216 Neuinfektionen — 50 Frauen im Zürcher Milieu in Quarantäne

Agenturen/red

1.9.2020 - 21:54

Das BAG meldet 216 Neuinfektionen binnen eines Tages. Im Zürcher Rotlichtmilieu müssen nach einem positiven Corona-Test 50 Frauen in Quarantäne. Unterdessen rügt die EFK zunehmenden Missbrauch beim Kurzarbeitergeld. Die Ereignisse des Tages im Überblick.

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag innerhalb eines Tages 216 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Am Montag wurden 163 neue Fälle registriert, am Sonntag 292 und in den Tagen davor deutlich über 300 Fälle.

Insgesamt gab es seit Beginn der Pandemie 42'393 laborbestätigte Ansteckungen, wie das BAG am Dienstag weiter mitteilte. Im Vergleich zum Vortag kam es laut den aktuellen Zahlen innerhalb von 24 Stunden zu neun weiteren Spitaleinweisungen. Damit mussten seit Anfang der Pandemie 4550 Personen wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden. Zudem gab es einen weiteren Todesfall wegen Covid-19. Die Zahl der Todesfälle stieg damit auf insgesamt 1727.

Im Zürcher Rotlichtmilieu hat es einen positiven Coronatest gegeben, wie die Stadtpolizei mitteilt. Demnach wohne die Betroffene mit rund 50 weiteren Frauen auf engem Raum in einem Haus im Kreis 4, in dem sich auch die «Lugano-Bar» befindet, in der sich regelmässig Freier und Prostituierte treffen.

Die Frau wurde in ein Isolationszimmer gebracht. Für die Mitbewohnerinnen wurde Quarantäne angeordnet. Weil es bei der Abklärung durch die Polizisten zu einem Gerangel gekommen ist, bei dem sich die Gesichtsmasken der Frauen verschoben, müssen sich auch die Beamten in Quarantäne begeben.

EFK rügt zunehmenden Missbrauch beim Kurzarbeitergeld

Die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) sieht in ihrem dritten Zwischenbericht zu den Hilfen für die Bewältigung der Covid-19-Pandemie keine grösseren Missbräuche. Bei der Kurzarbeitsentschädigung gäbe es aber einen zunehmenden Missbrauch beim Leistungsbezug.

Die EFK mahnt an, dass Kurzarbeitsentschädigung eigentlich Entlassungen verhindern sollte. Sie rügt in dem Zusammenhang, dass Kurzarbeitsentschädigungen an Firmen entrichtet wurden, die ihre Tätigkeit bereits vor der Krise eingestellt hatten, wie ihrem am Dienstag veröffentlichten Bericht zu entnehmen ist. Bei 100 Firmen war das der Fall. Zusätzlich fand die EFK ein Dutzend vor Ende Juli liquidierte Firmen.


Die Ereignisse des Tages im Überblick

Das Wichtigste in Kürze:

  • Trotz der Ende April offiziell als beendet erklärten Rückholaktion hat das EDA mit vier weiteren Flügen Schweizer nach Hause holen lassen.
  • An der Kantonsschule Schaffhausen haben sich zwei Schülerinnen und eine Lehrperson mit dem Coronavirus infiziert.
  • Das BAG meldet für die Schweiz und in Liechtenstein 216 neue Ansteckungen innerhalb von 24 Stunden. 
  • Corona-Kredite in der Schweiz: Betrüger ergaunern 50 Millionen Franken.
  • Die Pandemie hat nach Ansicht von UN-Generalsekretär António Guterres die soziale Ungleichheit zwischen Frauen und Männern vertieft.
  • Chinas Exporte lassen die Coronakrise hinter sich: Die Fabriktätigkeit ist im August mit dem schnellsten Anstieg seit fast einem Jahrzehnt gewachsen.
  • An Schulen in Russland gibt es im heute beginnenden neuen Schuljahr keine Maskenpflicht.

21.54 Uhr: Wir beenden den Live-Ticker am Dienstag

21.29 Uhr: EDA holt mit weiteren Flügen Schweizer nach Hause zurück

Trotz der Ende April offiziell als beendet erklärten Rückholaktion von Schweizer Reisenden aus dem Ausland wegen Coronavirus-Gefahren hat das Aussendepartement (EDA) seither zahlreiche Menschen zurückfliegen lassen. Für die vom EDA in Auftrag gegebenen vier Flüge fielen nach dessen Angaben keine Kosten an.



Es sei eine Bürgschaft in Verbindung mit einer Mindestzahl von Passagieren zur Deckung der Kosten der Fluggesellschaft vordefiniert worden, sagte ein Sprecher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Das EDA bestätigte damit einen Bericht von «Blick.ch» über das Stattfinden solcher Flüge.

Vier Flüge hat das EDA in Auftrag gegeben, um im Ausland Gestrandete in der Corona-Krise heimzuholen.
KEYSTONE/GAETAN BALLY (Symbolbild)

Die Anzahl der Passagiere habe es erlaubt, dass jeder Flug die Bürgschaft überschritt. «Einmal überschritten, waren die Kosten für das EDA gleich Null», hiess es. Und weiter: «Für die vom EDA in Auftrag gegebenen Flüge (Argentinien, Marokko, Dominikanische Republik und Peru) fielen keine Kosten an.»

Das EDA habe «aufgrund der schwierigen Lage, der nach wie vor eingestellten kommerziellen Flüge, der reduzierten Repatriierungsflüge von Drittstaaten und der hohen Anzahl von rückkehrwilligen Personen entschieden, die vier Sonderflüge zur subsidiären Unterstützung der Schweizer Reisenden auf der Basis des Auslandschweizergesetzes zu organisieren», schreibt das Aussendepartement.

20.47 Uhr: Wissenschaftler zeigen Tröpfenverbreitung trotz Visier und Ventil-Maske

Mit Laserstrahlen haben US-Wissenschaftler gezeigt, wie wenig wirksam Gesichtsvisiere und Schutzmasken mit Ventil gegen eine Verbreitung des Coronavirus sind. Für eine am Dienstag im Fachmagazin «Physics of Fluids» veröffentlichte Studie setzten sie einer Spezialpuppe ein Plastikvisier oder eine Gesichtsmaske mit einem Atemventil auf. Durch den Mund der Puppe wurden destilliertes Wasser und Glyzerin in Form winziger Tröpfchen gesprüht — so als ob jemand hustet oder niest.



Mit grünen Laserstrahlen konnte die Bewegung der Tröpfchen, sogenannter Aerosole, gezeigt werden. Ein Visier konnte den Ausstoss der Tröpfchen zwar zunächst abblocken, wie die Wissenschaftler der Florida Atlantic University schreiben. Aber: «Die ausgestossenen Tröpfchen können sich relativ leicht um das Visier herumbewegen und sich in einem grösseren Gebiet ausbreiten.»

