WM-Ticker: Robbie Williams zeigt den Stinkefinger +++ Deutsche lachen über unser Nati-Trikot +++ So spielt Brasilien gegen die Schweiz

14.6.2018 - 09:23, Martin Abgottspon

Robbie Williams streckt während der Eröffnungsfeier den Stinkefinger in die Kamera.
Screenshot

Endlich gehts los! Die WM in Russland startet mit einer Torgala des Gastgebers gegen Saudi-Arabien. Aber auch abseits des Platzes sorgte der erste WM-Tag für einige Aufreger.

5:0! Russland feiert Tor-Festival gegen Saudi-Arabien

Gastgeber Russland gewinnt das Eröffnungsspiel gegen Saudi-Arabien gleich mit 5:0.

Nach der verdienten 2:0-Pausenführung macht in der 71. Minute der kurz zuvor eingewechselte Dzyuba den Deckel drauf. Cheryshev und Golovin vergolden den Russen mit ihren späten Traumtoren den WM-Auftakt.


Robbie Williams sorgt für den ersten Mini-Skandal

Der englische Popstar Robbie Williams liefert dem Moskauer Publikum bei der Eröffnungsfeier seine Show ab – und sorgt dabei für einen kleinen Skandal.

Beim Song «Rock DJ» zeigt Williams bei der Zeile «I did this for free» (deutsch: «Ich habe das gratis gemacht») rund einer Milliarde TV-Zuschauern den Mittelfinger. Warum? Der Superstar liefert damit die Antwort auf seine Kritiker, die im Vorfeld des WM-Auftakts behaupteten, Williams habe sich von Wladimir Putin kaufen lassen. 

Die Deutschen lachen über unser Nati-Trikot: «Hässlich»

An der EM 2016 wurde das Schweizer Nati-Trikot zum Gespött. Beim 1:1 gegen Frankreich riss fast bei jedem Schweizer das Leibchen schon beim kleinsten Körperkontakt, eine Blamage für Ausrüster Puma. «Die Löcher sind grösser als in ihrem Käse», scherzte ZDF-Experte Oliver Kahn damals. Dass dies nicht mehr passiert, hat Puma nun reissfeste Shirts produziert.

Und auch optisch hat sich das Dress ziemlich verändert. Die Designer des Nati-Trikots haben sich für die WM in Russland etwas ganz Spezielles überlegt: Eine topographische Karte des Matterhorns und seiner Umgebung ziert das rote Trikot. 

Das Nati-Trikot kommt nicht überall gut an.
Getty Images

Nicht bei jedem kommt dieser Look gut an. Die deutschen Medien machen sich schon vor dem ersten WM-Spiel über unser Leibchen lustig. Im Ranking der schönsten WM-Trikots des «Spiegel» landet das Nati-Trikot auf Rang 32 – also auf dem letzten Platz. In Anlehnung ans Trikot-Gate von 2016 schreibt «Spiegel»: «Hersteller Puma hat für 2018 vorsorglich Sollbruchnähte eingewebt. Oder ist das eine topografische Karte der Schweiz? Erleben wir gar den Durchbruch der Isohypse als Stilelement? (Wenn Sie das jetzt googeln müssen, ist das okay.) Mal im Ernst: Wer kommt denn bitte auf solche Ideen?!»

Auch das Magazin «11 Freunde» kann mit dem Schweizer WM-Shirt nicht viel anfangen. Auch da schneidet das Trikot am schlechtesten ab: «Man soll zu Beginn einer Kritik etwas Positives erwähnen. Nun. Die Designer waren offensichtlich bemüht, nach dem Auswärtstrikot nicht noch einen unspektakulären Lappen zu produzieren. Doch auch hier gilt: Lieber unspektakulär als hässlich. Verdienter letzter Platz.»

Ist das Nati-Trikot wirklich so hässlich? Xherdan Shaqiri ist not amused.
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Kompany droht das WM-Aus

Belgiens Abwehrchef Vincent Kompany droht das WM-Aus. Trainer Roberto Martinez sagte am Donnerstag im Trainingszentrum in Dedowsk bei Moskau, der Entscheid über den angeschlagenen Innenverteidiger werde am Sonntag fallen. «Wir werden Vincent Zeit geben bis 24 Stunden vor dem Panama-Spiel», erklärte der Spanier vor der Auftaktpartie am Montag gegen den WM-Debütanten.

