Nato wappnet sich für zweite Coronawelle – Durchbruch für neues Medikament

Agenturen/red

16.6.2020 - 22:00

Rund jeder dritte Antikörper-Test in New Yorker Bronx positiv, die Neuinfektionen in der Schweiz bleiben niedrig. Der Deutsch-Schweizer Corona-Grenzzaun kommt ins Museum und der Detailhandel besser durch die Krise als erwartet. Die Entwicklungen des Tages im Überblick.

Laut Zahlen der Johns-Hopkins-Universität liegt die Anzahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus in der Schweiz bei bislang insgesamt 31’154; davon gelten 28’900 als genesen. 1’954 sind in Verbindung mit Covid-19 verstorben. Weltweit stieg die zahl der Infizierten auf 8’085’932, die Zahl der Toten auf 438’453. Die neuen Fallzahlen in der Schweiz bleiben niedrig. In der Schweiz und in Liechtenstein sind innerhalb eines Tages 15 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden.

Trotz der Coronapandemie muss der Schweizer Detailhandel nach Ansicht des Marktforschungsinstituts GfK und des Versandhandelsverbands VSV im laufenden Jahr keinen Einbruch hinnehmen. Die Branche dürfte in etwa ein Ergebnis auf dem Niveau von 2019 erzielen.

Die Covid-19-Kredite sollen für zusätzliche Zwecke genutzt werden können. Das fordern drei Konjunkturforscher der ETH Zürich. Der Bund habe mit seinem Kreditprogramm zwar schnell und effektiv auf den Wirtschaftseinbruch reagiert, lobten die ETH-Forscher Hans Gersbach, Heiner Mikosch und Jan-Egbert Sturm. Doch das Programm habe einen Mangel. Denn die Kredite dürfen nur zur Deckung der laufenden Betriebskosten verwendet werden und nicht für Investitionen.

Das Coronavirus reisst bei der Stadt Zürich ein Loch in die Kasse: Die Auswirkungen der Corona-Pandemie dürften rund 316 Millionen Franken kosten.

Der provisorische Grenzzaun zwischen dem deutschen Konstanz und dem schweizerischen Kreuzlingen ist in die Sammlung des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg übergegangen.

Ein Forscherteam um den Epidemiologen Martin Landray von der Universität Oxford hat nach einer Studie mit dem Steroid Dexamethason einen wichtigen Behandlungserfolg bei Covid-19-Intensivpatienten verkündet.

Das Wichtigste im Überblick

  • Auch in Deutschland endlich Corona-Warn-App verfügbar
  • Rund jeder dritte Antikörper-Test in New Yorker Bronx positiv
  • Pekinger müssen auf nicht notwendige Reisen verzichten
  • Nato wappnet sich für zweite Coronawelle
  • Deutsch-Schweizer Corona-Grenzzaun kommt ins Museum
  • Dexamethason soll Sterberisiko stark verringern
  • Pharmariese Sanofi soll bei Impfallianz mitziehen
  • Gesundheitspersonal demonstriert in Frankreich
  • Corona-Apps in EU sollen harmonieren
  • Bis heute gibt es in der Schweiz und Liechtenstein 31'146 laborbestätigte Covid-19-Fälle – 15 mehr als am Vortag.
  • Der Bundesrat will an seiner Sitzung vom 24. Juni auch den Mindestabstand diskutieren. 
  • Das Bundesamt für Gesundheit investiert viel Geld in eine Informationskampagne zu Corona-Massnahmen.
  • Der Ständerat will die Spielregeln bei den Corona-Krediten für Unternehmen nicht ändern.
  • Ein Impfstoff des Imperial College wird für Studien am Menschen zugelassen.
  • Nach dem Ausbruch auf einem Grossmarkt: China meldet 40 weitere Coronavirus-Infektionen.

22.00 Uhr: Wir beenden unseren heutigen Ticker

20.33 Uhr: EU-Ratschef mahnt zu rascher Einigung auf Corona-Hilfspaket

Ratschef Charles Michel fordert eine rasche Einigung auf das geplante milliardenschwere Haushalts- und Konjunkturpaket zur Bewältigung der Corona-Krise in der Europäische Union. «Unser Ziel ist letztlich, so schnell wie möglich einen Kompromiss zu erreichen», schrieb Michel am Dienstag in seiner Einladung zum Videogipfel der EU-Staats- und Regierungschefs am Freitag.

Die Videokonferenz am Freitag solle ein «entscheidender Trittstein» werden für eine Einigung bei einem weiteren Gipfel, bei dem sich die Staats- und Regierungschefs physisch treffen.

Grundsätzliches Einvernehmen bestehe aus seiner Sicht bereits in einigen wichtigen Punkten, schrieb Michel. Dazu gehöre, dass die EU eine angemessene Antwort auf die beispiellose Krise nach der Corona-Pandemie brauche und dass diese durch Schulden finanziert werden solle, die die EU-Kommission am Kapitalmarkt aufnehme.

Vertiefte Diskussionen müsse es nun über strittige Punkte geben. Dazu gehören die Grösse und die Befristung des Programms zur wirtschaftlichen Erholung, die Frage, ob kreditfinanziertes Geld als Zuschuss verteilt werde, die Bedingungen für die Hilfen und die Gestaltung des mittelfristigen Finanzrahmen der EU.

Die EU-Kommission hat einen EU-Haushaltsrahmen für die Jahre 2021 bis 2027 im Umfang von 1,1 Billionen Euro vorgeschlagen und will diesen mit einem schuldenfinanzierten Konjunktur- und Investitionsprogramm im Umfang von 750 Milliarden Euro verbinden. Gegen das Paket gibt es noch erheblichen Widerstand einiger EU-Staaten.

19.36 Uhr: Auch in Deutschland Corona-Warn-App verfügbar

Nach wochenlanger Verzögerung gibt es nun auch in Deutschland eine Corona-Warn-App: Dem ausdrücklichen Aufruf der Bundesregierung zum Download der App folgten am Dienstag mehr als eine Million Menschen. Die App sei zwar «kein Allheilmittel» und auch kein «Freifahrtschein», aber ein «wichtiges Werkzeug» zur Eindämmung der Pandemie, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bei ihrer Vorstellung. Sie ist für die Nutzer anonym, freiwillig und kostenlos.

Nach Spahns Einschätzung ist die Nutzung gerade in Zeiten der Corona-Lockerungen sinnvoll. Schliesslich gebe es wieder mehr Kontakte, bei denen sich die Menschen nicht kennen – etwa bei Demonstrationen oder Zugfahrten.

Mit Hilfe der Bluetooth-Technologie soll die Anwendung aufzeichnen, wann und wie lange sich jemand in der Nähe eines anderen Smartphone-Nutzers aufgehalten hat, der auf seinem Gerät ebenfalls die App aktiviert hat. Wird jemand positiv auf das Coronavirus getestet, kann er über die App anonym die Nutzer warnen, mit denen er Kontakt hatte. Die Daten sollen anonymisiert und dezentral verarbeitet werden.

19.02 Uhr: Rund jeder dritte Antikörper-Test in New Yorker Bronx positiv

In Teilen der Millionenmetropole New York war womöglich jeder dritte Mensch bereits mit dem Coronavirus infiziert. Das geht aus Zahlen einer Antikörper-Studie hervor, die der Gouverneur des Bundesstaats, Andrew Cuomo, am Dienstag erläutert hat. Im besonders stark von der Pandemie betroffenen und eher ärmeren Stadtteil Bronx seien demnach bei 32,6 Prozent aller Getesteten Antikörper gefunden worden. In Brooklyn und Queens war dies noch bei gut jedem fünften Test der Fall, im reicheren Manhattan war mit 16,5 Prozent jeder sechste Test positiv.

Insgesamt wurden in der Stadt New York bei 21,6 Prozent der Überprüften die Antikörper gefunden, die nach einer Infektion mit dem Coronavirus entstehen. Im gesamten Bundesstaat New York wurden zwischen 1. Mai und 13. Juni rund 12'000 Menschen zufällig ausgesucht und getestet. Bei 13,4 Prozent fiel der Test positiv aus.