Auch ein Mundschutz mit Ventil kann die Verbreitung der Tröpfchen nicht verhindern. «Ein grosse Zahl von Tröpfchen gelangt ungefiltert durch den Atemfilter», heisst es in der Studie. Eine solche Gesichtsmaske sei damit nicht geeignet, die Verbreitung des Coronavirus durch einen infizierten Menschen zu verhindern.

In der Studie ging es nicht um die Frage, ob Visiere oder Schutzmasken mit Ventil einen Menschen vor einer Ansteckung mit dem Virus schützen können. Es ging vielmehr um die Frage, ob sie eine Verbreitung des Virus durch einen Infizierten verhindern können.

Dass ein solcher Fremdschutz nicht gegeben ist, war bereits bekannt. In Deutschland haben das unter anderem das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte und das Robert-Koch-Institut hervorgehoben.

Den US-Wissenschaftlern ging es in ihrer Studie vor allem darum, die Öffentlichkeit für das Problem zu sensibilisieren. Viele Menschen würden Visiere und Schutzmasken mit Ventil tragen, weil diese komfortabler seien als Masken ohne Ventil. Das könne aber die Bemühungen zur Eindämmung des Virus unterlaufen, warnen die Forscher.

20.19 Uhr: Über 100 Corona-Infizierte in britischem Geflügelbetrieb

Mehr als 100 Mitarbeiter eines britischen Geflügelbetriebs haben sich mit dem Coronavirus angesteckt. Insgesamt sind in dem Unternehmen Banham Poultry in Attleborough im Osten Englands 769 Personen beschäftigt. Noch sind nach Angaben der Gesundheitsbehörden nicht alle Mitarbeiter in der Region getestet worden, wie mehrere Medien am Dienstag berichteten. Nur ein kleines Team sei noch in dem Betrieb tätig, um die nötigsten Aufgaben zu erledigen. Eine Behörde für Lebensmittelsicherheit berichtete kürzlich, dass in etwa 40 Fabriken in England Ausbrüche registriert worden sind.

19.48 Uhr: New York City verschiebt wegen Coronakrise Schulstart

Die Millionenmetropole New York hat wegen der Coronakrise den Beginn des neuen Schuljahres um mehrere Tage nach hinten verschoben, um den Lehrern mehr Zeit zur Vorbereitung zu geben. Der eigentlich für den 10. September geplante Start des Unterrichts an den öffentlichen Schulen solle nun am 21. September stattfinden, teilte Bürgermeister Bill de Blasio mit. Das sei mit der Gewerkschaft der Lehrer verabredet worden.

Vor dem 21. September solle es schon drei Tage Online-Unterricht für alle Schüler geben. Ab dem 21. September könnten dann alle Schüler, deren Eltern sie für eine Mischung aus Online- und Vor-Ort-Unterricht angemeldet hätten, wieder tageweise zur Schule gehen.



New York war im Frühjahr eines der Epizentren der Corona-Pandemie gewesen. Inzwischen haben sich die Fallzahlen aber auf niedrigem Niveau stabilisiert. Gouverneur Andrew Cuomo hatte im August die Rückkehr in die Schulen erlaubt - so lange Sicherheitsvorschriften eingehalten würden und der Anteil positiver Testergebnisse an allen Corona-Tests eines Tages nicht über fünf Prozent liege.

Mit mehr als einer Million Schülern ist der Schulbezirk New Yorks der grösste der USA - und einer der wenigen Grossräume in den USA, in denen ein zumindest teilweise regulärer Unterricht geplant ist. Viele andere Schulbehörden haben bereits angekündigt, weiter online zu lehren.

19.23 Uhr.: Apple und Google bauen Corona-Warntechnik in Betriebssysteme ein

Apple und Google geben Regierungen die Möglichkeit, eine Corona-Warn-Infrastruktur auf Smartphones auch ohne eine gesonderte App aufzusetzen. Google integriert dafür die nötige Funktionalität direkt in das Betriebssystem Android, Apple in die Version 13.7 des iOS-Systems seiner iPhones. Die Nutzer werden gefragt, ob sie an der Nachverfolgung teilnehmen wollen. Bestehende Corona-Warn-Apps werden weiterhin funktionieren, wie die Unternehmen am Dienstag mitteilten.



Die Technologie soll helfen, die Coronavirus-Ausbreitung zu stoppen, indem Nutzer gewarnt werden, wenn sie sich neben einer infizierten Person aufhielten. Smartphones, auf denen die Funktion aktiviert wurde, tauschen untereinander Bluetooth-Schlüssel aus. Nach aktuellen Vorgaben der Gesundheitsbehörden gibt es eine Warnung, wenn sich herausstellt, dass man sich 15 Minuten lang in der Nähe eines Infizierten aufhielt. Die Dauer und die Entfernung können von den Behörden angepasst werden. Ein Erfolg der Apps hängt auch davon ab, dass Nutzer ihre positiven Ergebnisse eines Corona-Apps in der App teilen. Der Abgleich der Schlüssel wird dabei nur auf den Smartphones durchgeführt, um den Datenschutz zu gewährleisten.

19.02 Uhr: Spaniens Ministerpräsident über Neuinfektionen in Madrid besorgt

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez hat sich besorgt über den starken Anstieg der Corona-Neuinfektionen in Madrid und seiner Umgebung geäussert. Der «Zustand des öffentlichen Gesundheitswesens und die Entwicklung der Epidemie» in der Hauptstadt seien besorgniserregend, sagte Sanchéz am Dienstag dem Radiosender Cadena Ser. Verantwortlich dafür sei unter anderem das rege Nachtleben in Madrid.



In Spanien sind die Neuinfektionen zuletzt wieder stark angestiegen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Montag wurden allein seit Freitag 23'000 neue Fälle registriert. 1656 Infizierte mussten demnach in den vergangenen sieben Tagen ins Krankenhaus, davon 25 Prozent in der Region Madrid. In der gleichen Zeit registrierte die 6,7 Millionen Einwohner zählende Region etwa die Hälfte der 141 neuen Corona-Toten im Land.

Mit inzwischen mehr als 29'000 Todesfällen ist Spanien eines der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder der Welt.

18.29 Uhr: Markt für Haushaltsgeräte schrumpft in Coronakrise nur leicht — Gefriergeräte besonders gefragt

Der Absatz von Haushaltgeräten war im ersten Halbjahr 2020 in der Schweiz trotz Corona nur leicht rückläufig. Insgesamt nahm die Zahl der verkauften Einheiten um 1,1 Prozent ab, wie der Fachverband Elektroapparate für Haushalt und Gewerbe Schweiz (FEA) am Dienstag mitteilte.