Kompany hatte vor knapp zwei Wochen beim 0:0 im Testspiel gegen Europameister Portugal eine Leistenverletzung erlitten. Sollte der Verteidiger von Manchester City ausfallen, würde Laurent Ciman (Los Angeles FC) nachrücken.

Vincent Kompany droht für die WM auszufallen.
Keystone

Aufatmen bei Mo Salah

Mohamed Salah wird aller Voraussicht nach bei Ägyptens Startspiel am Freitag gegen Uruguay von Beginn weg auf dem Platz stehen. «Wenn nichts unvorhergesehenes passiert, wird er spielen. Ich bin zuversichtlich», sagt Nationaltrainer Hector Cuper am Donnerstag. Der Liverpool-Stürmer habe sich rasch von seiner Schulterverletzung erholt. «Salah könnte der Topscorer und einer der besten Spieler des Turniers werden», so Cuper. Salah hatte sich vor drei Wochen im Champions-League-Final gegen Real Madrid an der Schluter verletzt und musste früh ausgewechselt werden.

Bereit für die WM: Mohamed Salah.
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Putin eröffnet die WM

Russlands Präsident Wladimir Putin eröffnet in Moskau die WM mit einem Willkommensgruss für Fans aus aller Welt.

«Die Liebe zum Fussball verbindet uns alle zu einer Mannschaft», sagte Putin bei der Eröffnungsfeier am Donnerstag im Luschniki-Stadion. Russland habe alles getan, um einen Feiertag für den Weltsport auszurichten. «Ich wünsche allen Mannschaften Erfolg und den Zuschauern unvergessliche Erlebnisse», sagte der Präsident.

Vor dem Eröffnungsspiel zwischen Gastgeber Russland und Saudi-Arabien fand ein farbenfrohes Fest und eine Show des britischen Popstars Robbie Williams vor rund 81'000 Zuschauern statt. Auch der frühere brasilianische Superstar Ronaldo hatte seinen Auftritt, als der WM-Ball ins aufwendig renovierte Stadion gebracht wurde.

Wladimir Putin hält während der Eröffnungsfeier eine Rede.
Keystone

Gelson: «Wir sind bereit»

Gelson Fernandes ist im Schweizer Nationalteam meist nur Ersatz. Diese Rolle akzeptiert er und sagt: «Ich kann auch so helfen.» In Russland steigt er in seine fünfte WM- oder EM-Endrunde. Was Gelson über die Stimmung in der Nati zu sagen hat, erfahren Sie hier.

So spielt Brasilien gegen die Schweiz

Schon im Februar machte sich Brasilien-Trainer Tite einen Spass daraus, seine Start-Elf für die WM bekannt zu geben. Wie ernst man das nehmen musste? Auf jeden Fall ist die geplante Aufstellung nun auch gar nicht möglich, da Dani Alves verletzungsbedingt fehlt (siehe auch 32 verrückte WM-Fakten).

Mittlerweile gibt sich unser WM-Gegner jedoch alle Mühe, bloss keine Details in Sachen Taktik, Strategie oder Aufstellung Preis zu geben. Aus diesem Grund durften die Journalisten beim letzten Training auch nur gerade 15 Minuten lang zuschauen.

Der witzige Part kommt aber jetzt. Während die Journalisten das Gelände verlassen mussten, durften Freunde und Bekannte der Spieler da bleiben. Und so war es ausgerechnet ein Freund von Gabriel Jesus, der in seiner Insta-Story bekannt gab, wer am Sonntag in Brasiliens Start-Elf stehen wird. Dumm gelaufen für Brasil-Coach Tite, Vladimir Petkovic hingegen kann sich mit dieser Info vielleicht noch etwas besser vorbereiten. 

In der vermeintlichen Start-Formation stehen übrigens: Alisson, Danilo, Thiago Silva, Miranda, Marcelo, Casemiro, Paulinho, Philippe Coutinho, Willian, Neymar und Gabriel Jesus.

