Wawrinka: «Mein Level ist hoch, aber es gibt noch viele Fragezeichen»

Aus New York: Jan Arnet

28.8.2018

Stan Wawrinka ist überraschend souverän in die US Open gestartet. Nach dem Dreisatz-Sieg über Grigor Dimitrov gibt der Romand Auskunft über seine körperliche und mentale Verfassung.

Obwohl Wawrinka schon in Wimbledon Grigor Dimitrov in der Startrunde besiegen konnte, galt der Schweizer bei der Neuauflage des Auftakt-Knüllers in New York nicht als Favorit. Zu unkonstant spielte der Waadtländer in diesem Jahr. Doch Wawrinka zeigt zum Auftakt der US Open, dass er bereit ist. 6:3, 6:2, 7:5 – Dimitrov, der sich vor neun Monaten noch zum Tennis-Weltmeister krönte, ist phasenweise chancenlos (zum Spielbericht). 

Wawrinka nach dem Spiel: «Es war ein schwieriges Match. Wenn du bei einem Grand Slam in der ersten Runde spielst, musst du bereit sein. Du musst von Beginn weg dein bestes Tennis zeigen.» Ein zumindest sehr gutes Niveau zeigte der 33-Jährige, der vor zwei Wochen beim Viertelfinal-Einzug in Cincinnati schon andeutete, dass er sich in guter Form befindet.

Nur zu Beginn des dritten Satzes gab es für kurze Zeit Anlasse zur Sorge: Wawrinka liess seinen Physio kommen und liess sich behandeln. Nach dem Match aber gleich die Entwarnung: Sein Körper habe lediglich auf die Hitze und die Feuchtigkeit reagiert. «Was genau passiert ist, kann ich nicht sagen. Aber es gab viele Spieler, die Probleme hatten.»

Wawrinka liess sich auf dem Platz behandeln. Ein grösseres Problem hatte er aber nicht.
Getty Images

Der Romand meint, er sei glücklich, wo er sich heute befinde. Doch eines ist klar: Nach seiner langen Verletzungspause nach der Knieoperation will er es bei einem Major-Turnier endlich wieder in die zweite Woche schaffen. In Melbourne, Paris und Wimbledon war dieses Jahr jedes Mal schon vor der 3. Runde Endstation.

«Es gibt noch viele Fragezeichen»

«Ich fühle mich wirklich gut. Ich habe bei den Trainings ein gutes Level und bin auch physisch gut drauf», so Wawrinka, der Tag für Tag nimmt und sich weiter Schritt für Schritt weiter verbessern will, um es wieder ganz nach oben zu schaffen. Druck macht sich die aktuelle Weltnummer 101 nicht. «Mal sehen, was in diesem Jahr noch geschehen wird.» Auch wenn es in der nächsten Runde gegen den Qualifikanten Ugo Humbert (ATP 139) nicht mehr reichen sollte, wäre das kein Drama. «Mein Level, mein Tennis und meine Fitness sind hoch. Wenn ich noch weiter kommen kann, ist das gut. Ich muss in diese Richtung weitergehen.» 

Zu den Titelanwärtern will sich der US-Open-Sieger von 2016 in New York nicht zählen. «Ich bin immer noch weit davon entfernt, um mich selbst da zu sehen», sagt er. «Ja, mein Level ist sehr hoch. Das weiss ich und das gibt mir auch Selbstvertrauen. Aber es gibt noch immer viele Fragezeichen, etwa wie mein Körper auf die Belastung reagiert und wie ich mental drauf sein werde. Vor ein paar Wochen hatte ich noch grosse Probleme.»

Wawrinka bestreitet sein Zweitrundenmatch gegen den 20-jährigen Franzosen Ugo Humbert, gegen den er noch nie gespielt hat, am Mittwoch.

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