Allerdings entwickelten sich die Produktkategorien unterschiedlich. Der Absatz von Grossgeräten blieb stabil, während der Absatz von Kleingeräten (-1,4%) abnahm.

Auffallend bei den Grossgeräten war laut der Mitteilung gleichwohl die überdurchschnittliche hohe Zunahme bei den Gefriergeräten (+23,3%). Womöglich sei das Bedürfnis nach einer grösseren Ansammlung von Vorräten in der Krise gestiegen, mutmasst der FEA.



Bei den Kleingeräten fallen unter anderem die Kategorien Brotbackautomaten (+165,5%), Glacemaschinen (+16,4%), Tischbacköfen (+13,3%) und Dampfgargeräte (-11,2%) aus dem Rahmen. Hier handle es sich aber um Kategorien mit geringen Stückzahlen, so die Mitteilung weiter. Bei den Geräten mit Stückzahlen von über 100'000 Einheiten fallen die Bügeleisen (-17%) und Kaffeeautomaten (-10,4%) auf.

Insgesamt habe sich die Branche in der Krise gut gehalten, so die Mitteilung weiter. Man befinde sich aber auf einem tiefen Konjunkturniveau. Die Fortsetzung dieser getrübten Wirtschaftslage in der Haushaltsgerätebranche sei auch im nächsten Quartal zu erwarten.

18.04 Uhr: Drei Ansteckungen an der Kantonsschule Schaffhausen

Zwei Schülerinnen und eine Lehrperson der Kantonsschule Schaffhausen haben sich mit dem Coronavirus angesteckt. Alle drei positiv auf Covid-19 getesteten Personen befinden nach Angaben der Schaffhauser Behörden  in Isolation, eine Schulklasse zudem in Quarantäne.

Zwei Schülerinnen und eine Lehrperson der Kantonsschule Schaffhausen haben sich mit dem Coronavirus angesteckt..
KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER (Archivbild)

Alle sich in Quarantäne oder Isolation befindenden Personen wurden unmittelbar nach Vorliegen des positiven Testresultats vom Kantonalen Contact Tracing kontaktiert, über das weitere Vorgehen informiert und zu einem Covid-19 Test angemeldet. Der Alarm sei am Dienstag über die SwissCovid App ausgelöst worden, schreiben die Schaffhauser Behörden.

17.20 Uhr: EFK rügt zunehmenden Missbrauch beim Kurzarbeitergeld

Die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) sieht in ihrem dritten Zwischenbericht zu den Hilfen für die Bewältigung der Covid-19-Pandemie keine grösseren Missbräuche. Bei der Kurzarbeitsentschädigung gäbe es aber einen zunehmenden Missbrauch beim Leistungsbezug. 

Die EFK mahnt an, dass Kurzarbeitsentschädigung eigentlich Entlassungen verhindern sollte. Sie rügt in dem Zusammenhang, dass Kurzarbeitsentschädigungen an Firmen entrichtet wurden, die ihre Tätigkeit bereits vor der Krise eingestellt hatten, wie ihrem am Dienstag veröffentlichten Bericht zu entnehmen ist. Bei 100 Firmen war das der Fall. Zusätzlich fand die EFK ein Dutzend vor Ende Juli liquidierte Firmen.

Insgesamt gab es bei der EFK 134 Meldungen möglichen Missbrauchs. Davon erhielten 92 Firmen über 40 Millionen Franken. 125 weitere gingen beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) ein. Fast alle Fälle betreffen falsch gemeldete Beschäftigungsgrade, meistens im Handel, Verkauf und in der Reparatur von Motorfahrzeugen sowie im Gesundheitssektor.

Gesuche um Kurzarbeitsentschädigung im Kanton Waadt. (Archivbild)
KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

15.15 Uhr: Nur ein Antikörper-Schnelltest geeignet

Lediglich einer von elf überprüften Antikörper-Schnelltests ist so gut, wie von Herstellern versichert. Bei einigen Tests sei ein zufriedenstellendes Resultat jedoch möglich, wenn zwei Tests nacheinander durchgeführt würden, teilte das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) am Dienstag mit.

Bei der vom SRK mitfinanzierte Studie wurden zwei von der US-Gesundheitsbehörde FDA zertifizierte Labortests mit elf kommerziell erhältlichen Schnelltests verglichen. Mit ihnen sollen sich innert wenigen Minuten anhand eines Tröpfchen Bluts nachweisen lassen, ob jemand entsprechende Antikörper gegen das Coronavirus aufweist. 

Die Forschenden um Fabian Rudolf von der ETH Zürich fanden heraus, dass sich nur einer der untersuchten Tests für eine direkte Anwendung eignet. Es handelt sich um einen Schnelltest namens Hightop aus China, der dem Schweizer Radio und Fernsehen SRF zufolge in der Schweiz bisher kaum verbreitet ist.

Die anderen Tests wiesen zum Teil beträchtliche Abweichungen von den Herstellerangaben auf. Fünf der mittelmässig guten Tests ergaben jedoch in Kombination mit einem zweiten mittelmässigen Test aussagekräftige Resultate.

Ein Wissenschaftler entwickelt einen Antikörper-Schnelltest. (Symbolbild)
Bild: Keystone

14.35 Uhr: 50 Frauen im Zürcher Milieu in Quarantäne

Im Zürcher Rotlichtmilieu hat es einen positiven Coronatest gegeben, wie die Stadtpolizei mitteilt. Demnach wohne die Betroffene mit rund 50 weiteren Frauen auf engem Raum in einem Haus im Kreis 4, in dem sich auch die «Lugano-Bar» befindet, in der sich regelmässig Freier und Prostituierte treffen.

Die Frau war am Freitag, 28. August getestet worden, konnte aber erst am Sonntagnachmittag orientiert werden. Im Auftrag des Contact Tracing-Teams des Kantonsärztlichen Dienstes Zürich hätten zwei Beamte der Stadtpolizei die Betroffene über den Befund informieren müssen, da sie zuvor nicht erreichbar gewesen sei.

Die Frau wurde in ein Isolationszimmer gebracht. Für die Mitbewohnerinnen wurde Quarantäne angeordnet.
Weil es bei der Abklärung durch die Polizisten zu einem Gerangel gekommen ist, bei dem sich die Gesichtsmasken der Frauen verschoben, müssen sich auch die Beamten in Quarantäne begeben.

