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Caviezels Bedenken: «Ich spüre, dass irgendetwas nicht gleich ist wie sonst»

lbe

9.2.2021

Gewinnt Mauro Caviezel den Wettlauf gegen die Zeit?
Gewinnt Mauro Caviezel den Wettlauf gegen die Zeit?
Bild: Keystone

Eigentlich zählt Mauro Caviezel im Super-G zu den heissesten Anwärtern auf eine WM-Medaille. Der Start des Bündners steht aber nach wie vor auf der Kippe. Die Zeit wird knapp.

Sieg in Val d'Isère, Platz zwei in Gröden und Fünfter in Bormio – obwohl er sich erst in der Vorbereitung im Sommer schwer verletzt, gehört Mauro Caviezel im Super-G auch in der laufenden Saison zu den Weltbesten. Dementsprechend rosig sind denn auch die Aussichten auf die WM in Cortina – bis der Bündner nach einem Trainingssturz erneut ausser Gefecht gesetzt wird.

Anfang Januar in Garmisch stürzt Caviezel schwer. Er bleibt lange bewusstlos, das Aussenband im Knie ist beschädigt – und die WM-Teilnahme in höchster Gefahr. Christian Höflehner, Rennchef des Ausrüster Atomic, sagt damals: «Mauro ist in diesem Herbst nach so einer schweren Verletzung stärker zurückgekommen als er zuvor war. (...) Wenn einer noch einmal ein so schnelles Comeback schafft, dann ist es Mauro!»



Seither ist der Weg an die WM für den Bündner ein Wettlauf gegen die Zeit. Der starke Neuschnee in Cortina zum Wochenauftakt kommt da wie gerufen. Die Verschiebung des Super-G von Dienstag auf Donnerstag verschafft ihm noch einmal zwei Tage mehr. Die Kombination am Mittwoch lässt er sausen.

Bruder Gino als Ersatzfahrer

Während der Schaden am Knie mittlerweile fast gänzlich auskuriert ist, macht Caviezel anderes Mühe. «Das Problem liegt in meinen Kopf», sagt Caviezel gegenüber dem «Tagesanzeiger» und spricht von «visuellen Verzögerungen». Die Verarbeitung der Reize gehe länger als normal. Durch die vielen Augenübungen habe immerhin der Druck im Kopf abgenommen. Fragezeichen bleiben dennoch.

«Ich spüre, dass irgendetwas nicht gleich ist wie sonst», sagt Caviezel selber. Insbesondere in der Speeddisziplin Super-G – mit hohem Tempo und möglicherweise schlechter Sicht – sind das keine guten Vorzeichen. Hinzu kommt, dass der 32-Jährige im neuen Jahr noch kein einziges Rennen bestritten hat. Für ein Comeback in Garmisch am vergangenen Wochenende war er noch nicht bereit.

Nichtsdestotrotz ist Caviezel guten Mutes, bis am Donnerstag bereit zu sein. «Ein Start muss Sinn ergeben», macht er allerdings klar. Lieber lässt er dann dem Ersatzfahrer im starken Schweizer Team den Vortritt: Bruder Gino. Der hochverdiente Startplatz im Super-G bliebe dann immerhin in der Familie.

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