Viele Forscher gehen davon aus, dass diejenigen, die den Erreger Sars-CoV-2 bereits hatten, zumindest für eine gewisse Zeit immun gegen die Erkrankung Covid-19 sind. Die aktuellen Antikörperstudien befinden sich aber in einem frühen Entwicklungsstadium, und es ist unklar, wie genau sie sind.

18.36 Uhr: Pekinger müssen auf Reisen verzichten

Nach dem erneuten Corona-Ausbruch in Peking werden die Bewohner der chinesischen Hauptstadt massiv in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Die Pekinger müssten auf nicht notwendige Reisen verzichten, teilte die Stadtverwaltung am Dienstag bei einer Pressekonferenz mit. Bewohnern von Gegenden in Peking mit «mittlerem oder hohem» Corona-Risiko wurde ein Verlassen der Stadt ausdrücklich untersagt. Jeder andere, der Peking verlassen wolle, müsse einen maximal sieben Tage alten negativen Corona-Test vorweisen.

Nach zwei Monaten ohne neue Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus waren vergangene Woche neue Fälle in Peking gemeldet worden. Am Dienstag registrierten die Behörden allein in der Hauptstadt 27 neue Infektionsfälle binnen 24 Stunden. Vier weitere Fälle wurden aus der angrenzenden Provinz Hebei gemeldet; ein Fall in der südwestlichen Provinz Sichuan geht demnach ebenfalls auf den Ausbruch in Peking zurück.

Die Behörden ergriffen bereits umfangreiche Massnahmen zur Eindämmung des Virus. Sie schlossen in Peking drei Grossmärkte und elf kleinere Märkte und desinfizierten 276 Agrarmärkte und 33'000 Nahrungs- und Getränkeläden. Tausende Bewohner von inzwischen 30 Wohnblöcken in der Nähe der drei Märkte dürfen nun nicht mehr auf die Strasse.

Veranstaltungsorte und Sportstätten der 21-Millionen-Einwohner-Stadt wurden geschlossen, Fahrten mit Taxis und anderen Fahrdiensten verboten. Am Dienstag wurde zudem die Schliessung der Schulen in der Hauptstadt verfügt, der Unterricht soll ab Mittwoch wieder online stattfinden. Auch Studenten dürfen nicht an die Hochschulen der Stadt zurückkehren.

Bei der Eindämmung des Virus sollen ausserdem Massentests helfen. Die Testkapazität wurde laut amtlicher Nachrichtenagentur Xinhua auf 90'000 pro Tag hochgefahren.

18.32 Uhr: Grenzschliessung zwischen USA und Kanada verlängert

Aus Sorge vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus soll die Grenze zwischen den USA und Kanada für einen weiteren Monat weitgehend geschlossen bleiben. Die Grenze solle nun erst nach dem 21. Juli wieder öffnen, sagte Kanadas Premierminister Justin Trudeau am Dienstag, wie kanadische Medien berichteten. «Das ist eine wichtige Entscheidung, die die Menschen in beiden Ländern schützen wird», sagte Trudeau.

Die zeitweise Grenzschliessung aufgrund der Coronavirus-Pandemie war im März vereinbart und schon zweimal verlängert worden. Ziel ist, den nicht notwendigen Reiseverkehr zwischen den beiden Ländern zu unterbinden und zugleich den Verkehr wichtiger Waren wie medizinische Ausrüstung und Nahrung zu gewährleisten.

17.50 Uhr: Erster Auftritt seit Covid-19-Erkrankung – Prinz Charles besucht Krankenhaus

Der britische Thronfolger Prinz Charles hat sich am Dienstag erstmals seit seiner Covid-19-Erkrankung wieder in der Öffentlichkeit gezeigt. Gemeinsam mit seiner Frau Herzogin Camilla besuchte er ein Krankenhaus in Cheltenham. Die beiden bedankten sich dort bei Mitarbeitern für deren Einsatz in der Coronavirus-Pandemie – allerdings mit gebührendem Abstand von zwei Metern.



Der 71 Jahre alte Thronfolger war selbst zeitweise an Covid-19 erkrankt, hatte aber nur milde Symptome. Er hatte sich deshalb im März eine Woche lang auf seinem Landsitz in Schottland in Selbstisolation begeben. Die 72 Jahre alte Camilla wurde damals negativ getestet, musste aber ebenfalls sieben Tage in Isolation. Beide blieben während des Lockdowns in Schottland. Sie meldeten sich von dort immer wieder per Videobotschaft zu Wort. Am Donnerstag wollen sie Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron in London empfangen.

17.30 Uhr: Nato wappnet sich für zweite Coronawelle

Die Nato wappnet sich für eine mögliche zweite Welle der Corona-Pandemie. Nach Angaben von Generalsekretär Jens Stoltenberg wollen die Verteidigungsminister der Mitgliedstaaten an diesem Mittwoch einen entsprechenden Operationsplan bewilligen. Zudem soll ein Vorrat an medizinischer Ausrüstung aufgebaut und ein Krisenfonds eingerichtet werden. Ziel sei es, möglicherweise benötigte Hilfe zur richtigen Zeit an den richtigen Ort bringen zu können, erklärte Stoltenberg am Dienstag in Brüssel.

17 Uhr: Deutsch-Schweizer Corona-Grenzzaun kommt ins Museum

Der provisorische Grenzzaun zwischen dem deutschen Konstanz und dem schweizerischen Kreuzlingen ist in die Sammlung des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg übergegangen. Der Zaun symbolisiert trotz seiner trennenden Funktion die Verbundenheit von Schweizern und Deutschen. Anwohner haben aus Absperrband in die Streben das Kunstwort «Kreuztanz» (aus «Kreuzlingen» und «Konstanz») sowie ein Herz eingewebt. Auf ein anderes Zaunstück montierten sie das Bild einer geöffneten Tür.

Die deutsche Bundespolizei hatte den Bauzaun im März zur Eindämmung der Corona-Pandemie zwischen den beiden Bodensee-Städten aufbauen lassen. Am 15. Mai wurde der Zaun wieder abgebaut.

Mehrere Wochen lang trennte ein provisorischer Grenzzaun die Nachbarstädte Kreuzlingen und das deutsche Kreuzlingen. Nun sollen Teile davon ins Haus der Geschichte Baden-Württemberg kommen.
KEYSTONE/DPA/Philipp von Ditfurth

16.35 Uhr: GfK rechnet nicht mit Einbruch im Detailhandel

Trotz der Coronapandemie muss der Schweizer Detailhandel nach Ansicht des Marktforschungsinstituts GfK und des Versandhandelsverbands VSV im laufenden Jahr keinen Einbruch hinnehmen. Die Branche dürfte in etwa ein Ergebnis auf dem Niveau von 2019 erzielen.

Im vergangenen Jahr hat der Schweizer Detailhandel einen Umsatz von 91,7 Milliarden Franken eingefahren. Das waren 0,4 Prozent mehr als im Vorjahr und das erste Wachstum seit dem Jahr 2014, wie die GfK am Dienstag an ihrer Handelstagung 2020 bekannt gab.

Und die Prognosen für das laufende Jahr sähen besser aus als erwartet, schreibt die GfK, allerdings unter der Voraussetzung, dass es keine zweite Ansteckungswelle mit Schliessungen gebe. Die Branche dürfte erneut rund 92 Milliarden Franken Umsatz erzielen, sagte GfK-Expertin Sandra Wöhlert im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP.

Auf die Frage, ob die Hamsterkäufe die Einbrüche der Läden während der Coronaschliessungen wettgemacht hätten, sagte die Spezialistin, dass Hamsterkäufe nur ein Faktor gewesen seien. Es gebe mehrere Detailhandelsbereiche, die zugelegt hätten. So seien die Lebensmittelverkäufe auch deshalb gestiegen, weil die Menschen während des Sperrmassnahmen nicht ins Restaurant gekonnt hätten.

Ebenfalls profitiert hätten beispielsweise Verkäufer von Fitnessgeräten, Küchengeräten, Klopapier oder Ausrüstung fürs Homeoffice wie etwa Computerzubehörhändler. Innovative Konzepte und Ideen in der Phase des Lockdowns zögen sich durch alle Branchen, das Onlinegeschäft sei nahezu überall ausgebaut worden – auch in Märkten, die hier bisher wenig aktiv gewesen seien, erklärte die GfK.