In den Wohnungen über der Bar trafen Beamte der Stadtpolizei Zürich gegen 50 Frauen auf engem Raum an, darunter eine Frau, die positiv auf das Coronavirus getestet wurde.
Bluewin

13.50 Uhr: Österreich hofft auf erste Corona-Impfungen im Januar

Bei gutem Verlauf hält Österreich erste Impfungen mit einem Corona-Impfstoff im Januar für möglich. Impfdosen aus dem vergangene Woche von der EU abgeschlossenen Vertrag mit dem Hersteller AstraZeneca könnten bei rechtzeitiger behördlicher Zulassung bereits um den Jahreswechsel an die Staaten geliefert werden, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober am Dienstag in Wien. Grundvoraussetzung sei, dass die Zusage eingehalten würde, zudem müssten die Marktzulassungen rechtzeitig erfolgen.

Die EU-Kommission hatte vergangene Woche den Abschluss eines Vertrags über das Recht zum Kauf von bis zu 400 Millionen Dosen eines möglichen Impfstoffs des britischen Pharmakonzerns AstraZeneca bekanntgegeben. Der noch nicht abschliessend getestete Impfstoff könnte im Fall einer Zulassung für alle 27 EU-Staaten erworben und dann nach Einwohnerzahl und Bedarf verteilt werden.

13 Uhr: Deutlich weniger Güterverkehr durch Alpen

Der Güterverkehr durch die Schweizer Alpen ist wegen der Covid-19-Pandemie im ersten Halbjahr deutlich um zwölf Prozent zurück gegangen. Das betraf Schiene und Strasse gleichermassen. Erst in der zweiten Junihälfte erreichten die Frequenzen wieder das Niveau des Vorjahrs.

Grund für den Rückgang ist die schwächere Industrieproduktion und der damit gesunkene Warenstrom, wie das Bundesamt für Verkehr am Dienstag in seinem Bericht zur Entwicklung des Güterverkehrs durch die Schweizer Alpen im ersten Halbjahr 2020 schreibt.

Besonders ausgeprägt war der Einbruch ab Mitte März und speziell im Verkehr mit Italien. Nach einer langsamen Erholung im Mai erreichten die Transporte in der zweiten Junihälfte wieder den Stand des Vorjahrs oder leicht darüber.

Ein Güterzug auf der Gotthardstrecke bei Wassen: Der Gütervekehr durch die Schweizer Alpen ist im Zuge der Coronakrise stark zurückgegangen. (Symbolbild)
Bild: Keystone

12.54 Uhr: 216 neue Infizierte innerhalb von 24 Stunden

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag innerhalb eines Tages 216 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Am Montag wurden 163 neue Fälle registriert, am Sonntag 292 und in den Tagen davor deutlich über 300 Fälle.

Insgesamt gab es seit Beginn der Pandemie 42'393 laborbestätigte Ansteckungen, wie das BAG am Dienstag weiter mitteilte. Im Vergleich zum Vortag kam es laut den aktuellen Zahlen innert 24 Stunden zu neun weiteren Spitaleinweisungen. Damit mussten seit Anfang der Pandemie 4550 Personen wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden.

Zudem gab es einen weiteren Todesfall wegen Covid-19. Die Zahl der Todesfälle stieg damit auf insgesamt 1'727.

In der Schweiz und in Liechtenstein wurden bisher 1'023'203 Tests auf Sars-CoV-2, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19, durchgeführt. Innerhalb eines Tages wurden dem BAG 7517 neue Tests gemeldet. Bei 4,9 Prozent aller Tests fiel das Resultat über die vergangenen Monate gesehen positiv aus.

Aufgrund der Kontakt-Rückverfolgung steckten nach Angaben des BAG unverändert 1'795 Personen in Isolation und 5'589 Menschen standen unter Quarantäne. Zusätzlich sassen 12'396 Heimkehrerinnen und Heimkehrer aus Risikoländern in Quarantäne. Diese Zahlen werden laut BAG mindestens am Mittwoch und Freitag aktualisiert.

12.41 Uhr: In Berlin gilt künftig Maskenpflicht bei Demos

Bei Demonstrationen in Berlin mit mehr als 100 Teilnehmern gilt künftig eine Maskenpflicht. Darauf hat sich der Senat (Regierung) der deutschen Hauptstadt nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur bei seiner Sitzung am Dienstag verständigt.

Es soll aber Ausnahmen etwa für Autokorsos und Fahrrademos geben. Nach der bisherigen Infektionsschutzverordnung in Berlin war Teilnehmern von Demonstrationen nicht vorgeschrieben, einen Mund-Nase-Schutz zu tragen.

Am Samstag nahmen nach Schätzungen der Behörden an den Protesten gegen die Corona-Massnahmen in Berlin insgesamt rund 38'000 Menschen teil. Eigentlich wollten die Berliner Behörden die Versammlungen verbieten, sie unterlagen jedoch vor Gerichten.

Als Grund für die Verbotsverfügung hatte die Polizei angeführt, durch die Ansammlung Zehntausender Menschen – oft ohne Maske und Abstand – entstehe ein zu hohes Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung. Das habe bereits die Demonstration gegen die Corona-Politik am 1. August in Berlin gezeigt, bei der die meisten Demonstranten bewusst Hygieneregeln ignoriert hätten.

Teilnehmer einer Demonstration gegen die Corona-Massnahmen stehen am 28. August 2020 auf der Strasse des 17. Juni. 
dpa

11.43 Uhr: Brüssel Reisebeschränkungen besser koordinieren

Angesichts der wieder zunehmenden Zahl von nationalen Alleingängen bei Einreisebeschränkungen und Grenzkontrollen will die EU-Kommission in den nächsten Tagen einen konkreten Vorschlag für eine bessere Koordinierung präsentieren.

Wie die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag aus EU-Kreisen erfuhr, haben etliche EU-Staaten Interesse an einer Abstimmung der in die nationale Zuständigkeit fallenden Massnahmen bekundet. Sie soll auch dafür sorgen, dass die Freizügigkeit innerhalb der EU nur dann eingeschränkt wird, wenn es wegen der Pandemie unbedingt notwendig ist.

Ein Teil der Abstimmung könnte es sein, für die Beurteilung der Corona-Risikolage gemeinsame Kriterien zu entwickeln. Zudem ist unter anderem angedacht, das Farbensystem für Risikogebiete und die Regeln für Reisen in Risikogebiete zu vereinheitlichen.

Einreisekontrollen in Finnland. (Archiv)
Bild: dpa

11.38 Uhr: Mecaplex will Hälfte der Belegschaft abbauen

Beim Luftfahrtzulieferer Mecaplex kommt es zu einem Stellenabbau. Fast die Hälfte der Angestellten dürfte wegen der Corona-Krise den Job verlieren.

