Stimmen zum Final Rakitic: «Am Ende war sogar der Himmel traurig»

sda

15.7.2018

Ivan Rakitic wird von der kroatischen Präsidentin Kalinda Grabar-Kitarovic getröstet.
Ivan Rakitic wird von der kroatischen Präsidentin Kalinda Grabar-Kitarovic getröstet.
Bild: Keystone

Die WM in Russland erlebt ein furioses Endspiel. Frankreich ist Weltmeister, in Kroatien fliessen Tränen. Das sagen die Protagonisten.

Stimmen der Weltmeister

Kylian Mbappé: «Ich bin so glücklich. Unsere Ambition war es, zu gewinnen. Der Weg zum Titel war weit, aber wir sind sehr stolz darauf, dass wir die Franzosen glücklich machen konnten, damit sie ihre Alltags-Sorgen vergessen können. Jetzt feiern wir, und wir werden den ganzen Sommer feiern. Es gibt eine Zeit für alles – in ein paar Wochen werden wir dann wieder mit der Arbeit beginnen können.»

Olivier Giroud: «In der Kabine feiern wir gerade mit den Präsidenten Macron und Putin und ich wurde auserwählt, mit der Presse zu reden. Eigentlich will ich so schnell wie möglich zu meinen Teamkollegen zurück. Ich war die letzten zehn Minuten auf der Bank und als der Abpfiff kam, sind alle Dämme gebrochen. Ich bin einfach gerannt und habe geweint. Ich werde sicher meine Wette einlösen und mir den Kopf rasieren lassen. Aber bitte erst nach der Taufe meines dritten Kindes.»

Benjamin Pavard: «Verteidiger Lilian Thuram war immer mein Idol und jetzt bin ich wie er Weltmeister. Ich bin aus dem Nichts gekommen, vor zwei Jahren stand ich noch mit meinen Kumpels während der EM in der Fanzone und nun bin Weltmeister, mit nur 22 Jahren. Ich kann es kaum erwarten, nach Hause zu kommen und mit den Franzosen zu feiern.»

Stimmen der Vize-Weltmeister

Ivan Rakitic (gegenüber SRF): «Meine Gefühle sind schwierig zu beschreiben. Ich sollte stolz sein, aber klar bin ich im Moment sehr traurig und enttäuscht. Wir waren klar die bessere Mannschaft, aber so ist eben der Fussball. Wir müssen Frankreich gratulieren und sagen: Der 2. Platz ist für ein Land wie Kroatien unglaublich. Ich bin unheimlich stolz darauf, dass die ganze Welt – ausser die Franzosen – im Final auf unserer Seite stand. Am Ende war sogar der Himmel traurig. Ich hoffe auf eine weitere Chance, Gold zu holen. Ich schicke einen lieben Gruss in die Schweiz und gratuliere der Schweiz zum Turnier der Nati. Ich danke den Schweizer Fans und allen, die mich unterstützt haben. Es war ein toller Monat.»

Zlatko Dalic (Trainer): «Ich habe den Spielern gesagt: Ihr könnt erhobenen Hauptes gehen, ihr könnt stolz sein. Hätte uns einer vor dem Turnier gesagt, dass wir Zweiter werden, hätten wir das wunderbar gefunden. Ich danke allen meinen Spielern. Wenn ich zurückblicke, erfüllt es mich mit Stolz. Ich kommentiere nie Schiedsrichter-Entscheide. In einem WM-Final gibst du so einen Penalty aber nicht. Es schmälert jedoch in keiner Weise den Sieg der Franzosen. Und der Schiedsrichter hat nur entschieden, wie er es gesehen hat.»

Davor Suker (Verbandspräsident): «Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft. Ich habe viele Nachrichten bekommen, dass die Leute Kroatien bewundern. Wir haben drei Spiele mit Verlängerung gespielt, das ist in Wirklichkeit ein Spiel mehr. Trotzdem kann niemand sagen, dass die Spieler nicht ihr Leben gegeben hätten auf dem Platz. Ich möchte jetzt erst einmal eine Woche an die Adria ans Meer fahren und mich ausruhen. Ich bin tot – innen und aussen.»

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