15.28 Uhr: Dexamethason soll Sterberisiko stark verringern

Ein Forscherteam um den Epidemiologen Martin Landray von der Universität Oxford hat nach einer Studie mit dem Steroid Dexamethason einen wichtigen Behandlungserfolg bei Covid-19-Intensivpatienten verkündet.

Das preisgünstige, entzündungshemmende Medikament habe in der grossangelegten «Recovery»-Studie die Todesrate um ein Drittel senken können. An der Studie nahmen insgesamt rund 11'500 Covid-19-Patienten in Grossbritannien teil. Der Co-Autor der Studie, Peter Horby, erklärte: «Das ist ein grosser Durchbruch. Das Medikament verringert das Sterberisiko erheblich.»



2'104 zufällig ausgewählte Probanden erhielten einmal täglich 6 mg Dexamethason während zehn Tagen. 4'321 andere Patienten dagegen wurden ohne das Mittel behandelt.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass der intensive Einsatz des Wirkstoffs allein in Grossbritannien hätte 5'000 Leben retten können. Die «Recovery»-Studie hatte bereits den Nachweis erbracht, dass das unter anderem von US-Präsident Donald Trump propagierte Malariamittel Hydroxychloroquin keine positive Wirkung bei Covid-19-Patienten habe.

Mediziner kümmern sich um einen Covid-19-Intenisivpatienten. (Symbolbild)
Bild: Keystone

15.13 Uhr: Kinder wohl keine Treiber der Ausbreitung

Kinder stecken sich einer deutsche Studie zufolge wohl seltener mit dem Coronavirus an als ihre Eltern. Sie seien daher nicht als Treiber der Infektionswelle anzusehen. Das sagte Klaus-Michael Debatin, Ärztlicher Direktor der Kinderklinik am Universitätsklinikum Ulm, zum Ergebnis der Untersuchung, die am Dienstag in Stuttgart vorgestellt wurde.

Für die Studie waren etwa 5'000 Menschen ohne Corona-Symptome auf das Virus und auf Antikörper dagegen getestet worden: rund 2'500 Kinder unter zehn Jahren und je ein Elternteil. Die Studie wurde bisher noch nicht in einem Fachjournal veröffentlicht.

Im Untersuchungszeitraum von 22. April bis 15. Mai hatte sich aktuell nur ein Elternteil/Kind-Paar infiziert. 64 Getestete hatten Antikörper gebildet und weitgehend unbemerkt eine Corona-Infektion durchlaufen, was einer Häufigkeit von 1,3 Prozent entspricht. Darunter befanden sich 45 Erwachsene und 19 Kinder. Kinder in Notbetreuung waren den Ergebnissen zufolge nicht häufiger infiziert als andere.

Man habe mit der Studie aber nicht gezielt untersucht, wie infektiös Kinder sind, sagte Hans-Georg Kräusslich, Sprecher des Zentrums für Infektiologie am Universitätsklinikum Heidelberg. Man könne bei den positiv getesteten Eltern/Kind-Paaren keine grundsätzliche Aussage darüber treffen, wer wen angesteckt hat.

Die Rolle von Kindern bei der Verbreitung des Virus spielt eine entscheidende Rolle bei der Wiedereröffnung von Kitas und Grundschulen.

14.57 Uhr: Schleppender Start im Flugverkehr

Der weltweite Flugverkehr kommt nach dem Corona-Tief im April mit einem Einbruch von mehr als 90 Prozent nur schleppend wieder in die Gänge. Die Buchungen lägen zur Zeit noch 82 Prozent unter dem Niveau vor einem Jahr, berichtete der Chefökonom des Dachverbands der Fluggesellschaften (IATA), Brian Pearce, am Dienstag in Genf. Der Verband hatte vergangene Woche einen Nettoverlust der Airlines für 2020 von zusammen 84 Milliarden Dollar (74,3 Mrd Euro) vorausgesagt.

Passagiere buchten zur Zeit auch deutlich kurzfristiger als früher: Während im Mai 2019 noch 49 Prozent der Passagiere ihre Tickets mindestens 20 Tage vor dem Flugdatum buchten, waren es in diesem Jahr im Mai nur 29 Prozent. Bis zu drei Tage vor dem Flugdatum wurden vor einem Jahr 18 Prozent der Tickets gebucht, in diesem Jahr 41 Prozent. Das mache es schwierig für Fluggesellschaften, den Bedarf einzuschätzen und ihre Flugpläne zu erstellen, sagte Pearce.

Der Verband appellierte an Regierungen, den Fluggesellschaften länger als geplant Flexibilität bei den ihnen zugeteilten Slots zu gewähren. Slots sind Zeitfenster zum Starten und Landen. Eigentlich müssen Fluggesellschaften 80 Prozent ihrer erlaubten Slots nutzen, sonst laufen sie Gefahr, die Slots an Konkurrenten zu verlieren. Diese Regel war zu Beginn der Corona-Krise gelockert worden. Diese Lockerung müsse auch in die Wintersaison hinein gelten, verlangte IATA-Chef Alexandre de Juniac.

14.30 Uhr: Orbans Sondervollmachten werden aufgehoben

Ungarns Parlament hat am Dienstag einstimmig ein Gesetz zur Aufhebung der Corona-Sondervollmachten von Ministerpräsident Viktor Orban beschlossen. Der rechts-nationale Politiker hatte sich diese Ende März, auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie, vom Parlament geben lassen. Sie waren umfassend und ursprünglich zeitlich unbefristet. Orban, der zu einem autoritären Regierungsstil neigt, hatte dafür im In- und Ausland viel Kritik erhalten.

Das nun beschlossene Gesetz besagt, dass die Vollmachten aufgehoben sind, sobald die Regierung den im März wegen der Corona-Pandemie verhängten Gefahrennotstand beendet. Orban hatte angekündigt, dies bis zum 20. Juni zu tun.

14.05 Uhr: Pharmariese Sanofi soll bei Impfallianz mitziehen

Der Pharmakonzern Sanofi dürfte nach den Worten von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bald bei der Corona-Impfallianz wichtiger EU-Länder mitziehen.

Er erwarte eine Vereinbarung mit Sanofi in den kommenden Tagen oder Wochen, sagte der 42-Jährige am Dienstag in einem Sanofi-Werk in Marcy-L'Étoile bei Lyon. Der Staatschef setzt sich bereits seit längerem dafür ein, dass ein künftiger Corona-Impfstoff allen zur Verfügung gestellt wird.

Deutschland, Frankreich, Italien und die Niederlande hatten bereits mit dem Hersteller AstraZeneca einen Vertrag über mindestens 300 Millionen Impfdosen gegen das Coronavirus geschlossen. Die Entwicklung eines Impfstoffs könnte im günstigen Fall schon Ende des Jahres abgeschlossen sein, hatte es am vergangenen Wochenende aus dem Berliner Bundesgesundheitsministerium geheissen. Profitieren sollen demnach alle EU-Staaten, die dabei sein wollen. "Dieses Europa der Gesundheit (...) konkretisiert sich", sagte Macron.

13.53 Uhr: Gesundheitspersonal demonstriert in Frankreich

Die Menschen protestierten unter anderem in Montpellier, Metz und Marseille vor Kliniken gegen die angespannte Situation im Gesundheitssystem. Landesweit waren mehr als 220 Versammlungen angekündigt.

In der Hauptstadt Paris sollte ab Mittag ein grosser Protest vor dem Gesundheitsministerium stattfinden. Gewerkschaften und Kollektive hatten zu dem nationalen Aktionstag aufgerufen.

Während der Corona-Pandemie geriet das französische Gesundheitssystem an seine Grenzen. Auch in den elsässischen Städten Strassburg, Colmar und Mülhausen ging das Pflegepersonal daher auf die Strassen.

13.41 Uhr: Easyjet verschiebt Abnahme von Jets um Jahre

Der britische Billigflieger Easyjet schiebt die Abnahme weiterer Airbus-Jets wegen der Corona-Krise auf die lange Bank. Statt 24 Maschinen, wie im April angekündigt, kann die Airline nun 32 Flugzeuge erst später abnehmen als ursprünglich vorgesehen.

