5 Gründe, warum Federer an den US Open mehr Aussenseiter als Favorit ist

Aus New York: Jan Arnet

25.8.2018

Roger Federer hat die US Open zuletzt 2008 gewonnen.
Getty Images

Er ist der erfolgreichste Tennis-Spieler aller Zeiten, hat die US Open schon fünfmal gewonnen und ist aktuell die Nummer 2 der Weltrangliste. Trotzdem steigt Roger Federer dieses Jahr in New York nicht als Favorit ins Turnier. Hier sind fünf Gründe, warum dies so ist.

1. Letzter Titel liegt zehn Jahre zurück

Von 2004 bis 2008 triumphierte Federer in Flushing Meadows fünfmal in Folge, seither hat er aber «nur» noch zweimal den Final erreicht. Gewonnen hat der Maestro das letzte Major-Turnier des Jahres seit 2008 nicht mehr. Bei keinem anderen Grand Slam wartet Federer länger auf den Titel. Juan Martin del Potro, Rafael Nadal, Novak Djokovic, Andy Murray, Marin Cilic und Stan Wawrinka haben die US Open seit 2009 mindestens einmal gewonnen. Sie alle sind auch dieses Jahr wieder am Start.

2. Kaum Top-Gegner 2018

Federer hat seinen Platz als Zweiter der Weltrangliste vom ersten bis zum letzten Grand-Slam-Turnier dieses Jahres halten können – für ein paar Wochen führte er das Ranking sogar an. Von 38 Spielen konnte er 33 gewinnen. Allerdings spielte der Schweizer vor allem gegen Spieler jenseits der Top 10.

Die Duelle mit den Top-Stars fehlen ihm offensichtlich. In Wimbledon etwa spielte sich der 37-Jährige ohne Satzverlust in den Viertelfinal, unterlag dann mit Kevin Anderson aber dem ersten echten Gradmesser. Ähnliches Bild letzte Woche in Cincinnati: Federer erreichte ohne grosse Mühe den Final, blieb da aber gegen Novak Djokovic chancenlos. Ein Duell gegen Rafael Nadal, den der Schweizer 2017 viermal besiegen konnte, gab es in diesem Jahr noch nicht. Solche grossen Matches fehlen Federer, um sich das nötige Selbstvertrauen zu holen, damit er für Top-Gegner bereit ist.

3. Draw

Der fünffache US-Open-Sieger kann nicht gerade von einer Traumauslosung sprechen. Bereits in der 3. Runde würde mit Nick Kyrgios wohl die erste Knacknuss warten. Im Viertelfinal könnte es dann zum Showdown mit Novak Djokovic kommen. Marin Cilic, der Federer 2014 im New-York-Halbfinal bezwang, und Alexander Zverev sind in ihrem Tableauviertel die Favoriten auf den Halbfinal-Einzug. Zum Auftakt trifft Federer in der Nacht auf Mittwoch auf den Japaner Yoshihito Nishioka (ATP 177).

4. Nadal und Djokovic sind in Top-Form

Novak Djokovic hat Wimbledon gewonnen und liess Federer vor einer Woche im Cincinnati-Final keine Chance. Wie der Serbe dort auftrat, erinnerte stark an vergangene Jahre, als er die Tour nach Belieben dominierte. Seit 2010 erreichte Djokovic in New York nur zweimal nicht den Final: 2014 war im Halbfinal Endstation, letztes Jahr fehlte der Djoker verletzt. Nadal hat vor zwei Wochen in Toronto gezeigt, dass er bereit ist. Das Masters gewann die Weltnummer 1 souverän und gab nur einen Satz ab. In New York geht er als Titelverteidiger an den Start.

5. Roger fühlt sich selbst nicht als Favorit

Dass Djokovic und Nadal jene Spieler sind, die es zu schlagen gilt, glaubt auch Federer. «Ich bin hier nicht der Favorit, sie sind es: Rafa und Novak», so der Schweizer. Ähnliche Worte verwendete Roger schon in Cincinnati. «Ich will das Spiel der Medien nicht mehr mitmachen, wenn es heisst, ich müsste jedes Turnier gewinnen», sagte er da. «Ich bin (an den US Open) nicht der Favorit, ich habe zehn Jahre lang nicht mehr gewonnen. Andere Spieler müssen grössere Favoriten sein.»


Federer ist in New York also mehr Aussenseiter als Favorit. Am Sonntag liefern wir Ihnen auf bluewin.ch fünf Gründe, warum der Schweizer die US Open dennoch erstmals nach zehn Jahren wieder gewinnen kann.

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