Günstig und abgesichert – Flüge online richtig buchen

dpa/bb

25.2.2019

Airline-Pleiten, unübersichtliche Tarife, versteckte Kosten für Gepäck: Wer heute einen Flug bucht, kann viel falsch machen.
Bild: Keystone

Ein Flug lässt sich mit wenigen Klicks im Internet buchen. Doch man kann auch viel falsch machen. Eine Pleite der Airline wie bei Air Berlin und Germania ist der Extremfall. Wie Flugreisende bei der Buchung vorgehen sollten.

Airline-Pleiten, unübersichtliche Tarife, versteckte Kosten für Gepäck: Wer heutzutage einen Flug bucht, kann ganz schön viel falsch machen. Im schlimmsten Fall fallen die Ferien ins Wasser.

Doch auch horrende Extragebühren für einen Koffer können die Laune empfindlich trüben. Worauf Reisende bei der Buchung einer Flugreise achten müssen – eine Checkliste:

1. Pauschalpaket oder Einzelbuchung?

Geht bei einer Pauschalreise die Fluggesellschaft pleite, kümmert sich der Reiseveranstalter für den Ferienreisenden um eine alternative Beförderung – ohne Aufpreis. Wer den Flug zum Beispiel auf der Website der Airline einzeln bucht, hält nach einer Insolvenz ein oft wertloses Ticket in der Hand – und bekommt sein Geld nicht zurück. Bei der jüngsten Germania-Pleite betrifft dies etwa 260'000 Flugbuchungen.

Bereits die Insolvenz von Air Berlin im Jahr 2017 hatte Reisenden schmerzlich vor Augen geführt, dass ihr angezahltes Geld nicht abgesichert ist. Der Deutsche Reiseverband fordert zwar eine Insolvenzversicherung für Airlines. Doch ob diese kommt, ist weiterhin fraglich.

2. Vergleichsportal oder Airline-Website?

Nicht jeder möchte unbedingt eine Pauschalreise buchen. Und die Preise der Billigflieger sind oft verlockend günstig. Wer einen Flug ohne Veranstalterpaket sucht, steht vor der Frage: Wo buchen?

Vergleichsportale und Flugsuchmaschinen im Internet bieten den Vorteil, dass sich die Fluggesellschaften und Preise gut vergleichen lassen. Trotzdem rät unter anderem die deutsche Stiftung Warentest dazu, Flüge stets direkt auf der Website der Airline zu buchen. Nach den Erfahrungen der Warentester sind Buchungen auf Portalen oft intransparent.

Der Tipp: Feriengäste sollten zuerst auf Portalen prüfen, welche Airlines auf der gesuchten Route günstig fliegen – und dann bei der Fluggesellschaft buchen.

3. Ist das Aufgabegepäck inklusive?

Die meisten Passagiere buchen ein einfaches Economy-Flugticket. Doch heute gliedern sich die Tarife innerhalb dieser Buchungsklasse in verschiedene Varianten – die inkludierten Leistungen unterscheiden sich.

Swiss und Lufthansa zum Beispiel haben auf Europaflügen drei Economy-Tarife im Angebot: Light, Classic und Flex. Ein dreistufiges System in der Eco setzt sich auch bei anderen Premium-Fluggesellschaften zunehmend durch.

Bei Economy Light oder Economy Basic handelt es sich in der Regel um den günstigsten Tarif. Dafür ist nur Handgepäck inklusive, Aufgabegepäck und die Reservierung eines Sitzplatzes kosten extra.

4. Gepäck extra hinzubuchen?

Wer den Economy-Volltarif gewählt hat, muss sich keine weiteren Gedanken machen. Der grosse Koffer fliegt umsonst mit, der Sitzplatz wird beim Online-Check-in kostenlos gewählt.

Doch es geht auch anders: den günstigen Light-Tarif buchen und Gepäck gegen Aufpreis hinzubuchen. Je nach Flugstrecke – vor allem bei Strecken innerhalb Europas – kann das günstiger sein als der Standardtarif.

Anders wiederum sieht es auf Langstreckenflügen aus, auf denen die Airlines mittlerweile auch Handgepäck-Tarife anbieten. Wer hier den Koffer extra dazu bucht, zahlt kräftig drauf: In der Regel werden zwischen 40 und 70 Euro fällig - pro Strecke. Das hat die Zeitschrift «Reise & Preise» (1/2019) ermittelt.

Fazit: Flugtarife nur mit Handgepäck lohnen sich auf der Langstrecke eher nicht. Wichtig: Wer den Light-Tarif wählt, sollte das Extragepäck gegen Aufpreis bereits bei der Buchung des Tickets hinzufügen. Das ist günstiger als den Koffer nachträglich online anzumelden.

5. Wie gross ist das Handgepäck?

Wer günstig nur mit Handgepäck fliegt, muss ebenfalls aufpassen. Die Bedingungen der Airlines für die Mitnahme von Trolleys, Taschen und Rucksäcken in der Kabine sind unterschiedlich.

Während die meisten Premium-Carrier ein grosses Handgepäckstück sowie eine kleine Tasche erlauben, ist zum Beispiel bei Easyjet nur ein Handgepäckstück kostenlos. Einen grösseren Trolley können Passagiere gegen Gebühr aufgeben.

Noch radikaler ist Ryanair: Die Iren erlauben ohne Aufpreis seit Kurzem nur noch eine kleine Tasche, die unter den Vordersitz passt. Wer einen Trolley oder grösseren Rucksack in der Kabine mitnehmen will, muss entweder Priority Boarding hinzubuchen oder das Gepäckstück aufgeben. Beides kostet extra.

Top Ten: Das sind die 10 schönsten Inseln Europas
Zurück zur Startseite