Historisch tiefer Wasserstand des Rheins macht Benzin teurer

19.10.2018 - 14:58, jfk

Wegen der weiterhin anhaltenden Trockenheit steuern die Pegelstände des Rheins auf ein historisches Tief zu. Diese Aufnahme wurde im rheinland-pfälzischen Bodenheim (D) gemacht.
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Direkt bertroffen ist die Binnenschifffahrt. Im Basler Hafen können keine Containerschiffe mehr anlegen.
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Das Personenschiff Thurgau fährt im August bei geringem Wasserstand im Bodensee bei Steinach. Auch der sonnige Herbst brachte bisher keine nennenswerten Niederschläge.
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An einem Einstiegsgeländer im Goldacher Freibad Seegarten am Bodensee zeigt sich der niedrige Pegel.
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Ein Ende der Trockenperiode ist derzeit nicht in Sicht.
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Das Maggia-Delta in der Nähe von Locarno. Wegen ausbleibender Niederschläge erreicht der Wasserpegel des Lago Maggiore einen rekordverdächtigen Tiefstand.
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Der Wasserstand ist so tief wie seit den 1950er Jahren nicht mehr.
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Besonders die grossen Kähne aus Italien könnten nicht mehr überall am Lago Maggiore anlegen.
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Diese Massnahme wurde in der Schweiz noch nie ergriffen: Wegen des tiefen Wasserstands werden auf dem Rhein Containertransporte bis auf Weiteres eingestellt. Auch in anderen Gewässern gibt es Probleme mit der Schifffahrt.

Auf den heissen und trockenen Sommer folgt ein warmer Herbst, der so gut wie keinen Regen bringt. Die Pegelstände der stehenden und fliessenden Gewässer erreichen historische Tiefstwerte. Neben der Landwirtschaft leidet auch vermehrt sowohl die touristische als auch die industrielle Schifffahrt. 

Keine Containertransporte mehr

Normalerweise werden laut Nau.ch rund zehn Prozent der Schweizer Importe auf dem Wassserweg ins Land transportiert. Doch der tiefe Wasserstand bringt die Containerverfrachtung auf dem Rhein komplett zum Erliegen. Auch andere Transportschifftypen stellen den Betrieb ein oder reduzieren ihre Fracht bis auf einen Bruchteil, um den Tiefgang zu vermindern.

Für die Schiffahrtsunternehmen ist damit der schlimmste Fall eingetreten. Heinz Amacker von der Reederei Danser lässt heute in Basel das letzte Containerschiff, das nur noch wenige Waren mit sich führen konnte, entladen, wie «Nau» berichtet. Dass das Befahren des Rheins nicht möglich sei, habe es noch nie gegeben. Und ein Ende des Wassermangels sei nicht in Sicht.

Benzin wird teurer

Die Auswirkungen bekommt auch der Tankstellenkunde zu spüren. David Suchet, Sprecher der Schweizer Erdöl-Vereinigung, erklärt gegenüber «Nau», dass ungefähr die Hälfte der Treibstoffe für den Strassenverkehr über den Rhein ins Land kämen. Wegen des niedrigen Pegels gelangen nun immer weniger Tankschiffe von Holland nach Basel. Der Transport verteuert sich um ein Vielfaches, der Zapfsäulenpreis steigt.

Auch den Seen geht das Wasser aus. Auf dem Lago Maggiore bereitet der Pegelstand, der sich dem Allzeittief nähert, den Schiffen Probleme. Besonders die grossen Kähne aus Italien könnten nicht mehr überall anlegen, wie Blick berichtet. In Ostschweizer Parlamenten werden vor dem Hintergrund der mit dem Klimawandel zusammenhängenden Trockenheit politische Vorstösse lanciert. 

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