Boutique-Besitzerin Sabine Jud: «Ich biete echten Tösstaler CBD-Hanf an»

26.6.2018 - 09:18, Marianne Siegenthaler

Mit Herzblut und Sorgfalt wählt Sabine Jud ihr Sortiment aus und prästentiert für jeden Anlass passende Geschenkkörbe und Aufmerksamkeiten.
zVg

Sabine Jud führt im zürcherischen Bauma eine Geschenksboutique. Sie sagt, warum es oft schwierig ist, für Männer ein passendes Geschenk zu finden und erzählt von ihrem Erfolg mit dem Verkauf von Tösstaler CBD-Hanf.

Bauma ist eine 4000-Seelen-Gemeinde im oberen Tösstal im Kanton Zürich. Hier lebt Sabine Jud (38) mit ihrem Mann und den zwei Kindern im Teenager-Alter.

Und hier hat sie sich mit ihrer Geschenkboutique Bauma mitten im Zentrum des Dorfes ihren Lebenstraum erfüllt.

Bluewin: Frau Jud, seit vier Jahren betreiben Sie Ihre Geschenkboutique. Wie ist es dazu gekommen?

Sabine Jud: Ursprünglich arbeitete ich hier als Teilzeit-Angestellte. Und es war damals auch noch keine Boutique, sondern ein Kiosk. Als sich mir dann die Gelegenheit bot, das Geschäft zu übernehmen, habe ich noch so gerne zugesagt. Jetzt habe ich endlich die Möglichkeit, meine eigenen Ideen umzusetzen.

Was heisst das konkret?

Nebst dem üblichen Kiosk-Sortiment wie Lotto, Lose, Zigaretten oder Magazine und einigen Papeterie-Artikeln gibt es bei mir auch saisonale Produkte wie zum Beispiel Weihnachtskarten oder im Sommer Strassenkreide für Kinder. Mein wichtigster Geschäftszweig sind aber meine persönlich zusammengestellten und hübsch verpackten Geschenke für jeden Anlass. Also egal, ob es sich um einen runden Geburtstag, Konfirmation, Kindergeburtstag oder eine Hochzeit handelt – bei mir findet man ein passendes Geschenk.

Woher nehmen Sie Ihre Ideen?

Ich besuche alljährlich Kreativmessen, stöbere im Internet und schaue bei anderen Geschenkboutiquen rein. Hauptsächlich lasse ich mich aber davon inspirieren, was mir selber, meiner Familie oder meinen Freunden und Bekannten gefallen könnte.

Wer sind Ihre Kundinnen und Kunden?

Viele meiner Kunden leben hier in Bauma, da kennt man sich gegenseitig, zumindest vom Sehen. Manche kommen aber auch von weiter her, aus Gemeinden im Tösstal, die weniger gute Einkaufsmöglichkeiten haben. Meine Kundschaft ist so vielfältig wie mein Sortiment. Da gibt es Mütter, die ein Geschenk für einen Kindergeburi brauchen. Oder Leute, die zu einer Hochzeit eingeladen sind. Im Moment finden hier auch viele Konfirmationen statt, entsprechend gesucht ist ein hübsches Geschenk für den Konfirmanden. Und runde Geburtstage stehen ja auch immer wieder an.

Haben Sie auch Stammkundschaft?

Ja, und auf diese sind wir auch angewiesen. Da sind einerseits die Kiosk-Kunden, die hier zum Beispiel regelmässig Zigaretten oder Lottoscheine kaufen. Anderseits die Kundschaft, die immer mal wieder ein Geschenk für einen Anlass benötigt und weiss, dass sie hier fündig wird.

Welche Kundenwünsche sind die schwierigsten?