Easyjet reagiert mit der am Dienstag mit dem Flugzeugbauer getroffenen Verschiebung auf den Einbruch des Flugverkehrs durch die Coronavirus-Pandemie. Sowie auf die Erwartung, dass die Fluggastzahlen erst in einigen Jahren wieder das Niveau aus der Zeit vor der Krise erreichen.

Acht Maschinen darf die Fluggesellschaft statt in ihrem bis Ende September laufenden Geschäftsjahr 2020 nun zwei Jahre später entgegennehmen. Die restlichen 24 Maschinen, die eigentlich in den Geschäftsjahren 2020 bis 2022 eintreffen sollten, soll die Airline nun erst in den Geschäftsjahren 2025 bis 2027 bekommen.

Zunächst spart die Verschiebung Easyjet viel Geld. Am Ende könnte die Gesellschaft wegen einer Preissteigerungsklausel im Vertrag allerdings bis zu 95 Millionen Pfund (114 Mio Franken) mehr bezahlen müssen, hiess es. Dies entspricht etwa dem Listenpreis eines Airbus A320neo, wie ihn Easyjet in Massen bestellt hat.

13.13 Uhr: Corona-Ausbruch in Berlin

Der Berliner Stadtbezirk Neukölln hat wegen Corona-Fällen für 369 Haushalte Quarantäne angeordnet. Die Betroffenen lebten an sieben Standorten in verschiedenen Kiezen, sagte Gesundheitsstadtrat Falko Liecke am Dienstag.

Pro Haushalt werden demnach bis zu zehn Bewohner vermutet, genaue Zahlen lagen zunächst nicht vor. Inzwischen hat sich Liecke zufolge die Zahl der positiv auf Sars-CoV-2 getesteten Menschen in dem Zusammenhang auf 57 erhöht, darunter auch Kinder.

Laut Bezirksbürgermeister Martin Hikel sind die Wohnverhältnisse vor Ort sehr beengt – pro Haushalt lebten bis zu zehn Menschen zusammen. Nachdem das Virus in Europa zunächst in Skigebieten grassierte, sei es nun auch in Mietskasernen angekommen, sagte Hikel. Es treffe die Schwächsten der Gesellschaft. Sozialarbeiter seien vor Ort, für den kurzfristigen Bedarf der Menschen in Quarantäne würden Hilfspakete organisiert.

12.32 Uhr: Liste britischer Behörde sorgt für Spott

Eine versehentlich falsch eingefügte Liste bei einem Online-Fragebogen für Einreisende nach Grossbritannien hat in sozialen Medien für grossen Spott gesorgt. Als Option für den Ausgangspunkt war dort «German Democratic Republic» (Deutsche Demokratische Republik) auswählbar. Eine Korrespondentin der «Süddeutschen Zeitung» hatte einen Screenshot des Drop-Down-Menüs am Montag per Twitter geteilt — und grosse Resonanz erhalten. Ein Twitter-Nutzer spekulierte, die Option sei womöglich für Zeitreisende eingerichtet worden.

Das britische Innenministerium gestand den Lapsus auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur ein. Es habe sich um eine Liste für Geburtsländer gehandelt, die an der Stelle einfügt worden sei. Am Dienstag war die Auswahl aktualisiert.

Einreisende nach Grossbritannien müssen seit vergangener Woche an der Grenze ihre Adress- und Kontaktdaten hinterlassen und zwei Wochen lang in Quarantäne gehen. Wer sich nicht an die 14-tägige Pflicht zur Selbstisolation hält, muss mit einem hohen Bussgeld rechnen. Damit soll verhindert werden, dass es durch eingeschleppte Infektionen zu einer neuen Welle der Coronavirus-Epidemie in Grossbritannien kommt. Die Massnahme ist aber höchst umstritten, nicht zuletzt weil das Vereinigte Königreich weit höhere Infektionsraten als viele andere europäische Länder hat.

12.23 Uhr: 15 neue Covid-19-Infektionen innert 24 Stunden

In der Schweiz und in Liechtenstein sind innerhalb eines Tages 15 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Insgesamt gab es bisher 31'146 laborbestätigte Covid-19-Fälle, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstagmittag mitteilte.

Die Fallzahlen unterliegen einer wöchentlichen Schwankung mit tieferen Zahlen am Wochenende. Am Montag waren 14 Fälle gemeldet worden, am Sonntag waren es 23 und am Samstag sogar 31 Fälle gewesen. Auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner entfielen 363 Fälle.

Am Dienstag wurde auch ein neuer Todesfall gemeldet. Bisher starben in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein gemäss BAG 1678 Menschen, die positiv auf Covid-19 getestet worden waren. Das Bundesamt bezieht sich auf die Meldungen, die die Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Meldepflicht bis Dienstagmorgen übermittelt hatten.

Die Fallzahlen in der Schweiz bleiben niedrig – das Leben normalisiert sich: In Genf besteigen Passagiere am 15. Juni 2020 eine Maschine der Swiss nach London. 
Bild: Keystone

12.15 Uhr: Cassis trifft italienischen Aussenminister

Aussenminister Ignazio Cassis hat (heute) Dienstag unweit der schweizerisch-italienischen Grenze den italienischen Aussenminister Luigi di Maio getroffen. Der Besuch in Ligornetto sei Teil einer «Tour de frontieres». Am Vormittag hatten di Maio und Cassis den Grenzübergang Chiasso-Brogedo besucht.

Danach trafen sich die beiden zu einem Vieraugengespräch. Wegen der Corona-Pandemie begrüssten sich die beiden mit Maske und am Ellbogen. Gemäss Eidgenössischem Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) solle der Besuch die Entspannung nach der Coronakrise zu unterstreichen.

Nach drei Monaten eingeschränkter Reisefreiheit wegen der Coronavirus-Pandemie hat die Schweiz am Montag um Mitternacht die Landesgrenzen für EU- und Efta-Bürger wieder geöffnet. Es herrscht damit wieder die volle Personenfreizügigkeit.

Italien hatte die Einreisebeschränkungen an den Schengen-Binnengrenzen bereits am 3. Juni aufgehoben. Die Schweiz hingegen hielt zu diesem Zeitpunkt die gegenseitige Aufhebung der Beschränkungen für verfrüht, wie das Staatssekretariat für Migration (SEM) Ende Mai erklärte.

Italiens Aussenminister Luigi Di Maio (links) beim «Elbow Bump» mit Ignazio Cassis am Grenzübergang Chiasso Brogeda.
Bild: Keystone

12.12 Uhr: Corona-Apps in EU sollen harmonieren

Die verschiedenen Corona-Apps der EU-Staaten sollen künftig Informationen untereinander austauschen können und so die Kontaktverfolgung von Infizierten über Ländergrenzen hinweg möglich machen.

Darauf einigten sich mehrere europäische Länder, wie die EU-Kommission am Dienstag mitteilte. Dabei sind alle Länder, deren Apps auf eine dezentrale Speicherung der Daten setzen. Neben Deutschland, das seine Corona-Warn-App am Dienstag startete, sind das rund 15 andere EU-Länder, sowie Liechtenstein und Norwegen. Davon hat bislang allerdings nur ein kleiner Anteil seine Apps gestartet

11.55 Uhr: Meiste Acts von OpenAir St. Gallen 2021 dabei

Placebo, The Lumineers, Stress oder Jeans for Jesus: Die meisten Acts, die dieses Jahr am OpenAir St. Gallen hätten auftreten sollen, sind nun im nächsten Jahr dabei. Dies teilten die Veranstalter am Dienstag mit.

Zu den Künstlerinnen und Künstlern, die ihre abgesagten Auftritte im Sommer 2021 nachholen können, gehören auch die Berner Urgesteine Patent Ochsner, der britische Singer-Songwriter Sam Fender, das Zürcher Duo Steiner & Madlaina oder die schwedische Band Mando Diao.

Der US-Headliner Twenty One Pilots könne seinen geplanten Auftritt aufgrund von Terminkonflikten dagegen nicht ins kommende Jahr schieben, schrieb das Festival weiter. Alle weiteren Programmpunkte werden in den nächsten Wochen bekanntgegeben.

