Polarzauber im Zürich HB Weihnachtsmarkt verbietet Bargeld – und droht Ständen mit 500-Franken-Busse

Dominik Müller

12.11.2025

Wer am Weihnachtsmarkt im Zürcher HB einkaufen will, muss auf Bargeld verzichten.
Wer am Weihnachtsmarkt im Zürcher HB einkaufen will, muss auf Bargeld verzichten.
Symbolbild: Keystone

Der neue Weihnachtsmarkt im Zürcher Hauptbahnhof führt schon vor dem Start zu Diskussionen. Wer Bargeld akzeptiert, riskiert eine satte Busse, berichtet die Konsumentenzeitschrift «K-Tipp».

Dominik Müller

Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen

  • Am Zürcher Hauptbahnhof startet am 20. November der neue Weihnachtsmarkt «Polarzauber».
  • Dabei sind ausschliesslich bargeldlose Zahlungen erlaubt, wie der «K-Tipp» berichtet.
  • Händler, die trotzdem Bargeld annehmen, riskieren eine Busse von 500 Franken.

In knapp einer Woche, vom 20. November bis zum 24. Dezember, buhlen am Zürcher Hauptbahnhof wieder zahlreiche Standbetreiber um die Gunst der Kundschaft. «Polarzauber» heisst der neue Weihnachtsmarkt in der Bahnhofshalle.

Schon vor Beginn macht nun eine Regelung Schlagzeilen. «Der gesamte Polarzauber ist cashless», steht auf der Website. Alle Stände würden ausschliesslich Kartenzahlung sowie Mobile Payment wie beispielsweise Twint akzeptieren.

Händler, die dennoch Bargeld annehmen, müssen mit einer Busse von 500 Franken rechnen, berichtet der «K-Tipp». Dies sei «an Veranstaltungen dieser Grösse üblich», wie der Veranstalter auf Anfrage des Konsumentenmagazins schreibt.

SBB und Stadt einverstanden

Die SBB als Eigentümerin des Bahnhofs sowie die Stadt Zürich als Vermieterin von öffentlichen Plätzen für Weihnachtsmärkte seien mit dem Vorgehen einverstanden. Zu Zahlungsmitteln bestehen demnach keine Richtlinien.

Hinter der Massnahme steht gemäss der Konsumentenzeitschrift «K-Tipp» der Umstand, dass die Standbetreiber neu eine Umsatzbeteiligung abgeben müssen. «Ohne Bargeld kann ich nicht vernünftig wirtschaften», wird ein Standbetreiber vom «K-Tipp» zitiert. Etwa die Hälfte seiner Kundschaft zahle mit Bargeld.

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Rechtlich erlaubt

Auch bei anderen Märkten – beispielsweise auf der Kleinen Schanze in Bern, im Inseli-Park in Luzern oder in der Zürcher Europaallee – werde beim Eingang auf «cashless» hingewiesen. Allerdings würde dort in der Regel dennoch Bargeld akzeptiert.

Grundsätzlich müssen hierzulande Schweizer Banknoten und Münzen angenommen werden. Allerdings handelt es sich hierbei um dispositives Recht. Konkret: Wenn im Voraus eindeutig kommuniziert wird, dass Bargeld nicht angenommen wird, ist ein Verbot legal.


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