Umstrittener Sieger bei «Britain's Got Talent»Schweizer LED-Crew «The Blackouts» gewinnt Final nicht – aber das Netz kocht
Bruno Bötschi
1.6.2025
Schweizer rocken «Britain's Got Talent»: Darum gelten «The Blackouts» als haushohe Favoriten
Die LED-Künstler*innen «The Blackouts» aus Walenstadt SG sorgen bei «Britain's Got Talent» für Furore. Sie überzeugen mit Technik, Tanz und Timing. Bei den Buchmachern gilt die Truppe als Favorit auf den Sieg.
21.05.2025
Im Final von «Britain’s Got Talent 2025» sorgen «The Blackouts» für Gänsehaut, Begeisterung – und Wut. Denn obwohl ihre LED-Show Jury und Fans fasziniert, geht der Titel an einen Magier aus Blackpool. Das Internet tobt.
Lukas Rüttimann
01.06.2025, 11:22
01.06.2025, 23:06
Bruno Bötschi
Keine Zeit? blue News fasst für dich zusammen
«The Blackouts» liefern im Final von der TV-Show «Britain's Got Talent» ein emotionales Highlight.
Viele Fans sehen die Schweizer als eigentliche Sieger.
Es ist alles angerichtet: Finale, Primetime, stehende Ovationen. Die Schweizer LED-Künstler «The Blackouts» beenden ihre Darbietung im «Apollo Theatre» in London mit einem visuellen Paukenschlag aus Licht, Tanz und Pathos – ein Moment, der nicht nur blendet, sondern tief berührt.
Mit einer Show, die modernste LED-Technologie mit präzisem Tanz und mitreissendem Sound kombiniert, setzt die Schweizer Gruppe ein leuchtendes Statement – und ein grosses Dankeschön an Grossbritannien.
«Das war etwas vom absolut Besten – und zwar von allen Finalauftritten, die es bisher bei ‹BGT› gegeben hat», jubelt Jury-Boss Simon Cowell.
Wurden «The Blackouts» um den Sieg geprellt?
Rund eine Stunde später ist klar: «The Blackouts» haben nicht gewonnen, das Publikum hat für einen anderen Kandidaten mehr angerufen.
Die Reaktion im Netz? Blitzartig. Und eindeutig: «Blackouts robbed!» – die Schweizer sollen um den Sieg geprellt worden sein.
Leidenschaftliche Hommage an Grossbritannien: Der Finalauftritt der «Blackouts» reicht nur für Platz 2.
Bild:ITV / Screenshot
Der Sieg und das Preisgeld von 250'000 englischen Pfund gehen deshalb – ganz zufällig – an einen Lokalmatadoren mit Fallschirm, Romantik und Heimvorteil.
Tatsächlich lässt die Finalentscheidung die Emotionen im Netz hochkochen. Zahlreiche Zuschauer*innen zeigen sich enttäuscht, viele sogar empört:
Die Schweizer seien die wahren Sieger des Abends. Auf X laufen die Kommentare heiss – der Hashtag #robbed trendet schneller als Simon Cowell «That was amazing!» sagen kann.
Fans im Netz auf den Barrikaden
User @KeananLord bringt es auf den Punkt: «#theblackouts have been robbed, they were in my humble opinion the best act of the night.» (#theblackouts wurden um den Sieg betrogen – sie waren meiner bescheidenen Meinung nach die beste Nummer des Abends.)
Auch @KerryTaylor75 pflichtet bei: «Sorry, but The Blackouts were well and truly robbed tonight!!» {Tut mir leid, aber den Blackouts wurde heute Abend ganz klar der Sieg geraubt!!)
Sorry but The Blackouts were well and truly robbed tonight!! #TheBlackouts#BGT
Enthusiastisch und wütend zeigt sich auch @carlottawannabe: «The Blackouts were INCREDIBLE!! They should have won!» (Die Blackouts waren UNGLAUBLICH!! Sie hätten gewinnen müssen!).