Die 44. Ausgabe des OpenAir St. Gallen, die wegen der Coronakrise verschoben werden musste, findet neu vom 1. bis 4. Juli 2021 statt. Tickets sind bereits erhältlich.

11.44 Uhr: Corona kostet Zürich über 300 Millionen Franken

Das Coronavirus reisst bei der Stadt Zürich ein Loch in die Kasse: Die Auswirkungen der Corona-Pandemie dürften rund 316 Millionen Franken kosten. 228 Millionen Franken betreffen den allgemeinen Haushalt, 88 Millionen die Eigenwirtschaftsbetriebe, weil die Stadt weniger Gebühren einnimmt.

«Die Rechnung 2020 wird wesentlich durch die Corona-Pandemie beeinflusst. Wir rechnen mit einem negativen Ergebnis im tiefen dreistelligen Millionenbereich», sagte Finanzvorstand Daniel Leupi (Grüne) am Dienstag vor den Medien.

11.40 Uhr: Ehefrau von ukrainischen Präsidenten im Spital

Die Ehefrau des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ist wegen einer Coronavirus-Infektion ins Krankenhaus gebracht worden. Der Zustand von Olena sei stabil, teilte das Präsidentenbüro am Dienstag in Kiew mit. Die 42-Jährige habe eine mittlere beidseitige Lungenentzündung und müsse nicht beatmet werden. Tests bei Selenskyj und den beiden Kindern seien weiter negativ.

Das Staatsoberhaupt führt nach eigenen Angaben seit vergangenem Freitag die Amtsgeschäfte in einem «besonderen Arbeitsregime». Es sei keine komplette Selbstisolation, weil Selenskyj seine Vollmachten laut Verfassung nicht delegieren könne, hatte sein Büro mitgeteilt. Der 42-Jährige wolle aber Kontakte auf das Nötigste reduzieren.

Der ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (rechts) und seine Frau Olena. (Archiv)
Bild: Keystone

11.37 Uhr: Mundschutzmaske schafft es auf Briefmarken

Die tschechische Post verewigt die Mundschutzmaske als Zeichen des Kampfes gegen das Coronavirus auf zwei Briefmarken. Die Neuausgabe erscheint am 24. Juni und kostet 19 Kronen, umgerechnet 93 Rappen. Das ist das Inlandsporto für einen Standardbrief. Es gibt zwei Varianten mit der Aufschrift «Wir danken», die jeweils Rettungsdienst und Feuerwehr sowie weiteren Einsatzkräften gewidmet sind. Autor der Entwürfe ist der Grafikdesigner Filip Heyduk.

Tschechien hatte als eines der ersten Länder am 18. März eine allgemeine Mundschutzpflicht ausserhalb der eigenen vier Wände eingeführt. Derzeit müssen die Masken noch in Geschäften sowie in Bus und Bahn getragen werden. Sie seien zu einem «Symbol unserer Zeit geworden», erläuterte die Post. «Sie sind ein Phänomen, das die aktuelle Situation besser illustriert als irgendetwas anderes.»

11.30 Uhr: Neues Biosicherheitslabor für Uni Bern

Das Institut für Infektionskrankheiten der Universität Bern hat am Dienstag sein neues Biosicherheitslabor der Stufe 3 in Betrieb genommen. Dort wird an hochansteckenden Erregern geforscht, etwa am Coronavirus.

Das Labor verfügt über einen speziellen Bereich für Diagnostik in Form einer sogenannten Glove Box. Diese spezielle Sicherheits-Werkbank mit integrierten Gummihandschuhen erlaubt es, verdächtige Patientenproben zu bearbeiten. Gearbeitet wird vorwiegend mit Tuberkulose-Erregern. Geplant sind aber auch Forschungsprojekte an Sars-CoV-2, wie die Verantwortlichen am Dienstag mitteilten.

«Das Besondere an unserem Labor ist, dass wir das neue Coronavirus hier nicht nur nachweisen, sondern auch kultivieren können, um beispielsweise zu sehen, ob es bei einem Patienten auch nach Wochen noch ansteckend ist», wird Peter Keller, Leiter Innovation und Entwicklung am Institut für Infektionskrankheiten, in der Mitteilung zitiert.

Laut Keller sind mehrere Berner Forschungsprojekte geplant, die sich unter anderem mit der Immunität gegenüber Sars-CoV-2 befassen sowie mit dessen Auswirkungen auf die Gefässe und Organe.

11.15 Uhr: Frankreichs Corona-Warn-App ist bisher ein Flop

Die französische Corona-Warn-App war der deutschen gut zwei Wochen voraus. Bisher ist «StopCovid» aber ein Flop: Die Anwendung wurde zuletzt rund 1,5 Millionen Mal heruntergeladen, nach Angaben der Regierung ist sie aber erst ab sechs bis sieben Millionen Downloads wirksam  – das entspräche einer Nutzung durch rund zehn Prozent der französischen Bevölkerung.

Digital-Staatssekretär Cédric O spricht bisher von «einer Handvoll» Warnungen über die drahtlose Bluetooth-Technologie. «Wenn die Ausbreitung der Epidemie stark zurückgeht, ist die Bereitschaft der Menschen zur Installation der App gering», räumte er ein.

11.10 Uhr: Covid-19-Kredite als Investitionsspritze

Die Covid-19-Kredite sollen für zusätzliche Zwecke genutzt werden können. Das fordern drei Konjunkturforscher der ETH Zürich. Der Bund habe mit seinem Kreditprogramm zwar schnell und effektiv auf den Wirtschaftseinbruch reagiert, lobten die ETH-Forscher Hans Gersbach, Heiner Mikosch und Jan-Egbert Sturm in einer Mitteilung vom Dienstag.

Es habe so dazu beigetragen, eine Konkurswelle zu verhindern. Doch das Programm habe einen Mangel. Denn die Kredite dürfen nur zur Deckung der laufenden Betriebskosten verwendet werden und nicht für Investitionen.

Doch nun zeichne sich in der Schweiz eine Investitionsschwäche ab. Eine «gesunde Investitionsdynamik» sei jedoch für die Erholung der Gesamtwirtschaft wichtig. Deswegen schlagen die ETH-Forscher eine Anpassung des Covid-19-Kreditprogramms vor: Alle genehmigten Kredite dürften demnach neu auch für Investitionen verwendet werden, beispielsweise für Ausrüstungen und Forschung und Entwicklung.

Gleichzeitig solle das Kreditprogramm um ein Jahr bis Ende Juli 2021 verlängert werden, wobei die bisher beschlossene Gesamtsumme von 40 Milliarden Franken als Obergrenze bestehen bleibe.

Alle genehmigten Kredite würden laut dem Vorschlag zudem nur noch zu einem Teil vom Bund abgesichert. Das restliche Kreditrisiko müsse die kreditgebende Bank tragen – wobei dieser Garantieanteil des Staates im Verlaufe der Zeit sinken soll.

10.46 Uhr: Berlin setzt auf breite Nutzung der Warn-App

Die deutsche Regierung setzt auf eine breite freiwillige Nutzung der neuen Warn-App gegen das Coronavirus. «Sie herunterzuladen und zu nutzen ist ein kleiner Schritt für jeden von uns, aber ein grosser Schritt für die Pandemiebekämpfung», sagte Kanzleramtschef Helge Braun zum Start der neuen Anwendung am Dienstag in Berlin. Sie sei nach den Vorbereitungen nicht die erste Corona-App weltweit, sie sei aber die beste. Die Bürger könnten sich auf hohe Standards bei Datenschutz und Datensicherheit verlassen.

Die Corona-App steht in Deutschland nach wochenlangen Vorbereitungen jetzt zum Herunterladen auf Smartphones bereit. Sie soll das Nachverfolgen von Infektionen erleichtern. Dafür kann sie messen, ob sich Handynutzer über eine längere Zeit näher als etwa zwei Meter gekommen sind. Ist ein Nutzer positiv getestet worden und hat dies in der App geteilt, meldet sie anderen Anwendern, dass sie sich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten haben. Dann kann man sich testen lassen.

10.30 Uhr: Afrika will mehr testen

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie testen afrikanische Länder noch immer viel zu wenig – ein existierendes und bewährtes System könnte Experten zufolge eine Lösung bieten.

