsea regelmässig zum Einsatz. Bei Bayern München soll der 20-Jährige schon lange ganz oben auf der Einkaufsliste stehen.

Mit seiner Tempofestigkeit sucht er wann immer es geht die 1:1-Duelle. Ähnlich wie früher bei Kingsley Coman vermisst man noch die Effektivität, sprich direkte Torbeteiligungen. Aber wie beim Franzosen scheint es nur eine Frage der Zeit, bis bei ihm der Knopf endgültig aufgeht.

Curtis Jones Callum Hudson-Odoi
Curtis Jones (l.) feiert mit Callum Hudson-Odoi – auch m Schluss bei der U21-EM?
Bild: Getty Images

Youssoufa Moukoko

Der Hype um den frühreifen Teenager ist gewaltig. Der 16-Jährige wurde diese Saison der jüngste Bundesliga-Spieler, jüngster Bundesliga-Torschütze und jüngster Champions-League-Spieler aller Zeiten. Der Stürmer hat beim BVB mit Erling Haaland einen Lehrmeister, der sicher gute Tipps bezüglich Tore schiessen hat. 

Moukoko soll nun die deutsche U21-Mannschaft, welche im Gegensatz zu früheren Jahren nicht die ganz grossen Namen hat, zum Erfolg führen. Mit einem Einsatz würde ihm auch der Rekord als jüngster Teilnehmer einer U21-EM gehören.


Ridle Baku

Im Oktober wechselte Baku für zehn Millionen Euro innerhalb der Bundesliga von Mainz zu Wolfsburg. Seither ist der 22-Jährige explodiert: Bei den Wölfen darf er auf der Aussenbahn meist eine offensivere Rolle einnehmen und weiss dies mit seiner Geschwindigkeit auch gut auszunutzen.

Baku ist nicht nur unumstrittener Stammspieler, sondern trägt sich auch regelmässig in die Skorertabelle ein. Mit 5 Toren und 4 Assists gehört er zu den Aufsteigern der Bundesliga.

Ridle Baku bringt Wolfsburg zum nächsten Remis
Ridle Baku sorgt bei Wolfsburg für Aufsehen.
Bild: Keystone

Eduardo Camavinga

Camavinga gilt als DAS Mittelfeldtalent im Land des Weltmeisters. Letzte Saison begeisterte er die Experten mit seiner Mischung aus Physis und Technik. Bei Rennes räumte er als unumstrittener Stammspieler im Zentrum alles ab – kein Spieler hatte am Ende mehr Tacklings auf dem Konto. Der in Angola geborene Teenager stellt sich dabei im Duell Mann-gegen-Mann äusserst geschickt an (er gehört zu den Spitzenkräften bei der Zweikampfquote in der Ligue 1), agiert dabei aber nie unfair.

Diesen Herbst kam dann die Belohnung in Form eines Nati-Aufgebots. Didier Deschamps machte ihn zum jüngsten französischen Nationalspieler seit dem Zweiten Weltkrieg. In seinem zweiten Spiel für die «Équipe Tricolore» erzielte er gar noch einen Treffer. Bei Real Madrid soll der 18-Jährige ganz oben auf der Wunschliste stehen. Auch Bayern München will ihn unbedingt verpflichten.


Jules Koundé

Sevillas Sportdirektor Monchi überwies 2019 für ihn stolze 25 Millionen Euro (Klub-Rekord) an Girondins Bordeaux. Damit bewies der für viele beste Einkäufer Europas einmal mehr seine goldene Nase. Im Sommer wollte Manchester City für den 22-Jährigen bereits kolportierte 55 Millionen Euro hinblättern, «transfermarkt» schätzt seinen Marktwert sogar bei 60 Millionen ein.

Der Innenverteidiger und der Klub entschieden jedoch, dass es für seine Entwicklung besser sei, noch weiter bei den Andalusiern zu bleiben. Er ist für sein Alter schon erstaunlich abgeklärt und zeigte bisher (fast) keine Schwächen. Ein grosses Versprechen für die Zukunft.


Sandro Tonali

Der 20-Jährige wird in seiner Heimat bereits mit Andrea Pirlo verglichen. Kein Wunder, schliesslich will der Milan-Spieler mit den langen Haaren wie der frühere Spielmacher der «Squadra Azzurra» das Spiel aus dem Zentrum ankurbeln. Bisher gelang das dem Neuzugang aus Brescia (32 Millionen Euro) im Klub aber nicht wirklich. Tonaldi pendelt zwischen Stammelf und Ersatzbank, zudem gelangen ihm weder ein Tor noch eine Vorlage. 

Doch auch Pirlo hatte zu Beginn seiner Karriere Startschwierigkeiten. Auch Milan will bei seinem Rohdiamanten, der bei allem Spielverständnis noch etwas phlegmatisch wirkt, Geduld zeigen. Vielleicht zeigt er ja bei der U21-EM, was in ihm steckt.


Rafael Leao

Geduld will man in Mailand auch mit Rafael Leao zeigen. Stolze 29 Millionen Euro überwies man 2019 an Lille für den bei Sporting Lissabon ausgebildeten Stürmer. Er schoss zwar seither einige Tore, der grosse Durchbruch blieb ihm aber bisher verwehrt.

Zwischendurch blitzten seine Qualitäten (Tempo und Dribbling) immer wieder auf. Im Sturmzentrum fehlt im noch etwas die Erfahrung, weshalb er bisher am linken Flügel am besten zur Geltung kommt. Zusammen mit Barças Trincao soll er bei den Portugiesen nun für viele Tore sorgen.

BIELSKO-BIALA, POLAND - MAY 25:  Trincao of Portugal celebrates after scoring his team's first goal with teammate Rafael Leao during the 2019 FIFA U-20 World Cup group F match between Portugal and Korea Republic at Bielsko-Biala Stadium on May 25, 2019 in Bielsko-Biala, Poland. (Photo by Boris Streubel - FIFA/FIFA via Getty Images)
Rafael Leao (l.) und Trincao haben schon 2019 bei der U20-WM zusammen gestürmt.
Bild: Getty

Brian Brobbery

Das niederländische Top-Talent Brian Brobbey hat in der Europa League auch gegen YB gezeigt, was er drauf hat. Im Hinspiel gegen die Berner kam er in der 82. Minute aufs Feld – das reichte für einen Pfostenschuss und einen Treffer. Der Mittelstürmer wird Ajax Amsterdam verlassen und ab Sommer bei RB Leipzig auf Torejagd gehen.

Der 19-Jährige kann sich in den Zweikämpfen durchsetzen und ist überdies pfeilschnell. Julian Nagelsmann darf sich auf einen hoffnungsvollen Angreifer freuen. Bei der U21-EM kann er zudem schon mal das Zusammenspiel mit Justin Kluivert üben, der ebenfalls in Leipzig unter Vertrag steht. Brobberys Berater ist übrigens ein gewisser Mino Raiola.


Brahim Díaz

Bei Titelverteidiger Spanien ist ein weiterer Milan-Spieler Dreh- und Angelpunkt seines Teams. Der 21-Jährige stand schon bei Manchester City und Real Madrid unter Vertrag. Die Königlichen haben den feinen Techniker in weiser Vorahnung nur leihweise an die Mailänder abgegeben.

In Italien scheint Díaz aber immer mehr aufzublühen und erhält die Spielzeit, die man als junger Spieler braucht. Man darf also gespannt sein, ob seine Leistungskurve auch bei der U21-EM nach oben zeigt.

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