Gut-Behrami: «Die Diskussionen hören erst auf, wenn wir alle tot sind»

10.10.2019 - 11:22, pat

Lara Gut-Behrami will in der neuen Saison wieder voll angreifen.
Bild: Keystone

Lara Gut-Behrami und Swiss Ski … eine komplizierte Beziehung. Immer wieder kommt es zu Interessenkonflikten und daran wird sich wohl so schnell nichts ändern.

Wie «Blick» berichtet, ist das gegenseitige Verhältnis zwischen Gut-Behrami und Swiss Ski noch immer angespannt. Auf die Frage, ob es Diskussionen mit dem Verband gebe, meint die 28-Jährige: «Die gibt es immer. Sie werden erst aufhören, wenn wir alle tot sind.»

Im Prinzip geht es immer um die gleiche Sache. Gut-Behrami ist überzeugt, dass ein Privatteam ein entscheidender Faktor sei, um erfolgreich Skifahren zu können. Um dies zu untermauern, verweise sie gerne auf die Gesamtweltcup-Siegerinnen der letzten Jahre, schreibt «Blick». Shiffrin (2017-19), Fenninger (2014-15) und Tina Maze (2013) wurden von Privatteams umgarnt. Und Gut-Behrami kann auch aus eigener Erfahrung sprechen. Als sie im Jahr 2016 den Gesamtweltcup gewann, genoss sie ebenfalls einen Sonderstatus.

Besonders wenn die Erfolge ausbleiben, löst das zwischen den nationalen Verbänden und den Privatteams Diskussionen aus. So auch bei ihr. Gut-Behrami kann seit ihrem Kreuzbandriss im Februar 2017 ihr Potenzial nur noch selten abrufen. Nur noch einen Sieg konnte sie seither einfahren, viermal fuhr sie aufs Podest.



Ende letzter Saison hiess es dann seitens des Verbands, dass man «alles kritisch hinterfragen» werde. Zwar hat Gut-Behrami keine eigene Medienbetreuerin mehr, doch mit Alejo Hervas einen neuen Konditionstrainer. Swiss Ski bezahlt für seine Dienste. Dies, weil Hervas auch die anderen Fahrerinnen der Speed-Gruppe unterstützen wird. Und auch Gut-Behramis Vater ist weiter auf Mandatsbasis angestellt.

Ohne Kompromisse geht es nicht

Noch scheint man den Glauben nicht verloren zu haben, dass Gut-Behrami wieder in der Weltspitze mitmischen kann. Bleiben die guten Resultate aber auch in dieser Saison aus, so wird dies mit Sicherheit erneut zu Diskussionen führen. Die hören laut Gut-Behrami ja ohnehin nie auf.

Die 28-Jährige ist sich bewusst, dass ihr der Verband auch Arbeit abnimmt. Bei der Organisation von Pisten, Reisen und Fitness-Räumen etwa. «Das vereinfacht vieles. Früher kostete mich das unnötig Energie», so Gut-Behrami. Sie habe auch Verständnis dafür, dass der Verband eine Struktur haben müsse und wie eine Firma funktioniere. Eine Athletin auf der anderen Seite, funktioniere aber nicht wie eine Firma.

Ob der aktuelle Kompromiss für sie stimmt? «Ich gebe mein Bestes», antwortet sie schmunzelnd. Sie mache letztlich nur Vorschläge, am Ende treffe man sich irgendwo in der Mitte.


Lara Gut-Behrami sorgt immer wieder für Schlagzeilen

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