Afrika hat bislang rund 3 Millionen Corona-Tests durchgeführt, es müssten laut Experten aber etwa 12 oder 13 Millionen sein. Bisher war es für afrikanische Länder schwierig, auf dem globalen Markt Testkits zu kaufen und die Kapazitäten der Labore auszubauen, damit mehr getestet werden kann.

Nun hätten einige Staaten ein existierendes System für Tests umfunktioniert, sagte Richard Mihigo, ein Leiter des Corona-Teams bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Afrika. Die GeneXpert-Plattform wird benutzt, um etwa auf Tuberkulose zu testen. Mit dem automatisierten System führten einige Länder nun auch 3'000 bis 5'000 Corona-Tests am Tag durch, sagte Mihigo. «Das verändert alles.» Darunter seien etwa Äthiopien, Südafrika, Ghana und Ruanda.

10 Uhr: Zwei-Meter-Abstandsregel könnte bald fallen

Bereits in zwei Wochen könnte die Zwei-Meter-Abstandsregel abgeschafft werden, wie aus schriftlichen Antworten des Bundesrates auf entsprechende Anfragen verschiedener Nationalräte hervorgeht.

Wie «Nau» berichtet, habe etwa Thomas Aeschi (SVP) in einer Anfrage wissen wollen, ob der Bundesrat an seiner Sitzung vom 24. Juni den BAG-Mindestabstand «aufheben oder reduzieren» wolle. Die Antwort von Gesundheitsminister Alain Berset lautet gemäss «Nau» zusammengefasst: «Eine Reduktion des Mindestabstands steht zur Diskussion.» Eine Voraussetzung dafür sei jedoch, dass bis dahin die Fallzahlen weiterhin tief bleiben würden.

Abstand zu anderen Personen ist ein wichtiges Element im Kampf gegen das Coronavirus – aber nicht immer leicht einzuhalten. (Symbolbild)
Bild: Keystone

9.50 Uhr: Britischer Arbeitsmarkt noch stärker getroffen

Die Corona-Krise hat stärker auf den britischen Arbeitsmarkt durchgeschlagen als bislang bekannt. Im April ist die Zahl der Menschen mit Anspruch auf Arbeitslosenhilfe («Claimant Count») um revidiert 1,03 Millionen gestiegen.

In einer ersten Einschätzung hatte das Amt noch einen Wert von 856'500 ermittelt. Damit wurde im April der höchste jemals gemessene Anstieg verzeichnet, teilte das das Statistikamt ONS am Dienstag mit.

Im Mai stieg die Zahl der Menschen mit Anspruch auf Arbeitslosenhilfe den Angaben zufolge um 528'900. Damit machten sich die Lockdown-Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus weiterhin negativ bemerkbar.

9.38 Uhr: Anstieg der Neuinfektionen in der Türkei

Rund zwei Wochen nach Lockerung der Corona-Restriktionen in der Türkei ist die Zahl täglich erfasster Neuinfektionen wieder angestiegen. In insgesamt 42 Provinzen habe man deswegen eine generelle Maskenpflicht eingeführt, schrieb Gesundheitsminister Fahrettin Koca am Dienstagmorgen auf Twitter. Die Millionenmetropolen Istanbul, Ankara und Izmir sind nicht darunter. Allerdings gilt schon seit April landesweit eine Maskenpflicht an belebten Orten wie Supermärkten.

Am Montagabend hatte Koca auf Twitter geschrieben, in 24 Stunden seien 1'592 neue Coronavirus-Infektionen und 18 Todesfälle gemeldet worden. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen hatte am 1. und 2. Juni noch bei rund 800 gelegen. Im April lag die Rate zwischenzeitlich bei mehr als 5'000 Neuinfektionen täglich.

9.21 Uhr: TUI fährt Geschäft langsam wieder hoch

Nach dem Geschäftseinbruch wegen der Corona-Krise fährt der weltgrösste Reisekonzern TUI sein Geschäft langsam wieder hoch. Die europäischen Märkte – darunter die Schweiz, Deutschland, Belgien und die Niederlande – nehmen ab Mitte Juni oder Anfang Juli den Teilbetrieb für einige Ziele wieder auf.

Die übrigen Märkte wie Grossbritannien und die Nordischen Länder sollen im Laufe des Sommers folgen, teilte TUI am Dienstag mit. Und ab Anfang Juli plant die TUI etwa die Hälfte der Konzernhotels zu öffnen.

«Auf Basis der geplanten Starttermine werden im 4. Quartal 2020 voraussichtlich etwa 30 Prozent der ursprünglichen Kapazitäten angeboten», erklärte das Unternehmen. Das Sommerprogramm sei derzeit etwa zu 25 Prozent gebucht. «Die Durchschnittspreise sind um 14 Prozent gestiegen, dies unterstützt die Wiederaufnahme der Geschäftstätigkeit.»

8.46 Uhr: Keine längeren Fristen bei Corona-Krediten

Der Ständerat will die Spielregeln bei den Corona-Krediten für Unternehmen nicht ändern. Er lehnt es ab, Betrieben mehr Zeit zur Rückzahlung der Kredite einräumen und den Zins von null Prozent über das erste Jahr hinaus zu verlängern.

Stillschweigend lehnte er am Dienstag zwei Motionen der nationalrätlichen Finanzkommission ab. Die gewährte Frist von fünf Jahre sei bereits ein Kompromiss, sagte Kommissionssprecher Peter Hegglin (CVP/ZG) zur ersten Motion. Eine Verlängerungsmöglichkeit für Härtefälle um zwei Jahre sei bereits vorgesehen.

Auch der Bundesrat lehnt die Verlängerung ab. Ziel der Kredite sei eine kurzfristige Liquiditätszuführung gewesen, sagte Finanzminister Ueli Maurer. Jetzt die Frist zu verlängern, würde dem ursprünglichen Zweck zuwiderlaufen.

Damit ist die Motion vom Tisch. Sie sah vor, die Rückzahlungsfrist für Covid-19-Kredite von fünf auf acht Jahre zu verlängern, damit Unternehmen die Kredite besser zurückzahlen können. Damit sollten Konkurse vermieden werden.

8.16 Uhr: Die am stärksten betroffenen Länder

Die am stärksten betroffenen Länder – Infizierte, Todesfälle, Genesene; Quelle: Johns Hopkins University
Grafik: dpa

7.35 Uhr: Wieder neue Infektionsfälle in Neuseeland

Erstmals seit mehr als drei Wochen sind in Neuseeland wieder Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus festgestellt worden. Die beiden betroffenen Personen seien aus Grossbritannien eingereist und es gebe eine Verbindung zwischen beiden, teilten die Gesundheitsbehörden am Dienstag mit.

Mit frühen Einreiseverboten hatte das abgelegene Neuseeland die Pandemie rasch unter Kontrolle gebracht. Vergangene Woche verkündete die Regierung, dass es keine aktiven Fälle mehr gebe und dass seit der zweiten Maihälfte niemand mehr positiv auf das Virus getestet worden sei. Neuseeland hat bei etwa fünf Millionen Einwohnern etwas mehr als 1'500 Infektionen mit dem Virus registriert, 22 Infizierte starben.

7 Uhr: Massive Umwälzung der Weltwirtschaft 

Die internationale Warenproduktion war schon vor der Corona-Krise durch wachsenden Robotereinsatz und Digitalisierung im Wandel, die Entwicklung dürfte sich nun aber noch beschleunigen. Das schreibt die UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (Unctad) am Dienstag in ihrem neuen Weltinvestitionsbericht. Die gerade für Entwicklungsländer so wichtigen ausländischen Direktinvestitionen (FDI) dürften in diesem Jahr um 40 Prozent einbrechen, und der Trend deutet nach der Unctad-Analyse nicht auf eine Rückkehr zu früheren Wachstumsraten hin.

Die gerade für Entwicklungsländer so wichtigen ausländischen Direktinvestitionen (FDI) dürften in diesem Jahr um 40 Prozent einbrechen, und der Trend deutet nach der Unctad-Analyse nicht auf eine Rückkehr zu früheren Wachstumsraten hin. Im vergangenen Jahr lagen die FDI bei 1,54 Billionen Dollar (1,36 Billionen Euro), einem leichten Pus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr.

