Ermittler verraten Details Liebesnest am Waldrand – wie «El Mencho» in die Falle ging

Andreas Fischer

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Geheimdienstinformationen, eine Geliebte und eine heftige Schiesserei. Die letzten Stunden des mexikanischen Drogenbosses «El Mencho» wirken wie aus einer Narco-Serie.

Keystone-SDA

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  • Mexikanische Behörden verrieten erstmals konkrete Details zur Festnahme des berüchtigten Drogenbosses Nemesio Oseguera Cervantes, genannt «El Mencho».
  • Weil sie seine Geliebte beschatteten, konnten Ermittler den Kartell-Boss in einer Hütte am Waldrand aufspüren.
  • Bei der Festnahme kam es zu einer heftigen Schiesserei, der schwer verletzte «El Mencho» starb während des Transports im Helikopter.

Bei dem Militäreinsatz gegen den mächtigsten Drogenboss Mexikos spielen eine Frau, eine Hütte am Waldrand und eine Flucht ins Gebüsch eine wichtige Rolle. Einen Tag nach der Tötung von Nemesio Oseguera Cervantes alias «El Mencho» gewährte das Militär detaillierte Einblicke (PDF) in sein Vorgehen.

Mithilfe von US-Geheimdienstinformationen und eigener Überwachung war es dem mexikanischen Militär gelungen, den Anführer des Drogenkartells Jalisco Nueva Generación (CJNG) aufzuspüren. An dem Einsatz waren nach Angaben von Präsidentin Claudia Sheinbaum ausschliesslich mexikanische Sicherheitskräfte beteiligt.

Mexikanische Spezialeinheiten haben den berüchtigten Drogenboss in einer Hütte am Waldrand festgenommen, in der er zuvor Zeit mit seiner Geliebten verbracht hatte. (Symbolbild)
Mexikanische Spezialeinheiten haben den berüchtigten Drogenboss in einer Hütte am Waldrand festgenommen, in der er zuvor Zeit mit seiner Geliebten verbracht hatte. (Symbolbild)
IMAGO/Anadolu Agency

Ermittler heften sich der Geliebten an die Fersen

Bei den Ermittlungen wurde laut Verteidigungsminister Ricardo Trevilla zunächst ein Mann als Vertrauensperson einer Geliebten von «El Mencho» identifiziert. Zwei Tage vor dem Militäreinsatz brachte der Mann die Frau zu dem Drogenboss in einen Hüttenkomplex am Wald nahe Tapalpa im Bundesstaat Jalisco. Die Frau verliess den Ort am nächsten Tag. «El Mencho» blieb in der Hütte.

Als das Militär ihn schliesslich festnehmen wollte, leisteten die schwer bewaffneten Leibwächter des Drogenbosses erbitterten Widerstand und es kam zu heftigen Kämpfen. Mit seinem engsten Kreis an Gefolgsleuten floh «El Mencho» schliesslich in den Wald. Er habe sich im Gebüsch versteckt, sagte Trevilla. Dort sei es wieder zu einer Schiesserei gekommen. Ein Militärhubschrauber sei von Schüssen getroffen worden.

Verteidigungsminister bricht in Tränen aus

Bei den Gefechten wurden den Angaben zufolge «El Mencho» und zwei seiner Leibwächter schwer verletzt. Ein Helikopter sollte sie in eine Klinik in Jalisco bringen. Auf dem Weg erlag der Drogenboss allerdings seinen Verletzungen. Der Plan wurde daraufhin geändert, wie Trevilla sagte.

Das Militär flog den toten Drogenboss nun nach Morelia im Bundesstaat Michoacán. Dort wartete ein Jagdflugzeug der Luftwaffe, das die Leiche schliesslich nach Mexiko-Stadt transportierte.

Angesichts der hohen Zahl der getöteten Soldaten brach General Trevilla bei der Pressekonferenz in Tränen aus. Mindestens 25 Angehörige der Nationalgarde kamen bei Angriffen von Bandenmitgliedern nach der Festnahme des Drogenbosses ums Leben.

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