«Als Folge der Corona-Pandemie und der damit einhergehenden Krise der gesamten Luftfahrtindustrie beabsichtigt Mecaplex, in Grenchen im erheblichen Umfang Personal abzubauen», teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Zuvor hatte die Gewerkschaft Syna am Dienstag über den Stellenabbau informiert.

Konkret plant die Geschäftsleitung des Unternehmens bis zu 35 Personen und damit fast die Hälfte der zurzeit 73 Mitarbeiter umfassenden Belegschaft zu entlassen.

Der genauen Umfang des Abbaus sei aber noch Teil des eingeleiteten Konsultationsverfahrens. Trotz Kurzarbeit und Sparmassnahmen gebe es zum geplanten Personalabbau aktuell keine Alternativen, heisst es von Seiten des Unternehmens weiter.

11.21 Uhr: Mehr Unterstützung für ÖV gefordert

Die Verkehrskommission des Ständerats (KVF) will den öffentlichen Verkehr in der Corona-Krise unterstützen. Der Bundesrat sieht dafür rund 700 Millionen Franken vor, die Kommission will noch darüber hinausgehen.

Mit 9 zu 3 Stimmen beantragt sie, dass der Bund einen Drittel der Ausfälle des Ortsverkehrs übernimmt, wie die Parlamentsdienste am Dienstag mitteilten. Nach Ansicht des Bundesrats ist das Sache von Kantonen und Gemeinden. Die KVF spricht sich auch für die Unterstützung von konzessionierten touristischen Angeboten aus, sofern sich die Kantone daran beteiligen. Den Autoverlad will sie ebenfalls mit Finanzhilfen unterstützen.

Zur Deckung der Defizite soll nach dem Willen der Kommission nur Geld aus der zweckgebundenen Spezialreserve der Eisenbahnunternehmen verwendet werden. Eine Dividende sollen die vom Bund unterstützten Unternehmen während zweier Jahre nicht auszahlen dürfen.

In der Gesamtabstimmung hat die KVF die Vorlage ohne Gegenstimme angenommen. Der Bundesrat will mit rund 700 Millionen Franken die Einnahmenausfälle abfedern, die der regionale öffentliche Verkehr und der Bahn-Güterverkehr wegen Covid-19 verkraften müssen. Nach seinen Angaben sank die Nachfrage während des Lockdown um bis zu 80 Prozent.

In der Corona-Pandemie fahren viel weniger Menschen mit dem ÖV – die Nachfrage sank um bis zu 80 Prozent. (Archiv)
Bild: Keystone

11.10 Uhr: Italiens Arbeitslosenquote auf Vorkrisenniveau

In Italien ist die Arbeitslosenquote im Juli auf 9,7 Prozent gestiegen. Im Vormonat lag sie nach oben revidiert bei 9,3 Prozent, wie die nationale Statistikbehörde Istat am Dienstag mitteilte. Damit ist die Zahl in etwa wieder auf dem Niveau von vor Beginn der Corona-Krise.

Italien gehört zu den am meisten von dem Virus betroffenen EU-Staaten. Die Regierung verhängte im März und April einen Shutdown, was die Wirtschaft des Landes in die Knie zwang. Da die meisten Menschen in dieser Zeit damit aufhörten, nach Arbeit zu suchen, sank die Quote der Arbeitslosen im April auf 7,3 Prozent.

Der Anstieg der Quote zeigt nun, dass die Italiener wieder an den Arbeitsmarkt gehen. Laut Istat entstanden im Juli 85'000 neue Jobs, zugleich strömten 134'000 Menschen auf den Arbeitsmarkt. Von Mai bis Juli gingen demnach 286'000 Jobs verloren.

10.55 Uhr: Mehr als eine Million Infektionen in Russland

In Russland sind seit Beginn der Pandemie mehr als eine Million Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Pro Tag kommen nach offiziellen Angaben derzeit rund 5'000 neue Fälle hinzu. Am Dienstag wurden knapp 4'730 weitere Infektionen in der Statistik der russischen Behörden aufgenommen.

Weltweit liegt Russland damit an vierter Stelle bei den offiziell erfassten Fällen. Die USA verzeichneten mit mehr als 6 Millionen die höchste Zahl an erfassten Infektionen, gefolgt von Brasilien mit rund 4 Millionen. An dritter Stelle steht Indien, wo bisher etwa 3,7 Millionen Ansteckungen registriert wurden. Generell wird mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle gerechnet.

Die Zahl der täglich registrierten Neuinfektionen in Russland liegt schon seit geraumer Zeit in der jetzigen Grössenordnung. In Moskau, dem Corona-Hotspot in dem Riesenreich, hat sich die Zahl täglich erfasster Fälle zwischen 600 und 700 eingependelt. Im ganzen Land sind bislang offiziell knapp 17'300 Menschen gestorben. Das ist im Vergleich zu anderen Ländern relativ wenig. Immer wieder gab es Berichte über geschönte Corona-Statistiken in Russland.

Menschen betreten Anfang August durch Desinfektionsschleusen eine Shopping Mall in Moskau. 
Bild: Keystone

10.45 Uhr: Beschwerde von Corona-Ignorantin abgewiesen

Im Kanton Solothurn hat das Contact-Tracing-Team gemäss Behördenangaben eine junge Frau, die Ende Juni eine angeordnete Covid-19-Isolationsmassnahme missachtet hatte, korrekt informiert. Das Departement des Innern wies eine Aufsichtsbeschwerde der Frau ab. Dem Contact-Tracing-Team sei kein Fehlverhalten anzulasten, teilte die Staatskanzlei Solothurn mit. Die im Juni unter Isolation stehende Frau hatte geltend gemacht, sie habe am Telefon eine angebliche Fehlinformation erhalten.

Die Frau war am 22. Juni positiv auf COVID-19 getestet worden. Sie hielt sich trotz einer bis und mit 1. Juli 2020 angeordneten Isolation jedoch am 27. Juni an zwei Veranstaltungen in Grenchen auf. Anschliessend mussten 280 Kontaktpersonen vorsorglich in eine zehntägige Quarantäne. Darunter befand sich auch eine Person, die nachträglich positiv auf Covid-19 getestet wurde.

Gegen die fehlbare Frau wurde eine Strafanzeige eingereicht. Laut Epidemiengesetz können die Bussen bei Verstössen gegen angeordnete Quarantäne- und Isolationsmassnahmen bei fahrlässigem Verhalten bis zu 5'000 Franken und bei vorsätzlichem Verhalten bis zu 10'000 Franken betragen.

