An der Frauen-Fussball-EM in der Schweiz 2025 sind für die Nachhaltigkeit neue Massstäbe gesetzt worden. Diese ist ein integraler Bestandteil moderner Turniere, wie die UEFA und der Schweizerische Fussballverband am Dienstag vor den Medien mitteilten.
Er wolle heute über mehr als Fussball sprechen, sagte Peter Knäbel, Präsident des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV) – «es geht um die Zukunft unseres Sports.» Unter der Prämisse der Nachhaltigkeit luden der europäische Fussballverein (Uefa) und SFV zu einer Medienkonferenz. Im Nachgang zur Frauen-EM 2025 präsentierte die Uefa Ergebnisse aus ihrem Nachhaltigkeitsbericht und der SFV stellte seine Nachhaltigkeitsstrategie «Spirit of Football» vor.
Fast vier Dutzend Ziele und hundert Massnahmen hatte sich die Uefa im Vorfeld vorgenommen: Umweltemissionen sollten reduziert, Schutz gewahrt und Rechte gefördert werden.
Besonders viele CO2-Emissionen verursache der Transport, weshalb im Rahmen der Mobilität viele Massnahmen getroffen wurden, teilte Filippo Veglio, der Verantwortliche für Nachhaltigkeit bei der Uefa mit. Zwei Drittel der Zuschauerinnen und Zuschauer seien mit öffentlichen Verkehrsmitteln ins Stadion gereist, zwanzig Prozent seien zu Fuss oder mit dem Fahrrad gekommen.
Insgesamt hätten die zirka 600'000 Zuschauerinnen und Zuschauer rund 27'708 Tonnen CO2-Emissionen verursacht. Vergleichszahlen zur Frauen-EM in England gebe es nicht. Zukünftig sollen die Werte aus der Schweiz aber als Orientierung dienen. «Für uns geht die Reise weiter», meinte Veglio. So zum Beispiel an der EM 2029 in Deutschland.
Lizenzierung geplant
Der fantastische Fanmarsch in Bern vergangenen Sommer habe gezeigt, welch wichtiger Meilenstein die Frauen EM sei, so Veglio weiter. Mit der Nachhaltigkeitsstrategie des SFV, dem «Spirit of Football», sollen darum auch deutlich mehr Mädchen und Frauen für den Fussball gewonnen werden.
Insbesondere mit dem «Legacy Programm» will der SFV gezielt Frauen für den Fussball gewinnen. Die Ziele, die sich «Legacy» gesteckt hat, liegen hoch, gab Frauenfussball-Direktorin Marion Daube gegenüber den Medien zu. Während die Zahl der Trainerinnen und Schiedsrichterinnen jährlich deutlich gesteigert werden könne, gebe es bei den Spielerinnen noch Luft nach oben. Aktuell laufen Massnahmen, um die Qualität des Schweizer Frauenfussballs zu steigern und Standards zu setzen. So soll 2026 beispielsweise eine Lizenzierung analog zur SFL eingeführt werden.