«Er ist wütend und enttäuscht» Der FCZ verbietet Wilfried Gnonto Teilnahme bei U19-EM

Von Patrick Lämmle

18.6.2022

FCZ-Stürmer Wilfried Gnonto darf nicht an der U19-EM teilnehmen.
FCZ-Stürmer Wilfried Gnonto darf nicht an der U19-EM teilnehmen.
Bild: Keystone

Wilfried Gnonto, 18-jährig, Schweizer Meister mit dem FC Zürich und seit letztem Dienstag jüngster Torschütze in Italiens Fussballgeschichte. Nur zu gerne hätte er auch an der U19-EM für Furore gesorgt, doch der FCZ stellt sich quer – sehr zum Ärger des jungen Stürmers.

Von Patrick Lämmle

18.6.2022

Heute Samstag beginnt in der Slowakei die U19-EM, das Endspiel steigt bereits am 1. Juli. Wilfried Gnonto, Captain der jungen Truppe, wäre gerne dem Aufgebot gefolgt, um für Italien auf Torejagd zu gehen. Schon heute Abend um 20.00 Uhr gilt es für die Squadra Azzurra gegen Rumänien ernst.

Gnonto wird allerdings nicht dabei sein, der FCZ hat dem Shootingstar die Freigabe verweigert. Sehr zum Ärger des Spielers und dessen Vater. Zu «Rai» sagt Papa Boris Noel: «Er ist noch wütender, als ich es bin. Wir haben alle versucht, Zürich zum Zuhören zu bewegen, aber sie haben sich einfach geweigert.»

FCZ-Boss Canepa begründet das Verbot

Ancillo Canepa kann den Frust nur bedingt nachvollziehen. «Das Aufgebot des italienischen Verbandes ist gelinde gesagt verantwortungslos», begründet der FCZ-Boss das EM-Verbot für Gnonto. Er habe alle vier Nations-League-Spiele mit der A-Nati bestritten und benötige dringend eine Pause.

In den Medien zirkuliert das Gerücht, dass Gnonto beim SC Freiburg ganz weit oben auf der Wunschliste steht und der Wechsel in die Bundesliga nur noch Formsache sei. Will man in Zürich um jeden Preis verhindern, dass der Wechsel nicht aufgrund einer möglichen Verletzung im letzten Moment platzt? Canepa verneint: «Ganz und gar nicht. Wir haben ausschliesslich zu seinem Schutz interveniert.»

Stand jetzt erwartet der Schweizer Meister den Italiener am 27. Juni zurück im Training. Dannzumal bleiben noch 19 Tage, um sich auf das erste Meisterschaftsspiel gegen den entthronten Meister YB vorzubereiten.

Der steile Aufstieg des Wilfried Gnonto

Zuvor in seiner Heimat nur Fussball-Kennern ein Begriff, ist Gnonto in Italien plötzlich in aller Munde. Von Trainer Roberto Mancini überraschend ins A-Kader berufen für die Spiele in der Nations League, hatte er gleich bei seinem ersten Einsatz einen Assist geliefert.

Ein paar Tage später erzielte er beim Debakel gegen Deutschland sein erstes Tor und sicherte sich damit einen Eintrag in den Geschichtsbüchern. Gnonto traf im Alter von 18 Jahren und 221 Tagen und löste Bruno Nicolè, der den Rekord seit 1958 innehatte, als jüngsten Torschützen der Squadra Azzurra ab.

Den Rekord für den jüngsten Pflichtspieltorschützen hat er noch deutlicher geknackt. 2019 traf Juve-Stürmer Moise Kean mit 19 Jahren und 23 Tagen.