Dass Neymar gegen die Schweiz gesetzt sein wird, war fast klar. Aber wie sieht es mit seinen Teamkollegen aus?
Bild: Getty Images

Fällt Spanien einem gekränkten Ego zum Opfer?

Fünf Minuten bevor Real Madrid die Verpflichtung von Julen Lopetegui am Dienstagabend vermeldete, hat Verbandspräsident Luis Rubiales davon erfahren. Er habe geschäumt vor Wut und angeblich wollte er den Trainer sofort entlassen. Führungsspieler wie Sergio Ramos und Andres Iniesta hätten versucht, das zu verhindern. Ohne Erfolg, wie sich am Folgetag zeigen sollte.

Und hier liegt das grosse Problem: Rubiales hat mit dem Rauswurf lediglich sein gekränktes Ego befriedigt. Der Verbandspräsident war enttäuscht, dass Lopetegui, dessen Vertrag man erst kürzlich bis 2020 verlängert hatte, bei erstbester Gelegenheit von seiner Ausstiegsklausel in Höhe von zwei Millionen Euro Gebrauch macht. Lopetegui hat also keinen Vertragsbruch begangen und so hätte das Thema auch nicht weiter hochgekocht werden müssen. Dass für Spieler und Trainer heute Verträge nicht mehr als ein Stück Papier sind, das ist längst bekannt. Dass Rubiales zutiefst gekränkt war, weil er erst fünf Minuten vor der Öffentlichkeit vom Wechsel erfuhr, ist dennoch nachvollziehbar. Die gesamte Kommunikation war ein perfektes Beispiel dafür, wie man es nicht machen sollte.

Den ganzen Artikel zum Thema finden Sie hier.

Luis Rubiales (rechts) schenkt Fernando Hierro das Vertrauen.
Bild Getty Images

Noch auf der Suche nach einem Public Viewing?

Fussball-WM bedeutet auch Grossleinwände, ein Bierchen mit Freunden und gemeinsam fachsimpeln. Doch wohin dafür? Google hat wie so oft die Antwort und stellt allen Fussball-Verrückten eine Karte dafür zur Verfügung, wo man sich einen genauen Überblick verschaffen kann, wo die grössten Fussballfeste steigen.


Alles Wissenswerte zur Eröffnungszeremonie

1. Die Eröffnungszeremonie in Russland beginnt um 15 Uhr, zwei Stunden bevor dann das erste Spiel zwischen Russland und Saudi Arabien angepfiffen wird.

2. Die Zeremonie findet im Luzhniki Stadion statt, wo auch der Final ausgetragen wird. Neben Vladimir Putin und Gianni Infantino werden die wichtigsten Vertreter der Landesverbände anwesend sein.

3. Über 500 Tänzer, Akrobaten und Trampolinspringer werden während der Show ihr Bestes geben.

4. Auch Robbie Williams hat einen Auftritt. Er sagt dazu: «Ich bin so glücklich und aufgeregt für ein solches Event nach Russland zu reisen. Ich habe in meiner Karriere viel erlebt, aber eine WM mit 80'000 Fans zu eröffnen, ist bis heute noch ein Kindheitstraum von mir.»

5. Die Zeremonie können Sie live mit Swisscom TV Air mitverfolgen.

Behrami: «Jeder Moment zählt»

Valon Behrami – auch «der Krieger» genannt – gehört bei der WM 2018 zu den wichtigsten Spielern in der Schweizer Mannschaft. Auf und neben dem Platz. Es ist bereits seine vierte WM

Ja dann sollte für unsere Nati-Stars ja alles klar sein


Gündogan weinte in der Kabine

Es waren die Momente nach dem schwierigsten Länderspiel seiner Karriere. Ilkay Gündogan  war in Leverkusen von den eigenen Fans ausgepfiffen, ein Foul an ihm sogar bejubelt worden. Dabei hatte er sich im Gegensatz zu Mesut Özil  bemüht, die Hintergründe zum umstrittenen Foto mit dem türkischen Despoten Erdogan zu erklären. Was bisher keiner wusste: Gündogan kamen in der Kabine sogar die Tränen! Er weinte, als er auf seinem Platz in sich zusammensank und musste getröstet werden.