Eine Meinung, die auch @JBB_1984 teilt: «Nah sorry but #Blackouts were robbed, easily the best of the night.» (Tut mir leid, aber #blackouts wurden ganz klar um den Sieg gebracht – sie waren mit Abstand die Besten des Abends.)
Elias Schneider und Co. lieferten eine fantastische Show
Die Reaktionen – verständlich. Dass London an diesem Abend erneut eine LED-Sternstunde erleben würde, ist absehbar – schliesslich schreibt die Lichtkunst-Crew aus Walenstadt mit ihrer Teilnahme Geschichte:
Als erste Gruppe überhaupt erhalten sie in der Audition den «Group Golden Buzzer» – gedrückt von allen vier Juroren. Im Halbfinale wiederholt Amanda Holden das Kunststück mit einem persönlichen «Golden Buzzer».
«Ihr habt mich aus den Socken gehauen, besser geht es nicht»: Juror Bruno Tonioli nach dem «Blackouts»-Auftritt.
Bild:ITV / Screenshot
Die Finalshow der «Blackouts» ist deshalb eine Hommage – an das britische Publikum, an alle Unterstützer:innen, an die Kraft von Licht und Musik. Mit ganz viel Grossbritannien, viel Herz und Humor. Und wie immer mit spektakulären Effekten, die das Publikum in Ekstase versetzen.
«Wir erleben hier gerade die beste Zeit unseres Lebens. Danke, vielen Dank», sagt ein sichtbar gerührter Elias Schneider nach dem Auftritt – begleitet von tosendem Applaus und Standing Ovations.
Die Jury zeigt sich ebenfalls begeistert: «Ihr habt euch einmal mehr selbst übertroffen», lobt Amanda Holden. Und Bruno Tonioli : «Sensationell – besser geht es nicht.»
«The Blackouts» zeigten sich als faire Verlierer
Warum es trotzdem nicht gereicht hat? Schwer zu sagen. Vielleicht, weil ein englischer Sieger dem britischen Fernsehen letztlich doch mehr bringt.
Vielleicht auch, weil eh alle mit einem Sieg von «The Blackouts» rechneten und sich viele nicht die Mühen machen, das Telefon in die Hand zu nehmen.
Vielleicht auch, weil der Finalauftritt – im Gegensatz zum Halbfinal mit Pannen-Moment – zu perfekt ist. Und Perfektion ist manchmal nicht das, was man auf einer Voting-Liste sehen will.
Der Moment der Entscheidung: «The Blackouts» (links) und Sieger Harry Moulding (rechts).
Bild:ITV / Screenshot
Wie auch immer: Der offizielle Sieger heisst Harry Moulding. Der 24-jährige Magier aus Blackpool überzeugt mit einer dramatischen Finalnummer, in der er per Videosequenz aus dem Himmel springt, um seine «Magician: Impossible»-Nummer zu vollenden – inklusive Heiratsantrag.
Charismatisch, trickreich, witzig. «Gratulation. Sehr verdient», zeigt sich «Blackouts»-Kopf Elias Schneider als fairer Verlierer.
Der Magier gewann, doch die Schweizer verzauberten
Damit hinterlassen «The Blackouts» nicht nur eine leuchtende Visitenkarte vor einem Millionenpublikum – sie setzten ein Ausrufezeichen. Mit einer Show, die locker auch auf der grossen Bühne von Las Vegas bestehen würde, zeigte die sympathische LED-Crew, dass die Schweizer Kulturszene international nicht nur mithalten, sondern begeistern kann.
Kreativität, Präzision und Herz treffen den Nerv des Publikums – und sorgen für TV-Momente, die man in London und zuhause in der Schweiz so schnell nicht vergisst. Am Ende gibt es keinen Titel, kein Geld – dafür einen kulturellen Sieg.
Und wer die Reaktionen im Netz liest, weiss: Man kann verlieren und trotzdem gewinnen. Am Ende gewinnt der Magier – aber verzaubert haben auch andere.
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