Die Frau war trotz angeordneter Isolation in den Ausgang gegangen. (Symbolbild)
Bild: Keystone

10.37 Uhr: Schulstart mit Maske und Abstand in Frankreich

In Frankreich hat für Millionen von Kindern und Jugendlichen das neue Schuljahr mit Corona-Regeln begonnen. Alle Schulen hätten zur rentrée am Dienstag ihre Türen geöffnet, es gebe keine Ausnahmen, sagte Bildungsminister Jean-Michel Blanquer dem Fernsehsender BFMTV.

«Wir brauchen die Schule. Schule ist nicht überflüssig», sagte Blanquer. Die Herausforderungen des neuen Schuljahres seien zwar zahlreich, schrieb Staatschef Emmanuel Macron auf Twitter, aber endlich seien alle wieder zusammen. Er rief dazu auf, nun die gleiche Verantwortung wie in den vergangenen Monaten zu zeigen.

Die Bedingungen für den Beginn des neuen Schuljahres sind in Frankreich heftig diskutiert worden. Mehr als zwölf Millionen Schülerinnen und Schüler kehren aus den Sommerferien in die Klassenzimmer zurück – viele zum ersten Mal nach mehreren Monaten. Der Schulstart sei «gut vorbereitet», sagte Bildungsminister Blanquer. Der Unterricht solle so normal wie möglich ablaufen.

Die Schüler müssen ab elf Jahren eine Maske tragen und die Abstandsregeln einhalten. Unklar ist zum Beispiel noch, wie viele Schüler infiziert sein müssen, bevor ganze Klassen geschlossen werden.

10.15 Uhr: Ausbreitung des Coronavirus

Fallzahlen-Entwicklung nach Überschreitung von 100 Fällen pro Land
Grafik: dpa

9.55 Uhr: Aargauer Klassen nach Positiv-Tests in Quarantäne

Nachdem in jeweils einer Klasse an der Bezirksschule Baden und an der Primarschule Unterentfelden je drei Schülerinnen und Schüler positiv auf Covid-19 getestet wurden, hat das Departement Bildung, Kultur und Sport die Schülerinnen und Schüler der betroffenen Klassen in den Fernunterricht geschickt.

Wie der Kanton Aargau in einer Medienmitteilung schreibt, bleibe diese Massnahme bis zu weiteren Entscheidungen durch den kantonsärztlichen Dienst bestehen.

9.15 Uhr: Maskenpflicht stört Kunden offenbar wenig

Der Detailhandel befürchtete negative Auswirkungen durch die in mehreren Kantonen geltende Maskenpflicht. Inzwischen zeigt sich, dass sich die Wenigsten durch Masken vom Einkaufen abhalten lassen oder in andere Kantone ohne Maskenpflicht ausweichen, wie die Zeitungen von «CH Media» berichten.

Gemäss der «CH Media»-Recherchen sind sowohl im Einkaufszentrum Shoppi Tivoli im aargauischen Spreitenbach als auch im umsatzmässig grössten Schweizer Einkaufszentrums Glatt in Wallisellen ZH überdurschnittlich viele Kunden am Freitag und Samstag gezählt worden.

Während man im Shoppi Tivoli vermutete, dass auch das schlechte Wetter für die guten Zahlen verantwortlich sein könnte, erklärte eine Sprecherin des Einkaufszentrums Glatt gegenüber CH Media, dass sich die Menschen dank der Maske spürbar sicherer fühlten. «Vor allem ältere Menschen trauen sich nun eher wieder an einen belebten Ort wie das Glatt», wird die Sprecherin zitiert.

Vor allem ältere Kunden fühlen sich durch die Maskenpflicht womöglich sicherer in Läden. (Symbolbild)
Bild: Keystone

8.20 Uhr: Zahl der Neuinfektionen in Israel auf Rekordhöhe

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Israel hat einen neuen Höchstwert erreicht. Wie das Gesundheitsministerium am Dienstag mitteilte, wurden am Vortag 2'159 neue Fälle registriert. Das ist der höchste Ein-Tages-Wert, der in Israel seit dem Ausbruch der Pandemie registriert wurde. Der bisherige Höchstwert von 2129 stammte vom 28. Juli.

Am Dienstag wurden in Israel mit Ende der Sommerferien die Schulen und Kindergärten unter Corona-Beschränkungen wieder geöffnet. Rund 2,4 Millionen Kinder und Jugendliche lernen in Schulen oder gehen in Krippen.

Eigentlich war es Ziel der Regierung gewesen, die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen zuvor auf rund 400 zu drücken. Es wurde in letzter Minute entschieden, in 23 sogenannten «roten» Ortschaften mit hohen Corona-Zahlen die Schulen nicht zu öffnen. Davon sind nach Angaben der Nachrichtenseite ynet rund 140'000 Schüler betroffen.

Am Freitag war die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen in Israel erstmals seit einem Monat wieder über 2'000 gestiegen. Die Pandemie verlief in Israel auch wegen eines strikten Kurses der Regierung zunächst glimpflich. Nach raschen Lockerungen im Mai schnellten die Fallzahlen jedoch in die Höhe.

7.45 Uhr: Massentests in Hongkong begonnen

In Hongkong haben die Behörden mit Massentests in der Bevölkerung auf das Coronavirus begonnen. Ziel des am Dienstag gestarteten Programms ist es, Millionen von Einwohnern der chinesischen Sonderverwaltungszone auf den neuartigen Erreger zu testen. Die Teilnahme an den Tests ist freiwillig. Das Programm soll ein bis zwei Wochen laufen, abhängig vom Interesse in der Bevölkerung.

Seit Beginn der Registrierung für die Tests am Samstag meldeten sich rund 500‘000 Menschen an. Dies sind allerdings nur etwa sieben Prozent der 7,5 Millionen Einwohner der Metropole. Nach Angaben von Gesundheitsberatern der örtlichen Regierung müssten sich womöglich fünf Millionen Menschen testen lassen, um die derzeitige Ausbreitungswelle des Virus zu beenden.

An dem Programm sind Ärzte und Firmen aus Festlandchina beteiligt. Dies schürte Sorgen in der Bevölkerung, dass die Zentralregierung über die Tests Daten und DNA-Informationen von Hongkongern abschöpfen könnte.

7.15 Uhr: Die am stärksten betroffenen Länder

Die am stärksten betroffenen Länder – Infizierte, Todesfälle, Genesene. 
Grafik: dpa

6.10 Uhr: Labors wehren sich gegen Vorwurf der Langsamkeit

Der Präsident des Schweizer Laborverbandes FAMH, Willi Conrad, weist die Kritik des Epidemiologen Marcel Salathé und der Kantone wegen zu träger Lieferung von Testergebnissen beim Contact Tracing, womit die Ausbreitung des Coronavirus eingedämmt werden soll, zurück. Die Labors hätten ihre Kapazitäten seit April massiv ausgebaut. Am Rhythmus der Bearbeitung der Tests habe sich nicht geändert, sagte Conrad in einem Interview mit den Tamedia-Medien. In der Regel werde das Testresultat noch am gleichen Tag oder am Folgetag abgeliefert. Aber nicht immer sei dies innerhalb von 24 Stunden möglich.

