Funkstille aus dem Weissen HausSchweiz zittert vor Trump – wann kommt der Zoll-Brief?
SDA
8.7.2025 - 10:10
Ende Mai traf Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter US-Finanzminister Scott Bessent in Genf. Fast sechs Wochen später gibt es noch immer keine Neuigkeiten im Zollstreit. (Archivbild)
Keystone
Wie geht es für die Schweiz im Zoll-Streit mit den USA weiter? Auch der Bundesrat hat noch keine Informationen.
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Keystone-SDA, Redaktion blue News
08.07.2025, 10:10
08.07.2025, 10:27
SDA
Am Dienstagmorgen hat die Schweiz noch keine Klarheit im Zollstreit mit den USA. US-Präsident Donald Trump hat noch keinen Brief veröffentlicht. Und auch der Bundesrat weiss nicht, wann kommuniziert werden wird.
«Ich bin mir bewusst, dass man heute gespannt auf das Resultat oder den Brief aus den USA wartet», sagte Kommunikationsminister Albert Rösti am Dienstag am Rande eines Medienausflugs. Er gehe allerdings davon aus, dass es erst später Neuigkeiten geben werde. «Ich weiss es aber nicht.»
Diese Unsicherheit belastet die Wirtschaft und die Märkte. Zum Wochenstart hatte Trump neue Zollsätze für vierzehn Länder angekündigt – und die Frist für neue Zölle vom (morgigen) Mittwoch auf den 1. August verschoben.
Was das für die Schweiz bedeutet, war zunächst unklar. Vergangene Woche hiess es, dass die Verhandlungen über eine bilaterale Vereinbarung kurz vor dem Abschluss stünden.
Spuren an den Finanzmärkten
Die anhaltend unsichere Lage rund um die US-Zollpolitik hinterlässt auch an den Finanzmärkten Spuren. Weder hierzulande noch in den europäischen Nachbarländern lehnen sich die Investoren am Dienstag allzu weit aus dem Fenster. Entsprechend treten SMI, Dax & Co mehr oder weniger auf der Stelle.
Im Vergleich zum «Liberation Day» Anfang April, als Trump erstmals seine Zoll-Keule geschwungen hatte, sei die Marktreaktion dieses Mal sehr besonnen, sagt ein Händler. Immerhin hätten die betroffenen Länder noch Zeit zu verhandeln, und auch mit Europa und der Schweiz gingen die Gespräche weiter.
Für eine Händlerin ist die derzeitige Marktreaktion allerdings «verdächtig optimistisch». Die Anleger schienen die Risiken und Auswirkungen von Zöllen auf Lieferketten, Inflation, Wachstum und Gewinne eher zu ignorieren.
Am Montag verschickte Trump eine Reihe von Briefen mit neuen Zollbestimmungen an mehrere Länder, darunter Japan, Südkorea, Südafrika und Malaysia. Die Sprecherin des Weissen Hauses, Karoline Leavitt, sagte, wechselseitige Zölle oder die in den Schreiben aufgeführten neuen Zölle würden in Kraft treten - «oder es werden Vereinbarungen getroffen». Diese Länder werden demnach weiterhin mit den Vereinigten Staaten verhandeln. Man habe viele positive Entwicklungen gesehen.
Die EU setzte auf eine Grundsatzvereinbarung im Zollstreit mit den USA. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen habe am Sonntag mit US-Präsident Trump telefoniert und sich über den aktuellen Verhandlungsstand ausgetauscht, sagte ein Sprecher in Brüssel. Man sei am «Anfang der Schlussphase», hiess es am Montagmittag. Zu Details des Gesprächs wollte der Sprecher keine Angaben machen.
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