6.23 Uhr: BAG mit 18 Millionen Franken gegen Sorglosigkeit

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) will 17,5 Millionen Franken  ausgeben, um die Bevölkerung mit seiner Informationskampagne weiterhin über Corona-Massnahmen aufzuklären – auch nach der jüngsten Lockerung am 6. Juni. Das berichtet der «Tages-Anzeiger» am Dienstag. Es gehe darum, die Aufmerksamkeit der Menschen zu gewinnen – diese habe mit den Lockerungen der Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus in den vergangenen Wochen rapide nachgelassen. «Nun beginnt der Kampf gegen die Sorglosigkeit», sagte David Schärer von der Kommunikationsagentur Rod in Zürich, die mit dem BAG die Kampagne ausgearbeitet hat, in einem Interview mit der Zeitung. «Vielleicht braucht es jetzt eine neue, schräge Idee.»

Die in der ganzen Schweiz verbreiteten Plakate und Informationszettel mit dem Slogan «So schützen wir uns» sind in der  aktuellen Version blau, die Kampagnen davor waren unter anderem pink und rot. Die neue Kampagne legt den Fokus laut BAG auf die Unterbrechung von Infektionsketten.

Laut Schärer ist es schwieriger geworden, die Aufmerksamkeit der Menschen zu gewinnen, verloren habe man sie aber nicht. Mit der neuen Kampagne müssten sich seine Agentur und das BAG überlegen, wie sie die Menschen motivieren können, die Regeln weiter umzusetzen. Ausserdem müsse beim Contact-Tracing möglicherweise etwas «überakzentuiert» werden, um das Thema bekannt zu machen.

Neue Sorglosigkeit nach den Lockerungen der Corona-Massnahmen am 8. Juni? Zahlreiche Menschen warten am 12. Juni 2020 bei Sommerwetter in Zürich auf ein Kursschiff.
Bild: Keystone/Alexandra Wey

Die Coronavirus-Kampagne des BAG hatte von Anfang an eine «aktive Aufmerksamkeit», jetzt komme der schwierigste Teil. «Wir sind ja noch mittendrin» in der Pandemie – «jetzt kommen die Lockerungen, und die Kampagne erhält erstmals eine passive Aufmerksamkeit» so Schärer. In den vergangenen Monaten habe die Bevölkerung einen grossen Aufklärungsbedarf gehabt, sagte Adrian Kammer, der beim BAG für Gesundheitsinformation und Kampagnen zuständig ist, in dem Interview. Die Bevölkerung hat «richtiggehend nach Information gelechzt – die Kampagne wurde uns fast aus den Händen gerissen».

Zu den nun auftauchenden Widersprüchen und zur Kritik am BAG erklärte Kammer: «Wir haben die Kampagne nach aktuellem Wissen und möglichst einfach aufgebaut haben.» Laut Rod-Inhaber Schärer zeigen die Umfragen, dass das Vertrauen in die Behörden trotz der Widersprüche nach wie vor sehr hoch sei: «Das ist eine gute Nachricht. Das zeigt, wie robust die Institutionen im Land funktionieren.»

6.15 Uhr: Mehr als 8 Millionen bestätigte Fälle weltweit

Mehr als acht Millionen Menschen haben sich nach jüngsten Zahlen der Johns Hopkins University mittlerweile weltweit mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 angesteckt. Mehr als 436’400 Menschen starben bisher im Zusammenhang mit dem Erreger, wie aus der Webseite des US-Instituts am Dienstagmorgen hervorging. Die meisten Infizierten gab es demnach in den USA mit 2,1 Millionen bestätigten Fällen und auch die meisten Toten – mehr als 116’000 Menschen starben dort bisher. Brasilien folgt mit mehr als 888’270 Infizierten, auf Platz drei liegt Russland mit mehr als 536’480 bestätigten Fällen.

Die Zahlen der US-Universität können allerdings variieren, da neue Fälle zum Teil zeitverzögert gemeldet werden.



5.48 Uhr: Deutsche Corona-Warn-App zum Download bereit

Die offizielle Corona-Warn-App der deutschen Regierung wurde am frühen Dienstag zum Download bereitgestellt, berichtet der «Spiegel». Im App-Store von Google konnte sie bereits um kurz nach 2 Uhr morgens heruntergeladen werden, bei Apple kurz darauf auch. Die App soll die Kontaktverfolgung von Infizierten ermöglichen und dadurch die Infektionsketten verkürzen. Die Bundesregierung stellt die neue Anwendung am Dienstag (10:30 Uhr) in Berlin vor.

Das Herunterladen der App soll für alle Bürger freiwillig sein. Die Bundesregierung wirbt für eine breite Nutzung und verspricht hohen Datenschutz. Forderungen nach einem Gesetz lehnte sie ab, wie es in dem Bericht heisst. Die Ärzte unterstützen die neue App.

Die App verarbeitet keine personenbezogenen Daten und speichert auch den Standort nicht. Es sei somit praktisch ausgeschlossen, dass irgendjemand Bewegungsprofile erstellen oder einsehen könne. Kontaktdaten werden anders als zunächst geplant nicht zentral gespeichert, sondern nur auf den Smartphones.



5.03 Uhr: Forscher: 200’000 Corona-Tote in USA bis Oktober

In der Corona-Krise müssen sich die USA nach Einschätzung von Wissenschaftlern bis zum Herbst auf Zehntausende weitere Tote einstellen. Die Forscher des Instituts IHME der Universität Washington in Seattle gehen in ihrer Projektion inzwischen davon aus, dass die USA bis zum 1. Oktober die Zahl von 200’000 Toten übersteigen könnten. Erst am 27. Mai hatten die USA nach Daten der Johns Hopkins University die Marke von 100’000 Toten infolge einer Infektion mit dem Coronavirus überschritten.

Damals waren die IHME-Wissenschaftler von 132’000 Toten in den USA bis Anfang August ausgegangen. Inzwischen rechnen sie bis zu diesem Zeitpunkt mit mehr als 147’000 Toten. Die Weisse Haus hat das IHME-Modell mehrfach für seine eigenen Prognosen herangezogen. Die Wissenschaftler der Johns Hopkins University in Baltimore verzeichneten am Montagabend (Ortszeit) mehr als 116’000 Tote in den USA – bei mehr als 2,1 Millionen nachgewiesenen Infektionen. Die USA liegen mit beiden Werten weltweit an der Spitze.

Diese Zahlen sind allerdings auch wegen der Grösse der Vereinigten Staaten mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern nur schwierig mit anderen Ländern vergleichbar. Relativ zur Einwohnerzahl ist die Zahl der Toten durch das Virus in mehreren europäischen Ländern höher. In den vergangenen Tagen registrierten die USA täglich rund 20’000 neue Infektionen, teils auch deutlich mehr.



US-Präsident Donald Trump möchte die Krise gern für beendet erklären und drängt auf eine Rückkehr zur Normalität, damit die Wirtschaft wieder ans Laufen kommt. Für kommenden Samstag hat er erstmals seit Beginn der Krise wieder eine Massenkundgebung geplant. Die Wahlkampfveranstaltung soll in Tulsa (Oklahoma) stattfinden. Wer sich für die Veranstaltung registrieren will, muss einer Regelung zustimmen, wonach die Veranstalter nicht für eine Covid-19-Erkrankung und mögliche Folgen haftbar gemacht werden können.

In mehreren Bundesstaaten steigen die Fallzahlen seit der von Trump vorangetriebenen Öffnung der Wirtschaft wieder an. In anderen Bundesstaaten sinken sie dagegen. Trump führte gestiegene Fallzahlen am Montag erneut auf die Zunahme von Tests zurück. Der Präsident argumentierte auf Twitter: «Ohne Tests, oder mit schwachen Tests, würden wir fast keine Fälle aufweisen. Tests sind ein zweischneidiges Schwert – lässt uns schlecht aussehen, aber gut zu haben!!!»

4.48 Uhr: Impfstoff für Studien am Menschen zugelassen

Wissenschaftler des renommierten Imperial College in London beginnen diese Woche mit ersten klinischen Studien eines potenziellen Covid-19-Impfstoffs. In Tierversuchen habe sich der Impfstoff als sicher erwiesen und «ermutigende Anzeichen einer wirksamen Immunantwort» gezeigt. Dies schreibt das Team um den leitenden Professor Robin Shattock in der Nacht auf Dienstag. Der neuartige Impfstoff verwende synthetische Stränge des genetischen Materials des Virus (RNA), die in winzigen Fetttröpfchen verpackt werden, hiess es weiter.

