Im Gegensatz zu Djokovic will Federer wieder mehr Fünfsätzer im Tennis

Syl Battistuzzi

16.8.2018

Roger Federer: Will wieder vermehrt Fünfsätzer im Tennis sehen.
Bild: Getty Images

Roger Federer ist momentan beim ATP-Masters-1000-Turnier in Cincinnati im Einsatz. In einem Interview äussert der Schweizer den Wunsch, dass man auf der Tour wieder mehr Finalspiele über drei Gewinnsätze austrägt. Rivale Novak Djokovic ist überhaupt nicht einverstanden und schlägt gar bei Grand-Slam-Endspielen eine Verkürzung vor.

Am 8. August hat Roger Federer seinen 37. Geburtstag feiern dürfen. Im Juli 1998, also vor fast genau 20 Jahren, gab der Basler in Gstaad sein Debüt auf der ATP-Tour. Damals wurden die Finals nicht nur bei den grossen Turnieren, sondern häufig auch bei kleineren über Best-of-Five – also drei Gewinnsätze – ausgetragen.

«Die Beschränkung der Fünfsätzer auf Grand Slams, Davis Cup und Olympische Spiele, ist für mich eine verpasste Chance. Vor allem bei den ATP World Tour Finals. Ich weiss, dass dies zum Schutz der Spieler, wegen Verletzungen, gemacht wurde. Als ich auf die Tour kam, gab es viele Finals über drei Gewinnsätze. Und plötzlich sind sie alle verschwunden. Das ist etwas schade, aber ich verstehe die Gründe», meint Federer im Interview mit «Tennis-Channel».

Episches Spiel führte zu Regeländerung 

Wie «tennismagazin.de» schreibt, war Federer selbst indirekt dafür mitverantwortlich, dass sich die ATP-Funktionäre Ende 2006 zu einer Regeländerung gezwungen sahen. Damals duellierte sich der Schweizer im Endspiel von Rom mit seinem Erzrivalen Rafael Nadal über fünf Stunden. Danach sagten beide Tennis-Cracks wegen Erschöpfung ihre Teilnahme für das nächste Turnier in Hamburg ab. So wurde beschlossen, alle Finals auf der ATP-Tour über zwei Gewinnsätze austragen zu lassen.

Djokovic will kürzen, Murray versteht beide Seiten

Djokovic ist hingegen anderer Meinung. Der Serbe wünscht sich sogar, dass bei den Grand Slams auf Fünfsätzer verzichtet wird. «Ich würde gerne auch an Grand Slams Best-of-Three einführen. Die neue Generation der Tennis-Fans und die Millenials haben keine grosse Aufmerksamkeitsspanne mehr. Alle Sachen müssen für sie sehr schnell gehen. Also um attraktiver für die Zuschauer zu sein, speziell die jüngeren, müssen wir Tennis kürzer und dynamischer gestalten.»   

Novak Djokovic bevorzugt Kurzarbeit.
Bild: Getty Images

Eine Zwischenposition nimmt Andy Murray ein: «Als Spieler mag ich Best-of-Five sehr. Ich habe gute Erfahrungen mit dem Format gemacht. Für mich ist es wie eine Art Belohnung für die Trainings und die sonstigen Anstrengungen, die man in den Sport steckt.»

Doch der Schotte korrigiert seine Meinung, als er an ein Match zwischen Nadal und Del Potro denkt, das er kommentierte: «Es war wirklich ein tolles Spiel, aber das Match dauerte ewig und als Zuschauer steckt man stundenlang auf dem Sitz fest. Ich hätte eigentlich eine Verabredung gehabt, dazu habe ich noch das Abendessen verpasst (...).»

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