Ein Geschenk für einen Mann, der keinen Alkohol trinkt (lacht). Im Ernst: Für Männer ist es wirklich keine einfache Sache, etwas Passendes zu finden. Jetzt im Sommer kommt aber sicher das Geschenkset mit Kochbuch und Grillschürze gut an. Manchmal haben Kunden auch konkrete Vorstellungen. Werden sie dann nicht fündig, müssen wir gemeinsam eine Alternative suchen. Das ist eine Herausforderung, und wenn dann der Kunde doch noch das richtige Geschenk findet, umso besser. Manchmal frage ich bei einem nächsten Besuch auch nach, ob das Geschenk gut angekommen ist. Und dann freut es mich natürlich ganz besonders, wenn das der Fall ist.

Beratung spielt also eine wichtige Rolle.

Auf jeden Fall. Mit einem Geschenk möchte man dem Beschenkten eine Freude machen, man zeigt damit, dass man an ihn gedacht hat. Deshalb ist es wichtig, dass man die richtige Wahl trifft. Ein «falsches» Geschenk kann auch verletzen, enttäuschen oder gar beleidigen. Ich muss deshalb für die Beratung nicht nur den Anlass kennen, sondern auch einiges über den Beschenkten und seine Erwartungen – soweit das möglich ist. Manchmal ist es aber auch ganz einfach, Enttäuschungen zu vermeiden. Vor kurzem stand beispielsweise ein runder Geburtstag an, und für den Jubilar wollten hier gleich drei geladene Gäste das gleiche Geschenk kaufen. Ich habe sie dann darauf aufmerksam gemacht und ihnen so eine unangenehme Situation erspart.

Nebst den Geschenken gehört auch CBD Hanf ins Sortiment. Wie das?

In Steg im Tösstal, nur wenige Kilometer von Bauma entfernt, wird der Tösstaler Indoor CBD Hanf angebaut. Der lokale Hanfbauer hat mich kontaktiert, und ich fand das eine gute Sache, zumal man überall von dem gesundheitlichen Nutzen des CBD-Hanfes liest. Der Verkauf läuft auch recht gut. Meine Kundinnen und Kunden bestätigen die positive Wirkung. Und natürlich freut es mich, dass ich echten Tösstaler CBD-Hanf anbieten kann.

Sie sind nicht nur Boutique-Besitzerin, sondern auch Mutter von zwei Kindern im Teenie-Alter. Wie bringen Sie Arbeit und Familie unter einen Hut?

Ich führe mein Geschäft zusammen mit meiner Kollegin Sara Grosso und wir teilen uns die Präsenzzeit grösstenteils auf. Ausserdem haben wir über Mittag geschlossen, wie das ja auf dem Land häufig noch üblich ist. Dann bin ich rechtzeitig zuhause, um den Zmittag parat zu machen.

Sie betreiben Ihr Geschäft nun seit vier Jahren. Wie läuft’s?

Am Anfang noch nicht so, wie gewünscht – was häufig der Fall ist, wenn man etwas Neues aufbaut. Inzwischen aber sind wir sehr zufrieden. Das Geschäft führen wir ja nicht nur zum Plausch, es soll sich auch lohnen.

Aber die Freude an der Arbeit ist geblieben.

Auf jeden Fall, denn mein Job ist sehr vielfältig. Nebst den Ideen für die Geschenke spielt bei der Verpackung auch die Kreativität eine Rolle. Und die Beratung, der Umgang mit Menschen – all das liebe ich sehr und möchte es nicht missen. Ich bin wunschlos glücklich, denn mit der Boutique habe ich mir auch eine Zukunft geschaffen.

Die Gesprächserie: «Wir sind die Schweiz»

Die Schweiz ist ein Land, in dem man gerne lebt, in dem fast alles funktioniert, manches sogar perfekt. In unserer Gesprächsserie «Wir sind die Schweiz» sprechen wir mit Menschen aus unserem Land über ihre Sicht auf die Heimat. Zuletzt sprachen wir mit Volunteer Adrian HuserGymi-Schüler Simon Kloos, Ex-Dompteuse Elvira Wegmann,  Autorin Sybil Schreiber, Tänzerin Melanie Alexander und Comic-Zeichner Sven Hartmann.

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