Die Labors seien mit rund 10'000 Tests pro Tag zurzeit gut ausgelastet. Die maximale theoretische Kapazität liege bei 20'000 Tests pro Tag. In der ersten Corona-Welle im April sei die Belastung weitaus höher gewesen und habe die Kapazitätsgrenze erreicht, so Conrad, der auch Mitglied der Geschäftsleitung von Bioanalytica ist.



Werde eine Probe direkt beim Labor abgenommen, gehe es am schnellsten. Aber es sei sinnvoll, zuerst eine Beurteilung durch den Arzt vorzunehmen, bevor ein Patient auf Covid-19 getestet werde. Die Schweizer Labors arbeiteten deutlich schneller als manche im Ausland.

In vielen Labors werde während 24 Stunden an 7 Tagen in der Woche gearbeitet. Nicht überall sei es aber möglich, in diesen ausserordentlichen Zeiten auch die PCR-Tests für Corona-Abklärungen durchzuführen, sagte Conrad weiter.

In einem Labor werden zum Nachweis einer Infektion Abstriche aus dem Nasen-Rachen-Raum auf das Sars-CoV-2-Virus getestet.
Bild: Keystone/DPA/Oliver Berg

5.14 Uhr: Über 400 Verfahren wegen Corona-Kreditbetrügern

Bisher wurden mehr als 400 Strafverfahren wegen Corona-Kreditbetrugs eingeleitet. Dies hat eine Nachfrage des «Blick» ergeben. Der Schaden lasse sich nicht genau beziffern, da viele Kantone keine Zahlen öffentlich machen wollen, heisst es in dem in der Nacht auf Dienstag veröffentlichten Bericht. Aus den der Zeitung vorliegenden Unterlagen ginge aber hervor, dass  der Staat um rund 50 Millionen Franken betrogen werde. In Zürich betrage die Deliktsumme knapp 17 Millionen Franken, in der Waadt 11 Millionen. Im vergleichsweise kleinen Kanton Luzern sollen 6,5 Millionen. Franken ergaunert worden sein. Bis auf den Kanton Appenzell Innerrhoden habe jeder Kanton mindestens ein Strafverfahren eröffnet.

Laut dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) seien noch rund 850 potenzielle Missbrauchsfälle in Abklärung.

Das Seco will dem Bericht zufolge Nachsicht walten lassen, wenn die Betrüger die Gelder zurückerstatten. Bei der Berechnung der erwarteten Kreditlimite könne es schnell zu einem Fehler kommen, soll ein hochrangiger Seco-Mitarbeiter den kantonalen Staatsanwälten geschrieben haben. Die kantonalen Staatsanwaltschaften sehen das offenbar anders. Zwar würde eine Wiedergutmachung beim Strafmass «gebührend berücksichtigt», sagte die Zürcher Staatsanwaltschaft der Zeitung, grundsätzlich gelte aber: «Wer eine nationale Notlage und die Hilfsbereitschaft des Bundes gezielt ausnutzt, wird strafrechtlich konsequent verfolgt und bestraft.»



5 Uhr: Regierungspartei vor Wahl eines Nachfolgers für Abe

Japans Regierungspartei LDP will Mitte dieses Monats einen Nachfolger für Partei- und Regierungschef Shinzo Abe wählen. Abe hatte am vergangenen Freitag seinen Rücktritt angekündigt und als Grund gesundheitliche Probleme genannt. Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Dienstag meldete, wird die LDP die Wahl voraussichtlich am 14. September abhalten. Demnach kann Abes langjährige rechte Hand, Regierungssprecher Yoshihide Suga, mit breiter Unterstützung parteiinterner Machtgruppen rechnen. Es wird erwartet, dass Suga die Politik von Abe fortsetzen will. Wegen der Mehrheit der LDP im massgeblichen Unterhaus des nationalen Parlaments wird der Vorsitzende der Partei auch Ministerpräsident des Landes.

Laut Kyodo sollen nur LDP-Abgeordnete und Parteidelegierte aus den Regionen über den Nachfolger für Abe abstimmen dürfen, aber nicht die breite Parteibasis. Ein solches Vorgehen mindere deutlich die Chancen für den früheren Verteidigungsminister Shigeru Ishiba, der als reformfreudiger gilt und immer wieder Kritik an Abe geäussert hatte. Ishiba geniesst laut Umfragen in der breiten Bevölkerung Zustimmung, aber nicht unter den Parlamentsabgeordneten seiner Partei. Ishiba forderte denn auch, dass die Parteibasis mit abstimmen darf. Als weitere Kandidaten für die Wahl gelten auch der frühere Aussenminister Fumio Kishida sowie der amtierende Verteidigungsminister Taro Kono.

Der scheidende Abe hatte kurz nach Erreichen des Rekords als der am längsten amtierende Regierungschef Japans überraschend seinen Rücktritt angekündigt. Dieser erfolgt zu einer Zeit, da seine Zustimmung im Volk angesichts von Skandalen um Vetternwirtschaft und seines Umgangs mit der Coronakrise zuletzt deutlich gesunken war. Mit seiner «Abenomics» genannten Wirtschaftspolitik aus billigem Geld, schuldenfinanzierten Konjunkturspritzen und dem Versprechen von Strukturreformen wollte Abe das rasant alternde Japan aus der Stagnation führen. Im Zuge der Coronakrise fiel Japan wieder in eine Rezession. Auch die Olympischen Spiele, die Abe nach Japan geholt hatte, mussten wegen Corona aufs nächste Jahr verschoben werden. Die Spiele sollten eigentlich seine Amtszeit krönen. Abe musste selbst einräumen, dass er wichtige Vorhaben nicht habe umsetzen können.

4.49 Uhr: Chinas Exporte lassen Coronakrise hinter sich

Die Fabriktätigkeit in China ist im August mit dem schnellsten Anstieg seit fast einem Jahrzehnt gewachsen. Grund dafür ist eine Zunahme neuer Exportaufträge nach Lockerungen der Coronavirus-Beschränkungen weltweit, wie eine private Umfrage am Dienstag zeigte.

Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das Caixin/Markit-verarbeitende Gewerbe stieg von 52,8 im Juli auf 53,1 im vergangenen Monat. Dies war der vierte Wachstumsmonat in Folge und die grösste Expansionsrate seit Januar 2011. Es übertraf die Prognosen der Analysten für einen leichten Rückgang auf 52,6. Die 50-Marke trennt Wachstum von Kontraktion.

4.20 Uhr: Kultur in New York trotz Coronakrise

Stand-up-Comedy im Park und klassische Konzerte via Pick-up-Truck: In der Coronakrise haben sich Kulturveranstalter in New York viel Neues einfallen lassen. Weil die berühmten Comedy-Clubs der Metropole seit März geschlossen sind, organisieren beispielsweise die Betreiber des Clubs «Stand Up NY» seit Kurzem Auftritte in verschiedenen New Yorker Parks. Inzwischen sind es rund 40 Shows pro Woche, etwa im Central Park in Manhattan oder im Prospect Park in Brooklyn, der Zugang funktioniert auf Spendenbasis.

Die New Yorker Philharmoniker, deren Konzerthalle ebenfalls seit März und noch bis mindestens Ende des Jahres geschlossen ist, haben einen Pick-up-Truck gemietet und veranstalten sogenannte «Pull-up Concerts». Eine kleine Gruppe von Musikern und Sängern fährt mit dem Truck durch die Stadt und gibt an verschiedenen Orten spontan Konzerte.

Die Millionenmetropole war im Frühjahr eines der Epizentren der Coronavirus-Pandemie. Inzwischen ist das Infektionsgeschehen auf niedrigem Niveau stabil. Trotzdem haben viele Kultureinrichtungen immer noch geschlossen und manche – wie etwa die Theater des Broadway oder die Metropolitan Opera – haben bereits angekündigt, dieses Jahr nicht mehr öffnen zu wollen.

3.26 Uhr: Keine Maskenpflicht an Schulen in Russland

Nach mehr als fünf Monaten Pause öffnen in Russland die Schulen wieder für den Unterricht. Für etwa 17 Millionen Schüler beginnt damit an diesem Dienstag das neue Schuljahr – wie jedes Jahr am 1. September nach gut drei Monaten Ferien. Viele haben die Klassenräume das letzte Mal Ende März betreten, als alle Schulen im Land wegen der Coronapandemie auf Fernunterricht umgestellt hatten. Nach Angaben des Bildungsministeriums in Moskau gelten nun neue Vorschriften, um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.

Demnach sollen die Schüler nicht mehr die Klassenräume wechseln und morgens zeitversetzt in den Schultag starten, damit es auf den Fluren nicht zum Gedränge kommt. Am Morgen werde allen die Temperatur gemessen. Sollte ein Kind oder Jugendlicher eine Körpertemperatur von mehr als 37 Grad haben, werde ein Arzt eingeschaltet, hiess es. Bei einem Coronafall muss den Angaben zufolge die gesamte Klasse zu Hause bleiben. Eine Maskenpflicht für Schüler und Lehrer im Unterricht gibt es demnach nicht.

In Russland sind nach offiziellen Angaben bereits mehr als 995’000 Corona-Infektionen erfasst geworden. Etwa 17’100 Menschen starben mit dem Virus. Jeden Tag kommen rund 5'000 neue Fälle hinzu. Eltern befürchten deswegen, dass ihre Kinder bald schon wieder zu Hause statt im Klassenraum lernen könnten. Veranstaltungen an den Schulen wurden bereits für die nächsten Monate abgesagt.

1.57 Uhr: Virologe Fauci: Labor-Day-Wochenende kritisch

Der Infektionsexperte der US-Regierung Anthony Fauci hat das kommende Wochenende als kritisch bei der Bekämpfung der Pandemie in diesem Herbst bezeichnet. Er habe Vertrauen in die Bevölkerung, das lange Labor-Day-Wochenende verantwortungsbewusst zu feiern, sagte Fauci in einem Telefonat des Weissen Hauses mit Gouverneuren, dessen Aufnahme die Nachrichtenagentur AP hat. Er glaube daran, dass die Menschen ihre Hände waschen, Abstand halten, Masken tragen, Menschenmengen vermeiden und sich draussen versammeln.

Es sei wichtig, einen Anstieg von Coronavirus-Fällen wie nach den Feiern zum Memorial Day im Mai und zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli zu verhindern, sagte Fauci. In den USA wird der Labor Day am ersten Montag des Monats September gefeiert.

0.10 Uhr: Mehr Ungleichheit zwischen Frauen und Männern

Die Coronavirus-Pandemie hat nach Ansicht von UN-Generalsekretär António Guterres die soziale Ungleichheit zwischen Frauen und Männern vertieft. In Jahrzehnten erreichte Fortschritte bei der Geschlechtergleichheit und bei Frauenrechten seien rückgängig gemacht worden, sagte Guterres am Montag. Wenn darauf nicht mit Bedacht reagiert werde, könne eine Generation oder mehr an Zugewinnen verloren gehen.

Während der Pandemie hätten Frauen als Mitarbeiterinnen im Gesundheitswesen, als Lehrerinnen und als Angestellte in lebenswichtigen Sektoren an der Front gearbeitet und sich zugleich um ihre Familien und Gemeinschaften gekümmert. Laut Guterres sind die Mehrheit der Menschen im Gesundheitssektor Frauen, aber weniger als ein Drittel habe Jobs mit Entscheidungsgewalt. In manchen Gegenden weltweit seien ausserdem Schwangerschaften von Jugendlichen und Gewalt gegen Frauen gestiegen.

0 Uhr: EU-Gesundheitskommissarin warnt vor Nachlässigkeit

Die EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides hat davor gewarnt, im Kampf gegen die Coronapandemie unvorsichtig zu werden. «Der Mangel an Sorgfaltspflicht ist ein Grund, warum Covid-19-Infektionen in einigen Teilen Europas wieder ansteigen», sagte Kyriakides der «Welt» (Dienstag). «Das Risiko einer weiteren Eskalation ist sehr real.» Sie verstehe durchaus, dass viele Menschen genug von den Einschränkungen, Vorsichtsmassnahmen und ständigen Sorgen hätten. «Aber diesen Kampf können wir nur gemeinsam gewinnen. Es gibt keinen Spielraum für Nachlässigkeiten – niemand sollte unachtsam sein», sagte die Politikerin aus Zypern.

Die EU-Mitgliedsstaaten forderte sie auf, ausreichend Test- und Spitalkapazitäten sowie das nötige Contact Tracing sicherzustellen, solange es keinen Corona-Impfstoff gebe. Zudem sollten striktere Verhaltensregeln erwogen werden, sobald die Fallzahlen wieder ansteigen.

Zurück zur Startseite