Mamma mia – probieren Sie Spargeln mal als Spaghetti

Julia Felicitas Allmann, dpa

28.3.2020 - 10:00

Breite Bandnudeln aus den einzelnen Stangen werden ganz einfach mit dem Sparschäler geschnitten und dann in der Pfanne scharf abgebraten.
Bild: Eileen Gruschka/Hölker Verlag

Wie wär’s mit Spargel als Nudeln? Oder auf der Pizza? Ja, der Frühlingsklassiker hat viel zu bieten. Die schmackhaften Tipps von Profis.

Wenn die Saison startet, landen die weissen und grünen Stangen immer wieder auf dem Teller ─ schliesslich geht die Zeit, in der Spargel frisch vom Feld kommt, schnell vorbei.

Wer dabei neue Rezepte ausprobieren will, muss kein Sternekoch sein. Es geht auch aussergewöhnlich und gleichzeitig unkompliziert.

Etwa wenn weisse Spargelstangen ganz einfach zu Nudeln werden. In einer asiatisch angehauchten Variante empfiehlt Kochbuch-Autorin Michaela Kienz Spargel-Bandnudeln mit Reis-Spaghetti und Brokkoli. Hier wird der Spargel zunächst geschält, dann werden mit dem Sparschäler breite Bandnudeln aus den einzelnen Stangen geschnitten.

In Streifen geschnitten – und fertig ist die Nudel

«Die Zubereitung ist wirklich sehr einfach», sagt die Expertin. «Wem das Verarbeiten des Spargels zu Bandnudeln aber zu aufwendig ist, der kann ihn auch einmal längs halbieren und dann in schmale Streifen schneiden und mit dem Brokkoli in der Pfanne scharf anbraten.»



Die Autorin weiss, dass Spargel ─ in diesem und auch in anderen Gerichten ─ nicht nur gut schmeckt, sondern auch dem Körper und der Haut gut tut. «Spargel wirkt blutreinigend und entgiftend», sagt Ernährungsberaterin Michaela Kienz. «Er enthält viel Vitamin E für eine straffe und rosige Haut und viele Mineralien, die die Zellerneuerung ankurbeln.»

Und wie wäre es mit einer Pizza, die mit weissem Spargel, frischem Lachs und Parmesancreme belegt ist? Dafür wird zuerst ein Hefeteig hergestellt, für den Buchautorin Ira König einen Profitipp hat: «Hefe hat bei 28 bis 30 Grad Celsius die beste Triebkraft. Da unsere Körpertemperatur aber schon etwa 37 Grad beträgt, ist bei Wasser oder Milch an unseren Fingern manchmal schon die 40-Grad-Marke überschritten, wenn wir die Flüssigkeit als warm empfinden.»

Auf den fertigen Pizzateig kommen Tomatensugo, Parmesan, Mozzarella, Lachs, Spargel, Kapern und Zitronenthymian. 
Bild: Wolfgang Schardt/Gräfe und Unzer Verlag

Deshalb sei es wichtig, auf eine wirklich nur lauwarme Temperatur zu achten und als Anfänger bestenfalls ein Thermometer zu verwenden. Dann sei die Herstellung des Teigs nicht weiter schwer.

Bruchspargel für die Pizza: Günstiger und genauso lecker

Ist der Pizzateig fertig und ausgerollt, wird er mit Tomatensugo bestrichen, es folgen Parmesan und Mozzarella, zuletzt verteilt man Lachs und Spargel sowie Kapern und Zitronenthymian auf der Pizza. Besonders praktisch: Für dieses Rezept kann auch Spargel verwendet werden, der sich in anderen Gerichten vielleicht nicht so gut macht. «Wer bezüglich der Optik der Pizza Abstriche machen kann, sollte zu Bruchspargel beim Einkauf greifen», sagt Ira König. «Der wird immer günstiger angeboten.»

Dabei gilt: Wer Spargel richtig aufbewahrt, kann ihn etwa zwei bis drei Tage lang lagern, bis er auf der Pizza oder in anderen Gerichten verarbeitet wird. «Am besten sollte man ihn in ein sauberes, feuchtes Küchentuch wickeln und im Gemüsefach aufbewahren», rät die Expertin.



Wichtig ist es in jedem Fall, den Spargel zu schälen, anders als bei grünem Spargel ist das bei den weissen Stangen immer nötig: «Die Schale ist zäh und kann Bitterstoffe enthalten. Deshalb sollte man die Stangen immer grosszügig schälen», sagt Ira König. «Das gelingt mit einem einfachen Sparschäler sehr gut.»

Grüner Spargel passt auch zu Früchten

Eine Möglichkeit, grünen Spargel zu verwenden, ist ein Gericht mit Ei und fruchtiger Melone, das Su Vössing in ihrem Buch «Meine gesunde Küche für jeden Tag» vorstellt. Dafür werden zunächst Eier gekocht und gepellt, anschliessend rührt man eine Vinaigrette aus Schalotte, Balsamicoessig, roten Johannisbeeren, Meersalz und Pfeffer an, bevor der Spargel in einer Pfanne gegart wird.

Zum grünen Spargel mit Ei und fruchtigen Melonenkugeln serviert Su Vössing eine Vinaigrette aus Schalotten, Balsamicoessig, roten Johannisbeeren, Meersalz und Pfeffer. 
Bild: Bui Vössing/Hölker Verlag

Spargel und Eier servieren die Köche schliesslich mit kleinen ausgestochenen Melonenkugeln und beträufeln alles mit der Vinaigrette. Damit das Gericht gelingt, hat Autorin Su Vössing noch diesen Tipp: «Wichtig ist eine grosse Pfanne mit passendem Deckel, damit man mit geringen Wassermengen und Olivenöl gut arbeiten kann.»

Für sie ist diese Spargel-Variante ein ideales Gericht für Frühling und Sommer – besonders ist die Kombination der verschiedenen Zutaten, die den Spargel gut zur Geltung bringt und mal ganz anders schmecken lässt: «Die Vinaigrette hebt den Geschmack, die Melonenkugeln und Johannisbeeren bringen viel Frische und das Ei sorgt für die Cremigkeit.»

Bibliografie: Michaela Kinz: «BeautyFood: 55 Rezepte, die schön und glücklich machen», Hölker Verlag, ab 23 Fr.; Su Vössing: «Meine gesunde Küche für jeden Tag», Hölker Verlag, ab 38 Fr.; Ira König: «Spargel – Stangenweise Frühlingsglück», Gräfe und Unzer Verlag, ab 13 Fr.

Bilder des Tages

Zurück zur Startseite