Bierhoff sagte  wegen dieser Szene gegenüber der «Sportbild», dass er sich Sorgen um die beiden Spieler mache. Beim 1. Training in Russland sah es gestern so aus, als würde Özil die Erdogan-Affäre deutlich weniger belasten als Gündogan.

Ilkhay Gündogan gingen die Pfiffe gegen ihn beim letzten Testspiel der Deutschen sehr nah.
Bild: Getty Images

Die letzten Stunden vor dem Beginn des Spektakels

Die Russen sind bereit. Ein kleiner Einblick in die letzten Trainings, bevor es heute um 17 Uhr endlich losgeht.

Inerimscoach Hierro hat den Trainingsbetrieb aufgenommen

Fernando Hierro hat die spanische Nationalmannschaft erstmals trainiert, nachdem gestern Mittwoch Julen Lopetegui nach dessen Transfer zu Real Madrid entlassen wurde.

Zuvor bemühte sich Hierro an seiner ersten Medienkonferenz als Interimscoach darum, das unrühmliche Kapitel schnellstmöglich zu schliessen und positiv zu bleiben. «Das Ziel ist, um den Titel zu kämpfen. Wir haben keine Zeit, an etwas anderes zu denken.» Dass Trainer kommen und gehen, seien sich die Spieler gewohnt. «Die Vergangenheit ist Vergangenheit. Der Tag war nicht einfach, aber die Jungs sind professionell und Sportler.»

Das traurigste Eröffnungsspiel aller Zeiten?

In diesem Jahr hält sich die Vorfreude auf die WM aufgrund der Eröffnungspartie etwas  in Grenzen. Russland gegen Saudi-Arabien, das ist wohl das traurigste Eröffnungsspiel aller Zeiten. Natürlich darf man ein volles Haus erwarten und das Olympiastadion Luschniki wird beben. Doch für den neutralen Fussball-Fan ist es ein trauriger Auftakt, spielen doch die zwei auf dem Papier schlechtesten Teams gegeneinander.

Nähere Ausführungen zum Euphorie-Dämpfer gibt es hier.

Argentinische Häftlinge treten wegen WM in Hungerstreik

Argentinische Gefängnisinsassen sind in einen Hungerstreik getreten, um die Spiele der WM im Fernsehen sehen zu können. «Kabelfernsehen ist ein unabdingbares Recht für jeden, der seiner Freiheit beraubt ist», erklärten neun Insassen der Haftanstalt Puerto Madryn rund 1300 Kilometer südlich von Buenos Aires. Das Kabelfernsehen sei aber schon seit drei Tagen kaputt.

In Argentinien will keiner ein Kunststück von Nationalstolz Lionel Messi verpassen.
Bild: Getty Images

So denkt Favre über Neymar

Auch Lucien Favre wird die WM ab heute ganz genau mitverfolgen. Besonders gespannt ist er nach eigenen Aussagen auf Neymar. Er sei innerhalb einer überaus soliden Auswahl die prädestinierte Figur für den Unterschied. «Er ist das Plus, ein grosser Spieler. Er kann im 1:1 die Differenz erzwingen. Wenn er sein Toplevel erreicht, wird es für die Gegner schwierig. Neymar öffnet seinen Kollegen mit seinen Dribblings enorm viele Räume.»

In der vergangenen Ligue-1-Saison verpasste der 222-Millionen-Mann beide Duelle mit Favres Ex-Verein OGC Nice, studiert hat der Vaudois den weltweit teuersten Fussballer gleichwohl ausgiebig. Im linken Couloir entfalte Neymar eine beeindruckende Wirkung, sein Repertoire sei kolossal: «Er ist im Prinzip ein falscher Flügel, eine falsche Nummer 10 und eine falsche Neuneinhalb.»

Favre blickt aber nicht nur voraus, sondern gibt auch einen emotionalen Einblick in vergangene Weltmeisterschaften. Mehr dazu lesen Sie hier. 


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