Teils wurde auch Haut angeboten Schweiz zeigt Anteilnahme – Welle der Solidarität nach Brand-Inferno

Lea Oetiker

6.1.2026

Vor der Bar, in der sich das Unglück ereignete, sammeln sich Kerzen und Blumen an.
Vor der Bar, in der sich das Unglück ereignete, sammeln sich Kerzen und Blumen an.
Antonio Calanni/AP/dpa

Nach dem tragischen Unglück von Crans-Montana zeigt die Schweiz grosse Anteilnahme: Überall im Land bieten Menschen Hilfe an – von einem Zimmer in der Nähe des Spitals über Haut-Spenden oder Unterstützung bei Behördengängen.

Lea Oetiker

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  • In der Schweiz ist die Trauer um die 40 Opfer von Crans-Montana gross: Hunderte kamen zur Gedenkfeier im Wallis.
  • Landesweit zeigen viele Menschen Solidarität und bieten auf Social Media praktische Hilfe wie Unterkünfte, Sprachkenntnisse oder Unterstützung bei Behördengängen an.
  • Neben ernstgemeinten Angeboten gab es jedoch auch kuriose Zuschriften von selbsternannten Wunderheilern und Hypnosetherapeut*innen.

Die Trauer um die 40 Opfer von Crans-Montana sitzt tief. Auf dem Platz vor der Bar Le Constellation, wo sich das Unglück ereignet hat, breitet sich ein Meer aus Blumen, Kerzen und Erinnerungen aus. Am Sonntag vor zwei Tagen kamen Hunderte zur Gedenkfeier in den Walliser Ferienort, um der Verstorbenen zu gedenken.

Die Anteilnahme zeigt sich im ganzen Land: Menschen in der ganzen Schweiz wollen helfen – mit Gesten der Solidarität oder kleinen Angeboten. Auf Facebook etwa bieten viele Unterstützung an – was auch immer sie können.

Eine Frau schreibt: «Ich wohne in der Nähe von Zürich und möchte den Familien bei den Krankenhausaufenthalten in der Umgebung helfen. Ich spreche Englisch, Französisch, Deutsch und Italienisch.» Andere stellen Unterkunft zur Verfügung – ein Zimmer, ein paar Tage, manchmal mehr. «Ein kleines Zimmer in der Nähe vom Universitätsspital in Genf für zehn Tage», bietet eine Nutzerin an.

Manche helfen mit ihrem Wissen: «Guten Tag. Ich unterstütze die Familien gerne bei der Erstellung von Leistungsanträgen beim Schweizer Invalidenamt», schreibt eine weitere Frau auf Facebook.

Vereinzelt wollen Menschen auch Haut spenden

Das Menschen helfen wollen, merkt auch das Universitätsspital Zürich (USZ). «Zunehmend erhielten wir auch Angebote für Unterkünfte. Andere boten ihre Dienste als Arzt oder Pflegekraft an», so USZ-Mediensprecher Marcel Schlatter zum «Tages-Anzeiger». Auch ausländische Ärzte, Dolmetscher, Diplomaten und Psychiater meldeten sich.

Schlatter berichtet, dass vereinzelt Menschen sogar Haut spenden wollten. Das sei jedoch nicht nötig gewesen: «Es gibt sogenannte Hautbanken, welche Spenderhaut vorrätig haben. Noch in den ersten Stunden nach dem Unglück haben wir entsprechende Organe im Ausland bestellt, welche mit dem Kurier in die Schweiz gebracht wurden.»

«Aus der Ferne versuchen, die Brandwunden zu lindern»

Zwischen den zahlreichen Zuschriften fanden sich auch einige skurrile Angebote. Wie das USZ mitteilt, habe sich etwa «Wunderheiler» gemeldet, der Patientinnen und Patienten am Telefon behandeln wollte. Mehrere Hypnosetherapeutinnen und -therapeuten boten dem Universitätsspital ebenfalls ihre Hilfe an.

Auch das Kinderspital Zürich (Kispi) erhielt ähnliche Anfragen, wie Kommunikationsleiter Marco Metzler gegenüber dem «Tages-Anzeiger» sagte. Zudem tauchen solche «Wunderheiler» immer wieder auf Facebook auf: Nutzer*innen kommentieren dort, sie wollten «aus der Ferne versuchen, die Brandwunden zu lindern».

Noch sind die genauen Umstände des Brandes nicht vollständig geklärt. Im Fokus der Ermittler steht derzeit das französische Wirtepaar. Die Kantonspolizei des Kantons Wallis teilte am Samstagabend mit, dass die strafrechtlichen Ermittlungen gegen die Betreiber der Bar aufgenommen hat.