Bisher basieren die meisten potenziellen Impfstoffe auf einem Teilabschnitt des echten Krankheitserregers. Einmal injiziert, weise der Impfstoffkandidat Muskelzellen an, Virusproteine zu produzieren, um eine Immunreaktion des Körpers auszulösen und so vor künftigen Infektionen zu schützen.

Rund 300 Probanden nehmen laut den Angaben an den Tests teil. Die britische Regierung unterstützt das Projekt mit umgerechnet rund 50 Millionen Franken. Weltweit sind mehr als 100 potenzielle Covid-19-Impfstoffe in der Entwicklung, darunter mehrere bereits in Studien am Menschen, unter anderem von AstraZeneca, Pfizer, BioNtech, Johnson & Johnson, Merck, Moderna, Sanofi und CanSino Biologics.

3.57 Uhr: China meldet 40 weitere Infektionen

Infolge des Coronavirus-Ausbruchs auf einem Pekinger Grossmarkt ist die Zahl der Infizierten in der chinesischen Hauptstadt weiter gestiegen. Wie die Pekinger Gesundheitskommission am Dienstag mitteilte, wurden in der Stadt 27 neue Infektionen nachgewiesen. Vier Infizierte meldete Pekings Nachbarprovinz Hebei, eine weitere lokale Erkrankung gab es offiziellen Angaben zufolge in der südwestchinesischen Provinz Sichuan. Zudem wurden landesweit acht «importierte Fälle» gemeldet, die bei Reisenden aus dem Ausland erkannt wurden.

Nachdem China über viele Wochen kaum noch neue Erkrankungen gemeldet hatte, war es vergangene Woche auf dem Grossmarkt Xinfadi in der chinesischen Hauptstadt zu einem neuen Ausbruch gekommen, was Ängste vor einer neuen Virus-Welle schürte. Allein seit Sonntag meldete Peking knapp 100 Infektionen.

Wie der chinesische Staatssender CCTV berichtete, verhängten bis Dienstag 29 Nachbarschaften in der Stadt strenge Ausgangskontrollen. Verschärft wurden auch die Kontrollen für Reisende, die die Stadt verlassen wollen. Die Behörden forderten Schulen auf, Heimunterricht zu ermöglichen.

2.53 Uhr: «Star Wars»-Fan-Messe auf 2022 verschoben

Die traditionelle «Star Wars Celebration», das weltgrösste Treffen von Sternenkrieger-Fans, ist wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagt worden. Das für Ende August im kalifornischen Anaheim geplante Event sei auf August 2022 Ort verschoben worden, teilten die Veranstalter am Montag (Ortszeit) mit.

Zu der seit über 20 Jahren laufenden Fan-Messe kommen gewöhnlich Zehntausende Besucher aus aller Welt. Im April vergangenen Jahres hatten Regisseur J. J. Abrams und Stars wie Daisy Ridley, John Boyega und Oscar Isaac bei der Veranstaltung in Chicago den Trailer für «Star Wars: The Rise of Skywalker» vorgestellt. 2013 fand das Fan-Spektakel in Deutschland auf dem Gelände der Messe Essen statt. Auch in Japan und England wurde das Treffen schon abgehalten.



2.38 Uhr: China und USA lockern Flugbeschränkungen

Die Vereinigten Staaten und China lockern die gegenseitigen Beschränkungen für Passierflüge. Jeweils vier Flüge pro Woche seien zwischen den beiden Ländern wieder erlaubt, teilte das US-Verkehrsministerium am Montag (Ortszeit) mit.

Delta Air Lines kündigte daraufhin an, ab kommender Woche wöchentlich Shanghai von Seattle über Seoul anzufliegen. Zudem werde es ab Juli direkte Flüge ab Seattle und Detroit nach Shanghai geben, hiess es.

1.51 Uhr: US-Notenbank weitet Anleihenkäufe weiter aus

Die US-Notenbank Federal Reserve Bank (Fed) will zur Stabilisierung der Finanzmärkte in der Coronavirus-Krise nun auch einzelne Unternehmensanleihen kaufen. Zudem will sie an der Börse gehandelte Fonds erwerben. Dies sei Teil eines Programms, mit dem Geldmarktpapiere im Wert von bis zu 750 Milliarden US-Dollar gekauft werden könnten, erklärte die Fed am Montag (Ortszeit). Das Ziel der zunächst bis Ende September befristeten Massnahme sei es, die «Liquidität des Marktes zu unterstützen und die Verfügbarkeit von Krediten für grosse Arbeitgeber zu sichern». Die Anleihen müssen bestimmte Kriterien – etwa in Bezug auf die Laufzeit und die Bonität des Schuldners – erfüllen, wie die Fed weiter mitteilte. Die Börse in New York reagierte positiv auf die Ankündigung.

Das neue Programm der Fed ist mit einer Kapitaleinlage des US-Finanzministeriums in Höhe von 75 Milliarden Dollar gegen Verluste abgesichert.

Die US-Notenbank will zudem ihr Kreditprogramm auf gemeinnützige Organisationen ausweiten, die unter der Coronavirus-Pandemie leiden. Die Fed stellte hierzu ihre Vorschläge am Montag ebenfalls vor, die bis zum 22. Juni kommentiert werden können. Um in den Genuss des Programms zu kommen, müssten die Organisationen unter anderem steuerbefreit sein, seit fünf Jahren bestehen, Dotierungen von nicht mehr als drei Milliarden Dollar haben und bestimmte finanzielle Schwellenwerte erfüllen, hiess es.

Die Fed hat ihren Leitzins wegen der Coronavirus-Krise bereits auf nahe Null gesenkt und mehrere Notprogramme aufgelegt, darunter auch Kreditlinien für kleinere und mittlere Unternehmen, die sonst nur schwer Zugang zu Kapitalmärkten haben.

1.06 Uhr: Lufthansa: 11’000 Stellen Überkapazität

Der von der Corona-Krise hart getroffene Swiss-Mutterkonzern Lufthansa hat vor allem im Flugbetrieb zu viele Stellen an Bord. Dort gibt es einen rechnerischen Überhang von knapp 5'000 Stellen, wie Lufthansa am Montag in Frankfurt mitteilte. Davon entfallen 2'600 auf Flugbegleiter, 1'500 auf Bodenmitarbeiter und 600 auf Piloten. Insgesamt bezifferte das Unternehmen den rechnerischen Überhang bereits vergangene Woche auf 22’000 Vollzeitstellen in der Gruppe. Die Hälfte entfällt davon auf Deutschland, wie Lufthansa mitteilte.

«Nach unseren aktuellen Annahmen über den Geschäftsverlauf der kommenden drei Jahre haben wir allein bei Lufthansa perspektivisch keine Beschäftigung für jeden siebten Piloten und jeden sechsten Flugbegleiter sowie zahlreiche Mitarbeiter am Boden», sagte Personalvorstand Michael Niggemann. Lufthansa wolle möglichst viele Mitarbeiter über die Krise hinweg an Bord halten und betriebsbedingte Kündigungen vermeiden. «Dazu müssen die Verhandlungen über die Krisenvereinbarungen gemeinsam zum Erfolg führen», sagte Niggemann.



Betroffen sind den Angaben zufolge weitere 1'400 Stellen in der Zentrale und bei anderen Konzerngesellschaften in der Administration. Lufthansa Technik hat demnach weltweit einen Personalüberhang von rund 4'500 Stellen, davon 2'500 in Deutschland. Im Cateringgeschäft der LSG Group sind es weltweit 8'300, davon 1'500 in Deutschland.

Die Fluggesellschaft und die Gewerkschaften Vereinigung Cockpit, Ufo und Verdi ringen derzeit um ein Sparpaket. Das Unternehmen will mit den Tarifpartnern bis zum 22. Juni 2020 zu konkreten Ergebnissen kommen. Der Lufthansa-Konzern beschäftigt rund 138’000 Mitarbeiter.

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