E-Books auf Vormarsch

Diese Bücher liest die Schweiz im Coronavirus-Lockdown

Von Jennifer Furer

11.4.2020

Die Schweizerinnen und Schweizer haben in Zeiten der Corona-Pandemie Zeit zum Lesen – das schlägt sich in den Online-Bestellungen der Buchhändler nieder. Auch E-Books sind auf dem Vormarsch.

Die Sonne scheint, Vögel zwitschern – und der Geruch von frischem Bärlauch macht sich breit: Auch an Ostern hält der Frühling mit Prachtwetter in der Schweiz Einzug. Wegen des Coronavirus bleibt uns ein Kurzurlaub oder ein Besuch in einer Eisdiele verwehrt. Zeit also, sich mit einem guten Buch auf den Balkon oder in den Garten zu setzen.

Diese Idee haben so einige Schweizerinnen und Schweizer. In Zeiten der Corona-Pandemie erblüht der Büchermarkt. «Die Bestellungen haben sprunghaft zugenommen, und das hohe Volumen dürfte andauern, solange der Lockdown gilt», sagt Marie-Christine Schindler, Sprecherin von Ex Libris.

Der Einfluss des Lockdowns sei «riesig und an allen Orten deutlich spürbar», so Schindler weiter. Die Situation sei ausserordentlich anspruchsvoll und verlange nach Geduld auf allen Seiten. «Die Lage verändert sich fast täglich. Prozesse, die zwar intern gut eingespielt sind, müssen immer wieder angepasst werden.»

Mehr Kapazitäten geschaffen

Nicht alle Bestellungen hätten reibungslos durchgeführt werden können. «Gegen Einflüsse aus der Lieferkette sind wir machtlos. So haben wir am Dienstag Bescheid bekommen, dass wir von der Kontingentierung der Pakete durch die Post betroffen sind», sagt Schindler.

Ex Libris habe nicht mehr alle Pakete versenden können, welche täglich verarbeitet und verpackt worden seien.

Alfredo Schilirò, Sprecher der Orell Füssli Thalia AG, sagt, dass Onlinebestellungen sich im Vergleich zur gleichen Vorjahresperiode verdoppelt hätten. «Die Tendenz zeigt weiterhin nach oben», sagt Schilirò.

Um den grossen Bestelleingang zu bewältigen, hätte die Orell Füssli Thalia AG Kapazitäten im Logistikzentrum aufgestockt, «und – unter Gewährleistung der vom Bund definierten Hygieneregeln und Sicherheitsvorschriften – den erhöhten Bestelleingängen angepasst», so Schilirò.

«Einige unserer Buchhändler unterstützen das Kundenservice-Center aufgrund der erhöhten Bestellungseingänge.»

Kein Genre profitiert

Die Steigerung der Onlinebestellungen betreffe alle Genres, und es gebe keine Bereiche, in denen signifikante Veränderungen stattfinden würden. «In diesem Sinn kann man festhalten, dass Bücher allgemein und die Tätigkeit des Lesen grundsätzlich einen noch höheren Stellenwert in der aktuellen Situation haben», sagt Sprecher Schilirò.

Auch im Bereich E-Books habe sich die Nachfrage erhöht. «Bei Orell Füssli konnten wir in den letzten Wochen im Bereich E-Books einen markanten Anstieg um rund 30 Prozent beim Absatz verzeichnen», sagt Schilirò.

Es sei jedoch so, dass der grösste Anteil der Onlinebestellungen weiterhin physische Bücher betreffe.

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